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Mitteilungen und Erklärungen:
– Zur Geschichte und Hintergründe der Entführung und Inhaftierung Abdullah Öcalans
– Kurdistan Report Nr.:94
Sondernummer zur Verschleppung Abdullah Öcalans

– Erklärungen und Pressemitteilungen von Parteien und Organisationen zur Verschleppung des Vorsitzenden der PKK, Abdullah Öcalans
– Pressespiegel für die Zeit ab der Verschleppung Abdullah Öcalans vom 16. Februar 1999 bis zum 12. Juli 1999
– Am 21. November 2000 wird vor dem Internationalen Menschenrechtsgerichtshof in Strasbourg über die Zulassung der Klage Abdullah Öcalans verhandelt
– Der zweite Jahrestag der Entführung Abdullah Öcalans
– Erklärungen und Pressemitteilungen anläßlich des zweiten Jahrestages zur Verschleppung des Vorsitzenden der PKK, Abdullah Öcalans
– Freiheit für Abdullah Öcalan
Schluss mit der Isolationsfolter


Veröffentlichungen
Abdullah Öcalan:

Gilgameschs Erben
Band I und II
Von Sumer zur demokratischen Zivilisation

Plädoyer für den freien Menschen
von Abdullah Öcalan

Zur Lösung der kurdischen Frage
- Visionen einer demokratischen Republik


weitere Internetseiten:
freedom-for-ocalan
abdullah-ocalan.com
wikipedia.org

   

Auszüge aus den Gesprächsprotokollen der AnwältInnen mit Abullah Öcalan
Noch immer ist Abdullah Öcalan in strengster Isolationshaft als einziger Gefangener auf der Gefängnisinsel Imrali. Die einzigen Kontakte nach aussen sind die wöchentlichen Besuche seiner AnwältInnen sowie seiner Geschwister für eine Stunde. Oftmals wochenlang wurden die Besuche unter Begründung wie schlechtes Wetter oder defekte Fähre den AnwältInnen verweigert. Nach den Besuchen werden Besuchsprotokolle erstellt und über die Medien verbreitet. Wir veröffentlichen hier aus dem Türkischen übersetzte Auszüge dieser Protokolle oder in Medien verbreitete Meldungen.

 
    Özgür Politika veröffentlichte Fotos, die während eines Treffens Öcalans mit einer europäischen Abordnung auf Imrali aufgenommen worden sind. Es sind die ersten und bis jetzt einzigen Bilder Öcalans in Gefangenschaft.  
   

30.10.2007

 

Öcalan: Bin zu politischer Lösung bereit

Öcalan signalisierte während seiner Konsultation am 30.10.2007 einmal mehr, für Gespräche über eine politische Lösung der kurdischen Frage zur Verfügung zu stehen:

Meine Ansichten sind bekannt, ich habe sie mehrfach geäußert. Mir geht es um eine demokratische Autonome, eine demokratisch-kommunale Organisierung. In meinen Büchern habe ich das breit ausgeführt. Wenn es Forderungen an mich gibt, kann man über die Bedingungen reden. Ich bitte auch Herrn Erdogan, einen Ausweg vorzuschlagen. Ich bin zu jeder Art Lösung bereit. Ich reiche einmal mehr die Hand zum Frieden.(...) mehr

 

09.05.2007

 

Öcalan: Das Recht ist hier außer Kraft gesetzt
Während die 20-tägige Bunkerhaft weiter andauert, konnte Abdullah Öcalan am 9. Mai wieder mit seinen Anwälten zusammentreffen. Er unterstrich dabei zum wiederholten Male seine Bemühungen für eine friedliche Lösung und forderte, seine jüngst verfasste schriftliche Verteidigung den Anwälten auszuhändigen. (...) mehr

02.05.2007

 

Öcalan: Europa hat die Kurden verkauft
Öcalan hat bei der jüngsten Konsultation mit seinen Anwälten, die am 2. Mai nach vier Wochen der Totalisolation stattfand, eindringlich vor einer Eskalation der gesellschaftlichen Konflikte gewarnt. Die kurdische Frage identifizierte er als Hintergrund der aktuellen politischen Krise und wertete die Haltung Europas als „Verkaufen der Kurden“. Erstmals erfuhren die AnwältInnen bei der Konsultation auch, dass momentan eine 20-tägige Bunkerstrafe vollstreckt wird.(...)
mehr


07.03.2007

 

Eine Unabhängige Delegation muss mich medizinisch untersuchen
Ich sage dies als Antwort auf die Äußerungen des Justizministeriums. Der Justizminister gibt sich in dieser Sache sehr selbstbewusst. Ich möchte keine Anschuldigungen gegen den Staat erheben, aber der Staat steht hier natürlich unter Verdacht. Wenn der Staat sich nicht verdächtig machen will, sollte er dafür sorgen, dass meine gesundheitliche Situation schnellstens analysiert wird. Dies muss durch eine unabhängige Delegation erfolgen. (...) mehr


28.02.2007

 

Für meine Situation sind Regierung und Staat verantwortlich
Vergangene Woche habe ich bereits zu meinem Gesundheitszustand gesagt, dass möglicherweise ein chemischer Eingriff vorliegt. Auch zu früheren Zeitpunkten habe ich von dieser Möglichkeit gesprochen. Der Staat trägt Verantwortung. Ich selbst kann nichts machen, alles, auch das Essen, wird von draußen geliefert. Sprechen wir nicht über das grobe Verhalten mir gegenüber, aber die Raumstruktur [meiner Zelle] ist sehr schlecht. Ich bekomme keine Luft. (...) mehr


31.01.2007

 

Wir haben mit dem türkischen Volk keinen Widerspruch
Bei seinen in letzter Zeit regelmäßiger stattfindenden anwaltlichen Konsultationen hat Abdullah Öcalan die aktuelle politische Situation der Türkei kommentiert: „Die DYP wird die Führung im Liberal-Demokratischen Lager einnehmen. Aðar hat seinerzeit 15 Jahre gegen uns gekämpft. Er war auch in die Attentatsversuche gegen mich involviert. Trotzdem ist es möglich, dass sie endlich die Realitäten erkennen.“ Zu den Aufsehen erregenden Erklärungen aus Kreisen des Geheimdienstes MÝT erklärte Öcalan: „Der MÝT warnt davor, dass sich der Nationalstaat, wenn er sich nicht wandlungsfähig zeigt und so weiter macht wie bisher, sein eigenes Grab schaufeln wird. Seit langem schon versuche ich davor zu warnen, dass diese ‘Neo-Ýttihatçýlar’ die Türkei in eine Katastrophe treiben. Diese Kreise werden von einigen auch als ‘Ittihatçilar’ bezeichnet. Ich habe zuvor schon gesagt, dass so wie Deutschland in den Jahren des ersten Weltkrieges mit den Ýttihatçýlar ein Bündnis schloss, heute die Neo-Ýttihatçýlar dieses Bündnis fortsetzen.“ (...) mehr


08.11.2006

 

Öcalan: Wer muss wen amnestieren?
Bei einem Gespräch mit Anwälten aus seinem Verteidigerteam hat Abdullah Öcalan die Türkei am 8. November aufgefordert, bis zum Frühjahr eine klare Antwort auf den von der PKK einseitig ausgerufenen Waffenstillstand zu geben. Wenn keine eindeutigen Schritte gesetzt werden, bliebe ihm nichts anderes übrig, als „die Freunde um Verzeihung zu bitten. Dann kann ich nur sagen, ich habe getan, was ich konnte, aber es hat nicht geklappt.“ (...) mehr


27.09.2006

 

Aufruf zum Waffenstillstand
Seit 1993 habe ich immer wieder versucht, dem Bedarf nach einer friedlichen und gewaltlosen Lösung der kurdischen Frage entgegen zu kommen. Aus diesem Grund habe ich viermal einseitige Waffenstillstände ausgerufen, die jedes Mal ergebnislos geblieben sind. Seit zehn Jahren bin ich überzeugt, dass man mit Gewalt nur bis zu einem bestimmten Punkt kommen kann. Eine endgültige Lösung ist damit nicht zu erreichen. Allerhöchstens kann man damit einen Staat zum Einsturz bringen, doch das Dach bei einem solchen Einsturz würde sowohl uns als auch den Staat unter sich begraben. Deshalb bin ich von der Notwendigkeit von Waffenstillständen überzeugt. Es ist viel Blut geflossen. Auf beiden Seiten sind unzählige Menschen gestorben, aber ein Lösungsweg hat sich damit nicht aufgetan. Die Öffentlichkeit kennt unsere Bemühungen in den Phasen der Waffenstillstände. Ich muss diese nicht ausführlich erläutern. Doch all diese Bemühungen sind leider vereitelt worden. Die Gründe dafür lagen bedauerlicherweise sowohl bei uns als auch beim Staat. (...) mehr


31.05.2006

 

Die Lösung liegt in einer pluralen Demokratie Türkei
In der Türkei gibt es einen ernsten Kampf zwischen den Kriegstreibern und den Befürwortern der Demokratie und einer friedlichen Lösung. Im kommenden Monat wird sich herausstellen, wer die Oberhand behält. Es gibt diejenigen, die eine Eskalation der Gewalt befürworten. Die Vorfälle von Semdinli und im Obersten Gerichtshof zeigen, dass die Kriegsclique aktiv ist. Das neue Anti-Terror-Gesetz, das sie verabschieden wollen, zielt in die gleiche Richtung. Das Anti-Terror-Gesetz ist eine offene Einladung zum Krieg. Wenn Kinder ihr Recht auf muttersprachlichen Unterricht fordern, wird man sie wegen „Organisationspropaganda“ ab einem Alter von 15 Jahren ins Gefängnis werfen können. Statt einem Anti-Terror-Gesetz muss das Parlament ein Demokratiepaket verabschieden. Wir warten auf eine solche Initiative, stattdessen beharrt man mit dem Antiterrorgesetz auf kollektiver Vernichtung. Das kurdische Volk wird das nicht akzeptieren. Der totalen Vernichtung wird es einen kollektiven Aufstand entgegensetzen. Die Vorfälle von Diyarbakir hatten den Charakter einer Generalprobe dafür. Daraus sollte man lernen. Damit sich so etwas nicht wiederholt, müssen sich alle vereint der Verabschiedung des Antiterrorgesetzes entgegenstellen. (...) mehr


24.05.2006

 

Auszüge aus der Konsultation Öcalans mit seinem Verteidigerteam am 24. Mai 2006


17.05.2006

 

Protokoll des Verteidigergesprächs mit Abdullah Öcalan am 17. Mai 2006


10.05.2006

 

Protokoll des Verteidigergesprächs mit Abdullah Öcalan am 10. Mai 2006


01.06.2005

 

Öcalan lehnt Prozess unter den gegenwärtigen Bedingungen ab – Internationales Gericht gefordert
Nach einer weiteren Einschränkung der Rechte der Verteidigung – jetzt ist bei jedem Anwaltsbesuch ein Beamter mit Stimmaufzeichnungsgerät anwesend – erklärten sowohl Öcalan als auch seine Verteidiger, dies sei unzumutbar. Unter diesen Bedingungen werden sie die regulären Treffen boykottieren. Gleichzeitig erklärten sie, ein faires Verfahren sein unter solchen Bedingungen in der Türkei unvorstellbar. Lediglich ein internationales Gericht, das über beide Seiten des Konflikts richte, könne hier für Gerechtigkeit sorgen. Solange die Möglichkeit eines fairen Verfahrens nicht bestände, werde man keine Neuaufnahme des Verfahrens beantragen.
Wir dokumentieren einen Bericht der Nachrichtenagentur MHA vom 3.6.2005 über das Treffen Öcalans mit seinen VerteidigerInnen am 1.6.2005 mehr


11.05.2005

 

Der Prozess kann zur Lösung der kurdischen Frage beitragen
Einen Tag vor der Urteilsverkündung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte signalisierte Öcalan, dass er sich auf eine Wiederholung oder Wiederaufnahme seines Prozesses in der Türkei vorbereite. Er machte dabei deutlich, nicht von seiner Linie abzuweichen, eine politische Lösung der kurdischen Frage im Rahmen einer Demokratisierung der Türkei zu suchen. Eine direkte Reaktion auf das Urteil wird frühestens am 18. Mai erfolgen können.
Öcalan verurteilte die Erklärungen verschiedener Politiker in der Türkei, der Prozess werde ein Sicherheitsrisiko darstellen und verwies auf das Verständnis der EU von Sicherheit. Europa habe die Konsequenz aus 300 Jahren nationalistischer Kriege mit 100 Millionen Toten gezogen und sehe in der Demokratie den besten Garanten für Sicherheit. Daran solle sich auch die Türkei orientieren. Der Prozess sei kein Sicherheitsrisiko, sondern er könne vielmehr zu einer Lösung der kurdischen Frage beitragen.
An die kurdische Befreiungsbewegung gerichtet betonte Öcalan in dem Gespräch mehrfach, seine Äußerungen sollten als Vorschläge aufgefasst werden, er wolle und könne niemandem Befehle erteilen. Er sage, was er denke, aber die Entscheidung, was zu tun sei, müsse jeder und jede selbst treffen. Auch die Art, wie sich die Volksverteidigungskräfte verteidigten, sei deren Sache. Er dankte der Guerilla, dass sie seinen Bitten um Rückzug 1999 gefolgt sein und den Waffenstillstand gehalten habe. Auch warnte er erneut vor Entgleisungen, wie sie beispielsweise bei Semdin Sakik vorgekommen seien.
Weiterhin konkretisierte er das Organisationskonzept für den „demokratischen Konföderalismus“. Sein Modell sieht Forschungskommissionen und Exekutivkomitees vor, die zu einem breiten Spektrum von Themen arbeiten sollen. Außerdem solle es eine Basisorganisierung in Kommunenform geben. Insbesondere für die Durchsetzung muttersprachlichen Unterrichts und Rundfunks müsse die Basis mit Aktionen selbst sorgen.
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04.05.2005

 

"Ich gehöre der kurdischen Nation an und bin Bürger der Nation Türkei"
In der Woche vor der Verkündung des Urteils im Revisionsprozess vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, die am 12. Mai 2005 stattfinden wird, hatte Abdullah Öcalan zum 7. Mal in diesem Jahr Gelegenheit, eine Stunde mit seinen Rechtsbeiständen zu reden. Mit einigen zum letzten Mal – wenn es nach dem Willen der Regierungspartei AKP geht. Diese plant nämlich eine Gesetzesnovelle, die auf einen Schlag 25 Anwältinnen und Anwälte aus dem Verteidigungsteam Öcalans entfernen würde, darunter insbesondere die aktivsten. Derweil klagt Öcalan weiterhin über seine gesundheitlichen Beschwerden, die bisher nicht adäquat behandelt worden sind.
Bei dem Gespräch konkretisierte Öcalan seine Vorschläge für Reformen des Verständnisses von Staat, Nation, Staatsbürgerschaft und Demokratie. Er bezeichnete diese Vorschläge als „Rettung auch für die Türkei“. Der Staat solle veränderte Repräsentationsorgane erhalten, das Nationsverständnis müsse verschiedene kulturelle Identitäten integrieren, die Staatsbürgerschaft der Türkei solle als Oberidentität fungieren und der Schwerpunkt der Demokratie solle sich auf die lokale Ebene verschieben. Seinem häufigen Hinweis auf die in der Geschichte stets föderale Struktur des Mittleren Ostens ließ Öcalan nun einen konkreten Vorschlag für eine Reform der Staatsstruktur folgen: Die 81 Provinzen der Türkei könnten besser durch 25 Regionen ähnlich der deutschen Bundesländer ersetzt werden, von denen dann sieben überwiegend kurdisch geprägt wären.
Die aufgeregte Reaktion, die derweil ein offizieller US-Bericht auslöste, der als Ziel der PKK die „Schaffung eines demokratischen Staates“ bezeichnet, kommentierte Öcalan eher nüchtern. Die USA benutze eine mögliche Unterstützung der PKK zwar als ständige Drohung gegen die Türkei, den Iran und Syrien, verwirklichen diese aber nicht. Er erneuerte seinen Aufruf an die irakisch-kurdischen Gruppierungen, eine konstruktive Haltung zum Konzept des „demokratischen Konföderalismus“ einzunehmen und forderte sie auf, sich für die Rechte der Kurden in Diyarbakir ebenso einzusetzen, wie es die Türkei für die Turkmenen tut.
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27.04.2005

 

„Wer ablehnt, der wird abgelehnt werden.”
Nach fünf Wochen ohne Kontakt zur Außenwelt fand am 27. 4. wieder ein Gespräch Öcalans mit seinen Anwälten statt. Die Totalisolation hatte seit Newroz angehalten, so dass Öcalan erstmals Gelegenheit hatte, sich zu den Ereignissen um das Newrozfest herum zu äußern. Er nutzte die Gelegenheit, unzutreffende und verzerrenden Interpretationen des von ihm vorgeschlagenen Konzept des „demokratischen Konföderalismus“ zu kritisieren und einige Missverständnisse auszuräumen. Scharfe Kritik richtete Öcalan an den Generalstabschef der Türkei, Özkök, wegen seiner berüchtigten Rede zur Sicherheitslage sowie an die Kreise u.a. in der EU, die an einer „Lösung“ der kurdischen Frage unter Ausschluss der kurdischen Befreiungsbewegung arbeiten. An Dschalal Talabani, den neu gewählten Präsidenten des Irak, richtete er den Aufruf, auch in Südkurdistan die PKK zu respektieren. Neben einer Botschaft zum Tod von Johannes Paul II. waren weitere Themen die Frauenbewegung und die Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft. Zum bevorstehenden Urteil des EGMR in seinem Beschwerdeverfahren äußerte sich Öcalan noch nicht. Er zeigte sich in guter Stimmung, aber mit weiterhin angeschlagener Gesundheit.
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09.03.2005

 

Abdullah Öcalan über Demokratie, Konföderalismus und Nation
Die Entscheidung liegt bei der Basis
Am 9. März stand das Treffen Öcalans mit seinen Anwälten ganz im Zeichen des kommenden Newrozfestes und den Diskussionen um den "demokratischen Konföderalismus", das Konzept, welches Öcalan in die Debatte eingeführt hatte. Er konkretisierte dabei seine Vorstellungen vom Konföderalismus als einem nichtstaatlichen Zusammenschluss von Basisorganisationen im Gegensatz zur Konföderation als einem Staatenbund. Auf die Bemerkung seines Bruders Mehmet, der Begriff "Konföderalismus" sei verwirrend, verglich Abdullah Öcalan ihn mit der Form einer Gebetskette: "Erst werden die Perlen aufgezogen und zum Schluss mit einen Schlussstück verbunden. Der Konföderalismus ist das Schlussstück, das auf die Perlenkette des Kampfes gesetzt wird." (...) mehr


19.01.2005

 

„Mir geht es nur darum zu verhindern, dass Kurdistan in ein Meer von Blut getaucht wird.“
Beim vorerst letzten Besuch der AnwältInnen Öcalans, der mittlerweile mehr als drei Wochen zurückliegt, richtete der Kurdenführer angesichts der sich zuspitzenden Lage eindringliche Appelle an das Volk der Türkei und den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, ein Blutbad in Kurdistan und der Türkei zu verhindern. Öcalan zitierte weiter aus dem Brief, den er Anfang des Jahres an Ministerpräsident Erdogan geschrieben hatte. Er warnte erneut vor dem kurdischen Nationalismus und stellte dem sein Konzept eines demokratischen Konföderalismus entgegen. (...) mehr


05.01.2005

 

Warum sollten Soldaten und Polizisten sterben?
[...] Was mich angeht, sage ich folgendes: Wegen meiner physischen, psychologischen, ethischen und gesellschaftlichen Logik kann ich so nicht weitermachen. Ich habe diese Linie bisher nicht aus Angst vor einer Hinrichtung oder etwas anderem verfolgt, sondern weil ich von ihr überzeugt bin. Dies ist jetzt der dritte Brief. Auch an Erbakan hatte ich einen Brief geschrieben. Er hatte sogar noch davor einen Brief gesandt. Auch zur Zeit von Özal habe ich Briefe geschickt. Wenn heute nicht einmal ein winziger Schritt getan wird, bedeutet das den Versuch eines Angriffs, der auf Vernichtung abzielt. Es bedeutet Kriegstreiberei. Die Regierung drängt auf einen Krieg. Sie sagt: „Ich seid schwach, mit Euch kann es keinen Frieden geben. Wir haben Abkommen mit Syrien und dem Iran getroffen. Wir haben uns mit dem Irak und den USA getroffen und mit der EU abgesprochen. Wie haben Euch von der Welt isoliert. Im Inland kommen wir klar. Wir würden auch nicht akzeptieren, wenn ihr kapituliertet. Wie bestehen auf Krieg.“ Das Ergebnis ist, dass sie unter normalen Bedingungen auf Krieg drängen. (...) mehr


05.01.2005

 

Öcalan: Aufrichtigkeit der Regierung wird sich in der Praxis zeigen
Istanbul (DIHA) – Erstmals seit über einem Monat fand wieder ein Gespräch Öcalans mit seinen Anwälten statt. Dabei erklärte Öcalan, er könne nichts unternehmen, wenn die Regierung auf ihrer Politik der Liquidierung der kurdischen Befreiungsbewegung beharre. Verantwortlich für das, was sich daraus ergebe, sei allein die Regierung. Sie solle durch praktische Initiativen zeigen, dass sie aufrichtig ist. (...) mehr


15.12.2004

 

Anwaltsbesuch bei Öcalan möglich
Am 15.12. fand zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder ein Gespräch Öcalans mit seinen Anwälten Kaya, Yildiz und Erbas statt. Aus den ersten Pressemeldungen ist noch nicht ersichtlich, ob und wie sich Öcalan zu einem möglichen Aufruf an die HPG zu einer Feuerpause nach dem 17.12. geäußert hat. Am 1.12. hatte er die EU aufgefordert, sich deutlich für einen beidseitigen Waffenstillstand auszusprechen, um einen derartigen Schritt zu ermöglichen. (...) mehr


10.11.2004

 

Bei dem stattgefundenem Gespräch nahm Abdullah Öcalan bezug auf den Demokratisierungsprozess in der Türkei und erläuterte auch nochmal seine Position zum Kemalismus.
(...)
“Ich habe meine Meinung zu Kemalismus und Staat gesagt, und ich vertrete sie auch weiterhin ganz offen. Mit palliativen Maßnahmen und kleinen Retuschen lässt sich der Staat nicht reformieren, so kann man nicht zu einer Lösung kommen. In den 1920ern war die Gründung einer Republik eine radikale Lösung. So wie in den 1840ern die konstitutionelle Monarchie (Tanzimat) eine radikale Lösung war, so war es in den 1920ern die Republik. Heute dagegen muss diese Republik in eine Demokratie transformiert werden, das ist meine Linie. Die Republik ist nach 80 Jahren ganz offensichtlich in der Klemme. Die Republik ist heruntergekommen, korrumpiert. Der Grund für die Klemme ist eine kranke Geisteshaltung.
Man manipuliert die Demokratie. Diejenigen, die heute behaupten, dass sie den Etatismus [Vorrang des Staates, eines der Prinzipien Atatürks] vertreten, stellen tatsächlich das größte Hindernis überhaupt für den Staat dar. Statt dessen muss man sich auf einer konsequent demokratischen Linie bewegen. Sonst drohen große Gefahren, sowohl im Innern als auch von außen. Wenn man heute [Todestag Atatürks] voller Respekt an Mustafa Kemal zurückdenkt, dann deswegen, weil er in den 20ern eine radikale Lösung gebracht hat. In den 30ern und 40ern hat sich nicht die Demokratie entwickelt, sondern eine Oligarchie. Der Staat darf nicht auf Etatismus und Nationalismus beharren, sondern muss eine demokratische Linie verfolgen. Wenn die Republik auf eine religiöse und nationalistische Basis gestellt wird, werdend die positiven Werte, auf denen sie beruht, verschlissen. Sie wird zur bloßen leeren Hülle. Dann besteht die Gefahr, dass sie zusammenbricht. Durch eine demokratische Transformation kann die Republik verhindern, dass sie auf eine leere Hülle reduziert wird. Der Osmanische Staat war in den 1920ern so eine staatliche leere Hülle geworden, deswegen konnte Mustafa Kemal ihn mit einem Schlag beseitigen.” (...)


20.10.2004

 

“Es gibt nicht den kleinsten Kompromiss zwischen mir und dem Staat”
Haftbedingungen: Seit vier Monaten keine Briefe

Zum ersten Mal seit drei Wochen konnte am 20.10. wieder ein Besuch des Verteidigerteams bei Abdullah Öcalan stattfinden. Zuvor waren wieder einmal die Besuche mit der Begründung, die Überfahrt auf die Gefängnisinsel Imrali sei auf Grund schlechten Wetters nicht möglich, verweigert worden. Auffällig hierbei ist, dass sich die Wetterlage im Marmarameer immer dann verschlechtert, wenn die kurdische Frage auf Grund aktueller Ereignisse breitere Aufmerksamkeit bekommt. Im Oktober dürften der vielbeachtete Besuch der ehemaligen DEP-Abgeordneten beim EU-Parlament in Brüssel und die Diskussion um den EU-Beitritt der Türkei die tatsächlichen Gründe für die faktische Kontaktsperre gegen Öcalan gewesen sein.
Neben der regelmäßigen Einschränkung der Besuche wird auch in anderen Bereichen versucht, Öcalan von der Außenwelt abzuschneiden. Seit fast vier Monaten hat er keinen Brief mehr ausgehändigt bekommen. Er erhält nicht einmal täglich eine Zeitung, dazu sind alle Artikel, die ihn in irgendeiner Weise betreffen, herausgeschnitten.


13.10.2004

 

Ein Besuch der Anwältinnen am 13. Oktober hat nicht stattgefunden


06.10.2004

 

Ein Besuch der Anwältinnen am 6. Oktober hat nicht stattgefunden


29.09.2004

[erste Auszüge aus dem Gespräch vom 29.9.]

 

"Ich rede von einem geschwisterlichen Leben in Frieden"
(...) Erdogan ist nach Brüssel gereist, wisst ihr, was dahinter steht? Das mit dem Ehebruch war nur Show. Angeblich sollten in dem Bericht ein paar Sachen bezüglich der Kurden betont werden, er ist hingefahren und hat das verhindert. Verheugen hat euch wieder verkauft. Sie gehen davon aus, dass die Kurden sanft schlummern. Ich bin nicht gegen den EU-Beitrittsprozess. Aber: Hat unser Volk von 40 Millionen eine einzige Schule? Ein Radio? Ein Fernsehen? Was wird euch die EU geben? Was sollen wir zum Ausverkauf unseres Volkes sagen? (...) 29.09.2004


22.09.2004

[längere Zusammenfassung des Gesprächs vom 22.9.]

 

„Verräter können keine Patrioten sein“
Die Anwälte Abdullah Öcalans äußerten sich in einer schriftlichen Erklärung über das Treffen mit ihrem Mandanten. In der Erklärung heißt es, Öcalan habe sich bei dem Treffen über die Themen Organisation, Lösung der kurdischen Frage, Situation Kurdistans und des Mittleren Osten geäußert. (...) Denge Mezopotamya, 24.09.2004


22.09.2004

[erste kurze Erklärung direkt nach dem Besuch am 22.9.]

 
Öcalan: „Ich bin bereit, mit jedem Beziehungen aufzunehmen, aber ich kapituliere nicht.“
Am Mittwoch, den 22.9. fand das wöchentliche Gespräch Abdullah Öcalans mit seinen Anwälten Tugluk, Erbas und Sakar sowie seiner Schwester Fatma statt. Dogan Erbas informierte die Presse über das einstündige Gespräch. Öcalan mache einen gesunden Eindruck, er habe sich aber wegen vieler anderer Probleme nicht um seine gesundheitlichen Probleme kümmern können. (...) DIHA, 22.09.2004

15.09.2004

[Zusammenfassung des Gesprächs vom 15.9.]

 

"Ich will, dass kein einziger Tropfen Blut vergossen wird."
( ...) Ich habe keinen Befehl gegeben, Mizgin [Sen] und Kani [Yilmaz] zu töten. Ich brauche korrekte Informationen. Ihr müsst hingehen und die Tatsachen richtig erklären. Bringt mir die Informationen, ihr müsst mir die Informationen bringen. Ich gebe hier keine Befehle, Krieg zu führen, ich führe keinen Krieg; aber es gibt solche, die meinen Namen benutzen, um Krieg zu führen. Die, die in meinem Namen Krieg führen, muss man warnen. Von hier aus kann man keine Organisation leiten. Hier ist die Kontrolle des Staates 100%ig. Solche Befehle könnte man gar nicht geben. Das würde uns auch ohnehin schaden. Üble Nachrede gegen mich ist nicht hinnehmbar. (...)


02.09.2004

 

Öcalan befürwortet Aufruf des KONGRA-GEL zu Waffenstillstand
Am 1.9. fand das reguläre wöchentliche Treffen Abdullah Öcalans mit seinen Anwälten Firat Aydinkaya, Bekir Kaya, Irfan Dündar und Zeynel Degirmenci statt. Irfan Dündar erklärte im Gespräch mit DIHA, das Gespräch sei positiv verlaufen. Öcalan habe betont, er habe KONGRA-GEL als die Systematik des Freiheitskampfes konzipiert. (...) DIHA


11.08.2004

 

Öcalan: „Keine dauerhafte Lösung mit den USA“
Öcalan warnte: „Lösungen, die sich auf die USA oder irgend eine ausländische Macht stützen, können nicht von Dauer sein. Dafür gibt es in der Geschichte zahllose Beispiele.“ Der führende kurdische Politiker, Abdullah Öcalan, konnte an diesem Mittwoch sein wöchentliches Anwaltsgespräch durchführen. Anwalt Dogan Erbas sagte DIHA gegenüber, Öcalan habe wie schon in der Vorwoche betont, Demokratie und Widerstand müssten ausgebaut werden. (...) DIHA


22.06.2004

 

Öcalan dementiert Aufruf zum Krieg
Nach sechswöchiger Totalisolation traf Abdullah Öcalan erstmals wieder mit seinen Anwälten zusammen. In den vergangenen Wochen wurden ihm die wöchentlichen Anwaltsbesuche stets verwehrt.
Nach Beendigung des langjährigen einseitigen Waffenstillstands durch die kurdische Guerilla, welcher am 1. Juni 2004 sein Ende fand, kam es vermehrt zu Spekulationen über die Ursachen. Insbesondere in den türkischen Medien, aber auch in verschiedenen internationalen Medien, wurde Abdullah Öcalan als Initiator dieses Beschlusses bezichtigt, obwohl die kurdischen Rebellen klarstellten, der Entschluss zur Aufkündigung der Waffenruhe sei aus eigenem Ermessen gefasst worden. Als Grund gaben diese die zunehmenden militärischen Operationen der türkischen Armee gegen die in der Türkei verblieben Guerillakräfte an. Desweiteren habe die türkische Regierung keine ernsthaften Schritte zur Lösung der kurdischen Frage unternommen. (...) Internationale Initiative Freiheit für Öcalan -Frieden in Kurdistan


20.03.2004

 

Dafür müssen eine Million Menschen bereit sein...
Abdullah Öcalan, der führende kurdischer Politiker, betonte, das Kurdenproblem in der Türkei, Syrien und Iran könne nur auf dem Boden von „demokratischen, freien und gleichen staatsbürgerlichen Rechten“ gelöst werden. Er schlug vor, Millionen von Menschen in einem umfassenden Komitee zu organisieren. „In diesem Sinne gratuliere ich zu Newroz“, sagte er. (...) Özgür Politika


Juli 2003
20.03.2004

 

In Gesprächen mit seinen AnwältInnen konkretisierte Abdullah Öcalan erneut seine Vorschläge für einen Friedensprozess in der Türkei und dem Mittleren Osten. Hier eine zusammengefasste Mitschrift der Anwälte der letzten beiden Besuche Anfang Juli 2003.



20.03.2004

 

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