Freies Radio Konstanz
Radio Wellenbrecher
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(Radio Island)

Medientheorie
zu Freien Radios


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Radioraum


im DGB-Haus, Beyerlestr. 1



Freie Radios :

Was wir wollen

Seit Oktober 2004 treffen sich einige Leute aus Konstanz, um ein freies Radio zu gr├╝nden. Da sich vielleicht nicht jeder oder jede etwas darunter vorstellen kann, haben wir hier die wichtigsten Infos rund um freie Radios zusammengetragen und um wichtige Internetadressen erg├Ąnzt.
  1. Grunds├Ątzliches zu Freien Radios

    Freie Radios sind offene, unkommerzielle, und gemeinn├╝tzige Radios. Sie werden durch ihre (F├Ârder-)Mitglieder verwaltet und finanziert. Den Sendebetrieb gestalten die verschiedenen Sendungsmacher-und Macherinnen, die sich zum Teil in einzelne Redaktionen zusammenschliessen. Entscheidungen werden gemeinsam auf Vollversammlungen oder Plena getroffen.

    Die Idee der "Freien Radios" ist im Kontext der Studentenbewegung 1968 in Europa entstanden und auch in verschiedenen deutschen St├Ądten aufgegriffen worden. Gegenw├Ąrtig gibt es fast 30 freie Radios in Deutschland, darunter z.B. das Radio Dreyeckland aus Freiburg, das seit ├╝ber 20 Jahren auf Sendung ist. Allein in Baden-W├╝rttemberg sind es 9 Freie Radios, die auf eigenen Frequenzen senden und jedes Jahr im Rahmen des DGB-Jugendcamp in Markelfingen ein Radiocamp mit Workshops und Livesendungen f├╝r freie Radiomacher und -Macherinnen veranstalten.

    Die freien Radios in Deutschland haben sich zum Bundesverband freier Radios (http://www.freie-radios.de ) zusammengeschlossen.

    Ein gemeinsames Projekt des Bundesverbandes ist es, ein Audioportal im Internet bereitzustellen (unter www. freie-radios.net), bei dem freie Radiosendungen heruntergeladen werden k├Ânnen und somit die einzelnen Beitr├Ąge ausserhalb der jeweiligen lokal begrenzten Frequenzbereiche zug├Ąnglich sind.

  2. Was macht Freie Radios aus?

    Freie Radios leisten unserer Meinung nach einen unsch├Ątzbaren Beitrag zu einer vielf├Ąltigen Medienlandschaft. Als nichtkommerzielle und lokal verankerte Radioanbieter spiegeln sie ein breites Spektrum von gesellschaftlichen Standpunkten und Auseinandersetzungen wider. Vielen gesellschaftlichen Gruppen und Einzelpersonen bieten sie die M├Âglichkeit, eigengestaltete Sendungen zu produzieren und auszustrahlen. Entsprechend ist die Themenvielfalt so gro├č wie in kaum einem anderen Medium. Die Formen der Darbietung reichen von klassischen Moderationen ├╝ber ausf├╝hrliche Interviews und Vortragsdokumentationen bis hin zu aufw├Ąndigen H├Ârspielen und Features. Breiten und so auch einzigartigen Raum bieten Freie Radios f├╝r einen experimentellen und Grenzen erforschenden und spielerischen Umgang mit dem Medium Radio. Freie Radios f├Ârdern durch ihren relativ offenen und vorraussetzungsarmen Zugang massiv die Teilhabe von Menschen am Rundfunk auf lokaler Ebene und vermitteln damit Medienkompetenz. Mit ihrer Bandbreite an gebotenen Musikstilen und Stilkombinationen lassen Freie Radios den privat-kommerzielle Rundfunk blass aussehen. Zu h├Âren in Freien Radios gibt es Stile von Klassik bis Jazz, von Pop bis Elektro und Punk bis Metall. Diese musikalische Breite wird auch vom ├Âffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht erreicht. Die Musik selbst ist Gegenstand der Sendungen Freier Radios und nicht blo├čes F├╝llmaterial zwischen den Werbebl├Âcken. Sie wird nicht nur abgespielt, sondern auch besprochen und in ihren gesellschaftlichen Kontext gestellt.

    Freie Radios verstehen sich als emanzipatorische Projekte. In ihren Sendungen haben Diskriminierung, Rassismus, Sexismus, Faschismus, Nationalismus und Antisemitismus keinen Platz.

    Wir m├Âchten daher deutlich betonen, dass wir auch in Konstanz kein Forum f├╝r irgendeine Form von Ausgrenzung und Diskriminierung schaffen wollen.

  3. Warum ein freies Radio in Konstanz?

    Auch am Bodensee und speziell in der Unistadt Konstanz entstanden im Zuge der sozialen Bewegungen der 70er und 80er Jahre einige nicht-kommerzielle, kritische Medienprojekte. Es sei an dieser Stelle nur auf die Zeitschrift "Nebelhorn" hingewiesen, die -mit Unterbrechungen- von 1980 bis 1994 ├╝ber mehrere Jahre hinweg auf hohem Niveau ├╝ber Lokales in und um Konstanz berichtet hat und an das sich vielleicht immer noch der eine oder andere erinnert. Diese Liste der alternativen Medienprojekte aus Konstanz l├Ąsst sich fortsetzen, es sei an dieser Stelle nur noch an das Medienkollektiv "Querblick" und verschiedene Zeitungen hingewiesen.

    Weniger bekannt sind vielleicht die beiden Radioinitiativen, die es bereits in Konstanz gegeben hat. Zuerst sei an das Piratenradio "Wellenbrecher" der 1980er Jahren erinnert, eine der zahlreichen (Kultur-)initiativen rund um die Hausbesetzung am Fischmarkt und an das Uni-Radio Ende der 90er Jahre. Beide Initiativen konnten sich aus verschiedenen Gr├╝nden ├╝ber einzelne Sendungen hinaus nicht dauerhaft durchsetzen. Aus unserer Sicht gilt es, daran anzukn├╝pfen. Einzelne Mitglieder unserer Radiogruppe haben sich bereits im Uniradio engagiert und dort erste Radioerfahrungen gesammelt. Andere von uns haben bei freien Radios in Schaffhausen und Z├╝rich reingeschnuppert, Sendungen gestaltet und sich in die Selbstverwaltung eingebracht.

    Es gibt unserer Meinung nach in Konstanz zahlreiche Initiativen und Gruppen, die mit ihrem wichtigen sozialen und/oder kulturellen Engagement, das sie ehrenamtlich leisten (wir denken beispielsweise an den Weltladen Konstanz, das Netzwerk gegen Rechts, das Zebrakino, die Sprechstation ect.) ein St├╝ck weit das Leben hier in der Stadt mitgestalten und mitpr├Ągen. Diese Gruppen haben einiges zu sagen und an die interessierte ├ľffentlichkeit mitzuteilen. Dazu kommt eine rege selbstorganisierte Dj/Party-Kultur, von deren vielf├Ąltigen Aktivit├Ąten und Themen man aber oft als Aussenstehender leider nicht so viel mitbekommt.

    Unserer Meinung nach fehlt es in Konstanz an einem offenen und unabh├Ąngigen Medium, das solchen Gruppen und Initiativen zu Verf├╝gung steht. Das Ziel eines freien Radios hier Konstanz w├Ąre es, den Bekanntheitsgrad solcher Aktivit├Ąten zu vergr├Âssern, ├╝ber die Szenegrenzen hinaus zu tragen und zu vernetzen. Es wird die M├Âglichkeit geben, kleine Sendungsredaktionen zu bilden, und eigene Beitr├Ąge zu bestimmten Themen und Musikrichtungen vorzubereiten. Wir w├╝nschen uns auch ausdr├╝cklich nicht-deutschsprachige Sendungen von MigrantInnen, die ├╝bringens von jeher einen festen Platz im Programm der freien Radios haben.

  4. Aktivit├Ąten der Radiogruppe

    Wir sind eine Gruppe radiobegeisterter Menschen, die im Moment vor allem "Aufbauarbeit" leistet. Dazu geh├Ârt v.a. ├ľffentlichkeitsarbeit, um die Radioidee nach aussen zu tragen, um neue Leute gewinnen. Wir pflegen einen engen Kontakt zu den anderen Freien Radios in Baden-W├╝rttemberg, die uns bei den anstehenden rechtlichen und organisatorischen Erfordernissen zur Seite stehen werden.

    Als n├Ąchstes steht dann die Vereinsgr├╝ndung an und ebenso ein Workshop mit einer erfahrenen Radiomacherin aus Z├╝rich von Radio Lora, um sich das technische und radiojournalistische Know-How anzueignen. Langfristig wird es um den Erhalt einer eigenen Frequenz gehen.

    Es k├Ânnen schon Sendungen produziert werden, die wir auf unsere Website (http://www.freies-radio-kn.de ) stellen und dort geh├Ârt und heruntergeladen werden k├Ânnen.

    Ausserdem haben wir die M├Âglichkeit, bei Radio Querfunk aus Karlsruhe jede Woche eine Stunde Sendung zu machen, die bei Querfunk im regul├Ąren Programm gesendet wird und die wir in Konstanz mittels Live-stream im Internet h├Âren k├Ânnen.

    Geplant sind monatliche Vollversammlungen und mehrere kleinere Arbeitsgruppen, die sich zu Redaktionsgruppen entwickeln k├Ânnen.



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