| AKW
Brokdorf |
07.
November 2011
Rückschlagklappe in
einem Not- und Nachkühlsystemen des AKW Brokdorf konnte nicht geschlossen
werden
Das
für die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständige
Justizministerium in Kiel gibt am 14.11.11 in einer recht kurzen
Pressemitteilung mit dem Titel "Meldepflichtiges
Ereignis im Kernkraftwerk Brokdorf" eine
weitere Panne im AKW Brokdorf an der Unterelbe bekannt:
"Im Kernkraftwerk
Brokdorf konnte bei einer wiederkehrenden Prüfung eine Rückschlagklappe
in einem von vier vorhandenen Not- und Nachkühlsystemen nicht geschlossen
werden."
Vom Kieler Justizministerium wird über das neue 'Vorkommnis' im AKW
Brokdorf in der Pressemitteilung lediglich weiter ausgesagt: "Dieses
meldepflichtige Ereignis
der Kategorie 'N' wurde
der Atomaufsichtsbehörde von der Betreiberin des Kernkraftwerkes Brokdorf
heute (14. November) fristgerecht gemeldet. Zur weiteren
Ursachenklärung und zu hieraus abzuleitenden Maßnahmen hat die
Atomaufsichtsbehörde unabhängige Sachverständige hinzugezogen."
E.ON
Kernkraft: "Kernkraftwerk Brokdorf: Unberechtigtes Ansprechen eines
Endschalters an einem Stellantrieb"
"Im
Kernkraftwerk Brokdorf ließ sich bei der Durchführung einer
Wiederkehrenden Prüfung am 7. November 2011 eine Armatur in einem von
vier vorhandenen Nachkühlsystemen nicht schließen",
wird erst am 14.11.11
von E.ON Kernkraft
in einer Pressemitteilung
mit der Überschrift "Kernkraftwerk
Brokdorf: Unberechtigtes Ansprechen eines Endschalters an einem
Stellantrieb" die neue Betriebsstörung im AKW
Brokdorf zugegeben.
"Das Nichtschließen
der Armatur hatte keine Auswirkungen auf den sicheren Anlagenbetrieb,
da das Teilsystem bei
einer Anforderung trotzdem zur Verfügung gestanden hätte",
wird von E.ON Kernkraft in der Pressemitteilung versichert. "Ursache
für die nicht schließende Armatur", so E.ON
Kernkraft, "war
eine minimal veränderte Position eines Schalters am Stellantrieb,
der die Endstellung der
Armatur signalisiert. Die Untersuchung gleichartiger
Stellantriebe ergab keine weiteren Befunde."
Das
Vorkommnis
liegt", nach der Einstufung von E.ON Kernkraft, "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen
Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe 0').
Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Kategorie
'N' fristgerecht
angezeigt." |
20.
Oktober 2011
Schalterdefekt an einem Notstromdiesel löst
Reaktorschutzsystem im AKW Brokdorf aus
"Im
Kernkraftwerk Brokdorf ist es bei einer Prüfung zum ungeplanten
Ansprechen des Schutzsystems gekommen. Ein bereits zur Prüfung
eines Schalters in Betrieb befindlicher Notstromdiesel wurde zusätzlich
automatisch gestartet", berichtet das für die Atomaufsicht
in Schleswig-Holstein zuständige Justizministerium in
Kiel am 25.10.11 in einer Pressemitteilung
unter dem Titel "Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk
Brokdorf".
"Die angesteuerten
Komponenten reagierten", nach Darstellung des Kieler
Justizministeriums, "auslegungsgemäß, die
Notstromschiene wurde uneingeschränkt elektrisch versorgt. Als Ursache
wurde eine zu gering gewählte Leistung des Dieselaggregats
erkannt. Zur zukünftigen Vermeidung soll die Prüfanweisung ergänzt
werden."
"Diese Störung im
Sicherheitssystem wurde gestern (24. Oktober) der
Atomaufsichtsbehörde vom Betreiber als meldepflichtiges Ereignis
der Kategorie 'N' fristgerecht gemeldet. Zur abschließenden
Bewertung des Vorkommnisses hat die Atomaufsichtsbehörde unabhängige
Sachverständige hinzugezogen", gibt das Justizministerium in Kiel in
der Mitteilung abschließend bekannt.
E.ON Kernkraft: "Kernkraftwerk
Brokdorf: Auslösen von Reaktorschutzsignalen bei einer Wiederkehrenden Prüfung"
Zu
der neuen Panne im AKW Brokdorf wird von E.ON Kernkraft am 25.10.11 in
einer Pressemitteilung mit der Überschrift
"Kernkraftwerk Brokdorf: Auslösen von Reaktorschutzsignalen
bei einer Wiederkehrenden Prüfung" einleitend mitgeteilt:
"Im Kernkraftwerk Brokdorf wurde am 20. Oktober 2011 im
Rahmen einer Wiederkehrenden Prüfung eines Schalters der prüfbedingt im
Betrieb befindliche Notstromdiesel automatisch angefordert."
Über den Verlauf des
'Ereignisses' in dem Atommeiler an der Unterelbe wird von E.ON
Kernkraft dargelegt: "Zur Durchführung
einer so genannten Überstromprüfung eines Schalters wird vor
Prüfung der dazugehörige Notstromdiesel auf die entsprechende
Notstromschiene zugeschaltet. Durch das
Öffnen des Schalters kam es kurzfristig zu einem geringen
Frequenzeinbruch der betroffenen Schiene. Dieser Einbruch
wurde vom Reaktorschutzsystem erkannt, so dass der Diesel
erneut angefordert wurde."
"Das Vorkommnis
hatte", so die Aussage des Atomenergie-Konzerns, "keine
Auswirkungen auf den sicheren Anlagenbetrieb, da der
Notstromdiesel prüfbedingt bereits in Betrieb war und die entsprechende
Stromschiene versorgt hat."
"Das Vorkommnis
liegt", nach Einstufung von E.ON Kernkraft, "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen
Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe 0'). Der
Aufsichtsbehörde wurde es nach der Kategorie 'N'
fristgerecht angezeigt."
|
02.
Oktober 2011
Das AKW Brokdorf ist wieder mit zwei Maschinentrafos am Netz
Von
dem für die Reaktorsicherheit in Schleswig-Holstein zuständigem
Justizministerium wird am 04.10.11 in einer Pressemitteilung
unter dem Titel "Kernkraftwerk Brokdorf wieder mit zwei
Transformatoren am Netz" informiert, daß das AKW Brokdorf am
02.10.11 wieder mit zwei Maschinentrafos ans Netz gegangen ist: "Das
Kernkraftwerk Brokdorf ist seit dem 2. Oktober 2011 wieder am Netz. Aufgrund
eines Transformatorschadens war das Kraftwerk am 7. August 2011 unplanmäßig
abgeschaltet worden, nachdem es an einem der beiden
Maschinentransformatoren zu einem irreparablen Schaden gekommen war.
Nach dem positiven Abschluss umfangreicher Untersuchungen hatte das
Justizministerium am 25. August 2011 dem Betrieb mit nur einem
Maschinentransformator zugestimmt. Mitte September wurde ein neuer
Maschinentransformator angeliefert und zum Einbau vorbereitet. Der
Einbau ist nunmehr abgeschlossen worden."
"Die erforderlichen Abnahme- und Funktionsprüfungen an dem neuen
Transformator wurden von der Atomaufsicht und von den zugezogenen
Sachverständigen der TÜV NORD SysTec GmbH & Co. KG intensiv
kontrolliert und überprüft. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieser
Prüfungen konnte das Kernkraftwerk Brokdorf wieder angefahren werden",
berichtet das Kieler Justizministerium in der Mitteilung abschließend.
Aus den Angaben der E.ON
Energie AG vom 03.10.11 um 11:25 Uhr geht hervor, daß das AKW
Brokdorf am 02.10.11 wieder ans Netz gegangen ist: Sa., 01.10.11:
0 MWh/Tag Stromerzeugung, So. 02.10.11: 9194 MWh/Tag
Stromerzeugung, entsprechend 383 MW durchschnittlicher Leistung.
- Von der E.ON Energie AG werden am 03.10.11 um 07:35 Uhr in
den kommenden Tagen folgende elektrische Leistungen von dem Atommeiler
in Brokdorf erwartet: 04. und 05.10.11: 1135 MW, 06.10.11:
1352 MW und 07. bis 09.10.11: 1410 MW.
Offensichtlich ist das AKW Brokdorf nicht problemlos wieder angefahren
worden: In einer Urgent Market Message (UMM), UMM-ID
2011-06130-1, gibt die E.ON Energie AG am 03.10.11 um
04:18 Uhr bekannt, daß sich das AKW Brokdorf mit einer Leistungsminderung
von 275 MW am Netz befindet. Seit dem 03.10.11 um 04:10 Uhr
beträgt die AKW-Leistung statt 1410 MW lediglich 1135 MW. Als
"Ereignisgrund" für die Leistungsminderung des AKW in
Brokdorf werden von der E.ON Energie AG Probleme im Bereich "Generator/Turbine"
angegeben. Die E.ON Energie AG geht in der UMM davon aus, daß der Atommeiler
in Brokdorf erst am 06.10.11 um 04:10 Uhr
("voraussichtliches Ereignisende") wieder volle Leistung ins
Netz liefert. - Am 03.10.11 um 16:49 Uhr teilt die E.ON
Energie AG in der aktualisierten UMM mit, daß die Störung
im Bereich "Generator/Turbine" des AKW Brokdorf am
03.10.11 um 13:15 Uhr behoben worden ist.
Nach Aussagen der E.ON Energie AG am 05.10.11 um
11:25 Uhr betrug im AKW Brokdorf am 03.10.11 die Stromerzeugung
bereits 29881 MWh/Tag, entsprechend 1245 MW durchschnittlicher Leistung,
und am 04.10.11 31814 MWh/Tag, entsprechend 1325 MW durchschnittlicher Leistung.
Laut der E.ON Energie AG am 05.10.11 um 07:35 Uhr werden in
den kommenden Tagen folgende elektrische Leistungen von dem AKW Brokdorf erwartet:
06. bis 10.10.11: 1410 MW.
E.ON Kernkraft: "Kernkraftwerk
Brokdorf wieder mit voller Leistung am Netz"
"Seit
4. Oktober 2011 abends speist das Kernkraftwerk Brokdorf wieder mit seiner
vollen elektrischen Leistung von 1.410 MW netto Strom ins Höchstspannungsnetz",
gibt E.ON Kernkraft am 05.10.11 in einer Pressemitteilung
mit der Überschrift "Kernkraftwerk Brokdorf wieder mit voller
Leistung am Netz" bekannt. "Die Anlage wurde am 29.
September 2011 für den Einbau eines Transformators abgeschaltet. Das
Kraftwerk lief seit 25. August nur mit halber Leistung, da Anfang
August ein Transformator ausgefallen war. Dieser konnte nicht
repariert und musste daher ersetzt werden." |
26.
September 2011
Atommeiler in
Brokdorf geht ab dem 29.09.11 zum Einbau eines neuen Maschinentrafos vom Netz
"Das
Kernkraftwerk Brokdorf soll ab Donnerstag (29. September) zum Einbau eines
neuen Maschinentransformators vom Netz genommen werden".
Dies wird am 26.09.11
in einer Pressemitteilung
mit dem Titel "Einbau
eines neuen Maschinentransformators im Kernkraftwerk Brokdorf"
vom Justizministerium in
Kiel, daß für die Atomaufsicht
in Schleswig-Holstein zuständig ist, bekannt
gegeben.
"Das Kraftwerk war
aufgrund eines Transformatorschadens am 7. August 2011 unplanmäßig
abgeschaltet worden, nachdem
es an einem der beiden Maschinentransformatoren zu einem irreparablen
Schaden gekommen war. Nach dem positiven
Abschluss umfangreicher Untersuchungen hatte das für
die Atomaufsicht zuständige Justizministerium am 25.
August 2011 dem
Betrieb mit nur einem Maschinentransformator zugestimmt",
berichtet das Kieler Justizministerium im Rückblick.
Seitens des Justizministeriums in Kiel wird weiter mitgeteilt: "Mitte
September wurde ein neuer Maschinentransformator angeliefert und zum
Einbau vorbereitet. Für
die Arbeiten zum Einbau dieses Transformators ist es erforderlich,
das Kernkraftwerk erneut
vom Netz zu trennen. Die
Arbeiten werden voraussichtlich einige Tage andauern. In
dieser Zeit erfolgt die notwendige Eigenbedarfsversorgung über das
Fremdnetz."
Auch nach den Angaben
der E.ON Energie AG am 27.09.11
soll das AKW Brokdorf
voraussichtlich am
29.09.11 heruntergefahren werden: Mi., 28.09.11:
705 MW Leistung, Do., 29.09.11:
440 MW Leistung, Fr., 30.09.11:
0 MW Leistung, Sa., 01.10.11:
0 MW Leistung, So., 02.10.11:
0 MW Leistung.
Von der E.ON Energie AG
wird unter der Rubrik "Erwartete
Nichtverfügbarkeiten, Betrachtungszeitraum:
27.09.2011 - 27.09.2012" (Stand:
Di., 27.09.2011 / 07:35 Uhr) weiter bekannt gemacht, daß das AKW
Brokdorf zwischen
dem 30.09.11 und voraussichtlich dem 03.10.11 keine elektrische Leistung
ins Netz liefern wird.
Die
Jahresrevision 2012 im AKW Brokdorf ist laut Angaben der E.ON Energie
AG im Zeitraum vom 26.05.12 bis zum 07.06.12 geplant.
Nach Darstellungen
der E.ON Energie AG am 30.09.11
ist das AKW Brokdorf
für den Austausch des Maschinentrafos bereits
heruntergefahren worden, demnach soll der Atommeiler
in Brokdorf an der Unterelbe schon am 02.10.11 wieder
Strom ins Netz liefern: Fr., 30.09.11:
0 MW Leistung, Sa., 01.10.11:
0 MW Leistung, So., 02.10.11:
528 MW Leistung.
Von der E.ON Energie AG
wird unter der Rubrik "Erwartete
Nichtverfügbarkeiten, Betrachtungszeitraum:
30.09.2011 - 30.09.2012" (Stand:
Do., 29.09.2011 / 07:35 Uhr) bekannt gegeben, daß das AKW
Brokdorf zwischen
dem 30.09.11 und voraussichtlich dem 01.10.11 keine elektrische Leistung
ins Netz liefern wird.
E.ON
Kernkraft: "Austausch eines Transformators im Kernkraftwerk Brokdorf"
"Das
Kernkraftwerk Brokdorf wird am 29. September 2011 für den Einbau eines
Transformators abgeschaltet", gibt E.ON Kernkraft in einer
Pressemitteilung mit der Überschrift "Austausch
eines Transformators im Kernkraftwerk Brokdorf" am 26.09.11
bekannt. Ins Netz gestellt wurde diese Mitteilung an die Presse erst am
28.09.11. "Die Arbeiten dauern voraussichtlich vier Tage.
Nach erfolgreichem Einbau des Transformators wird das Kraftwerk wieder
mit zwei Maschinentransformatoren betrieben und steht demzufolge mit
seiner vollen elektrischen Leistung von 1.410 MW netto zur Verfügung."
"Die Netztrennung des Kraftwerks ist erforderlich, weil beide
Transformatoren wieder miteinander verbunden werden müssen", wird
dazu von dem Atomenergie-Konzern erklärt. "Für diese Arbeiten müssen
Anschlüsse von Hochspannungsleitungen am Kraftwerk abgeschaltet werden."
"Das
Kernkraftwerk Brokdorf ging am 7. August 2011 vom Netz, nachdem
einer von zwei Maschinentransformatoren ausgefallen war. Die
Ursache war ein Defekt im Bereich einer Phase innerhalb des Transformators.
Der Transformator konnte nicht repariert werden", wird von
E.ON Kernkraft in der Pressemitteilung festgestellt. "Nach einer
umfassenden Prüfung des zweiten Maschinentransformators erhielt das
Kernkraftwerk Brokdorf am 25. August die Zustimmung von der zuständigen
Aufsichtsbehörde, die Anlage bis zum Tausch des defekten
Transformators mit dem verbleibenden Maschinentransformator zu betreiben.
Seitdem speiste das Kraftwerk im Schnitt rund 700 MW ins Höchstspannungsnetz
ein." |
06.
September 2011
Defekt an einer Pumpe des Not- und Nachkühlsystems
im AKW Brokdorf
Im
AKW Brokdorf an der Unterelbe, daß
zur Zeit weiterhin mit nur einem Maschinentrafo und daher nur mit halber
Leistung am Netz ist, hat
es am 06.09.11 einen weiteren Zwischenfall gegeben. Bei
einem Test wurde festgestellt: Eine
zuvor eingeschaltete Nachkühlpumpe, die
zum Not- und Nachkühlsystem gehört, ließ
sich von der Warte des Atommeilers nicht wieder ausschalten.
In einer Pressemitteilung mit
dem nicht wirklich aussagekräftigen Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf: Austausch eines Schalters" wird am 09.09.11
von E.ON Kernkraft über die neue Panne im
AKW Brokdorf berichtet: "Im
Kernkraftwerk Brokdorf wurde im Rahmen einer Wiederkehrenden Prüfung am
6. September 2011 festgestellt, dass
die zuvor eingeschaltete Nachkühlpumpe sich nicht wieder von der Warte
ausschalten ließ."
"Die Nachkühlpumpe
gehört", laut E.ON Kernkraft, "zu
einem der insgesamt vier vorhandenen Not- und Nachkühlsysteme.
Dass die Pumpe sich nicht
abschalten ließ, hatte
keine Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage",
wird von dem Atomenergie-Konzern behauptet.
"Als Ursache wurde
ein defekter Schalter erkannt", wird von E.ON
Kernkraft weiter dazu mitgeteilt. "Zur Fehlerbehebung wurde der
Schalter kurzfristig getauscht. Die anschließend durchgeführte
Funktionsprüfung verlief ordnungsgemäß."
"Das Vorkommnis
liegt", nach der Einstufung von E.ON Kernkraft, "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen
Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe 0').
Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Kategorie
'N' fristgerecht angezeigt."
Justizministerium in
Kiel: "Meldepflichtiges
Ereignis im Kernkraftwerk Brokdorf" Das für die
Atomaufsicht
in Schleswig-Holstein zuständige Justizministerium in Kiel gibt
am 09.09.11 in einer Pressemitteilung
mit dem Titel "Meldepflichtiges
Ereignis im Kernkraftwerk Brokdorf" der Öffentlichkeit
bekannt: "Im Kernkraftwerk Brokdorf hat es ein Meldepflichtiges
Ereignis gegeben. Eine im Rahmen einer Wiederkehrenden Prüfung
eingeschaltete Nachkühlpumpe ließ sich anschließend nicht von der Warte
aus ausschalten. Dieser Ausfall im Sicherheitssystem wurde der
Atomaufsichtsbehörde heute (9. September) fristgerecht vom Betreiber als meldepflichtiges
Ereignis der Kategorie 'N' gemeldet."
"Die
Pumpe gehört zu einem der insgesamt vierfach vorhandenen Not- und Nachkühlsysteme,
mit denen die Nachwärme der Brennelemente aus dem Reaktorkühlsystem
abgeführt wird. Die auslegungsgemäße Nachwärmeabfuhr war nicht
beeinträchtigt", wird in der Mitteilung des Kieler
Justizministeriums versichert.
"Als Ursache wurde ein defekter Schalter erkannt
und bereits ausgetauscht. Zur weiteren Klärung der Schadensursache
hat die Atomaufsichtsbehörde unabhängige Sachverständige
hinzugezogen", teilt das zuständige Justizministerium in Kiel
abschließend mit. |
05.
September 2011
Ein neuer Maschinentrafo wird auf der Elbe aus Aken zum AKW Brokdorf
befördert
Die
spektakuläre Verladung des 420 Tonnen schweren Transformators für das
AKW Brokdorf auf einen Ponton spielte sich am Sonntag [04.09.11]
zwar am Fähranleger ab, am Montag [05.09.11] aber bekam der
Hafen in Aken [Landkreis Anhalt-Bitterfeld im Bundesland
Sachsen-Anhalt] doch noch zu tun: Ein deutsches und ein
polnisches Schubschiff hatten den riesigen Ponton vorsichtig ins
Hafenbecken bugsiert. Und dort wurden am Montag die Rampen
umgesetzt, über die der Trafo auf den Ponton gerollt war,
bevor der Schubverband auf die Reise elbabwärts in Richtung Hamburg gehen
konnte, wird auf mz-web.de am 05.09.11 unter dem Titel
"Finale Arbeit im Hafenbecken" u.a. berichtet.
Die Elbe war dem Bericht zur Folge wegen des Transports ab 14:00 Uhr für
den Schiffsverkehr gesperrt. Nur ein tschechischer Schubverband durfte
um diese Zeit ausnahmsweise schnell noch durchfahren. Da die Auffahrt
am Akener Ufer für das Verladen des Kolosses hergerichtet werden mußte,
konnte die Elbfähre den ganzen Sonntag über nicht übersetzen.
In dem Artikel auf mz-web.de wird weiter ausgeführt: Mit diesem außergewöhnlichen
Transport habe man einen Präzedenzfall geschaffen. Da alles so gut
geklappt hat, vermutet Günther Höpner (Leiter der Akener
Stadtwerke), daß es nun ab und zu weitere solche Transporte geben könnte.
Finanzielle Einbußen haben die Akener Stadtwerke durch die Sperrung
der Elbe nicht. Der Spediteur zahlt 1200 Euro Entschädigung,
laut Günther Höpner die durchschnittlichen Einnahmen der Fähre an einem
Sonntag. Die Elbfähre hat am Montag pünktlich um 06:00 Uhr wieder ihren
Betrieb aufgenommen. Zu den befürchteten Schäden an der Akener Auffahrt
ist es nicht gekommen. Nur drei bis vier Quadratmeter müssen ausgebessert
werden, schätzt Günther Höpner ein. Nicht nur für ihn sei dieser
Transport, mit dem rund 40 Leute beschäftigt waren, sehr beeindruckend
gewesen. Ein pensionierter Ingenieur sei extra deshalb nach Aken gereist.
Nach
Informationen aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen traf der neue
Maschinentrafo per Binnenschiff über die Elbe am 09.09.11 am Kai vor dem
Atommeiler in Brokdorf ein. Dort wartete bereits ein 20-achsiger
Tieflader mit Bewachung auf den Weitertransport zu dem Atomkraftwerk. |
02.
September 2011
E.ON Kernkraft: "Kernkraftwerk
Brokdorf: Ein Weltmeister feiert 25 Jahre sichere und umweltfreundliche
Stromversorgung"
Von dem
Atomenergie-Konzern E.ON wird anläßlich des 25. Jubelläum des AKW
Brokdorf an der Unterelbe am 02.09.11 in einer Pressemitteilung mit dem
Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf: Ein Weltmeister feiert 25 Jahre sichere und umweltfreundliche
Stromversorgung" berichtet:
"Mit
einem Familientag unter freiem Himmel feiern die Mitarbeiter des
Kernkraftwerks Brokdorf am heutigen Freitag den 25. Geburtstag ihrer
Anlage. 1986 erhielt das Kernkraftwerk Brokdorf die
Dauerbetriebsgenehmigung, woraufhin es am 8. Oktober 1986 seine
erste Kritikalität einleitete und am 22. Dezember 1986 seinen
kommerziellen Leistungsbetrieb begann."
"Bereits in den 70er-Jahren begannen die Planungsarbeiten für die
Errichtung des Kernkraftwerks Brokdorf", so E.ON Kernkraft im
Rückblick. "Nach Erteilung der ersten atomrechtlichen
Teilgenehmigung fiel 1976 der Startschuss für die Bauarbeiten
des Gemeinschaftsprojektes der damaligen Nordwestdeutschen Kraftwerke
AG und der HEW, den Hamburgischen Elektrizitätswerken. Heftige
Proteste von Atomkraftgegnern führten zu einem Baustopp von vier Jahren.
1981 konnte der Bau der Anlage schließlich fortgesetzt werden.
"
"Seitdem hat das Kraftwerk insgesamt 270 Milliarden kWh Strom
erzeugt. Gleichzeitig ersparte das Kraftwerk der Umwelt während seiner
Betriebszeit 256 Millionen Tonnen CO2", behauptet der
Atomenergie-Konzern in der Mitteilung. "Im Schnitt speist das
Kraftwerk pro Jahr 12 Mrd. Kilowattstunden Strom in das Netz ein - mit
dieser Strommenge kann die Stadt Hamburg ein Jahr lang mit Strom versorgt
beziehungsweise ca. 90 % des jährlichen Strombedarfs von
Schleswig-Holstein gedeckt werden.
"
Von E.ON Kernkraft wird in der Pressemitteilung hervorgehoben: "Die
Leistungskennzahlen des Kraftwerks können sich sehen lassen: Bezogen
auf die Jahresstromproduktion war die Anlage insgesamt zweimal Weltmeister,
1992 und 2005. In 25 Jahren Betrieb war die Anlage 21-mal unter den Top
Ten der weltweit besten Kernkraftwerke, und wiederum davon 12-mal
unter den Top Drei. Hohe Verfügbarkeiten bzw. Erzeugungsmengen sind
ein Maßstab für den sicheren und zuverlässigen Betrieb eines
Kernkraftwerks."
=> Unerwähnt bleibt in der Pressemitteilung von E.ON Kernkraft zum
25. Jubelläum des AKW Brokdorf freilich, daß der Atommeiler aufgrund
eines Defektes zu diesem Zeitpunkt (02.09.11) nur mit einem Maschinentrafo
und daher lediglich mit halber Leistung am Netz war...
=> Auf die Tatsache, daß durch die angeblich "umweltfreundliche
Stromversorgung" des Atomkraftwerkes in Brokdorf seit 1986
mehrere hundert Tonnen an hochradioaktivem Atommüll (z.B. abgebrannte
Brennelemente) angefallen sind, für die es weiterhin weltweit kein
sicheres Endlager gibt, geht der Atomenergie-Konzern in der
Mitteilung an die Presse natürlich auch nicht ein.
"Der Technische Leiter Uwe Jorden betont" in der E.ON Miteilung
an die Presse: "'Spitzenergebnisse sind nur zu erzielen mit einer
hoch motivierten und engagierten Betriebsmannschaft. Und auf eine solche
Mannschaft kann ich hier in Brokdorf bauen'."
"Im Laufe der Jahre wurden im Kernkraftwerk Brokdorf eine Vielzahl
von Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen
von fast 1,1 Milliarden Euro realisiert. Das sind mehr als 60 % der
ursprünglichen Errichtungskosten", wird von E.ON Kernkraft in
der Pressemitteilung unterstrichen.
=> Zu der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Region von dem
Atommeiler in Brokdorf wird von dem Atomenergie-Konzern ausgeführt:
"Das Kraftwerk war von Beginn an ein maßgeblicher
Wirtschaftsfaktor im Kreis Steinburg. Mit seinen rund 600 Beschäftigten
spielt es nicht nur als Arbeitgeber, sondern auch als Auftraggeber
eine bedeutende Rolle in der Region. Im Jahr 2010 sind
beispielsweise knapp 24 Millionen Euro an 190 kleine und
mittelständische Unternehmen aus dem Handwerk und dem Dienstleistungssektor
geflossen. Zusätzlich sind einmal im Jahr, während der Revision
mehr als 1.400 Fremdfirmenmitarbeiter auf der Anlage. Ein weiteres
Plus für die Region- nicht nur für das Hotel- und Gaststättengewerbe.
"
"Dazu
Jorden", in der Pressemitteilung von E.ON Kernkraft abschließend: 'Wir
sind in hier in der Wilstermarsch fest verankert. Wir erfahren viel
Akzeptanz aus unserem unmittelbaren Umfeld. Daher ist es mir ein
besonderes Anliegen, mich im Namen von E.ON Kernkraft, aber
auch ganz persönlich für das ausgezeichnete Verhältnis zu unseren
Nachbarn, die uns in schwierigen Zeiten immer zur Seite gestanden
haben, zu bedanken.'" |
25.
August 2011
AKW Brokdorf
darf mit nur einem Maschinentrafo wieder ans Netz gehen
Das
zur Zeit (25.08.11) noch abgeschaltete AKW Brokdorf
darf mit nur einem Maschientrafo wieder ans Netz gehen, dafür
erteilte das für die Reaktorsicherheit in Schleswig-Holstein zuständige
Justizministerium am 25.08.11 die Zustimmung. Nach
Auffassung der Atomaufsichtsbehörde in Kiel bestehen dafür laut
Medienberichten keine sicherheitstechnischen Bedenken.
Rückblick: Am
07.08.11 war der Atommeiler in Brokdorf an der Unterelbe "unplanmäßig"
abgeschaltet worden, weil
einer der beiden Maschinentrafos durch einen Defekt ausgefallen
war. -
E.ON Kernkraft hatte daraufhin beantragt, das AKW
Brokdorf mit dem verbliebenen zweiten Maschinentrafo und daher nur
mit halber Leistung wieder anzufahren.
Von E.ON
Kernkraft wird am 25.08.11
in einer Pressemitteilung
unter der Überschrift "Kernkraftwerk
Brokdorf erhält Zustimmung zum Wiederanfahren"
bekannt gemacht: "Der
Betreiber des Kernkraftwerks Brokdorf hat heute [25.08.11]
Nachmittag die Zustimmung von der zuständigen Aufsichtsbehörde erhalten,
die Anlage mit einem
Maschinentransformator (AT02) zu betreiben. Zurzeit
finden vorbereitende Arbeiten für das Wiederanfahren des Kraftwerks statt.
Voraussichtlich heute am
späten Abend wird es mit dem Stromnetz verbunden. Mit
einem Maschinentransformator kann das Kernkraftwerk Brokdorf rund 700 MW
ins Höchstspannungsnetz einspeisen."
"Das Kernkraftwerk
wurde am 7. August 2011 auslegungsgemäß vom Netz getrennt,
nachdem der Blockschutz
aus dem Bereich eines von zwei Maschinentransformatoren (AT01) auslöste",
wird von E.ON Kernkraft im Rückblick zu dem 'Ereignis' berichtet. "Die
Ursache war ein Defekt im Bereich einer Phase innerhalb des Transformators.
Der betroffene
Transformator AT01 wird nach gegenwärtiger Planung Ende September
ausgetauscht."
"Der zweite
Maschinentransformator wurde einem umfassenden Prüfprogramm unterzogen.
Alle Ergebnisse daraus
haben gezeigt, dass
die Inbetriebnahme des Maschinentransformators unbedenklich ist.
Gleichwohl kann ein
Spontanversagen einer technischen Komponente unabhängig von ihrem Alter
nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden", wird von
dem Atomenergie-Konzern in der Mitteilung eingeräumt und versichert: "Für
einen solchen Fall ist die Anlage ausgelegt."
"Für die abschließenden
Arbeiten zum Austausch des defekten Maschinentransformators (AT01) muss
das Kernkraftwerk in ca. vier bis fünf Wochen noch einmal kurzzeitig vom
Netz getrennt werden, da
hierfür Arbeiten an spannungsführenden Teilen notwendig sind",
wird von E.ON Kernkraft angekündigt. "Nach
dem erfolgreichen Tausch wird das Kraftwerk anschließend wieder mit
voller Leistung betrieben."
Nach Angaben
der E.ON Energie AG am 25.08.11 soll das AKW Brokdorf voraussichtlich
bereits am 28.08.11 mit halber Leistung (705 MW) Strom ins Netz liefern.
Von E.ON Energie AG wird
dazu am 25.08.11 für das AKW Brokdorf angekündigt: Das
zur Zeit (25.08.11)
noch außer Betrieb befindliche Atomkraftwerk an der Unterelbe soll
bereits am 27.08.11 mit 323 MW Leistung wieder am Netz sein.
Am 28.08.11 und an den
folgenden Tagen soll der Atommeiler in Brokdorf eine konstante verfügbare
Leistung von 705 MW liefern: Do., 25.08.11:
0 MW Leistung, Fr., 26.08.11:
0 MW Leistung, Sa., 27.08.11:
323 MW Leistung, So., 28.08.11:
705 MW Leistung, Mo., 29.08.11:
705 MW Leistung, Di., 30.08.11:
705 MW Leistung, Mi., 31.08.11:
705 MW Leistung.
Auch nach den Daten
der E.ON Energie AG soll der Betrieb des AKW Brokdorf (nach
Angaben von E.ON Kernkraft hat der Atommeiler eine Nettoleistung von 1410
MW) zunächst mit nur
einem Maschinentrafo und daher nur mit halber Leistung (705 MW) erfolgen.
Die E.ON Energie AG
gibt weiter unter der Tabelle "Erwartete
Nichtverfügbarkeiten, Betrachtungszeitraum: 25.08.2011 - 25.08.2012"
(Stand: Do., 25.08.2011 / 07:35 Uhr) für
das AKW Brokdorf eine Nichtverfügbarkeit (also keine Stromproduktion)
bis zum 26.08.2011 und
für den Zeitraum vom
28.09.2011 bis zum 21.10.2011 bekannt.
Der defekte
Maschinentrafo im AKW Brokdorf soll nach den aktuellen Daten der E.ON
Energie AG und der E.ON-Pressemitteilung vom 25.08.11 folglich im
Zeitraum vom 28.09.11 bis zum 21.10.11 ausgetauscht werden.
Anschließend könnte das
Atomkraftwerk an der Unterelbe wieder mit zwei Maschinentrafos und voller
Leistung wieder am Netz sein.
Kieler Justizministerium:
"Kernkraftwerk
Brokdorf geht wieder ans Netz" Am
25.08.11 informiert das für die Atomaufsicht
in Schleswig-Holstein zuständige Justizministerium in Kiel
in einer Pressemitteilung
mit dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf geht wieder ans Netz" die Öffentlichkeit: "Das
für die Reaktorsicherheit zuständige Justizministerium hat heute (25.
August) die Zustimmung zur Wiederaufnahme des Leistungsbetriebs des
Kernkraftwerks Brokdorf erteilt. Am 7. August 2011 war das
Kernkraftwerk unplanmäßig abgeschaltet worden, nachdem es durch
die Auslösung von Schutzschaltern des Maschinentransformators AT01 zu
einer automatischen Abschaltung der beiden Maschinentransformatoren AT01
und AT02 gekommen war. Über diese beiden Transformatoren wird die
elektrische Leistung des Kernkraftwerks Brokdorf in die 380 kV-Überlandnetze
eingespeist."
"Zur Klärung der Ursachen für die Abschaltung und möglicher
Konsequenzen hatte die Atomaufsicht unabhängige Sachverständige sowie
Fachleute der Leibniz-Universität Hannover hinzugezogen. Wesentliche
Prüfaspekte waren hierbei das auslegungsgemäße Anlagenverhalten bei und
nach Abschaltung der Maschinentransformatoren sowie die Auswirkungen der
Abschaltung auf andere Komponenten des Kernkraftwerkes",
berichtet das Kieler Justizministerium. "Darüber hinaus wurden
die Untersuchungen zur Klärung der Schadensursache am
Maschinentransformator AT01 sowie die Zustandsbewertung des von einem
anderen Hersteller gebauten Maschinentransformators AT02 und der
Eigenbedarfstransformatoren intensiv begleitet."
In der Pressemitteilung des zuständigen Justizministeriums wird betont:
"Die Prüfungen haben ergeben, dass sich das Kernkraftwerk
nach Abschaltung der Maschinentransformatoren bestimmungsgemäß verhalten
hat, so dass die Störung ohne Eingriffe des Sicherheitssystems
beherrscht wurde."
"Die Untersuchungen am Maschinentransformator AT01 des
Kernkraftwerkes Brokdorf haben einen irreparablen Schaden gezeigt. Der
Trafo ist nicht mehr einsetzbar und soll nach Planungen der
Betreibergesellschaft im September ausgetauscht werden",
berichtet das Justizministerium in Kiel in der Pressemitteilung und führt
dazu weiter aus: "Im Rahmen der kompletten Zerlegung des
schadhaften Trafos werden weitere Prüfungen vorgenommen, um das
genaue Schadensbild zu analysieren. Die dabei gewonnenen
Erkenntnisse sollen dazu dienen, vergleichbare Störungen an
Leistungstransformatoren zukünftig zu vermeiden."
"Die Betreibergesellschaft hat nach Abschluss ihrer eigenen
Untersuchungen am 17. August die Wiederaufnahme des Leistungsbetriebes mit
zunächst einem Maschinentransformator bei reduzierter Leistung beantragt",
so das Kieler Justizministerium in der Mitteilung rückblickend. "In
diesem Zusammenhang waren auch der Zustand des verbliebenen
Maschinentransformators AT02 sowie der Eigenbedarfstransformatoren zu
bewerten. Die umfangreichen Prüfungen zur Gebrauchsfähigkeit der
Eigenbedarfstransformatoren sowie des Maschinentransformators AT02 sind in
enger Abstimmung mit den von der Aufsichtsbehörde zugezogenen Experten
erfolgt. Die Sachverständigen sind zu dem Ergebnis gelangt, dass
der Ausfall eines Transformators durch einen spontan auftretenden Fehler
trotz umfangreicher Prüf- und Überwachungsmaßnahmen generell nicht
ausgeschlossen werden kann, die Anlage für diesen Fall aber
ausgelegt sei. Im Ergebnis sehen die Sachverständigen die
Gebrauchsfähigkeit der Eigenbedarfstransformatoren und des
Maschinentransformators AT02 als nachgewiesen an. Zur vorsorglichen
weiteren Absicherung des Betriebes des Maschinentransformators AT02 werden
zusätzlich monatliche Analysen von Ölproben durchgeführt."
"Die Atomaufsicht hat unter Berücksichtigung der Sachverständigengutachten
und ihrer eigenen Bewertungen im Ergebnis festgestellt, dass gegen den
beantragten Leistungsbetrieb des Kernkraftwerkes Brokdorf mit nur einem
Maschinentransformator keine sicherheitstechnischen Bedenken bestehen und
daher die dafür erforderliche Zustimmung zu erteilen war", mit
dieser Aussage rechtfertigt das für die Atomaufsicht im Bundesland
Schleswig-Hostein zuständige Justizministeriums seine Entscheidung zum
Wiederanfahren des AKW Brokdorf mit nur einem Maschinentrafo. Stand
der Dinge Nach den
veröffentlichten Daten der E.ON Energie AG am 26.08.11 soll das AKW Brokdorf voraussichtlich
bereits am 27.08.11 mit halber Leistung (705 MW) Strom ins Netz liefern.
Von E.ON Energie AG wird
dazu am 26.08.11 für das AKW Brokdorf angekündigt: Das
Atomkraftwerk an der Unterelbe soll
bereits am 27.08.11 und an den
folgenden Tagen konstant eine verfügbare Leistung von 705 MW Leistung
liefern: Sa., 27.08.11:
705 MW Leistung, So., 28.08.11:
705 MW Leistung, Mo., 29.08.11:
705 MW Leistung, Di., 30.08.11:
705 MW Leistung, Mi., 31.08.11:
705 MW Leistung.
Auch nach den
Angaben der E.ON Energie AG wird der Betrieb des AKW Brokdorf (nach
Angaben von E.ON Kernkraft hat der Atommeiler eine Nettoleistung von 1410
MW) zunächst mit nur
einem Maschinentrafo und daher nur mit halber Leistung (705 MW) erfolgen. Laut
Presseberichten am 26.08.11 befindet sich das AKW Brokdorf an der
Unterelbe bereits wieder am Netz: Bereits am
späten Donnerstagabend, dem 25.08.11, wurde eine
Netzsynchronisation vorgenommen. Der Betrieb des Atomkraftwerkes
laufe mit ungefähr 700 Megawatt, sagte nach den Medienangaben eine
Sprecherin der E.ON am Freitag, dem 26.08.11. Der
letzte im Bundesland Schleswig-Holstein noch in Betrieb befindliche
Atommeiler in Brokdorf war am 07.08.11 nach einem Transformatorausfall
unplanmäßig abgeschaltet worden, wird von den Medien rückblickend
berichtet. Der defekte Maschinentrafo ist demnach nicht mehr reparabel.
Daher läuft der Betrieb des AKW Brokdorf derzeit nur mit einem
Maschinentrafo. Nach Medienberichten will E.ON den defekten
Maschinentrafo in vier bis fünf Wochen austauschen und dann das AKW
Brokdorf wieder auf volle Leistung von rund 1400 Megawatt hochfahren.
Nach Angaben der E.ON Energie AG am
27.08.11 lieferte das AKW Brokdorf
bereits am 25.08.11 mit 293 MW Leistung Strom ins Netz.
Von der E.ON Energie AG wird
dazu am 27.08.11 für das AKW Brokdorf weiter ausgesagt: Das
Atomkraftwerk an der Unterelbe wird erwartungsgemäß am 27.08.11 und an den
folgenden Tagen eine verfügbare konstante Leistung von 705 MW liefern: Sa., 27.08.11:
705 MW Leistung, So., 28.08.11:
705 MW Leistung, Mo., 29.08.11:
705 MW Leistung, Di., 30.08.11:
705 MW Leistung, Mi., 31.08.11:
705 MW.
Auch nach den
Angaben der E.ON Energie AG wird der Betrieb des AKW Brokdorf (nach
Angaben von E.ON Kernkraft hat der Atommeiler eine Nettoleistung von 1410
MW) zunächst mit nur
einem Maschinentrafo und daher nur mit halber Leistung (705 MW) erfolgen. Nach Aussagen der E.ON Energie AG am
30.08.11 speiste das AKW Brokdorf am Fr., 26.08.11,
691 MW (16586 MWh/Tag), Sa., 27.08.11, 700 MW
(16798 MWh/Tag), So., 28.08.11, 692 MW (16614 MWh/Tag) und
am Mo, 29.08.11, 700 MW (16800 MWh/Tag) elektrische
Energie ins Netz ein. - Die
E.ON Energie AG
erwartet für die
folgenden Tagen weiterhin
eine konstante verfügbare halbe Leistung des Atommeilers
an der Unterelbe: Mi., 31.08.11, 705
MW Leistung, Do., 01.09.11, 705 MW Leistung, Fr., 02.09.11,
705 MW Leistung, Sa., 03.09.11, 705 MW Leistung und
So., 04.09.11, 705 MW Leistung.
Die E.ON Energie AG
gibt weiter unter der Tabelle "Erwartete
Nichtverfügbarkeiten, Betrachtungszeitraum: 30.08.2011 - 30.08.2012"
(Stand: Di., 30.08.2011 / 07:35 Uhr) für
das AKW Brokdorf eine Nichtverfügbarkeit (also keine Stromproduktion)
für den Zeitraum vom
28.09.2011 bis zum 21.10.2011 bekannt. |
07.
August 2011
AKW Brokdorf: Nach Defekt an einem der beiden Maschinentrafos vom Netz
Zusammenfassung:
Das AKW Brokdorf an der Unterelbe ist am Vormittag des 07.08.11 nach einem
Defekt an einem der beiden Maschinentrafos heruntergefahren worden.
- Der Atommeiler in
Brokdorf war erst am 20.07.11 nach mehrwöchiger Jahresrevision wieder ans
Netz gegangen. - Der
defekte Maschinentrafo ist nicht zu reparieren und muß ausgetauscht
werden. -
Die Ursache für den Schaden: Vermutlich Überhitzung, durch einen
Kurzschluß? -
Betreiber E.ON überlegt derzeit aus wirtschaftlichen Gründen, den Atommeiler in Brokdorf mit nur einem
Maschinentrafo und deshalb nur mit halber Leistung dennoch wieder ans Netz
gehen zu lassen. - Nach Angaben der E.ON
Energie AG am 16.08.11 soll das AKW Brokdorf voraussichtlich bereits am
28.08.11 mit halber Leistung (705 MW) wieder am Netz sein.
Das für die Atomaufsicht
in Schleswig-Holstein zuständige Justizministerium in Kiel
gibt am 07.08.11
in einer Pressemitteilung
unter dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf vom Netz" bekannt: "Das
Kernkraftwerk Brokdorf ist heute (7. August) unplanmäßig vom Netz
gegangen. Am
Vormittag kam es durch die Auslösung von Schutzschaltern zu einer
automatischen Abschaltung der beiden Maschinentransformatoren
AT 01 und AT 02.
Über diese beiden
Transformatoren wird die elektrische Leistung des Kernkraftwerks Brokdorf
in die 380 kV-Überlandnetze eingespeist."
"Die Abschaltung der
Maschinentransformatoren löste auslegungsgemäß eine
Turbinenschnellabschaltung (TUSA) aus. Eine
Reaktorschnellabschaltung (RESA) erfolgte auslegungsgemäß nicht",
wird vom schleswig-holsteinischen Justizministerium berichtet. Weiter wird
zu dem Verlauf des 'Ereignisses' ausgesagt: "Es
folgte eine Umschaltung der Eigenbedarfsversorgung des Kernkraftwerks auf
das Reservenetz. Die
Anlage wurde danach heruntergefahren."
"Die Kernkraftwerksbetreiberin", so das zuständige Kieler
Justiministerium, "hat unverzüglich die Atomaufsicht informiert.
Diese hat sofort unabhängige Sachverständige hinzugezogen. Zur
weiteren Ursachenklärung hat die Kernkraftwerksbetreiberin Experten aus
Gelsenkirchen angefordert. Diese
werden am heutigen Abend in Brokdorf Ölproben sowie Gasproben aus den
Transformatoren entnehmen und diese auswerten. Hierbei
erfolgt auch ein Vergleich der Analyseergebnisse mit den Analysen,
die im Rahmen der
Revision 2011 an den Trafos AT01 und AT02 erfolgt sind."
Das Justizministerium in Kiel betont in der Pressemitteilung: "Die
Messergebnisse aus der Revision 2011 waren unauffällig."
"Eine erste
Bewertung zu den Ursachen der Abschaltung und den eventuellen Konsequenzen
wird frühestens nach Vorliegen der ersten Analyseergebnisse möglich sein",
heißt es in der Pressemitteilung abschließend.
E.ON
Kernkraft: "Kernkraftwerk Brokdorf vom Netz"
In einer Pressemitteilung
mit der Überschrift "Kernkraftwerk
Brokdorf vom Netz" teilt der Atomenergie-Konzern
E.ON Kernkraft am 07.08.11
lediglich kurz mit: "Seit heute
Morgen ist das Kernkraftwerk Brokdorf vom Netz getrennt. Die
Trennung erfolgte aufgrund einer Blockschutzauslösung aus dem Bereich
eines von zwei Maschinentransformatoren. Die
Eigenbedarfsversorgung wurde auslegungsgemäß automatisch durch
Aufschaltung des Reservenetzes sichergestellt."
"Die Ursachen für
das Ansprechen der Schutzeinrichtungen werden zurzeit untersucht",
wird von E.ON Kernkraft ausgesagt. "Die Aufsichtsbehörde wurde
informiert."
Stand der Dinge
08.08.2011:
Nach Medienangaben berichtete eine Sprecherin
der Betreiberfirma E.ON am 08.08.11,
daß sich einer von zwei
Maschinentransformatoren, die
den produzierten Strom für den Transport auf einer 380kV-Leitung
umwandeln, am
Sonntag, dem 07.08.11, abgeschaltet hatte. Die E.ON-Sprecherin
wird laut den Medien mit den Worten zitiert: "Der
defekte Transformator hat nicht gebrannt". Vielmehr
habe die sogenannte Buchholz-Sicherung schädliche Gase wahrgenommen und
automatisch den Transformator ausgeschaltet. Alle
Abläufe nach dem Maschinentrafo-Defekt hätten systemgemäß funktioniert.
Daher sei,
nach Aussage der E.ON-Sprecherin gegenüber den Medien, der
'Zwischenfall' nicht mit dem Transformatorenbrand im AKW Krümmel am
28.06.07 zu vergleichen. (Am gleichen Tag hatte es auch im
AKW Brunsbüttel einen Kurzschluß gegeben.)
Im AKW Brokdorf,
so E.ON in den Medienberichten, hätten
sich wie in dem Sicherheitssystem vorgesehen die Turbinen ausgeschaltet
und der Atommeiler habe seine eigene Leistung automatisch auf
Selbstversorgung reduziert. Anschließend
sei das Atomkraftwerk in Brokdorf komplett heruntergefahren worden.
In den Medien wird darüber weiter ausgeführt: Unklar
ist derzeit, wann
das AKW Brokdorf wieder ans Netz geht und ob dazu eine Zustimmung der
Atomaufsicht notwendig sein wird oder nicht. Beide
Fragen seien noch offen, teilten E.ON und das
Justizministerium in Kiel demnach mit. E.ON
versicherte, ein
Wiederanfahren des Atommeilers, unabhängig von der
juristischen Einschätzung, grundsätzlich
immer nur im Einvernehmen mit der Aufsichtsbehörde vorzunehmen.
Das für die Atomaufsicht zuständige Kieler Justizministerium erklärte
nach den Berichten, zunächst gehe es um die Klärung einer Reihe
technischer Fragen und der daraus abzuleitenden technischen Schlußfolgerungen.
Gegenwärtig,
so das Justizministerium,
könne noch nicht
abschließend beurteilt werden, ob
ein Wiederanfahren einer atomaufsichtlichen Zustimmung bedürfe.
Vom schleswig-holsteinischen Justizministerium wird diesbezüglich
festgestellt: Eine
Atomaufsichtsbehörde hat allerdings jederzeit die rechtliche Möglichkeit,
eine Wiederinbetriebnahme
eines Atomkraftwerks zu unterbinden, wenn
die erforderlichen sicherheitstechnischen Voraussetzungen für einen
sicheren Betrieb nicht gegeben sind.
Am Mittwoch,
dem 10.08.11,
sollen nach den Angaben in den Medien Ergebnisse
vorliegen, ob
der Transformator im AKW Brokdorf repariert werden kann oder ausgetauscht
werden muß. Die
E.ON-Unternehmenssprecherin betonte demnach, das
Ereignis habe sich im konventionellen, nicht
im atomaren Teil des Atommeilers ereignet und sei nicht meldepflichtig(!)
gewesen. - Trotzdem habe man die Behörden informiert.
Laut Aussage des
AKW-Betriebsleiters Uwe Jorden am 08.08.11
spät nachmittags gegenüber der Presse muß
der defekte Maschinentransformator im AKW Brokdorf wahrscheinlich
ausgewechselt werden: Die
am 07.08.11 vorgenommenen Tests weisen auf einen Schaden hin,
der sich voraussichtlich
nicht reparieren lasse: Die
Kupfer-Wicklungen des Maschinentrafos befinden sich in einem mit Öl gefüllten
Kessel. Kurzschlüsse setzen in dem Öl Gas frei, dies
haben die Techniker bereits nachgewiesen. Gewissheit
über den Defekt sollen demnach weitere Messungen am Mittwoch,
dem 10.08.11,
bringen. Dann
werden auch genauere Erkenntnisse zum Ausmaß des Schadens erwartet.
Ein Austausch des beschädigten
Trafos könnte einen mehrwöchigen Stillstand des AKW Brokdorf verursachen,
sagte der Leiter des AKW Brokdorf Jorden gegenüber der Presse.
09.08.2011:
Nach Presseberichten
haben Experten damit begonnen, die Ursache für den Defekt an einem der
beiden Maschinentrafos im AKW Brokdorf und das Ausmaß des Schadens zu
untersuchen. - In den Medien wurden dann am
09.08.11 über die ersten Resultate der Untersuchungen berichtet:
Demzufolge muß,
nach Mitteilung eine Sprecherin des Betreiberkonzerns E.ON gegenüber der
Presse, der defekte
Maschinentransformator voraussichtlich ausgetauscht werden.
In diesem Fall werde das
AKW Brokdorf noch einige Wochen abgeschaltet bleiben. Nach
den bisherigen Untersuchungsergebnissen sei davon auszugehen,
daß der schadhafte
Maschinentransformator nicht reparierbar sei, wird von
E.ON gegenüber der Presse ausgesagt. Die
Ursache des Defekts,
so E.ON,
ist noch nicht geklärt.
10.08.2011:
Der Atomenergie-Konzern
E.ON erwägt nach Medienberichten, das
nach dem Ausfall eines von zwei Maschinentransformatoren abgeschaltete AKW
Brokdorf dennoch wieder ans Netz zu nehmen. Der
verbliebene funktionsfähige Maschinentrafo würde technisch ausreichen,
um das Atomkraftwerk mit
maximal halber Leistung zu fahren, so die Aussage einer
Unternehmenssprecherin von E.ON am 10.08.11
gegenüber der Presse. Mit
der Atomaufsicht in Kiel werde das Thema zurzeit erörtert.
Von der E.ON-Sprecherin wird dazu versichert: Ein Wiederanfahren werde nur
im Einvernehmen erfolgen. Inzwischen
stehe fest,
daß der defekte Maschinentrafo nicht mehr reparabel sei und ausgetauscht
werden müsse. Und:
Die Ursache des Defekts
ist weiterhin noch nicht geklärt.
11.08.2011: Um
die Sicherheit des AKW Brokdorf ist nach Medienberichten eine neue Debatte
entbrannt. Ein defekter Maschinentransformator
führte bereits am vergangenen Sonntag, dem 07.08.11, zur
Selbstabschaltung des Atomkraftwerkes, das erst vor zwei Wochen
wieder ans Netz gegangen war. Zuvor erfolgte eine unerwartet aufwändige
und länger als geplant dauernden fünfwöchigen Jahresrevision, in die
der Atomenergie-Konzern E.ON 30 Millionen Euro investierte.
Nun
wurde auch bekannt, daß Verformungen von einzelnen Brennelementen
im AKW Brokdorf im zweiten Jahr in Folge aufgetreten sind. Von der
schleswig-holsteinischen Atomaufsicht in Kiel wird demnach betont: Die
Verformungen lagen im Toleranzbereich und die Abschaltsicherheit des
Atommeilers Brokdorf war nie gefährdet. 'Die
Messungen der Fallzeiten in Brokdorf lagen alle im Toleranzbereich,
sonst hätten wir ein Wiederanfahren nicht erlaubt', erklärte Wolfgang
Cloosters, Leiter der Kieler Atomaufsicht, gegenüber der
Presse. Nach Angaben einer Sprecherin des Betreiberkonzerns E.ON
handele es sich um 'minimale Abweichungen'.
Laut
den Presseberichten empfahl die schleswig-holsteinische Atomaufsicht
gegen Ende der Revision im AKW Brokdorf in einem Schreiben vom
15.07.11 dem Bundesumweltministerium, die
Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) einzuschalten: Denn
Verformungen von Brennelementen seien auch in anderen deutschen Atomkraftwerken
aufgetreten und ein seit etwa 2007(!) in Fachkreisen bekanntes Problem,
nur gelöst ist es offensichtlich bislang noch nicht.
Vergleichbare
Probleme könnten auch in Zukunft nicht ausgeschlossen werden,
äußerte sich der Leiter der Kieler Atomaufsicht, Wolfgang Cloosters,
gegenüber den Medien.
Die Brisanz liegt, nach den Presseberichten, darin: Verformungen
an Brennelementen könnten nach Darstellung Cloosters Einfluß haben
auf die sogenannten Fallzeiten von Steuerstäben, die bei einer
Reaktorschnellabschaltung in die etwa 4,80 Meter langen Brennelemente
hinunterfallen müssen. Es können gleichzeitig alle Steuerstäbe
ausgelöst werden, dann wird der Atomreaktor abgeschaltet. Wenn
die Steuerstäbe nicht glatt durch die Brennelemente in ihre richtige
Endposition gleiten, kann das Abschalten im schlimmsten Fall möglicherweise
nicht gelingen...
Die
Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) befaßt sich, wie das Bundesumweltministerium
den Medien kurz mitteilte, bereits seit 2009 mit dem Thema. 'Dabei
geht die Kommission den Fragen nach, was der Grund für diese
Verformungen ist, ob diese Veränderungen an den Brennelementen
sicherheitstechnisch bedeutsam sind und ob die bei deutschen
Kernkraftwerken bereits ergriffenen Maßnahmen ausreichend sind.' Die
RSK werde die jüngsten Erkenntnisse der diesjährigen Jahresrevision im
AKW Brokdorf bei ihren weiteren Beratungen berücksichtigen, teilte
das Bundesumweltministerium auf Anfrage der Presse am Donnerstag, dem
11.08.11 in Berlin mit. 12.08.2011:
Der
Atomenergie-Konzern E.ON will nach Presseberichten den
nach einem Transformator-Ausfall abgeschalteten Atommeiler Brokdorf allein
mit dem verbliebenen zweiten Maschinentransformator
wieder anfahren. Zuvor werde demzufolge aber ein mit der Kieler
Atomaufsicht erweitertes Meßprogramm durchgeführt, ob der Trafo
noch
voll funktionsfähig ist, sagte eine Unternehmenssprecherin von
E.ON den Medien am Freitag, dem 12.08.11. Nur unter dieser
Voraussetzung werde E.ON beantragen, Brokdorf mit maximal halber
Leistung wieder ans Netz zu nehmen. Es sei nicht ungewöhnlich,
ein Kraftwerk mit nur einem Transformator zu fahren, ein Beispiel
sei der Atommeiler Unterweser. In Brokdorf war am vergangenen Sonntag,
dem 07.08.11, einer der beiden Maschinentransformatoren,
die den erzeugten Strom zum Transport in den 380 kV-Leitungen umwandeln,
nach Aussage von E.ON wegen einer 'Überhitzung' ausgefallen. 13.08.2011:
Nach Medieninformationen ist das AKW Brokdorf der erste Testfall dafür,
wie die AKW-Betreiber mit dem neuen Atomrecht umgehen, bei dem jede
Produktionsunterbrechung anders als bisher Millionenverluste nach sich
zieht. Wieder angefahren wird der Atomreaktor in Brokdorf
demzufolge frühestens Ende nächster Woche, möglicherweise aber
auch erst im September oder Monate später.
Gegenüber
der Presse beteuerte E.ON-Konzernsprecherin Petra Uhlmann:
'Für E.ON stand und steht Sicherheit an erster Stelle'. Die
E.ON Pressesprecherin läßt demnach keinen Zweifel daran, daß
E.ON das AKW Brokdorf mit einer unkonventionellen Lösung schnell wieder
ans Netz bringen will. Nach dem Defekt des Maschinentransformators
(AT01), der am vergangenen Sonntag, dem 07.08.11,
zur Abschaltung des Atomreaktors führte, soll der Atommeiler
nun allein mit dem zweiten Maschinentransformator
(AT02) wieder anlaufen. Die E.ON Pressesprecherin Petra
Uhlmann führte dazu gegenüber den Medien weiter aus: 'Brokdorf
kann auch mit einem Trafo sicher betrieben werden.' Die
schleswig-holsteinische Atomaufsicht in Kiel stimmt E.ON diesbezüglich im
Prinzip zu. 'Ein Betrieb mit einem Trafo ist technisch grundsätzlich
möglich', bestätigt der Leiter
der Kieler Atomaufsicht Wolfgang
Cloosters den Presseberichten. Es gebe sogar Kraftwerke,
die hätten nur einen einzigen Trafo. Voraussetzung ist allerdings,
daß der AT02 in Brokdorf besser in Schuß ist als der Pannen-Trafo
AT01.
Die genaue Ursache des Ausfalls im Maschinentransformator
AT01 ist weiterhin unklar, wird in den Medien berichtet. Vieles
spricht dafür, daß der Trafo, aufgrund eines Defekts überhitzte.
Ein Teil des Trafoöls, mit dem der Transformator gekühlt wird,
vergaste. Der sogenannte Buchholzschutz, ein
Kontrollrelais, schaltete den betroffenen Trafo ab, verhinderte
so offensichtlich einen Brand wie im AKW Krümmel 2007. Der
Generator und die Turbinen im AKW Brokdorf schalteten sich ebenfalls planmäßig
ab, wird von der Presse rückblickend erwähnt. Brenzlige
Situationen wie einst im AKW Krümmel gab es wohl nicht. 'Wir haben
bisher keine Hinweise, daß es bei dem Vorfall in Brokdorf zu
Besonderheiten gekommen ist', berichtete Cloosters gegenüber den
Medien. Unklar ist jedoch, ob der Maschinentransformator
AT02 wirklich noch funktionsfähig ist. Der Trafo ist wie
der AT01 mehr als 25 Jahre alt, gehört zu Erstausstattung des
bislang größtem Atomkraftwerkes in Deutschland und wird jetzt genau
untersucht. 'Mit Ergebnissen rechnen wir in der nächsten Woche',
so die E.ON-Sprecherin Uhlmann. Ist der zweite Maschinentransformator
intakt, soll das AKW Brokdorf in den Folgetagen anlaufen. Gibt
es Mängel, wird es noch teuer für E.ON: Der Atomenergie-Konzern
müßte dann beide Transformatoren austauschen.
Mit nur einem Maschinentransformator
könnte das AKW Brokdorf so zumindest 50 Prozent der
üblichen Strommenge liefern und den Schaden für E.ON damit
halbieren: Jeder Tag, an dem das Atomkraftwerk komplett
stillsteht, kostet dem Atomenergie-Konzern E.ON nach Medienangaben
bis zu eine Million Euro...
Solche
Verluste konnten die AKW-Betreiber bisher ausgleichen, wird von der
Presse berichtet: Im früheren rot-grünen Ausstiegsgesetz wurde jedem
Reaktor eine bestimmte 'Reststrommenge' zugebilligt. Ein Atommeiler
durfte nach einer Zwangspause also entsprechend länger laufen. Diese
Möglichkeit gibt es nach dem neuen Ausstiegsgesetz, das der
Bundestag vor dem Sommer verabschiedete, für die letzten neun
deutschen Reaktoren nicht mehr. Ihr Betriebsende ist nach den
Angaben in den Medien nun fest terminiert. So muß das AKW
Brokdorf 2021 abgeschaltet werden, unabhängig davon, wie
viel Strom der Atommeiler bis dahin produziert hat. 16.08.2011:
Von der E.ON Energie AG wird angekündigt: Das AKW Brokdorf wird
voraussichtlich am 27.08.11 mit 323 MW Leistung wieder am Netz sein. Am
28.08.11 und an den folgenden Tagen soll der Atommeiler in Brokdorf
konstant 705 MW Leistung liefern. - Nach den Daten der E.ON Energie
AG wird der Betrieb des AKW Brokdorf (nach Angaben von E.ON
Kernkraft verfügt das Atomkraftwerk in Brokdorf
über eine Nettoleistung von 1410 MW) mit nur einem Maschinentrafo
erfolgen.
Die E.ON Energie AG gibt weiter unter der Tabelle "Erwartete
Nichtverfügbarkeiten, Betrachtungszeitraum: 16.08.2011 - 16.08.2012"
für das AKW Brokdorf eine Nichtverfügbarkeit (also keine
Stromproduktion) bis zum 26.08.11 und für den Zeitraum vom 28.09.11
bis zum 21.10.11 bekannt. - Die Jahresrevision 2012 im AKW Brokdorf
ist demnach im Zeitraum vom 26.05.12 bis zum 07.06.12 geplant. |
06.
August 2011
Nach dem geänderten Atomgesetz darf das AKW Brokdorf
bis Ende 2021 am Netz bleiben
Der sogenannte 'beschleunigte
Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland' hat die letzte Hürde
genommen: Bundespräsident Christian Wulff (CDU) fertigte am 31.07.11
'nach sorgfältiger Prüfung' der Verfassungsmäßigkeit das 13. Gesetz
zur Änderung des Atomgesetzes aus, teilte das Bundespräsidialamt in
Berlin dazu mit. Auch die sechs Begleitgesetze für die 'Energiewende'
unterzeichnete Wulff.
Nach dem katastrophalen Reaktorunfall am 11.03.11 im japanischen
Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi (AKW Fukushima-1) hatte die deutsche
Bundsregierung beschlossen, schneller als geplant - nämlich bis 2022 -
aus der Atomenergie auszusteigen und die erst im vergangenen Herbst 2010
beschlossene Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke zurückgenommen.
Die entsprechenden Gesetzesentwürfe hatte der Deutsche Bundestag Ende
Juni und der Bundesrat Anfang Juli 2011 gebilligt. Nach deren Verkündung
im Bundesgesetzblatt sind die Gesetze in Kraft getreten.
=> Damit bleiben
die sechs Atomkraftwerke endgültig vom Netz, die bereits im Zuge
des Moratoriums abgeschaltet worden waren: AKW Biblis-A und
-B, AKW Isar-1, AKW Neckarwestheim-1, AKW
Philippsburg-1 und das AKW Unterweser. Hinzu kommen die
Atommeiler in Brunsbüttel und Krümmel, die zum Zeitpunkt des
Moratoriums bereits abgeschaltet waren.
Bis zum entsprechenden
Jahresende folgen Grafenrheinfeld (2015), Gundremmingen-B
(2017), Philippsburg-2 (2019), Grohnde, Gundremmingen-C
und Brokdorf (2021) sowie schließlich Isar-2,
Emsland und Neckarwestheim-2 (2022).
Das "Gesetz über
die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre
Gefahren" (Atomgesetz), AtG, in der Fassung vom
31.07.11 sagt dazu aus::
"§
7 Genehmigung von Anlagen
(1a) Die Berechtigung zum Leistungsbetrieb einer Anlage zur
Spaltung von Kernbrennstoffen zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität
erlischt, wenn die in
Anlage 3 Spalte 2 für die Anlage aufgeführte Elektrizitätsmenge oder
die sich auf
Grund von Übertragungen nach Absatz 1b ergebende Elektrizitätsmenge
erzeugt ist, jedoch spätestens
1. mit Ablauf des 6. August 2011 für die Kernkraftwerke Biblis A,
Neckarwestheim 1, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser, Philippsburg
1 und Krümmel,
2. mit Ablauf des 31. Dezember 2015 für das Kernkraftwerk
Grafenrheinfeld,
3. mit Ablauf des 31. Dezember 2017 für das Kernkraftwerk
Gundremmingen B,
4. mit Ablauf des 31. Dezember 2019 für das Kernkraftwerk Philippsburg
2,
5. mit Ablauf des 31. Dezember 2021 für die Kernkraftwerke Grohnde,
Gundremmingen C und Brokdorf,
6. mit Ablauf des 31. Dezember 2022 für die Kernkraftwerke Isar 2,
Emsland und Neckarwestheim 2."
|
21.
Juli 2011
Nach Beendigung
der Jahresrevision ist der Atommeiler in Brokdorf wieder am Netz
Das
AKW Brokdorf an der Unterelbe ist nach Angaben von E.ON Kernkraft am
21.07.11 nach Ende der Jahresrevision und dem damit verbundenen
Brennelementwechsel wieder angefahren worden und ans Netz gegangen.
Von
E.ON Kernkraft wird in einer Pressemitteilung
am 21.07.11 mit
der Überschrift "Kernkraftwerk
Brokdorf wieder am Netz" dazu bekannt gegeben:
"Das Kernkraftwerk
Brokdorf speist seit heute Nacht wieder Strom ins Netz. Die
Anlage wurde am 15. Juni 2011 zum 23. Brennelementwechsel und zur planmäßigen
Jahresrevision abgeschaltet. Seit dem letzten
Revisionsstillstand im Juni/Juli 2010 hat die Anlage 12,89 Milliarden
Kilowattstunden Strom erzeugt. Durch den Betrieb hat das Kernkraftwerk
Brokdorf zur Vermeidung einer Kohlendioxidemission von gut 12 Millionen
Tonnen beigetragen", versucht E.ON Kernkraft in der Pressemitteilung
glaubhaft zu machen.
Von dem Atomenergie-Konzern
E.ON Kernkraft wird weiter mitgeteilt: "Während
der Revision wurden 48 der insgesamt 193 Brennelemente durch neue ersetzt."
=> Am
14.06.11 war diesbezüglich von E.ON Kernkraft in einer
Pressemitteilung bekannt gegeben worden: "Während
der diesjährigen Revision werden 44 der insgesamt 193 Brennelemente durch
neue ersetzt". - Folglich
wurden dabei vier Brennelemente mehr ausgetauscht,
als ursprünglich geplant.
"Das umfangreiche
Inspektions- und Instandhaltungsprogramm", so der
Wortlaut in der Mitteilung, "beinhaltete
auch die Prüfung
von Ventilen im nicht nuklearen Wasserdampfkreislauf, dadurch
kam es zeitweise zum Austritt von reinem Wasserdampf in die Umgebung."
"Beim Abfahren der
Anlage zur Revision wurden im Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung die im
Reaktor vorhandenen Steuerelemente überprüft. Hierbei
wurden bei einigen der 61 Steuerelemente gleichartige Auffälligkeiten für
das Erreichen der Endposition festgestellt", wird von
E.ON Kernkraft berichtet und versichert: "Für
die Sicherheit der Anlage hatte dieses Vorkommnis keine Bedeutung,
da das
Schnellabschaltsystem in jedem Fall funktioniert hätte."
"Anlässlich eines
Ereignisses in einem anderen Kernkraftwerk wurden vorsorglich auch im
Kernkraftwerk Brokdorf Sicherungen von elektronischen Baugruppen überprüft.
Diese Vorgehensweise entspricht unserer hohen gelebten
Sicherheitskultur", wird in der Mitteilung von E.ON Kernkraft betont. "Als
Ergebnis wurden vereinzelnd nicht spezifikationsgerechte Sicherungen
vorgefunden", gibt der Atomenergie-Konzern zu und
beteuert: "Dieses
Vorkommnis hatte keinen Einfluss auf die Sicherheit der Anlage.
Die betroffenen
Sicherungen wurden ausgetauscht. Die zuständige
atomrechtliche Aufsichtsbehörde ist fristgerecht über beide Vorkommnisse
informiert worden."
Von E.ON Kernkraft wird weiter mitgeteilt: "Im Revisionszeitraum
kamen zusätzlich rund 1.400 externe Fachkräfte aus unterschiedlichsten
Servicefirmen zum Einsatz. Die
Überprüfung der technischen Systeme auf Sicherheit und Funktionstüchtigkeit
bestätigte insgesamt den guten Zustand der Anlage",
wird von dem Atomenergie-Konzern in der Mitteilung an die Presse
behauptet. "Die zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde
sowie die von ihr hinzugezogenen Sachverständigen überwachten alle
sicherheitstechnisch relevanten Arbeiten. Insgesamt",
so lautet es in der Pressemitteilung abschließend, "investierte
das Kraftwerk für die Revisionsarbeiten rund 30 Millionen Euro."
|
20.
Juli 2011
Atomaufsicht
in Kiel erteilt Zustimmung zum Wiederanfahren des Atomkraftwerks Brokdorf
"Das für die Atomaufsicht zuständige
schleswig-holsteinische Justizministerium hat heute (20. Juli) die
Zustimmung zum Wiederanfahren des Kernkraftwerks Brokdorf erteilt",
wird vom Justizministerium in Kiel am 20.07.11 in einer Pressemitteilung
mit der Überschrift "Atomaufsicht
erteilt Zustimmung zum Wiederanfahren des Kernkraftwerks Brokdorf"
bekannt gegeben. "Die Anlage kann damit nach Abschluss des
jährlichen Brennelementwechsels und der damit verbundenen Jahresrevision
wieder ans Netz gehen.
Das Kernkraftwerk Brokdorf war am 15. Juni 2011 zur Durchführung
der Jahresrevision vom Netz genommen worden", teilt das
Justizministerium in Kiel rückblickend mit. "Während des diesjährigen
Anlagenstillstands wurden 48 der insgesamt 193 im Reaktorkern befindlichen
Brennelemente gegen neue ausgetauscht. Weiterhin wurden mehrere der
61 Steuerelemente ausgewechselt. Steuerelemente werden zur
Leistungsregulierung des Reaktors verwendet. Wie im Vorjahr sind
wiederum umfangreiche wiederkehrende Prüfungen, Instandhaltungsarbeiten
und kleinere Änderungen zur Optimierung der Sicherheit der Anlage und
ihres Betriebs durchgeführt worden."
Seitens des Kieler Justizministeriums wird in der Pressemitteilung weiter
ausgeführt: "In diesem Jahr wurde auch die alle 4 Jahre
vorgesehene integrale Leckratenprüfung des Reaktorsicherheitsbehälters
erfolgreich durchgeführt. Der Sicherheitsbehälter soll bei Störfällen
mit Freisetzung radioaktiver Stoffe innerhalb des Behälters so
standhalten, dass eine unzulässige Freisetzung radioaktiver Stoffe
in die Umgebung verhindert wird.
Aus aktuellem Anlass (Fukushima, Sicherheitsüberprüfung
der Reaktor-Sicherheitskommission des Bundes) hat die Atomaufsicht
weiterhin geprüft, ob die Notfalleinrichtungen der
Kernkraftwerksbetreiberin auch unter erschwerten Randbedingungen
hinreichend wirksam sind. Dabei wurde auch das Notfallschutzkonzept
vertieft unter Hinzuziehung von Sachverständigen geprüft. Ziel ist
es, die vorhandenen Sicherheitsreserven auch bei Notfallmaßnahmen ständig
weiter zu entwickeln. Die weitere Optimierung des
Notfallschutzkonzepts wird eine dauerhafte Aufgabe bleiben.
Im Zuge von Sonderprüfungen kam es", nach Aussage des für die
Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständigen Justizministeriums, "während
der Revision zu zwei Meldepflichtigen Ereignissen, die von der
Kernkraftwerksbetreiberin gegenüber der Atomaufsicht ordnungsgemäß
angezeigt wurden:
Zum einen wurden bei der Inspektion von Brennelementen sowie der Durchführung
von Fallzeitmessungen der Steuerelemente vereinzelte Abweichungen vom
spezifizierten Zustand festgestellt. Mit Sonderprüfungen wurden
deshalb alle nun für den Einsatz vorgesehenen 193 Brennelemente gesondert
inspiziert und vermessen sowie alle 61 Steuerelemente einer speziellen Gängigkeitsprüfung
unterzogen. Nach der Beladung des neu konfigurierten Reaktorkerns
wurden weitere Fallzeitmessungen der Steuerelemente durchgeführt. Im
Ergebnis konnte festgestellt werden, dass die Abschaltsicherheit der
Anlage gewährleistet ist.
Zum anderen führte die auf Grund eines in einem anderen Kernkraftwerk
aufgetretenen Ereignisses veranlasste umfangreiche Überprüfung von
Feinsicherungen in Baugruppen leittechnischer Systeme zu einem Austausch
nicht spezifikationsgerecht eingesetzter Sicherungen.
Die Revisionsarbeiten wurden von der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht
und den von der Behörde hinzugezogenen Sachverständigenorganisationen TÜV
NORD, Energie-Systeme Nord, Germanischer Lloyd sowie Bausachverständigen
intensiv kontrolliert und überprüft."
Das Justizministerium in Kiel in der Mitteilung abschließend: "Nach
Inkrafttreten der jüngsten Atomgesetzänderungen auf Bundesebene wird das
Kernkraftwerk Brokdorf noch längstens bis Ende 2021 in Betrieb bleiben.
Die beiden anderen schleswig-holsteinischen Kernkraftwerke Brunsbüttel
und Krümmel werden ihren Leistungsbetrieb nicht wieder aufnehmen." |
14.
Juni 2011
Revision und
Brennelementwechsel im AKW Brokdorf angekündigt
Nach
Angaben von E.ON Kernkraft wird das AKW Brokdorf an der Unterelbe am
Mittwoch, den
15.06.11, zur
Revision und dem damit verbundenen Brennelementwechsel vom Netz genommen.
E.ON
Kernkraft gibt dazu am 14.06.11
in einer Pressemitteilung mit
dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf zum 23. Brennelementwechsel vom Netz"
bekannt: "Das
Kernkraftwerk Brokdorf wird am Mittwoch, den
15. Juni 2011 zum 23. Brennelementwechsel und zur planmäßigen
Jahresrevision vom Netz gehen."
"Seit dem letzten Revisionsstillstand im Juni/Juli 2010 hat die
Anlage über 12,89 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt." Von dem
Atomenergie-Konzern wird in der Pressemitteilung behauptet: "Durch
den Betrieb hat das Kernkraftwerk Brokdorf zur Vermeidung einer
Kohlendioxidemission von gut 12 Millionen Tonnen beigetragen."
"Während
der diesjährigen Revision werden 44 der insgesamt 193 Brennelemente durch
neue ersetzt",
wird von E.ON Kernkraft in der Mitteilung an die Presse ausgesagt. "Das
umfangreiche Inspektions- und Instandhaltungsprogramm beinhaltet unter
anderem die Prüfung von Ventilen im nicht nuklearen Wasserdampfkreislauf.
Dabei
kommt es beim Abfahren der Anlage am Samstag
[18.06.11] sowie
beim Anfahren gegen Ende der Revision zum Austritt von reinem Wasserdampf
in die Umgebung."
Justizministerium
in Kiel: "Kernkraftwerk Brokdorf zur Jahresrevision vom Netz"
Das
für die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständige Justizministerium
in Kiel informiert am 14.06.11 in einer Pressemitteilung
mit der Überschrift "Kernkraftwerk Brokdorf zur Jahresrevision
vom Netz": "Das Kernkraftwerk Brokdorf wird morgen (15.
Juni) zum jährlichen Brennelementwechsel und der damit verbundenen planmäßigen
Revision vom Netz genommen.
Während des diesjährigen Anlagenstillstandes sollen 44 der 193 im
Reaktorkern befindlichen Brennelemente durch neue ersetzt werden",
wird vom Kieler Justizministerium weiter bekannt gegeben. "Wie
innerhalb jeder Revision werden umfangreiche Prüfungen,
Instandhaltungsarbeiten und Veränderungen zur Optimierung der Sicherheit
der Anlage durchgeführt.Während der diesjährigen Revision werden unter
anderem auch Funktionsprüfungen an Ventilen im nicht-nuklearen
Wasserdampfkreislauf durchgeführt. Dabei kann es zum Austritt von reinem
Wasserdampf kommen." |
20.
Mai 2011
Transporte von neuen Brennelementen in das AKW Brokdorf vor
der Jahresrevision
Das AKW Brokdorf wird nach Angaben
der E.ON Energie AG vom 20.05.11 voraussichtlich am 11.06.11 für die
Jahresrevision und dem Brennelementwechsel abgeschaltet. -
Verläuft alles planmäßig, so soll der Atommeiler an
der Unterelbe nach der Revision am 30.06.11 wieder ans Netz gehen.
Bei dem jährlichen Brennelementwechsel werden abgebrannte
Brennelemente durch neue ersetzt. Im Atomreaktor des AKW
Brokdorf befinden sich insgesamt 193 Brennelemente, zum
Einsatz kommen nach der Genehmigungslage Uran-Brennelemente (BE) mit bis
zu 4,45 % Uran-235 Anreicherung sowie Mischoxid-Brennelemente (MOX-BE) bis
zu 4,6 % Anreicherung.
Im April und Mai
dieses Jahres wurden in das AKW Brokdorf bislang sieben
Atomtransporte mit neuen Brennelementen durchgeführt. Dies geht
aus der Liste der Transportgenehmigungen des Bundesamtes für
Strahlenschutz (BfS) mit Stand vom 16.05.11 hervor.
- Im April 2011
erfolgten demnach sechs Atomtransporte mittels Lkw aus der
Brennelementfabrik der Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) in Lingen in das
AKW Brokdorf. Das BfS hatte dafür am 23.03.11 max. acht
Transporte von "unbestrahlten BE" nur als Straßentransporte
genehmigt. Befristet ist diese Transportgenehmigung (laufende Nummer:
7108) bis zum 31.03.12. - Die bisherigen Transportdaten: 11.04.11,
12.04.11, 13.04.11, 18.04.11,
19.04.11 und 26.04.11.
Nach
Angaben des Bremer Senats in den Drucksachsen 17/973 vom 27.10.09, 17/1486
vom 19.10.10 und 17/1609 vom 11.01.11 (Atomtransporte durch das Land
Bremen / Transport
radioaktiver Stoffe in Bremen)
rollen die Brennelement-Transporte aus der ANF in Lingen mittels
Lkw im Transit über das Land Bremen in das AKW Brokdorf.
Nach Aussagen des Hamburger Senats in den Drucksachen 19/3011 vom
02.06.09, 19/3835 vom 11.09.09, 19/6176 vom 18.05.10 (Atom-Transporte
durch den Hamburger Hafen und das Hamburger Stadtgebiet / Wie viele
Atomtransporte gehen tatsächlich durch Hamburg?) werden die
Brennelement-Transporte aus der ANF in Lingen auf der Straße über das
Hamburger Stadtgebiet in das AKW Brokdorf durchgeführt..
-
Am 04. Mai 2011 wurde ein Atomtransport aus der Brennelementfabrik
der Westinghouse Electric Sweden AB in Västeras/Schweden in das AKW
Brokdorf durchgeführt. Das BfS hatte dazu am 29.03.11 einen
Transport von "unbestrahlten BE" genehmigt (laufende Nummer:
7127). Befristet ist diese Genehmigung bis zum 31.12.11. Die
Transportgenehmigung umfaßt nur einen See- und Straßentransport.
Da das BfS bei dem Transport keinen Umschlag genehmigt hat,
ist von der Beförderung der radioaktiven Fracht mit einer RoPax-Fähre
(die
Abkürzung RoPax steht als Kurzform für Roll On/Roll Off für Ladung
sowie gleichzeitig für Passagiere) der Reederei Scandlines
über den Hafen von Trelleborg/Schweden in den Hafen von Rostock
auszugehen. - Nachweislich (s.u.) erfolgte dieser Atomtransport
über den Hafen von Rostock an der Ostseeküste.
Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern gibt im
Internet zu den 'Kernmaterialtransporten' in
Mecklenburg-Vorpommern bekannt: "Transportiert werden überwiegend
unbestrahlte Brennelemente über den Seehafen Rostock von und nach
Schweden. Mecklenburg-Vorpommern ist dabei Transitland. Die
Transporte erfolgen bis/ab Seehafen Rostock per LKW, der
Transport von/nach Trelleborg [Schweden] erfolgt auf dem
Wasserwege." Ergänzung
(14.06.11): Von der Ostsee-Zeitung (ostsee-zeitung.de) wird am 14.06.11
unter der Schlagzeile "Geheime Atom-Transporte über den Rostocker
Seehafen
- Eine
Nuklearfabrik in Schweden beliefert über Rostock Atomkraftwerke in ganz
Europa" u.a. informiert: "Über den Rostocker Überseehafen
wird offenbar seit Jahren heimlich Atom-Material für Kernkraftwerke in
ganz Europa verschifft - und das in großem Stil." Die
Ostsee-Zeitung gibt in dem Bericht weiter bekannt: "Das Schweriner
Innenministerium bestätigte jetzt der OZ [Ostsee-Zeitung] einen
Transport mit radioaktiver Fracht, der bereits am 4. Mai [2011]
durch
Rostock rollte. Aus einer Atom-Fabrik in Västeras (Schweden)
wurden frische Brennelemente für das Kraftwerk Brokdorf bei Hamburg per
Schiff nach Rostock gebracht." "Dieser Transport ist kein
Einzelfall", so die Ostsee-Zeitung in dem Artikel weiter. "Laut
aktuellen Transportlisten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in
Salzgitter dürften allein seit Januar [2011] insgesamt 21 Transporte im Hafen
angekommen sein. 'Dass Brennstäbe über Rostock transportiert
werden, ist völlig normal', räumt Hafenkapitän Gisbert
Ruhnke" gegenüber der Ostsee-Zeitung" ein." |
22.
März 2011
Defekt an einer
Pumpe des nuklearen Zwischenkühlsystems im AKW Brokdorf
"Im
Kernkraftwerk Brokdorf wurde im Rahmen einer Wiederkehrenden Prüfung
festgestellt, dass
eine Pumpe des nuklearen Zwischenkühlsystems sich nicht wie vorgesehen
automatisch einschaltete", wird am 22.03.11
von E.ON Kernkraft
in einer Pressemitteilung
mit dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf: Austausch eines elektronischen Schalters"
bekannt gegeben.
"Das
Nichteinschalten der Pumpe hatte keine Auswirkungen auf den sicheren
Betrieb der Anlage", versichert der
Atomenergie-Konzern in der Mitteilung. "Das nukleare Zwischenkühlsystem
ist vierfach redundant vorhanden. Der
fehlerhafte Schalter ist unverzüglich ausgetauscht worden.
Im Anschluss erfolgte eine erneute Funktionsprüfung an der betroffenen
Pumpe. Diese verlief ohne Beanstandung."
"Das
Vorkommnis
liegt", nach Einstufung von E.ON Kernkraft, "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen
Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe 0').
Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Meldekategorie
'N' ('Normalmeldung')
fristgerecht angezeigt." |
17.
Februar 2011
MAUS Bremen: "Erhöhte Krebsraten in Wewelsfleth in der Umgebung des
AKW Brokdorf müssen aufgeklärt werden!"
Die
Meßstelle für Arbeits- und Umwelt-Schutz e.V.
(MAUS) in Bremen informiert über erhöhte
Krebsraten in Wewelsfleth in der Umgebung des AKW Brokdorf
am 17.02.11 in einer öffentlichen Mitteilung unter der Überschrift
"Erhöhte Krebsraten in Wewelsfleth in der Umgebung des AKW
Brokdorf müssen aufgeklärt werden!". Die öffentliche Mitteilung der MAUS
Bremen dokumentieren wir nachstehend im vollständigen Wortlaut:
"Meßstelle
für Arbeits- und Umwelt-Schutz e.V.
Bremen,
17.02.2011
Erhöhte
Krebsraten in Wewelsfleth in der Umgebung des AKW Brokdorf müssen aufgeklärt
werden!
Auf der Gemeinderatssitzung der Gemeinde
Wewelsfleth vom 15.12.2010 wurde einstimmig beschlossen:
'Die Gemeinde Wewelsfleth spricht sich dafür aus, dass die in Wewelsfleth
gehäuft auftretenden Krebserkrankungen wissenschaftlich belastbar
untersucht werden!'
Dieser Forderung schließen wir uns nachdrücklich
an!
In der Umgebung des AKW Brokdorf hat das
Krebsregister Schleswig-Holstein einen signifikanten Anstieg der Krebshäufigkeit
festgestellt. Als Ursache dafür soll das AKW nicht in Frage kommen, heißt
es in seinem Bericht von November 2009 1). Diesem Bericht zufolge soll die
Entwicklung bezüglich fortbestehender Trends oder Rückgang der Krebsfälle
weiter beobachtet werden.
Die Bewertung der statistischen Krebsneuerkrankungen unter Erwachsenen -
neuerdings wurden im Umkreis von Asse vom Krebsregister Niedersachsen
gegenüber den Erwartungswerten mehrfach erhöhte Krebsraten beschrieben -
erfolgt aus einer Position, als ob es keine Erfahrungen mit
Langzeitstudien nach nuklearen Katastrophen gäbe und ohne Berücksichtigung
biologisch plausibler Zusammenhänge.
Die Epidemiologie ist ein Thermometer, mit
dem die Krankheitsvorgänge in der Bevölkerung gemessen werden können.
Jede Zunahme von einzelnen Krankheitsformen, aber besonders von
Krebsformen, kann intensiv untersucht werden, ob nur Zufallsschwankungen
vorliegen oder intensiv mittels Folgenabschätzung nach einem verdächtigten
Verursacher gesucht werden muss.
Epidemiologische Krebsregister wurden zur Unterstützung der
Ursachenforschung eingeführt und sind für diese Folgenabschätzung
geeignet, weil sie zeitliche Trends aller Krebsformen nach oben oder unten
in abgegrenzten Regionen beobachten. Diese Trends können statistisch nach
zufälligen Schwankungen überprüft werden.
Doch ist es richtig, jede verhütbare Krankheitsursache zu erkennen und
auszuschalten, so dass ein auffälliger Trend auch ohne diese statistische
Absicherung sofort zu Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung führen
kann.
Die von den Registern von
Schleswig-Holstein und Niedersachsen mitgeteilten auffälligen Häufungen
von Krebsformen, die in einem Fall (Asse) als spezifisch mit ionisierender
Strahlung als Ursache in Verbindung gebracht werden können, im anderen
Fall (Wewelsfleth) bisher weniger deutlich auf eine einzelne Ursache aus
der Nähe des AKW Brokdorf hinweisen, erfordern höchste Aufmerksamkeit.
In beiden Fällen sind Quellen erhöhter ionisierender Strahlung entweder
über viele Jahre oder als Spitzenbelastungen unabweisbar vorhanden.
Somit gilt, den Zusammenhang für sinnvolle
und gesundheitspolitisch relevante Maßnahmen zu nutzen. Stattdessen
werden Versuche unternommen, die Häufungen der Neuerkrankungen an
bestimmten Krebsarten als nicht relevant und durch andere Ursachen zu 'erklären'.
Das gipfelte im Fall Wewelsfleth in einem Zeitungsbericht in der
Norddeutschen Rundschau vom 07.07.2010, wenn die damalige Leiterin des
zuständigen Kreis-Gesundheitsamtes Dr. Marion Thormälen tatsächlich den
Lebensstil der betroffenen Bevölkerung als risikoreich identifizierte und
Ernährungsfehler zur Begründung der Häufungen indirekt anschuldigte,
indem von ihr eine gesunde Ernährung als Schutzfaktor bezeichnet wurde.
Eine andere, nicht weniger unprofessionelle Darstellung ergab sich aus dem
Bericht des Krebsregisters in Lübeck, in dem vermutet wurde, die Krebsfälle
wären wegen der Nähe zum AKW Brokdorf eher entdeckt worden, weil viele
Menschen sich mit mehr Früherkennung und Besorgnis auch in jüngerem
Alter diagnostizieren ließen:
'… Daher sei anzunehmen, dass eher eine Kombination mehrerer Ursachen
wie Lebensstil oder genetische Ursachen zu der beobachteten unspezifischen
Erhöhung an Neuerkrankungen geführt habe.
In welchem Maße einzelne Faktoren eine Rolle spielen könnten, konnte
anhand des Krebsregisters nicht ermittelt werden, da sie nicht Bestandteil
der Datenerhebung des Krebsregisters seien. 'Meine Bitte an die Bevölkerung
ist in erster Linie eine gesunde Lebensweise', unterstreicht Dr.
Thormählen und rät zudem, die Krebsvorsorgeuntersuchung in Anspruch zu
nehmen. …'
Dagegen überraschte die alarmierende
Meldung aus dem Epidemiologischen Krebsregister Niedersachsen (EKN)
allerdings, weil sie auf Handlungsbedarf hinwies und nicht zuletzt die
Besorgnis der Verantwortlichen vor Belastungen der Bevölkerung
verdeutlichte. Um so mehr verwundert es dann, wenn die Bundesregierung
sich am 04./05.12.2010 nicht in der Lage sieht, einen Zusammenhang
zwischen den Belastungen durch Asse und den Krebsneuerkrankungen zu
erkennen. Die Messwerte seien so gering, dass die Strahlendosen nicht als
Ursachen in Frage kämen.2) In dieser Meldung blieb offen, in welchem
Ausmaß einzelne Faktoren eine ursächliche Rolle spielen könnten, da sie
nicht Bestandteil der Datenerhebung des Krebsregisters seien. Dabei blieb
auch die Frage offen, wer dann zuständig sein soll für die
Ursachenforschung.
Das widerspricht der biologischen Plausibilität eines kausalen
Zusammenhangs und muss allein deswegen unglaubwürdig gelten, weil
Schilddrüsenkrebs schon längst als mit niedrigen Strahlendosen
assoziiert gelten muss und weil Leukämien ab dem Kindesalter als eine
typische Folge niedriger Strahlendosen erkannt wurde.
Aus den genannten Gründen müssen
ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, den Ursachen mit adäquaten
Methoden besser als bisher auf den Grund zu gehen. Das gilt gleichermaßen
für Asse wie für Wewelsfleth.
Als empfindlicher Indikator für Wirkungen
ionisierender Strahlung auf zytologischer Ebene gelten
Chromosomenaberrationen, die bislang die stärksten Zusammenhangsnachweise
ergeben haben.
(Kinder-) Untersuchungen in der Umgebung der emittierenden Quellen sind
daher geeignet, Hinweise auf die Risikofaktoren sowohl in Asse als auch in
Wewelsfleth zu liefern.
Da es also nicht nur um mehr
Krebserkrankungen, sondern auch um zu wenig Mädchengeburten geht, wäre
es sinnvoll eine derartige statistische Erhebung auch für die Umgebung
des AKW Brokdorf zu fordern.3) Diese Forderung trotz der Erkenntnis, dass
die Emissionen der radiologisch besonders wirksamen Betastrahler Tritium
(H-3) und Radikarbon (C-14) aus der Schachtanlage Asse erheblicher sind
als in anderen »kerntechnischen Anlagen«. U.E. sind die genannten
Studienergebnisse auf die nach wie vor zu wenig beachteten Effekte durch
ionisierenden Niedrigstrahlung ('genetische Instabilität' , 'Bystander
effect', 'Einwirkungen auf das Immunsystem' u.a.) zurückzuführen. In der
gültigen Strahlenschutzverordnung werden die statistisch signifikante Erhöhung
des Krebsrisikos im Bereich kleiner Strahlendosen insbesondere bei dicht
ionisierender Strahlung nicht berücksichtigt. Die in der gültigen
Strahlen- Schutz-Verordnung (StrSchV) genannten Grenzwerte beruhen auf
Empfehlungen der ICRP aus dem Jahre 1977. Diese sind in den vergangenen
Jahrzehnten mehrfach durch kritische (theoretische und experimentelle)
Studien widerlegt worden. Hauptaufgabe des Strahlenschutzes ist es,
deterministische Schäden (z.B. durch Strahlenunfälle) zu verhindern und
stochastische Schäden so weit als möglich zu vermindern.
Wie im Falle der durch das radioaktive Inventar der Schachtanlage Asse II
verursachten Strahlenexposition sind bei der Abwägung der gesundheitliche
Beeinträchtigung die neuesten Erkenntnisse über genetischen Schäden in
der Keimbahn (mutagen) , über auslösende Effekte zur Krebsentstehung (cancerogen)
und über embryonale Entwicklungsstörungen zu berücksichtigen.
Es ist lange bekannt, dass es für diese sog. stochastischen
Strahlenwirkungen keine untere Grenze der Schädigung gibt
(Grenzwertproblematik).
Weiter sind Synergieeffekte z.B. zwischen
radioaktiver (Niedrig-) Strahlung und elektromagnetischer Strahlung
(Hochspannungsleitungen) oder und toxischen Substanzen (Arbeitsplatz) zu untersuchen.
Ansprechpartnerin für
Fragen zur Chromosomenaberration: Heike Schröder,
MAUS[ät]MAUS-Bremen.de
Ansprechpartner für Fragen zur Epidemiologie: Prof. Dr. Rainer Frentzel-Beyme,
Beyme[ät]Uni-Bremen.de
Ansprechpartner für Fragen um das Atomlager Asse: Prof. Dr. Rolf Bertram,
BertramRolf[ät]aol.com
Meßstelle
für Arbeits- und Umwelt-Schutz
i.A. (Dr. Fritz Storim)
1 ) 'Auswertung der Krebshäufigkeit
in Wewelsfleth und Umgebung 1998 bis 2007.
Krebsregister Schleswig-Holstein und Institut für Krebsepidemiologie e.V.
an der Universität Lübeck.
Lübeck, November 2009.' S. 36 bis 37.
www.cancer-sh.de/berichte/Bericht%20.Wewelsfleth.pdf
'Epidemiologische der vom Krebsregister Schleswig-Holstein 2009 vorgelegen
Auswertung der Krebshäufigkeit in Wewelsfleth und Umgebung 1998-2007'
MAUS .e.V. ((Prof. Dr. R. Frentzel-Beyme), 17-02-10
Wilstersche Zeitung, 21.07.2007, 'Krebs durch Atomstrahlung aus Brokdorf?'
Norddeutsche Rundschau, 07.07.2010, 'Krebshäufigkeit in Wewelsfleth: Doch
alles nur reiner Zufall?'
2 ) Junge Welt, 01.12.2010, 'Aufklärungswillen bezweifelt.'
Junge Welt, 06.12.2010, 'Regierung: Krebs nicht von Atommüll.'
Junge Welt, 07.12.2010, 'Asse: Krebshäufigkeit ist kein Zufall.'
Junge Welt. 11./12.2010, 'Niedersachsen widerspricht Röttgen.'
3 ) Junge Welt, 11./12.2010 'Niedersachsen widerspricht Röttgen.'
Kusmierz R, Voigt K, Scherb H (2010): Is the human sex odds at birth
distorted in the vicinity
of nuclear facilities (NF)? A preliminary
geo-spatial-temporal
approach. In: Greve K, Cremers A B (Eds.):
EnviroInfo 2010. Integration of Environmental Information in Europe.
Proceedings of the 24th
International Conference on Informatics for
Environmental Protection.
Cologne/Bonn, Germany: 616-626
http://www.helmholtz-muenchen.de/ibb/homepage/hagen.scherb/proceedings.html
"
|
03.
Dezember 2009
AKW Brokdorf: Defekt
im Not- und Nachkühlsystem
Am
03.12.09 gab es im AKW Brokdorf einen Defekt in einem
Not- und Nachkühlsystem: Eine Armatur des nuklearen Not- und Nachkühlsystems
öffnete sich wegen einer fehlerhaften Abschaltung nicht, durch die Panne
stand ein mehrfach vorhandenes Teilsystem kurzzeitig nicht zur Verfügung.
"Die
Betreiberin des Kernkraftwerks Brokdorf hat heute (8. Dezember) ein
Meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N fristgerecht gemeldet.
Danach kam es zu einer Störmeldung
im Not- und Nachkühlsystem", gibt das Ministerium
für Justiz, Gleichstellung und Integration in Kiel, das seit
dem 27.10.09 für die Atomaufsicht im Bundesland Schleswig-Holstein
zuständig ist, in einer Pressemitteilung
mit dem Titel "Meldepflichtiges
Ereignis im Kernkraftwerk Brokdorf" am 08.12.09
bekannt.
"Im Rahmen einer
sofort eingeleiteten Störungssuche kam es zu einem Nichtöffnen einer
Armatur des nuklearen Not- und Nachkühlsystems",
wird vom Justizministerium in Kiel berichtet. "Ursache
war eine fehlerhafte
Abschaltung der Armatur. Durch
die Störung stand ein Strang eines vierfach vorhandenen Teilsystems des
Not- und Nachkühlsystems kurzzeitig nicht zur Verfügung.
Mit der Atomaufsicht wurden die notwendigen Arbeiten abgestimmt und das
Teilsystem kurzfristig wieder instand gesetzt. Die
ordnungsgemäße Funktion wurde im Beisein des von der Atomaufsicht
zugezogenen Sachverständigen nachgewiesen."
"Das Not- und Nachkühlsystem
hat sowohl betriebliche wie auch sicherheitstechnisch wichtige Funktionen.
Dies sind die Kühlung
der Brennelemente bei Störfällen wie auch die Nachwärmeabfuhr
bei einem Abfahren der
Anlage", wird vom Kieler Justizministerium erläutert.
"Die ausreichende
Nachwärmeabfuhr wäre auch während eines Störfalles gewährleistet
gewesen, weil
dafür zwei der vorhandenen vier Teilsysteme benötigt werden."
E.ON
Kernkraft: "Kernkraftwerk Brokdorf: Ansprechen eines
Schutzschalters"
Der Atomenergie-Konzern
E.ON Kernkraft äußert sich in einer Pressemitteilung
unter dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf: Ansprechen eines Schutzschalters" am 08.12.09 zu
der neue Panne in dem Atommeiler an der Unterelbe: "Bei
der Überprüfung eines elektrischen Antriebs einer Armatur im vierfach
vorhandenen nuklearen Not- und Nachkühlsystem sprach im Kernkraftwerk
Brokdorf am 3. Dezember 2009 ein Schutzschalter an. Dadurch
konnte die Armatur nicht mehr geöffnet werden. Nach
dem Wiedereinschalten des Schutzschalters und dem Austausch einer
elektronischen Baugruppe funktionierte der Antrieb der Armatur wieder
ordnungsgemäß."
"Das Vorkommnis
hatte keine Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage",
wird von E.ON Kernkraft in der Mitteilung behauptet. "Im
Anforderungsfall hätte eine Einspeisung in den Reaktor über die parallel
vorhandene Leitung des Systems erfolgen können."
"Das Vorkommnis
liegt" nach der Einstufung von E.ON Kernkraft "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen
Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe
0'). Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Meldekategorie
'N' ('Normalmeldung') fristgerecht angezeigt."
|
05.
August 2009
AKW Brokdorf:
Ausfall einer Regelklappe in einem nuklearen Zwischenkühlkreislauf
Im
AKW Brokdorf kam es am 05.08.09 zum Ausfall einer Regelklappe in einem von
vier nuklearen Zwischenkühlkreisläufen.
Der Atomenergie-Konzern
E.ON Kernkraft berichtet am 10.08.09
in einer Pressemitteilung unter
dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf: Austausch einer Drahtverbindung" über ein
neues 'Ereignis' in dem Atommeiler an der Unterelbe: "Im
Kernkraftwerk Brokdorf
fiel am 5. August 2009
eine Regelklappe in einem von vier nuklearen Zwischenkühlkreisläufen aus."
Von E.ON Kernkraft wird dazu erklärt: "Die
Regelklappe sorgt im Betrieb für eine gleichbleibende Temperatur in
diesem Kühlkreislauf."
"Die Ursache
war eine schadhafte
Stelle an der Isolierung einer Drahtverbindung", wird
von E.ON Kernkraft mitgeteilt. "Die
Drahtverbindung wurde getauscht. Eine anschließend
durchgeführte Prüfung der Klappe verlief ohne Befund."
E.ON Kernkraft versichert in der Pressemitteilung: "Das
Vorkommnis hatte keine Auswirkung auf den sicheren Betrieb der Anlage.
Bei Anforderung hätte eine zweite Absperrarmatur die Funktion der
ausgefallenen Klappe übernommen."
"Das Vorkommnis
liegt" nach der Einstufung von E.ON Kernkraft "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur
sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe
0'). Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Meldekategorie
'N' ('Normalmeldung')
fristgerecht angezeigt."
Sozialministerium Kiel: "Meldepflichtiges
Ereignis im Kernkraftwerk Brokdorf" Das für
die
Atomaufsicht im Bundesland Schleswig-Holstein zuständige
Sozialministerium in Kiel, welches
seit dem 22.07.09 von dem dortigen
Landwirtschafts-Minister Christian
von Boetticher (CDU) geführt wird,
gibt
dazu am 10.08.09 in einer Pressemitteilung
bekannt:
"Das Kernkraftwerk
Brokdorf hat heute (10. August) ein meldepflichtiges Ereignis
der Kategorie N (Normalmeldung) fristgerecht gemeldet. Danach
ist vergangene Woche durch einen Isolationsfehler eines Drahtes
innerhalb eines Regelantriebes eine Regelklappe des nuklearen Zwischenkühlsystems
ausgefallen. Der Isolationsfehler trat an einer Bypassregelklappe
eines vierfach vorhandenen Teilsystems der Nachwärmeabfuhrkette auf. Die
ausreichende Nachwärmeabfuhr wäre auch während eines Störfalles gewährleistet
gewesen", wird von dem von der CDU geleiteten Kieler
Sozialministerium versichert. "Der Ausfall ist als Teil des bei Störfällen
erforderlichen Nachkühlsystems meldepflichtig. Der defekte Draht
wurde ausgetauscht, das Teilsystem wurde kurzfristig wieder instand
gesetzt."
|
19.
Juni 2009
AKW Brokdorf geht nach Jahresrevision wieder in Betrieb
"Das
Kernkraftwerk Brokdorf geht nach Abschluss des jährlichen
Brennelementwechsels und der damit verbundenen planmäßigen
Jahresrevision wieder ans Netz", gibt das für die
Atomaufsicht im Bundesland Schleswig-Holstein zuständige
Sozialministerium in Kiel in einer Pressemitteilung
am 19.06.09
unter dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf geht nach Jahresrevision wieder in Betrieb"
bekannt.
"Das in
Schleswig-Holstein für die Reaktorsicherheit zuständige
Sozialministerium hat nach Abschluss der Revisionsarbeiten heute (19.
Juni) die erforderliche Zustimmung zur Wiederinbetriebnahme erteilt",
teilt das Kieler Sozialministerium dazu mit. "Das Kernkraftwerk
Brokdorf war am 30.
Mai 2009 zur Durchführung
der Jahresrevision vom Netz genommen worden. Während des
diesjährigen Anlagenstillstands wurden 56
der insgesamt 193 im Reaktorkern befindlichen Brennelemente gegen frische
Brennelemente ausgetauscht."
Vom zuständigen Sozialministerium in Kiel wird weiter berichtet:
"Innerhalb des Revisionszeitraumes wurden vom Kernkraftwerk
Brokdorf zwei Meldepflichtige Ereignisse der Kategorie N
(INES 0) fristgerecht gemeldet: Im Zuge einer wiederkehrenden Prüfung kam
es am 5. Juni 2009
zum irrtümlichen Starten
eines von vier Notspeise-Notstromdieseln. Ebenfalls am 5.
Juni 2009 wurden im Rahmen von Halterungskontrollen Schäden
an Rohrleitungen des nuklearen Entwässerungssystems
festgestellt. Die entsprechenden
Rohrleitungsstücke wurden ausgetauscht. Die
beiden Vorkommnisse hatten keinen Einfluss auf den sicheren Betrieb der
Anlage. In beiden Fällen ist Vorsorge gegen eine
Wiederholung getroffen worden."
"Neben dem Wechsel der Brennelemente war die Umsetzung
von Änderungsanträgen zur Optimierung der Sicherheit der Anlage und
ihres Betriebs Gegenstand
der diesjährigen Revision. Unter anderem wurde eine Löschanlage
für die Eigenbedarfs-Transformatoren errichtet", verkündet
das Sozialministerium in Kiel. "Weitere Schwerpunkte der
Revisionsarbeiten waren wie im Vorjahr umfangreiche wiederkehrende Prüfungen
und Instandhaltungsarbeiten."
E.ON Kernkraft: "Kernkraftwerk
Brokdorf wieder am Netz"
"Das
Kernkraftwerk Brokdorf ging in der Nacht vom 19.06.2009 auf den 20.06.2009
wieder ans Netz", gibt der Atomenergie-Konzern E.ON Kernkraft
in einer Pressemitteilung am 20.06.09 unter dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf wieder am Netz" bekannt.
"Die Anlage wurde am 30. Mai 2009 zum 21. Brennelementwechsel und zur
planmäßigen Jahresrevision vom Netz genommen."
"Während der Revision",
teilt E.ON Kernkraft weiter mit, "wurden 56 der insgesamt 193
Brennelemente durch neue ersetzt. Das umfangreiche Inspektions- und
Instandhaltungsprogramm beinhaltete auch die Prüfung von Ventilen im
nicht nuklearen Wasserdampfkreislauf, was gegen Ende der Revision zum
Austritt von reinem Wasserdampf in die Umgebung führte."
"Im Revisionszeitraum
kamen rund 1.480 externe Fachkräfte aus unterschiedlichsten Servicefirmen
zum Einsatz. Die Überprüfung der technischen Systeme auf
Sicherheit und Funktionstüchtigkeit bestätigte insgesamt den guten
Zustand der Anlage", wird von E.ON Kernkraft in der Mitteilung
behauptet. "Die zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde sowie
die von ihr hinzugezogenen Sachverständigen überwachten alle
sicherheitstechnisch relevanten Arbeiten. Insgesamt investierte das
Kraftwerk für die Revisionsarbeiten rund 30 Millionen Euro.
Von E.ON Kernkraft werden in der Pressemitteilung zwei Pannen während
der Jahresrevision im AKW Brokdorf eingestanden: "Im
Zuge einer wiederkehrenden Prüfung kam es am 5. Juni 2009 irrtümlich
zu einer Fehlanregung eines von vier Notspeisenotstromdieseln. Das Starten
des Diesels erfolgte auslegungsgemäß. Ebenfalls am 5. Juni 2009
wurden im Rahmen von Halterungskontrollen Schäden an Rohrleitungen des
nuklearen Entwässerungssystems festgestellt. Die entsprechenden
Rohrleitungsstücke wurden ausgetauscht."
"Die beiden
Vorkommnisse hatten keinen Einfluss auf den sicheren Betrieb der Anlage.
Sie liegen", nach Einstufung von E.ON Kernkraft, "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen
Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe 0'). Der
Aufsichtsbehörde wurden sie nach der Meldekategorie 'N'
(Normalmeldung) fristgerecht angezeigt."
|
02.
Juni 2009
MOX-Brennelementtransporte
zum AKW Brokdorf werden auf der Straße durch das Hamburger Stadtgebiet durchgeführt
Plutonium-haltige
Mischoxide (MOX) werden durch das Hamburger Stadtgebiet auf der
Straße mittels LKW transportiert. Dies geht aus der Antwort
des Hamburger Senates vom 02.06.09 auf eine Große
Anfrage der Fraktion DIE LINKE "Atom-Transporte
durch den Hamburger Hafen und das Hamburger Stadtgebiet"
(Drucksache 19/3011)
eindeutig hervor.
Vom Hamburger Senat wird darin u.a.
mitgeteilt: "Das Hamburger
Stadtgebiet wird von Kernbrennstofftransporten
lediglich im Transit berührt.
Absender- und Empfängerorte
der Transporte über Hamburg liegen
überwiegend im Ausland. Bei diesen besteht kein
Zusammenhang mit der Kernenergienutzung in Deutschland. Eine
geringe Zahl von Transporten dient der Versorgung deutscher Kernkraftwerke
mit Brennelementen."
Über
welche Straßen in Hamburg die Atomtransporte rollen gibt der Hamburger
Senat keine Auskunft: "Als Beförderer waren
unter anderem die Firmen Aspol Baltic Corporation, Atlantic Container
Lines, Hanjin Shipping, Kieserling Spedition & Logistik GmbH, Northern
Shipping Company, Nuclear Cargo + Service GmbH, S & G Schwertransporte
und Gesamtkranlogistik GmbH und TRANSKEM SPEDITION GmbH tätig. Weitergehende
Angaben zu den Transportfirmen und den Schiffsnamen sowie zu den
Transportrouten sind aus Sicherheitsgründen bundesweit als
Verschlusssache eingestuft. Im
Übrigen berühren die Fragen die Einsatztaktik der Polizei,
über die der Senat
grundsätzlich keine Auskunft gibt."
Nach der Anlage
1 (Angaben
zu den meldepflichtigen Kernbrennstofftransporten durch Hamburg für den
Zeitraum vom 5. Mai 2004 bis zum 5. Mai 2009) in der Drucksache
19/3011 der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt
Hamburg wurden die
MOX-Transporte durch das Hamburger Stadtgebiet auf der Straße mittels LKW durchgeführt.
Überwiegend handelte es sich demnach um Straßentransporte
aus der MOX-Brennelementfabrik
Franco Belge de Fabrication de Combustible in Dessel/Belgien
zum AKW Brokdorf.
Im Zeitraum vom 28.06.04
bis zum 15.04.09 erfolgten nach Angaben des Hamburger
Senates 13
MOX-Brennelementtransporte zu dem Atommeiler in Brokdorf.
(Transportdaten durch Hamburg: 28.06.2004, 30.06.2004, 27.09.2004,
29.09.2004, 04.10.2004, 06.10.2004, 06.12.2006, 12.12.2006, 15.12.2006,
28.08.2007, 04.09.2007, 11.09.2007, 15.04.2009)
Für die Genehmigung
von Atomtransporten ist das Bundesamt
für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter zuständig, das in
unregelmäßigen Abständen eine Liste der Transportgenehmigungen
herausgibt und im Internet veröffentlicht. - Aus den vorliegenden Listen
der Transportgenehmigungen des BfS im Zeitraum
vom Mai 2002 bis August 2009 geht hervor: Aus
der FBFC (Franco Belge de Fabrication de Combustible) in Dessel/Belgien rollten 18
Straßentransporte mit insgesamt max. 84 MOX-Brennelementen zum AKW
Brokdorf. (Transportdaten: 14.05.2003, 19.05.2003,
22.05.2003, 26.05.2003, 28.06.2004, 30.06.2004, 27.09.2004, 29.09.2004,
04.10.2004, 06.10.2004, 06.12.2006, 12.12.2006, 15.12.2006, 28.08.2007,
04.09.2007, 11.09.2007, 15.04.2009, 21.04.2009)
Es ist davon auszugehen,
daß auch die in der Drucksache 19/3011 (Anlage 1) nicht aufgeführten
MOX-Brennelementtransporte auf der Straße durch das Stadtgebiet Hamburg
zu dem AKW Brokdorf erfolgten.
Wir dokumentieren dazu:
MOX-Brennelementtransporte durch das
Hamburger Stadtgebiet zum AKW Brokdorf
Hamburger Bürgerschaft
Drs.19-3011, Anlage 1
Zeitraum:
05.05.2004 bis 05.05.2009
Stand:
02.06.2009
|
Transport
-Datum (HH)
|
Stoffart
|
Behältertyp
|
Absender
|
Empfänger
|
Schiff
(HH)
|
LKW
(HH)
|
Bahn
(HH)
|
Umschlagort
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
28.06.2004
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(M)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible
Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
30.06.2004
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(M)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible
Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
27.09.2004
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(M)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible
Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
29.09.2004
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(M)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible
Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
04.10.2004
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(M)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible
Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
.
|
Ja
|
-
|
-
|
|
06.10.2004
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(M)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible
Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
06.12.2006
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(U)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible
Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
12.12.2006
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(U)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible
Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
15.12.2006
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(U)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible
Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
28.08.2007
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(U)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible
Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
04.09.2007
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(U)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible
Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
11.09.2007
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
B(U)F
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
15.04.2009
|
unbestrahlte
Brennelemente (MOX)
|
D/7796/X
|
Franco
Belge de Fabrication de Combustible Dessel/B
|
KKW
Brokdorf
|
-
|
Ja
|
-
|
-
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Transportgenehmigungen
vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für MOX-Transporte
in das AKW Brokdorf
Zeitraum:
Mai 2002 bis August 2009
Stand:
14.08.2009
| Laufende
Antrag- Nummer
|
Zu
befördernde Stoffe
|
Maximal
genehmigte Anzahl der Transporte
|
Straßen-
transport
|
Schienen-
transport
|
See-
transport
|
Umschlag
|
Absender
|
Empfänger
|
Transport-Datum
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 6474
|
max.
16 unbestr. MOX BE für DWR
|
4
|
Ja
|
Nein
|
Nein
|
Nein
|
FBFC
Dessel/Belgien
|
AKW
Brokdorf
|
14.05.2003
19.05.2003 22.05.2003 26.05.2003
|
| 6580
|
max.
24 unbestr. MOX BE für DWR
|
6
|
Ja
|
Nein
|
Nein
|
Nein
|
FBFC
Dessel/Belgien
|
AKW
Brokdorf
|
28.06.2004
30.06.2004 27.09.2004 29.09.2004 04.10.2004 06.10.2004
|
| 6787
|
max.
16 unbestr. MOX BE für DWR
|
3
|
Ja
|
Nein
|
Nein
|
Nein
|
FBFC
Dessel/Belgien
|
AKW
Brokdorf
|
06.12.2006
12.12.2006 15.12.2006
|
| 6829
|
max.
16 unbestr. MOX BE für DWR
|
3
|
Ja
|
Nein
|
Nein
|
Nein
|
FBFC
Dessel/Belgien
|
AKW
Brokdorf
|
28.08.2007
04.09.2007 11.09.2007
|
| 6967
|
max.
12 unbestr. MOX BE für DWR
|
2
|
Ja
|
Nein
|
Nein
|
Nein
|
FBFC
Dessel/Belgien
|
AKW
Brokdorf
|
15.04.2009
21.04.2009
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Abkürzungen:
BE: Brennelemente
MOX: Mischoxid
DWR: Druckwasserreaktor
FBFC: Franco Belge de Fabrication de Combustible
 |
 |
 |
| Ein
Transportbehälter vom Typ MX6 für MOX-Brennelemente |
Verladung
eines MX6 Transportbehälters für MOX-Brennelemente |
LKW der NCS
(Nuclear Cargo + Service GmbH) für den Transport von
MOX-Brennelementen |
|
29.
Mai 2009
Revision und Brennelementwechsel im AKW Brokdorf angekündigt
Das
für die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständige
Sozialministerium kündigt in einer Pressemitteilung vom
29.05.09 mit dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf zur Jahresrevision vom Netz" an: Das Kernkraftwerk
Brokdorf wird morgen (30. Mai) zum jährlichen
Brennelementwechsel und der damit verbundenen planmäßigen
Revision vom Netz genommen. Während des diesjährigen
Anlagenstillstandes sollen 56 der 193 im Reaktorkern befindlichen
Brennelemente ausgetauscht werden. Wie innerhalb jeder Revision
werden umfangreiche Prüfungen, Instandhaltungsarbeiten und Veränderungen
zur Optimierung der Sicherheit der Anlage durchgeführt."
"Während der diesjährigen
Revision werden unter anderem auch Funktionsprüfungen an
Ventilen im nicht-nuklearen Wasserdampfkreislauf durchgeführt.
Dabei kann es zum Austritt von reinem Wasserdampf kommen", wird vom
zuständigen Sozialministerium in Kiel mitgeteilt. "Sämtliche
Arbeiten werden vom in Schleswig-Holstein für die Atomaufsicht zuständigen
Sozialministerium sowie den von dort hinzugezogenen Sachverständigenorganisationen
wie TÜV Nord, Energiesysteme Nord und Germanischer Lloyd intensiv
kontrolliert und überwacht."
E.ON Kernkraft:
"Kernkraftwerk Brokdorf zum 21. Brennelementwechsel vom Netz"
In
einer Pressemitteilung unter der Überschrift "Kernkraftwerk
Brokdorf zum 21. Brennelementwechsel vom Netz" wird von E.ON
Kernkraft am 29.05.09 die anstehende Abschaltung
des Atommeilers in Brokdorf für die Revision und dem Brennelementwechsel
bestätigt: "Das Kernkraftwerk Brokdorf wird am Samstag, den
30.05.2009 zum 21. Brennelementwechsel und zur planmäßigen
Jahresrevision vom Netz gehen."
"Während der diesjährigen
Revision werden 56 der insgesamt 193 Brennelemente durch
neue ersetzt", teilt E.ON Kernkraft weiter mit. "Das
umfangreiche Inspektions- und Instandhaltungsprogramm beinhaltet auch die Prüfung
von Ventilen im nicht nuklearen Wasserdampfkreislauf. Dadurch
kommt es beim Abfahren der Anlage am Samstag sowie beim Anfahren gegen
Ende der Revision zum Austritt von reinem Wasserdampf in die
Umgebung."
Die
letzte Jahresrevision im AKW Brokdorf an der Unterelbe erfolgte im
Zeitraum vom 14.06.08 bis zum 03.07.08, dabei wurden u.a. 56 der
insgesamt 193 Brennelemente im Atomreaktor durch neue ersetzt.
|
15.
April 2009
Korrosion an
Reserve-Steuerelementen im AKW Brokdorf entdeckt
Erneut ist
es im AKW Brokdorf des Atomenergie-Konzerns E.ON Kernkraft zu einer Panne mit
den Steuerelementen gekommen, die zur Leistungsregelung und für
die Abschaltung eines Atomreaktors verwendet werden. Diesmal wurde
Rost an Reserve-Steuerelementen entdeckt, der wahrscheinlich auf
Fehler bei der Fertigung zurückgeführt wird. - Bereits
am 12.03.09 war bekannt geworden, daß u.a. an das AKW Brokdorf
fehlerhafte Steuerelemente mit "Unterschreitungen von
spezifizierten Maßen bei der Fertigung" geliefert wurden. Diese
waren nach derzeitiger Aussage von E.ON Kernkraft nicht zum Einsatz
gekommen.
"Im Rahmen einer Übertragbarkeitsprüfung
im Kernkraftwerk Brokdorf
wurden an zwei nicht im
Reaktor eingesetzten Steuerelementen Korrosionsbefunde und erhöhte
Chlor-/Chloridgehalte festgestellt", gibt der Atomenergie-Konzern
E.ON Kernkraft das neue 'Ereignis' im AKW
Brokdorf in einer Pressemitteilung
am 15.04.09
mit dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf: Erkenntnisse aus der Überprüfung nicht eingesetzter
Steuerelemente" bekannt.
"Die
sicherheitstechnische Funktionsfähigkeit der in der Anlage eingesetzten
Steuerelemente steht auch vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse nicht in
Frage. Das
Vorkommnis hat keine
Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage",
wird von E.ON Kernkraft in der Pressemitteilung beteuert.
"Das Vorkommnis
liegt", laut E.ON Kernkraft, "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur
sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe
0'). Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Meldekategorie
'N' ('Normalmeldung') fristgerecht angezeigt.
Seitens des für die Atomaufsicht
zuständigen Sozialministeriums
in Kiel liegt bislang (16.04.09) noch keine im Web veröffentlichte
Stellungnahme zu der neuen Panne im AKW Brokdorf vor.
Auf ad-hoc-news.de
ist dazu am 15.04.09
u.a. gemeldet worden: "Bei Nachprüfungen im Atomkraftwerk Brokdorf
haben Mitarbeiter an als Reserve vorgehaltenen Steuerelementen Korrosionen
festgestellt. Mehrere Finger von zwei Elementen wiesen rostfarbene Beläge
auf, wie das Sozialministerium als Reaktoraufsichtsbehörde am Mittwoch in
Kiel mitteilte. Grund sind offensichtlich Fertigungsfehler. Das
meldepflichtige Ereignis der Kategorie 'N' (Normalmeldung) hat nach
Ministeriumsangaben keine Auswirkungen auf den Weiterbetrieb der Anlage.
Steuerelemente dienen zur Regelung und Abschaltung des Reaktors."
Das
Hamburger Abendblatt meldet darüber im Web am 15.04.09:
"Im Atomkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) haben Experten Rost an
Reserve-Steuerelementen entdeckt. Dies sei wahrscheinlich auf Fehler in
der Fertigung zurückzuführen, teilte am Mittwoch in Kiel das
Sozialministerium als Atomaufsicht mit. Der Befund habe nach derzeitigem
Kenntnisstand keine Folgen für den Weiterbetrieb der Anlage, sei wegen
der festgestellten Systematik aber meldepflichtig ('Normalmeldung' der
Kategorie N). Die Korrosion wurde bei einer Nachprüfung von zwei
Steuerelementen festgestellt. Solche Elemente dienen zur Regelung und
Abschaltung des Reaktors." |
24.
März 2009
AKW Brokdorf:
Unterbrechung der Füllstandsregelung an einem Dampferzeuger -
Kurzschluß an einer Nebenkühlwasserpumpe
Im AKW
Brokdorf des Atomenergie-Konzerns E.ON haben sich kurz nacheinander zwei
neue Pannen ereignet: Am 23.03.09 kam es an einem der vier Dampferzeuger
aufgrund einer mechanischen Störung an einem Ventil zu einer kurzzeitigen
Unterbrechung der Füllstandsregelung. - Bereits am 19.03.09 fiel nach dem
Einschalten eine elbwasserfördernde Nebenkühlwasserpumpe durch einen
Kurzschluß an dem Elektromotor aus.
"Das
Kernkraftwerk Brokdorf hat heute (24. März) zwei Meldepflichtige
Ereignisse der Kategorie N (INES 0) gemeldet", wird am
24.03.09
von dem für die
Atomaufsicht zuständigen Sozialministerium in Kiel in
einer Pressemitteilung unter
dem Titel "Meldepflichtige
Ereignisse im Kernkraftwerk Brokdorf" der Öffentlichkeit
bekannt gemacht.
"Danach ist letzte
Woche durch Kurzschluss an einem Elektromotor eine Pumpe im Nebenkühlwassersystem
ausgefallen", teilt das Kieler Sozialministerium mit. "Es
handelt sich um eine von
sechs vorhandenen, elbwasserführenden
Nebenkühlwasserpumpen. Der Ausfall ist als Teil
des bei Störfällen erforderlichen Nachkühlsystems
meldepflichtig. Der fehlerhafte Antriebsmotor wird derzeit untersucht und
instand gesetzt. Mit der Atomaufsicht wurden die notwendigen Arbeiten vor
Ort abgestimmt."
"Gestern (23. März)",
so das Kieler Sozialministerium weiter, "kam
es zu einer Störung der Dampferzeugerbespeisung im nicht nuklearen Teil
des Kraftwerkes. Bedingt
durch eine
mechanische Störung an einem Regelventil wurde die Füllstandüberwachung
ausgelöst. Durch
dieses Schutzsystem wurde eine Überspeisung an einem von vier
Dampferzeugern verhindert. Zur Ursachenklärung wurden auf
Veranlassung der Behörde jeweils Sachverständige hinzugezogen."
"Über diese Meldepflichtigen Ereignisse hatte die Betreiberin des
Kernkraftwerks Brokdorf die Aufsichtsbehörde", das zuständige
Sozialministerium in Kiel, "bereits umgehend nach
Ereigniseintritt telefonisch informiert. Die Meldefrist gemäß den
Vorgaben der atomrechtlichen Sicherheitsbeauftragten und Meldeverordnung
wurde somit eingehalten."
E.ON
Kernkraft: "Kernkraftwerk Brokdorf: Meldung von zwei Vorkommnissen an
die Aufsichtsbehörde"
In einer Pressemitteilung
vom 24.03.09
unter der Überschrift "Kernkraftwerk
Brokdorf: Meldung von zwei Vorkommnissen an die Aufsichtsbehörde"
werden von dem Atomenergie-Konzern
E.ON die beiden Pannen in dem Atommeiler Brokdorf an der
Unterelbe eingestanden: "Im
Kernkraftwerk Brokdorf fiel am 19.03.2009 nach dem Einschalten eine von
sechs elbwasserfördernden Nebenkühlwasserpumpen - bedingt
durch einen Kurzschluss an dem Elektro-Motor - aus.
Am 23.03.2009 kam es an
einem der vier Dampferzeuger aufgrund einer mechanischen Störung an einem
Ventil zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der Füllstandsregelung.
Eine mögliche Überspeisung wurde durch das ordnungsgemäße Ansprechen
des Schutzsystems verhindert."
"Beide Vorkommnisse
hatten keinerlei Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage",
wird von E.ON Kernkraft in der Mitteilung gegenüber der Öffentlichkeit
versichert. "Zur Fehlerbehebung wurde der Elektro-Motor
inspiziert und mit der Instandsetzung begonnen. Die Füllstandsregelung
wurde wieder normalisiert."
"Die
[beiden]
Vorkommnisse
liegen", nach der Einstufung von E.ON Kernkraft, "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala
zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken
('Stufe
0').
Der Aufsichtsbehörde wurden sie nach der Meldekategorie
'N' ('Normalmeldung')
fristgerecht angezeigt." |
12.
März 2009
AKW Brokdorf: Fehlerhafte Steuerelemente angeliefert
An die
Atomkraftwerke des Atomenergie-Konzerns E.ON Kernkraft in Brokdorf,
Unterweser, Grohnde und Grafenrheinfeld sowie an das AKW Philippsburg-2
des Atomenergie-Konzerns EnBW sind fehlerhafte Steuerelemente geliefert
worden. Diese sind bisher nicht zum Einsatz gekommen. - Dagegen
werden offensichtlich im AKW Emsland des Atomenergie-Konzerns RWE
Power AG, im AKW Isar-2 von E.ON Kernkraft und im AKW
Neckarwestheim-2 der EnBW die fehlerhaften Steuerelemente bereits
verwendet. Nach Aussage der EnBW vom 12.03.09 wurden "insgesamt
41 Steuerelemente aus der betroffenen Charge an das Kernkraftwerk
Neckarwestheim-2 geliefert. Davon befinden sich 23 im Reaktor von Block II
im Einsatz."
Die fehlerhaften Steuerelemente
sind (bislang) nur bei Atomkraftwerken mit Druckwasserreaktoren
festgestellt worden. Diese 'Vorkommnisse' in den bisher
bekannten acht Atomkraftwerken werden als
"meldepflichtiges Ereignis" eingestuft.
Hintergrund: Die Steuerelemente bestehen aus Steuerstäben
( oft auch als Regelstäbe bezeichnet), die in die Brennelemente des
Reaktorkerns hineingeschoben bzw. aus ihnen herausgezogen werden und auf
diese Weise zur Leistungsregelung und zur Abschaltung des
Atomreaktors verwendet werden.
Von dem Atomenergie-Konzern
E.ON Kernkraft wird am 12.03.09
in einer Pressemitteilung unter dem Titel "Abweichungen
von spezifizierten Maßen an angelieferten Steuerelementen"
dazu bekannt gegeben: "Der Hersteller
von Steuerelementen hat die E.ON Kernkraft über Unterschreitungen
von spezifizierten Maßen bei der Fertigung von Steuerelementen
informiert. Potentiell betroffene
Steuerelemente waren zwar an den Kernkraftwerkstandorten Brokdorf,
Grafenrheinfeld, Grohnde
und Unterweser
angeliefert worden, sind aber bisher
nicht zum Einsatz gekommen."
"Das Vorkommnis
liegt", nach Aussage von E.ON Kernkraft, "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur
sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe
0'). Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Meldekategorie
'N' ('Normalmeldung') fristgerecht angezeigt."
Das für die Reaktorsicherheit
im Bundesland Schleswig-Holstein zuständige Sozialministerium in Kiel teilt
der Öffentlichkeit am 12.03.09
in einer Pressemitteilung
mit der Überschrift "Meldepflichtiges
Ereignis im Kernkraftwerk Brokdorf" mit: "Die
Betreiberin des
Kernkraftwerks Brokdorf ist vom
Hersteller von Steuerelementen über eine Abweichung von spezifizierten
Fertigungsmaßen informiert worden. Acht
dieser Ersatzsteuerelemente waren nach Brokdorf geliefert worden,
befanden sich jedoch
nicht im Einsatz, sondern wurden
als Reserveteile vorgehalten. Die
betroffenen Steuerelemente sind inzwischen an den Hersteller zur Überprüfung
zurückgegangen. Steuerelemente
dienen zur Regelung und
Abschaltung des Reaktors. Auf
den Betrieb der Anlage hatten die festgestellten Abweichungen keine
Auswirkungen."
"Der Mangel liegt
nach gegenwärtiger Einschätzung", so das Kieler
Sozialministerium, "in
einer unzureichenden Qualitätssicherung durch den Hersteller der
Steuerelemente. Der
Fehler ist wegen der festgestellten Systematik meldepflichtig und betrifft
mehrere Kernkraftwerke in Deutschland. Die
Atomaufsichtsbehörde wurde hierüber heute (12. März) fristgerecht mit
einer so genannten 'Normalmeldung'
der Kategorie
'N' informiert. Von der Atomaufsicht hinzugezogene
Sachverständige werden die Ursachenklärung begleiten."
E.ON
Kernkraft gibt am 12.03.09
in einer Pressemitteilung
unter dem Titel "Kernkraftwerk
Isar Block 2: Abweichungen von spezifizierten Maßen an Steuerelementen"
folgende Erklärung ab: "Durch den Hersteller
von Steuerelementen - die
auch im Kernkraftwerk Isar Block 2 im Einsatz sind -
wurde über
Unterschreitungen von spezifizierten Maßen bei der Fertigung
informiert. Diese Abweichungen wurden umgehend bezüglich ihrer
sicherheitstechnischen Bedeutung bewertet."
Von E.ON Kernkraft wird ausgesagt: "Die
Bewertung ergab, dass
die zuverlässige
Funktion der Steuerelemente, die
der Regulierung der Reaktorleistung dienen, in
vollem Umfang erfüllt ist."
"Das Vorkommnis
liegt", laut E.ON Kernkraft, "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur
sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe
0'). Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Meldekategorie
'N' ('Normalmeldung') fristgerecht angezeigt.
Die RWE
Power AG verkündete bereits am 10.03.09
in einer Pressemitteilung
mit der Überschrift "Kernkraftwerk
Emsland: Abweichungen von spezifizierten Maßen an Steuerelementen":
"Der Hersteller von
Steuerelementen, die
auch im Kernkraftwerk Emsland im Einsatz sind, informierte
darüber, dass es bei der
Fertigung zu geringfügigen Abweichungen von spezifizierten Maßen
gekommen sei. Die Abweichungen wurden umgehend bezüglich
ihrer sicherheitstechnischen Bedeutung bewertet."
"Die Bewertung ergab,
dass die
zuverlässige Funktion der Steuerelemente, die
der Regulierung der Reaktorleistung dienen, in vollem Umfang erfüllt ist",
wird von der RWE Power AG versichert.
"Das Vorkommnis wurde
der Aufsichtsbehörde als meldepflichtiges
Ereignis der Kategorie N gemeldet und nach der siebenstufigen
internationalen Bewertungsskala INES in Null eingestuft.
Das heißt, dass es sicherheitstechnisch
ohne Belang ist", wird von RWE Power AG abschließend
mitgeteilt.
|
23.
Februar 2009
AKW Brokdorf: Genehmigung
für höher angereicherte Uran-Brennelemente erteilt
Das
in Schleswig-Holstein für die Reaktorsicherheit zuständige
Sozialministerium hat am 23.02.09 eine Genehmigung für den Einsatz höher
angereicherte Uran-Brennelemente im AKW Brokdorf erteilt.
In einer Pressemitteilung
mit dem Titel "Nachtragsgenehmigung
für das Kernkraftwerk Brokdorf erteilt" gibt
das zuständige Sozialministerium
in Kiel bekannt: "Die Reaktorsicherheitsbehörde
hat heute (23. Februar) den Antragstellerinnen
E.ON Kernkraft GmbH und Kernkraftwerk
Brokdorf GmbH & Co. oHG eine Genehmigung
für höher angereicherte Uran-Brennelemente erteilt."
Von Seiten das Kieler Sozialministeriums wird die Erteilung der
Genehmigung wie folgt begründet: "In
deutschen Kernkraftwerken mit Druck- und Siedewasserreaktoren kommt im
Rahmen der etwa jährlich durchzuführenden Kernnachladungen zunehmend höher
angereicherter Brennstoff zum Einsatz, um dadurch
eine größere Energiemenge pro Brennstoffeinheit über die Einsatzzeit
zu erzielen. Der wesentliche
Vorteil einer Anreicherungserhöhung unter ökologischen Gesichtspunkten
ist die Reduzierung des Brennstoffverbrauchs durch bessere Ausnutzung des
Brennstoffs. Durch die optimierte
Brennstoffausnutzung kann die Menge abgebrannter Brennelemente verringert
werden."
"Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens
der neu ausgelegten Brennelemente wurde umfassend geprüft,
dass die sich aus den kerntechnischen
Regeln und Richtlinien ergebenden sicherheitstechnischen Anforderungen
eingehalten werden", wird vom Sozialministerium in
Kiel in der Pressemitteilung versichert. "Die für das
Kernkraftwerk Brokdorf getroffene Schadensvorsorge wurde dabei auf allen
so genannten Sicherheitsebenen des gestaffelten Sicherheitskonzeptes auf
Einhaltung des Standes von Wissenschaft und Technik überprüft. Für
jeden Betriebszyklus ist auf dieser Basis das Brennstabverhalten im
bestimmungsgemäßen Betrieb und unter Störfallbedingungen zu bewerten.
Hierbei ist im Rahmen der Zustimmung
zum Wiederanfahren nach Brennelementwechseln nachzuweisen,
dass die thermische und
mechanische Auslegung der Brennstäbe den Anforderungen an die
sicherheitstechnische Funktion der Hüllrohre als Barriere gegen eine
Aktivitätsfreisetzung aus dem Brennstoff mit hinreichendem
Sicherheitsabstand genügt."
=> Bislang wurden im
AKW Brokdorf Uran-Brennelemente (BE) mit bis zu 3,5 % Uran-235
Anreicherung sowie Mischoxid-Brennelemente (MOX-BE) bis zu 4,6 %
Anreicherung eingesetzt. - Aus der Pressemitteilung des zuständigen
Sozialministeriums in Kiel geht jedoch nicht hervor, welcher höhere
Anreicherungsgrad an Uran-235 genehmigt worden ist. (Als Vergleich: Im AKW
Unterweser dürfen Uran-Brennelemente bis max. 4,4 % Uran-235
Anreicherung, im AKW Grohnde Uran-Brennelemente mit bis zu 4 % Uran-235
Anreicherung und im AKW Emsland Uran-Brennelemente mit bis zu 4,4 %
Uran-235 Anreicherung eingesetzt werden.)
Ergänzung
(24.03.09): Das in Schleswig-Holstein für die Reaktorsicherheit zuständige
Sozialministerium hatte am 23.02.09 eine Genehmigung für den Einsatz höher
angereicherter Uran-Brennelemente im AKW Brokdorf erteilt.
Bislang wurden im AKW
Brokdorf Uran-Brennelemente mit bis zu 3,5 % Uran-235 Anreicherung
(sowie MOX-Brennelemente mit bis zu 4,6 % Anreicherung) eingesetzt.
- Jetzt dürfen im AKW
Brokdorf Uran-Brennelemente mit bis zu 4,45 % Uran-235 Anreicherung
verwendet werden!
Im Stader
Tageblatt wurde am 09.03.09
unter der Rubrik "Amtliche
Bekanntmachungen" zu der vom Kieler
Sozialministerium am 19.02.09
(Bescheid VIII 635-416.776.333) erteilten "atomrechtlichen
10. Nachtragsgenehmigung zur 2. Teilbetriebsgenehmigung (TBG)"
für das AKW Brokdorf
u.a. unter "A.1.2
Genehmigungsgegenstand und -umfang" bekannt gegeben:
"Die Eignung von
Folgekernen bestehend aus optimierten Uran-Brennelementen mit einer
Anfangsanreicherung von bis zu 4,45 w/o U-235 - nominal
4,40 w/o zuzüglich einer Fertigungstoleranz von 0,05 w/o U-235
- mit oder ohne Gadolinium als abbrennbarem Absorber wird
festgestellt.
Mit Maßgabe dieses Bescheides und der in diesem Bescheid aufgeführten
Genehmigungsunterlagen wird unter Abänderung der 2. TBG vom 03. Oktober
1986 genehmigt:
Der Umgang mit
unbestrahlten und bestrahlten Brennelementen einschließlich
Steuerelementen und Drosselkörpern gemäß A I 1.1 der 2. TBG zum Zwecke
- der Einlagerung von
unbestrahlten Brennelementen mit einer Anreicherung bis zu 4,45 w/o Uran
235 im Lager für neue Brennelemente
- der Einlagerung von
max. 2 Brennelementen mit einer Anreicherung kleiner/gleich 4,45 w/o U 235
in Absorberbüchsen im Lager für neue Brennelemente."
Das
zuständige Sozialministerium in Kiel teilt unter "A.1.5
Anordnung der sofortigen Vollziehung"
mit: "Gemäß
... wird die sofortige Vollziehung dieses Bescheides im
öffentlichen Interesse und im überwiegenden Interesse der
Antragstellerin [E.ON Kernkraft und Kernkraftwerk Brokdorf GmbH & Co.
oHG] angeordnet." |
16.
Oktober 2008
AKW Brokdorf: Defekt
eines Meßumformers in der Notstromanlage
Am 16.10.08 hat es im AKW Brokdorf
eine Panne im Reaktorschutzsystem gegeben: Dabei wurde ein technischer Defekt
in einem von drei sogenannten Frequenz-Meßumformern der Notstromversorgung
festgestellt. Diese Meßumformer sind für den Start der Notstromdiesel
notwendig.
Das für die Reaktorsicherheit
in Schleswig-Holstein zuständige Sozialministerium in
Kiel gibt in einer Pressemitteilung am
20.10.08 unter
dem Titel "Meldepflichtiges
Ereignis im Kernkraftwerk Brokdorf" bekannt: "Im
Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung im Reaktorschutzsystem
ist es im Kernkraftwerk
Brokdorf zu einem technischen
Fehler bei der Auslösung eines Notstromsignals gekommen. Ursache
war ein Fehler in einem von
dreien Messumformern der Frequenzüberwachung, die
für den Start eines der
vierfach vorhandenen Notstromaggregate (Dieselanlage) erforderlich
sind."
"Die Kernkraftwerksbetreiberin hat die Atomaufsichtsbehörde entsprechend
den geltenden Melderegelungen hierüber fristgerecht mit einer so genannten 'Normalmeldung'
der Kategorie 'N'
informiert." Das Kieler Sozialministerium teilt weiter mit: "Der
gegen einen baugleichen Typ in
der Anlage ausgetauschte Messumformer wird zur
Ursachenklärung überprüft. Von der Atomaufsicht hinzugezogene
Sachverständige werden die Überprüfungen begleiten."
E.ON
Kernkraft: "Kernkraftwerk Brokdorf - Messumformer getauscht"
Der Atomenergie-Konzern
E.ON berichtet in einer Pressemitteilung
vom 20.10.08 zu
der Panne im Reaktorschutzsystem des AKW Brokdorf: "Im Kernkraftwerk
Brokdorf wurde am
16.10.2008 der Ausfall eines von insgesamt drei redundant vorhandenen
Frequenz-Messumformern einer Notstromanlage festgestellt."
"Das Vorkommnis hatte
keine Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage",
wird von E.ON Kernkraft versichert. "Der
Messumformer wurde ausgetauscht."
"Das Vorkommnis
liegt", nach der Einschätzung von E.ON Kernkraft, "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur
sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe
0'). Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Meldekategorie
'N' ('Normalmeldung') fristgerecht angezeigt."
|
28. Juli
2008
Anzahl meldepflichtiger Ereignisse in den Atomkraftwerken seit der
Inbetriebnahme
Vom Bundesamt
für Strahlenschutz (BfS) wurde mit Stand vom 28.07.08
auf dessen Website eine Zusammenstellung der Anzahl meldepflichtiger
Ereignisse in den Atomkraftwerken im Zeitraum von der Inbetriebnahme bis zum
30.06.08 veröffentlicht. Daraus geht hervor:
- Spitzenreiter bei der
Gesamtanzahl meldepflichtiger Ereignisse seit der Inbetriebnahme ist das AKW
Brunsbüttel des Vattenfall-Konzerns mit 453 meldepflichtigen Ereignissen.
Den zweiten Platz hat das AKW Neckarwestheim-1 der EnBW mit 417 meldepflichtigen
Ereignissen, auf Platz drei folgt das AKW Biblis-A der RWE mit 407
meldepflichtigen Ereignissen. - Das Vattenfall-AKW Krümmel
belegt demnach den siebten Platz mit 311 meldepflichtigen Ereignissen seit
Inbetriebnahme.
- Aus der Auflistung des BfS
ergibt eine rechnerisch ermittelte durchschnittliche Anzahl der
meldepflichtigen Ereignisse pro Betriebsjahr: Den ersten Platz
belegt das AKW Brunsbüttel mit durchschnittlich 14,2 meldepflichtigen
Ereignissen pro Betriebsjahr. Auf dem zweiten Platz folgt das
AKW Neckarwestheim-1 mit durchschnittlich 13,0 meldepflichtigen
Ereignissen pro Betriebsjahr, den dritten Platz hat das AKW Krümmel
mit durchschnittlich 12,4 meldepflichtigen Ereignissen pro
Betriebsjahr.
|
Kernkraftwerke
(in Betrieb)
|
Typ
|
Elektr.
Leistung
(brutto) MW
|
Jahr
der Inbetriebnahme (Erstkritikalität)
|
Anzahl
Ereignisse seit der Inbetriebnahme1)
|
Durchschnittliche
Anzahl der Ereignisse pro Betriebsjahr1)
|
|
KKB
|
Kernkraftwerk
Brunsbüttel
|
SWR
|
806
|
1976
|
453
|
14,2
|
|
GKN-1
|
Kernkraftwerk
Neckarwestheim 1
|
DWR
|
840
|
1976
|
417
|
13,0
|
|
KWB-A
|
Kernkraftwerk
Biblis A
|
DWR
|
1225
|
1974
|
403
+ 42)
|
12,0
|
|
KWB-B
|
Kernkraftwerk
Biblis B
|
DWR
|
1300
|
1976
|
395
|
12,3
|
|
KKP-1
|
Kernkraftwerk
Philippsburg 1
|
SWR
|
926
|
1979
|
325
|
11,2
|
|
KKU
|
Kernkraftwerk
Unterweser, Esenshamm
|
DWR
|
1410
|
1978
|
316
|
10,5
|
|
KKK
|
Kernkraftwerk
Krümmel
|
SWR
|
1402
|
1983
|
311
|
12,4
|
|
KKI-1
|
Kernkraftwerk
Isar 1, Essenbach
|
SWR
|
912
|
1977
|
270
|
8,7
|
|
KKG
|
Kernkraftwerk
Grafenrheinfeld
|
DWR
|
1345
|
1981
|
210
|
7,8
|
|
KWG
|
Kernkraftwerk
Grohnde
|
DWR
|
1430
|
1984
|
203
|
8,5
|
|
KBR
|
Kernkraftwerk
Brokdorf
|
DWR
|
1480
|
1986
|
198
|
9,0
|
|
KKP-2
|
Kernkraftwerk
Philippsburg 2
|
DWR
|
1458
|
1984
|
171
|
7,1
|
|
KKE
|
Kernkraftwerk
Emsland, Lingen
|
DWR
|
1400
|
1988
|
107
|
5,4
|
|
KRB-II-B
|
Kernkraftwerk
Gundremmingen B
|
SWR
|
1344
|
1984
|
100
+ 72)
|
4,5
|
|
KRB-II-C
|
Kernkraftwerk
Gundremmingen C
|
SWR
|
1344
|
1984
|
92
|
3,8
|
|
GKN-2
|
Kernkraftwerk
Neckarwestheim 2
|
DWR
|
1400
|
1988
|
69
|
3,5
|
|
KKI-2
|
Kernkraftwerk
Isar 2, Essenbach
|
DWR
|
1475
|
1988
|
65
|
3,3
|
1)
Stand: 30.06.2008
2)
Ereignisse in gemeinsamen Einrichtungen der Doppelblockanlage
3)
Ereignisse ab dem 03.10.1990
4)
Stillstand bereits seit 1988 infolge Gerichtsbeschluss
Abkürzung
der Reaktortypen:
DWR
Druckwasserreaktor
HTR
Hochtemperaturreaktor
SNR
Schneller
Brutreaktor
SWR
Siedewasserreaktor
( http://www.bfs.de/de/kerntechnik/ereignisse/standorte/karte_kw.html )
|
03. Juli
2008
AKW Brokdorf: Nach
Jahresrevision und Brennelementwechsel wieder am Netz
Das
AKW Brokdorf ist seit dem 03.07.08 nach Beendigung der Jahresrevision
und dem Brennelementwechsel wieder am Netz:
"Das Kernkraftwerk
Brokdorf ist nach
Abschluss des jährlichen Brennelementwechsels und der damit
verbundenen planmäßigen
Jahresrevision wieder
am Netz. Das in Schleswig-Holstein für die Reaktorsicherheit
zuständige Sozialministerium erteilte
heute (3. Juli) die Zustimmung
zum Wiederanfahren", dies ist von dem für die Atomaufsicht
in Schleswig-Holstein zuständigen Sozialministerium in einer Pressemitteilung
am 03.07.08
bekannt gegeben worden.
"Das Kernkraftwerk
Brokdorf war am 14.
Juni 2008 zur Durchführung
der Jahresrevision vom Netz genommen worden. Während des diesjährigen
Anlagenstillstands wurden 56
der insgesamt 193 im Reaktorkern befindlichen Brennelemente gegen frische
Brennelemente und fünf
Steuerelemente ausgetauscht. Innerhalb dieser Revision wurden
zudem umfangreiche
Instandhaltungs- und Inspektionsmaßnahmen durchgeführt",
so der Wortlaut nach der Pressemitteilung des Kieler Sozialministeriums.
E.ON
Kernkraft: "Kernkraftwerk Brokdorf wieder am Netz"
"Das Kernkraftwerk
Brokdorf speist
seit Donnerstag, 3. Juli 2008
wieder Strom ins Netz, nachdem die zuständige atomrechtliche
Aufsichtsbehörde der Wiederinbetriebnahme zugestimmt hat", dies ist am 03.07.08
von dem Atomenergie-Konzern
E.ON in einer Pressemitteilung
mitgeteilt worden.
"Die Anlage", so E.ON Kernkraft, "war am 14.
Juni 2008 zum 20. Brennelementwechsel und zur planmäßigen Jahresrevision vom
Netz gegangen. Während des Stillstands wurden 56
der insgesamt 193 Brennelemente durch neue ersetzt. Zudem sind
umfangreiche Inspektion- und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt
worden."
|
13.
Juni 2008
Revision und
Brennelementwechsel im AKW Brokdorf angekündigt
Das
AKW Brokdorf an der Unterelbe soll morgen, am 14.06.08, zur Revision und dem
damit verbundenen Brennelementwechsel abgeschaltet werden.
Das für die Reaktorsicherheit
in Schleswig-Holstein zuständige
Kieler Sozialministerium gibt dazu in einer Pressemitteilung
unter dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf zur Jahresrevision vom Netz" am 13.06.08
bekannt: "Das
Kernkraftwerk Brokdorf wird morgen (14. Juni) zum jährlichen
Brennelementwechsel und der damit verbundenen planmäßigen Revision vom Netz
genommen. Während des diesjährigen Anlagenstillstandes sollen 56
der 193 im Reaktorkern befindlichen Brennelemente ausgetauscht
werden. Wie innerhalb jeder Revision werden umfangreiche Prüfungen,
Instandhaltungsarbeiten und Veränderungen
zur Optimierung der Sicherheit der Anlage durchgeführt."
"Während der diesjährigen Revision", so das zuständige
Sozialministerium in Kiel, "werden unter anderem auch Funktionsprüfungen
an Ventilen im nicht-nuklearen Wasserdampfkreislauf durchgeführt.
Bei diesen Tests kann es zum
Austritt von reinem Wasserdampf kommen. Sämtliche Arbeiten
werden von der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht und den hinzugezogenen
Sachverständigenorganisationen wie dem TÜV Nord, der Energiesysteme Nord und
dem Germanischen Lloyd intensiv kontrolliert und überwacht."
E.ON
Kernkraft: "Kernkraftwerk Brokdorf zum 20. Brennelementwechsel vom
Netz"
E.ON
Kernkraft bestätigt
in einer Pressemitteilung vom
13.06.08 unter
dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf zum 20. Brennelementwechsel vom Netz" die Abschaltung
des Atommeilers in Brokdorf für die Jahresrevision: "Das Kernkraftwerk
Brokdorf wird am Samstag,
den 14.06.2008 zum 20. Brennelementwechsel und zur planmäßigen Jahresrevision
vom Netz gehen."
"Seit dem letzten Revisionsstillstand Mitte Juni 2007 hat die Anlage über
12,123 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Diese hohe Erzeugungsmenge ist
sowohl Indiz für eine sicherheitsbewusste und qualifizierte Betriebsmannschaft
als auch für den Einsatz einer hochwertigen Technik", versucht E.ON
Kernkraft glaubhaft zu machen.
"Während der diesjährigen
Revision werden", nach Aussage von E.ON Kernkraft, "56
der insgesamt 193 Brennelemente durch neue ersetzt. Das
umfangreiche Inspektions- und Instandhaltungsprogramm beinhaltet auch die
Prüfung von Ventilen im nicht nuklearen Wasserdampfkreislauf,
bei der es beim Abfahren sowie beim Anfahren gegen Ende der Revision zum
Austritt von reinem Wasserdampf in die Umgebung kommen wird."
Die letzte Jahresrevision im AKW Brokdorf
erfolgte im Zeitraum vom 26.05.07 bis zum 14.06.07, dabei wurden u.a. 52 der
insgesamt 193 Brennelemente im Atomreaktor durch neue ersetzt.
|
14.
März 2008
Brand im Atomkraftwerk Brokdorf nach Kurzschluß
Im
schleswig-holsteinischen Atomkraftwerk Brokdorf des Atomenergie-Konzerns E.ON
Kernkraft hat es nach einem Kurzschluß gebrannt: Freitagvormittag,
am 14.03.08, kam es im Rahmen eines Tests an einer Förderpumpe zu einem
Kurzschluß in einem Schalter, der dadurch in Brand geriet. -
Das Feuer konnte von der Werkfeuerwehr gelöscht werden.
Zur Behebung des Kurzschlusses
mußte eine Stromschiene außer Betrieb genommen werden, über die Teile einer
Nachkühlkette versorgt werden. Da eine weitere Stromschiene wegen
Wartungsarbeiten abgeschaltet war, standen für rund 18 Minuten nur zwei von
vier vorhandenen Notstromsträngen zur Verfügung. Dadurch
war nur noch die 'auslegungsgemäß' zur Störfallbeherrschung erforderliche
Anzahl von Sicherheitseinrichtungen vorhanden. -
Der Atomreaktor in Brokdorf wurde trotz dieses 'Ereignisses' nicht abgeschaltet
und blieb in Betrieb.
Sozialministerium Kiel:
"Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Brokdorf"
"Im Kernkraftwerk
Brokdorf ist es am
heutigen Vormittag (14. März) zu einem
meldepflichtigen Ereignis gekommen", gibt das
zuständige Sozialministeriums
in Kiel am 14.03.08
in einer Pressemitteilung
bekannt. "Im Rahmen
einer Funktionsprüfung kam es beim
Zuschalten einer Förderpumpe zu einem Kurzschluss in dem entsprechenden
Schalter. Dieser
geriet dadurch in Brand.
Der Brand wurde
von der Werkfeuerwehr
unter Verwendung von Atemschutzmasken mit
Handfeuerlöschern gelöscht. Der bei dem Brand entwickelte
Rauch wurde über
Entqualmungsklappen des Schaltanlagengebäudes abgeführt. Dies
ist in den verbindlichen Betriebsvorschriften für solche Fälle
vorgesehen."
"Im Verlauf des
Ereignisses", so das Kieler Sozialministerium weiter, "ließ
sich die Pumpe nicht von der
Warte ausschalten. Zur
Behebung des Kurzschlusses
musste deshalb eine
Stromschiene außer Betrieb genommen werden. Über
diese Schiene werden auch
Komponenten einer Nachkühlkette versorgt, die damit
nicht zur Verfügung standen. Da von
vier vorhandenen Notstromsträngen ein
weiterer auf Grund von zulässigen Wartungsarbeiten nicht zur Verfügung stand,
waren somit kurzfristig nur
zwei Notstromstränge vorhanden. Nach rund
18 Minuten waren die Wartungsarbeiten abgeschlossen und es
standen wieder drei Notstromstränge
zur Verfügung. Im
Störfall würden
zwei von vier Strängen zur
Beherrschung benötigt."
"Die Betreiberin (e.on
Kernkraft) hat das Ereignis nach der Kategorie
E (= Eilt) gemeldet. Danach sind Funktionsstörungen im
Sicherheitssystem innerhalb von 24 Stunden der Aufsichtsbehörde mitzuteilen,
wenn Funktionsstörungen im
Sicherheitssystem dazu führen,
dass nur noch die auslegungsgemäß zur Störfallbeherrschung erforderliche
Anzahl von Sicherheitseinrichtungen zur Verfügung stand."
Das Sozialministerium in Kiel stellt dazu fest: "Dies
war für rund 18 Minuten gegeben."
"Die Aufsichtsbehörde ist mit eigenen Experten und externen Sachverständigen
vor Ort. Die Ursachenklärung
der Störung ist eingeleitet worden. Nach den Regelungen des
Betriebshandbuches ist eine
Instandsetzungszeit der betroffenen Schalteinrichtungen von 14 Tagen vorgesehen.
Dabei darf die Anlage weiter
betrieben werden", wird vom Kieler Sozialministerium
mitgeteilt.
E.ON Kernkraft:
"Kernkraftwerk Brokdorf: Kurzzeitige Nichtverfügbarkeit von zwei
Sicherheitsteilsystemen"
Der Atomenergie-Konzern
E.ON Kernkraft nimmt zu dem 'Vorkommnis'
im AKW Brokdorf in einer Pressemitteilung
vom 14.03.08
unter der Überschrift "Kernkraftwerk
Brokdorf: Kurzzeitige Nichtverfügbarkeit von zwei Sicherheitsteilsystemen"
Stellung: "Das Zuschalten
einer Pumpe im Kernkraftwerk Brokdorf führte heute
gegen 9.30 Uhr zu einem lokalen
Brand mit Rauchentwicklung in
der elektrischen Schaltanlage. Da sich die
Pumpe von der Warte aus nicht abschalten ließ,
wurde die dazugehörige
Stromversorgungsschiene außer Funktion gesetzt und der Brand
gelöscht."
"Von dieser -
vierfach vorhandenen -
Versorgungsschiene
werden auch Komponenten der
Nachkühlversorgung gespeist, die somit
unverfügbar waren", wird von E.ON Kernkraft zugegeben. "Die
Nachkühlversorgung
ist zur Kühlung des
Reaktorkerns bei anlageninternen Störfällen vorgesehen."
Von E.ON Kernkraft wird bekannt gegeben: "Unabhängig davon wurden an
einem anderen Sicherheitsteilsystem Wartungsarbeiten durchgeführt.
Somit waren für einen Zeitraum
von 18 Minuten nur
zwei der insgesamt vier Sicherheitsteilsysteme in vollem Umfang funktionstüchtig.
Im Anschluss wurde das Teilsystem, an dem Wartungsarbeiten durchgeführt wurden,
wieder betriebsbereit geschaltet. Nach
Auslegung sind zwei der vier Sicherheitsteilsysteme für die Störfallbeherrschung
ausreichend."
"Der Vorfall hatte keine
Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage", wird vom
Atomenergie-Konzern E.ON Kernkraft behauptet.
Die
E.ON-Pressemitteilung schließt mit der Aussage ab: "Das Vorkommnis
liegt unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung
von Vorkommnissen in Kernkraftwerken auf der Stufe
0.
Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Meldekategorie
'E'
fristgerecht angezeigt."
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03. März
2008
Brokdorf: Versehentliches Öffnen einer Zwischentür im Standort-Zwischenlager
"Der schleswig-holsteinischen
Atomaufsicht ist von
der Betreiberin des Standortzwischenlagers Brokdorf am 7.
März ein meldepflichtiges
Ereignis fristgerecht gemeldet worden", wird in einer Pressemitteilung
des zuständigen
Sozialministeriums in Kiel am 07.03.08
unter der Überschrift "Meldepflichtiges
Ereignis Im Zwischenlager Brokdorf" bekannt gegeben.
"Danach wurde im Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung das
Schott zwischen der Parkposition des Hallenkrans und dem Kontrollbereich geöffnet.
Entsprechend dem
Betriebsreglement hätte administrativ auf die Betriebsart 'Einlagerungs- und
Wartungsbetrieb' umgestellt werden müssen. In dieser
Betriebsart wäre der Raum vor dem Schott ebenfalls ein Kontrollbereich.
Eine Gefahr für Personen oder
die Umwelt bestand nicht", wird von Seiten des Kieler
Sozialministeriums versichert.
Das Sozialministerium in Kiel teilt abschließend mit: "Die Betreiberin
meldete das Ereignis nach der Kategorie
N (= normal). Die vorläufige Bewertung der Aufsichtsbehörde
bestätigt die von der Betreiberin vorgenommene Einstufung."
E.ON
Kernkraft: "Versehentliches Öffnen einer Zwischentür im Zwischenlager des
Kernkraftwerks Brokdorf"
In einer Pressemitteilung
vom 07.03.08
gibt der Atomenergie-Konzern
E.ON Kernkraft zu dem 'Zwischenfall' im Standort-Zwischenlager
Brokdorf bekannt: "Am
3. März wurde im Zwischenlager
Brokdorf eine wiederkehrende Prüfung durchgeführt.
Zur Bereitstellung des dafür benötigten Hallenkrans wurde die Tür zwischen
dem Bereich der Parkposition des Hallenkrans und dem Kontrollbereich geöffnet.
Dazu hätte zunächst der Raum vor der Zwischentür ebenfalls als
Kontrollbereich ausgewiesen werden müssen. Eine
Gefahr für Personen oder die Umwelt bestand nicht."
"Der
Aufsichtsbehörde wurde das Vorkommnis
gemäß Betriebshandbuch nach der Meldekategorie
'N' (Normalmeldung)
fristgerecht angezeigt", mit diesen Worten endet die Pressemitteilung
der E.ON Kernkraft.
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25.
Februar 2008
Flutung einer Pumpenkammer des
Nebenkühlwassersystems im AKW Brokdorf
"Der schleswig-holsteinischen
Atomaufsicht ist von der Betreiberin
des Kernkraftwerks Brokdorf am 26.
Februar ein Meldepflichtiges
Ereignis fristgerecht gemeldet worden", wird vom zuständigen
Sozialministerium in Kiel
am 26.02.08 in
einer Pressemitteilung unter
dem Titel "Meldepflichtiges
Ereignis im Kernkraftwerk Brokdorf" bekannt gegeben.
Das Kieler Sozialministerium teilt darin mit: "Danach kam es im
Verlauf von Prüftätigkeiten im Kernkraftwerk zur ungewollten
Flutung von einer der vier vorhandenen Pumpenkammern des Nebenkühlwassersystems.
Auslöser für die Flutung
mit Elbwasser
war ein defekter
Gummikompensator in einer Rohrleitung des Nebenkühlwassersystems.
Die Aufsichtsbehörde überwacht unter Beteiligung von Sachverständigen die
Untersuchungen zur Ursachenklärung und die Behebung des Schadens."
"Das Nebenkühlwassersystem
ist ein Teil der Nachkühlkette und dient
der Wärmeabfuhr aus den Zwischenkühlsystemen", wird vom
Sozialministerium in Kiel zu der Panne im AKW Brokdorf erklärt. "Das
enthaltene Kühlwasser (Elbwasser) beinhaltet keine radioaktive Strahlung.
Als Teil der Nachkühlkette
ist das System viersträngig
aufgebaut und als Sicherheitssystem redundant ausgeführt."
"Die Betreiberin [E.ON
Kernkraft] meldete
das Ereignis nach der Kategorie N (= Normal)", wird in der
Pressemitteilung ausgesagt. "Die vorläufige
Bewertung der Aufsichtsbehörde bestätigt die von der Betreiberin vorgenommene
Einstufung."
E.ON
Kernkraft: "Kernkraftwerk Brokdorf: Schadhafter Gummikompensator"
Der Atomenergie-Konzern
E.ON Kernkraft berichtet in einer Pressemitteilung
vom 26.02.08
über das 'Ereignis': "Im Kernkraftwerk
Brokdorf wurde am 25.02.2008
im Zuge der Durchführung einer
wiederkehrenden Prüfung im Nebenkühlwassersystem ein defekter Gummikompensator
festgestellt. Über den
defekten Gummikompensator trat Elbwasser aus einer Rohrleitung in eine
Pumpenkammer ein."
"Das elbwasserführende
Nebenkühlwassersystem ist ein Teil der Nachkühlkette und viersträngig
aufgebaut", so die Mitteilung von E.ON Kernkraft, weiter
wird dazu ausgeführt: "Gummikompensatoren
haben die Aufgabe,
die Funktionsfähigkeit von Rohrleitungssystemen bei bestimmten Anforderungsfällen
sicherzustellen. Aufgrund
des Wasserzuflusses in die Pumpenkammer wurden die zugehörigen Pumpen außer
Betrieb genommen und vorsorglich
inspiziert. Der defekte
Gummikompensator wurde gegen ein baugleiches Reserveteil ausgetauscht."
"Das Vorkommnis hatte
keine Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage",
wird von E.ON Kernkraft beteuert. "Das Vorkommnis
liegt unterhalb der
siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von
Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe 0'). Der Aufsichtsbehörde
wurde es nach der Meldekategorie 'N'
(Normalmeldung) fristgerecht angezeigt."
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23.
Januar 2008
Kreis-CDU befürwortet neue Atommeiler in der Region
"Das Atomkraftwerk
Brokdorf sollte nach dem Willen von ortsansässigen CDU-Politikern länger
laufen als geplant", ist auf welt.de am 23.01.08 gemeldet
worden. "Beim Kreisparteitag in Wilster (Kreis Steinburg)
verabschiedeten alle 251 Teilnehmer eine Forderung nach Verlängerung der
Laufzeiten von AKWs. Brokdorf soll nach bisherigen Planungen 2018 den
Betrieb einstellen. Die Kreis-CDU sprach sich zudem grundsätzlich für neue
Atomanlagen in der Region aus. Der Vorstoß sieht auch eine Grenze für den
Neubau von Kohlekraftwerken vor. Hintergrund ist die Angst der
Wilstermarsch-Bewohner vor Umweltbelastungen, da im nahen Brunsbüttel (Kreis
Dithmarschen) mehrere Firmen Kohlekraftwerke bauen wollen."
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09.
Oktober 2007
Defektes Vorsteuerventil einer Frischdampfabsperrarmatur im AKW
Brokdorf
Das
für die Reaktorsicherheit in Schleswig-Holstein zuständige Kieler
Sozialministerium hat in einer Pressemitteilung am
12.10.07 ein neues 'Vorkommnis' im AKW Brokdorf
des Atomenergie-Konzerns E.ON Kernkraft bekannt gegeben:
"Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde ist heute (12. Oktober)
von der Betreiberin des Kernkraftwerks Brokdorf über das Nichtöffnen
eines redundant ausgeführten Vorsteuerventils im Frischdampfsystem
informiert worden."
Die Fehlfunktion trat", laut der Pressemitteilung des
Sozialministeriums in Kiel, "während einer wiederkehrenden Prüfung
im Reaktorschutz auf. Als Fehlerursache wurde eine defekte
elektrische Vorrangbaugruppe identifiziert. Die Funktion der
Absperrarmatur im Frischdampfsystem war dadurch nicht eingeschränkt.
Die Betreiberin hat den Austausch dieser Baugruppe unverzüglich
durchgeführt. Die sich daran anschließende Funktionsprüfung
verlief ohne Auffälligkeiten."
"Dieser Sachverhalt wurde fristgerecht als Meldepflichtiges
Ereignis der Kategorie N der Atomrechtlichen Meldeverordnung und INES
0 der Internationalen Bewertungsskala an das für Atomaufsicht zuständige
Sozialministerium gemeldet", wird vom Kieler Sozialministerium abschließend
mitgeteilt.
E.ON Kernkraft:
"Kernkraftwerk Brokdorf: Baugruppe ausgetauscht"
Von
E.ON Kernkraft wird in einer Pressemitteilung
vom 12.10.07 unter dem verharmlosenden Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf: Baugruppe ausgetauscht" über die neue
Panne im AKW Brokdorf berichtet, die sich demnach bereits am
09.10.07 ereignet hat:
"Im Kernkraftwerk Brokdorf
hat am 9. Oktober 2007 während der Durchführung einer
Wiederkehrenden Prüfung eines von vier Vorsteuerventilen einer
Frischdampfabsperrarmatur nicht geöffnet. Die Funktion der
Frischdampfabsperrarmatur war durch die mehrfach vorhandenen
Vorsteuerventile nicht beeinträchtigt. Ursache
war", nach Aussage von E.ON Kernkraft, "eine defekte
elektronische Baugruppe. Die Baugruppe wurde gegen ein
baugleiches Reserveteil ausgetauscht. Die anschließende
Funktionsprüfung ergab keine Beanstandung."
"Das Vorkommnis hatte
keinen Einfluss auf den sicheren Betrieb der Anlage", wird (natürlich)
von E.ON Kernkraft versichert. "Das Vorkommnis liegt unterhalb der
siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen
Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe 0'). Der
Aufsichtsbehörde wurde es nach der Meldekategorie 'N' fristgerecht
angezeigt."
|
05.
September 2007
Rost am Atomkraftwerk Brokdorf verursachte tödlichen Arbeitsunfall
Rost ist die Ursache für
den tödlichen Arbeitsunfall im AKW Brokdorf, bei dem im Mai zwei
Menschen ums Leben kamen.
Eine verrostete Gerüst-Aufhängung an der Reaktorkuppel ist laut
des Betreiberkonzerns E.ON Kernkraft die Ursache für den Absturz
eines Arbeitsgerüst am 29. Mai 2007, das zwei Menschenleben forderte.
Drei Arbeiter einer Fremdfirma für Bauwerkssanierung aus Landshut
(Bayern) wollten in 50 Meter Höhe auf einem gerüstähnlichen Umlaufkran
die bereits seit zwei Jahren andauernden Sanierungsarbeiten an der Außenhaut
des Meilers fortsetzen und führten gerade Anstricharbeiten durch,
als der Kran aus der Verankerung brach. Ein Arbeiter schlug auf den
Boden auf und war sofort tot. Sein Kollege stürzte auf das Flachdach
eines Anbaus. Trotz sofortiger Intensiv-Versorgung kam für ihn jede Hilfe
zu spät. Der Mann starb kurz darauf an der Unfallstelle. Der dritte
Montagearbeiter fiel durch das Dach eines am Boden stehenden
Versorgungszeltes und wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein
Krankenhaus eingeliefert. (Info-Quelle:
ContrAtom)
|
23.
Juli 2007
Defekt in einer Nebenkühlwasserpumpe
im AKW Brokdorf
"Der
Betreiber des Kernkraftwerks Brokdorf, E.on Kernkraft,
hat dem für die Reaktorsicherheit zuständigen Sozialministerium
im Rahmen eines heutigen aufsichtlichen Gesprächs fristgerecht und schriftlich
ein meldepflichtiges Ereignis mitgeteilt", wird in einer Pressemitteilung
des Sozialministeriums in Kiel berichtet. "An
einer von vier Nebenkühlwasserpumpen waren zu hohe
Laufgeräusche festgestellt worden, die Pumpe wurde daraufhin
abgeschaltet. Im Rahmen eines von der Aufsichtsbehörde und deren
Sachverständigen begleiteten umfangreichen Prüfprogramms wurde in der
Nebenkühlwasserpumpe ein erhöhtes Schwingungsniveau in Verbindung mit einer
erhöhten Lageröltemperatur festgestellt."
"Der Betreiber [E.ON
Kernkraft] hat umgehend mit der Instandsetzung begonnen,
diese Arbeiten werden von der Atomaufsichtsbehörde und den davon hinzugezogenen
externen Sachverständigen begleitet. Ein Herunterfahren der Anlage ist
für die Instandsetzung nicht notwendig", teilt das Kieler
Sozialministerium dazu mit.
Das für die Atomaufsicht in
Schleswig-Holstein zuständige Sozialministerium sagt zu dem 'Vorkommnis' im AKW
Brokdorf weiter aus: "Dieser Sachverhalt wurde der atomrechtlichen
Aufsichtsbehörde als Meldepflichtiges Ereignis (ME) der Kategorie N gemeldet,
da durch den Ausfall der Nebenkühlwasserpumpe einer von vier Nachkühlsträngen
für die Dauer der Instandsetzung nicht zur Verfügung steht. Dies ist
nach der atomrechtlichen Genehmigung zulässig."
E.ON Kernkraft: Kernkraftwerk Brokdorf -
Befund an Nebenkühlwasserpumpe
Der
Beteiber des AKW Brokdorf, E.ON Kernkraft,
gibt darüber in einer Pressemitteilung am 25.07.07
bekannt: "Im Kernkraftwerk Brokdorf wurden am
23.07.2007 erhöhte Laufgeräusche und Lageröltemperaturen
an einer von vier Nebenkühlwasserpumpen festgestellt."
Von E.ON Kernkraft wird darin beteuert:
"Das Vorkommnis hatte keine Auswirkungen auf den sicheren Betrieb
der Anlage. Zur Fehlerbehebung wurde die Pumpe inspiziert und
mit der Instandsetzung begonnen."
Aus
der Sicht von E.ON Kernkraft wird festgestellt: "Das Vorkommnis liegt
unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen
Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe 0'). Der Aufsichtsbehörde
wurde es nach der Meldekategorie 'N' fristgerecht angezeigt."
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14.
Juni 2007
AKW Brokdorf: Nach
Beendigung der Jahresrevision wieder am Netz
"Das Kernkraftwerk
Brokdorf speist seit Donnerstagabend, den 14.06.2007
wieder Strom ins Netz,
nachdem die zuständige
atomrechtliche Aufsichtsbehörde der Wiederinbetriebnahme
zugestimmt hat", wird von E.ON
Kernkraft in einer
Pressemitteilung vom 15.06.07
bekannt gegeben.
"Die Anlage", so die Mitteilung von E.ON Kernkraft, "war am 26.05.2007
zum 19. Brennelementwechsel
und zur planmäßigen
Jahresrevision vom Netz gegangen. Während des Stillstands
wurden 52 der insgesamt 193
Brennelemente durch neue ersetzt. Zudem sind umfangreiche
Inspektions- und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt worden."
Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur
ddp vom 14.06.07
wurden unter Berufung auf das Kieler Sozialministerium "während des
Anlagenstillstands 52 der 193 Brennelemente und drei
Steuerelemente ausgetauscht".
Leistungserhöhung
des AKW Brokdorf nach Turbinenumbau
Nach einem Umbau
der Turbinenanlage liefert das AKW
Brokdorf jetzt mehr
elektrische Leistung, darüber wird von E.ON
Kernkraft in der Pressemitteilung verkündet: "Durch den Umbau
der Hochdruckturbine wurde im Rahmen dieser Revision der letzte
Schritt für die Leistungserhöhung der Anlage vollzogen. Die zukünftige
Nennleistung beträgt rund 1.485 Megawatt."
Tragischer Arbeitsunfall
während der Revision: Zwei Menschen wurden aus bislang ungeklärter
Ursache getötet
"Ende
Mai wurden bei einem Arbeitsunfall
auf dem Gelände des AKW
zwei Menschen getötet.
Ein weiterer Mann
wurde lebensgefährlich
verletzt. Die Männer hatten an
der Reaktorkuppel Sanierungsarbeiten ausgeführt und befanden
sich dazu auf einem Kran in
etwa 50 Metern Höhe." Von Nachrichtenagentur ddp wird darüber
weiter ausgeführt: "Aus bislang
ungeklärter Ursache stürzte der
Kran mit den Arbeitern in die Tiefe."
Kommunikationsprobleme
in Schleswig-Holstein
Eine Kommunikationspanne führt
nach Information von ContrAtom am
14.06.07 zu Verwirrung
bei E.ON
bezüglich des Wiederanfahrens
des AKW Brokdorf.
Wie der Betreiber E.ON
Kernkraft mitteilte, sei vom schleswig-holsteinischen
Sozialministerium am 14.06.07
eine Pressemitteilung
herausgegeben worden, die das Anfahren
des Reaktors in Brokdorf nach der diesjährigen Revision bestätigt.
Von E.ON selbst
wurde zu diesem Zeitpunkt allerdings keinerlei
entsprechende Information an
die Öffentlichkeit gegeben.
- Die verantwortliche Mitarbeiterin sei im Urlaub.
Ein Sprecher von E.ON
sagte dazu, 'er wüsste auch
nicht, ob das Kraftwerk online sei oder nicht'.
Woher das schleswig-holsteinische Ministerium die Information habe, konnte auch
nicht ermittelt werden....
Die Nachricht
[über das Wiederanfahren des AKW Brokdorf] sei
falsch, erklärte
nach Mitteilung von ContrAtom
der
Betreiber
E.ON Kernkraft
später
am 14.06.07.
Es sei bislang
weder der Reaktor am Netz
noch
eine entsprechende Mitteilung an die Medien gegangen.
Die
jährliche Revision im AKW ist dennoch beendet.
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07.
Juni 2007
AKW Brokdorf: Revision im Zeitplan
"Die Revisionsarbeiten
im Atomkraftwerk Brokdorf (1.370 MW) verlaufen nach Zeitplan.
Wie
ein Sprecher des Betreibers E.ON Kernkraft mitteilte, seien alle
Arbeiten „im Zeitplan“. Es gäbe Verzögerungen während der
Wartungsarbeiten und des Brennelementewechsels. Mit der Rückkehr des AKW an das öffentliche Netz rechnet der Betreiber
„Anfang Juni“. Am 28.05. hatte sich im Rahmen der Arbeiten ein schwerer Arbeitsunfall
ereignet als ein Gerüstkran von der Reaktorkuppel abstürzte und zwei
Arbeiter in den Tod riss." (Info-Quelle:
ContrAtom/powernews.org)
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29.
Mai 2007
Zwei tödliche
Arbeitsunfälle während der Revision im AKW Brokdorf
Auf sh:z.de
wird am 29.05.07 zu den tödlichen Arbeitsunfällen während
der Revision im AKW Brokdorf berichtet: "Beim Einsturz
eines gerüstähnlichen Umlaufkranes sind gestern Morgen
[28.05.07] auf dem Gelände des Brokdorfer Kernkraftwerkes zwei
Montagearbeiter ums Leben gekommen. Ein dritter Mann erlitt
lebensgefährliche Verletzungen."
"Die drei Arbeiter einer
Fremdfirma für Bauwerkssanierung aus Landshut (Bayern) wollten in 50
Meter Höhe die bereits seit zwei Jahren andauernden
Sanierungsarbeiten an der Außenhaut des Meilers fortsetzen,
führten gerade Anstricharbeiten durch. Weitere
Bauarbeiter befanden sich unter dem Gerüst in einem
Aufenthalts-Container und bereiteten sich ebenfalls auf ihren
Einsatz auf dem Umlaufkran vor", so der Bericht auf
sh:z.de.
"Gegen 7.30Uhr passierte
es dann: Aus bislang ungeklärter Ursache löste sich das Gerüst
aus seiner Verankerung. 'Mit der gesamten Konstruktion stürzten
die drei Männer in die Tiefe', schildert Itzehoes
Polizeipressesprecher Michael Baudzus die Situation. Ein Arbeiter schlug
auf den Boden auf und war sofort tot. Sein Kollege stürzte auf
das Flachdach eines Anbaus. Der dritte Montagearbeiter fiel
durch das Dach eines am Boden stehenden Versorgungszeltes. 'Dessen
Plane federte den Sturz etwas ab', so Baudzus" gegenüber sh:z.de.
"Glück im Unglück dagegen für die sich im Arbeitscontainer befindlichen
Kollegen: Teile des Umlaufkranes fielen auf den Container und richteten
dort zwar Schaden an, verletzten aber niemanden. Andere
Teile knickten um und stürzten seitlich auf einen weiteren Anbau.
'Nicht auszudenken, wenn sich beim Einsturz gerade andere Kraftwerksmitarbeiter
unter dem Umlaufkran befunden hätten', sagte ein sichtlich geschockter
Feuerwehrmann.
"Wenige
Augenblicke nach dem Unglück war die Werkfeuerwehr des Kernkraftwerkes vor Ort.
Sie forderte sofort zusätzliche Kräfte an" wird auf sh:z.de weiter
berichtet. "Neben mehreren Rettungswagen und Notärzten trafen kurz
darauf auch die Feuerwehren aus Brokdorf und Glückstadt an der Einsatzstelle
ein. Mit Hilfe der Glückstädter Drehleiter kümmerten sich die Retter
um den auf dem Dach des Anbaus liegenden Mannes. Er wurde mit einer
auf dem Rettungskorb befestigten Trage aus 20 Meter Höhe geborgen. Trotz
Intensiv-Versorgung kam für ihn jede Hilfe zu spät. Der Mann
starb kurz darauf an der Unfallstelle. Sein ins Zelt gefallener
Kollege wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein
Krankenhaus eingeliefert. Nach Auskunft der Polizei steht die Identität
der Verunglückten noch nicht endgültig fest. 'Weitere 17 Arbeiter gehören
laut Liste zu der Fremdfirma, alle haben einen schweren Schock erlitten',
berichtet der Polizeisprecher."
"Heute [29.05.07] wollen Kriminalbeamte, Sachverständige sowie Vertreter
des Landesamtes für Arbeitssicherheit die Unglücksursache klären."
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28.
Mai 2007
Zwei Arbeiter sterben bei Kranabsturz am Atomkraftwerk Brokdorf
Bei
einem Kranabsturz auf dem Gelände des Atomkraftwerks Brokdorf
(Kreis Steinburg) sind am Montagmorgen zwei Arbeiter getötet worden. Ein
weiterer wurde lebensgefährlich verletzt. - Wie ein
Polizeisprecher der Polizeidirektion Itzehoe mitteilte, die Männer einer
Fremdfirma für Bauwerkssanierung führten gegen 7.30 Uhr der
Reaktorkuppel Sanierungsarbeiten durch. Hierzu befanden sich die Arbeiter
auf einem an der Kuppel in zirka 50 Meter Höhe befindlichen Umlaufkran.
Aus bislang ungeklärter Ursache ist der Umlaufkran mit den Männer in
die Tiefe abgestürzt. Zwei Arbeiter konnten nur noch tot geborgen werden.
Ein dritter Mann wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein
Klinikum gebracht. Der Kran war auf eine Fahrbahn sowie auf ein Nebengebäude
gefallen. Die Kripo Itzehoe sowie das Landesamt für Arbeitsschutz haben die
Ermittlungen aufgenommen.
(Hamburger Abendblatt)
E.ON Kernkraft: Am 28.05.07 kam es zu einem Arbeitsunfall auf
dem Kraftwerksgelände
Von
dem Betreiber des AKW Brokdorf, der E.ON Kernkraft, war
noch am Unglückstag, dem 28.05.07, folgende Stellungnahme
in einer Pressemitteilung dazu abgegeben worden: "Das Kernkraftwerk
Brokdorf ist seit Samstagmorgen [26.05.07] für die planmäßige
Revision vom Netz. Im Rahmen von Anstricharbeiten an der Außenseite
des Reaktorgebäudes kam es heute [28.05.07] gegen 7.30 Uhr zu
einem Arbeitsunfall auf dem Kraftwerksgelände. Dabei kamen bei dem Absturz
eines Hängegerüstes zwei Personen zu Tode, zwei weitere
Personen wurden verletzt. Die Verletzten sind umgehend in ein
Krankenhaus transportiert worden."
"Der
Unfallort befindet sich außerhalb des nuklearen Sicherheitsbereiches der
Kraftwerksanlage. Der genaue Unfallhergang wird derzeit
ermittelt."
"Das Unternehmen
E.ON Kernkraft sowie die Mitarbeiter des Kernkraftwerks
Brokdorf sind über den Vorfall tief betroffen."
Von Seiten des für die Atomaufsicht im Land Schleswig-Holstein zuständigen
Sozialministeriums in Kiel liegt bislang keine Stellungnahme
zu den tödlichen Arbeitsunfällen am AKW Brokdorf
vor.
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26. Mai
2007
AKW
Brokdorf für Revision und Brennelementwechsel vom Netz
Das Atomkraftwerk Brokdorf
ist am 26.05.07 "planmäßig" zur jährlichen Revision vom
Netz gegangen. Wie
die Betreibergesellschaft E.ON Kernkraft mitteilte, soll während der
diesjährigen Revision neben dem Brennelementwechsel umfangreiche Wartungs-
und Instandhaltungsarbeiten vorgenommen werden
. Die
Revision soll voraussichtlich am 13.06.07 abgeschlossen sein. (Info-Quelle:
ContrAtom/powernews.org)
|
13. April
2007
Erneute
Probleme mit der Notstromversorgung im AKW Brokdorf
Von E.ON
Kernkraft wird in einer Pressemitteilung
vom 17.04.07
unter dem Titel "Kernkraftwerk
Brokdorf: Schalter ausgetauscht" zugegeben, daß es
erneut Probleme
mit der Notstromversorgung des AKW
Brokdorf gegeben hat:
"Im Kernkraftwerk Brokdorf
schaltete am 13. April 2007
während der Durchführung
einer Wiederkehrenden Prüfung an einem
der vier Notspeise-Notstromdiesel der
Generatorschalter erst verzögert ein", so die
Pressemitteilung von E.ON Kernkraft.
Laut E.ON Kernkraft "hatte das Vorkommnis
keine Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage. Zur Fehlerbehebung
wurde der Generatorschalter
gegen ein baugleiches Reserveteil ausgetauscht. Die anschließend
durchgeführte Funktionsprüfung verlief ohne Beanstandung."
"Das Vorkommnis
liegt", so E.ON Kernkraft, "unterhalb
der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von
Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe 0'). Der Aufsichtsbehörde wurde es
nach der Meldekategorie 'N' fristgerecht angezeigt."
Bereits am 24.11.06
war von E.ON Kernkraft
in einer Pressemitteilung
mitgeteilt
worden: Am 20.11.06
wurde im AKW Brokdorf
im "Rahmen einer Wiederkehrenden
Prüfung eines Notstromdieselaggregates" festgestellt, daß
ein "Kuppelschalter nicht
ordnungsgemäß öffnete". - "Dieser Schalter
ist" nach Darstellung von E.ON Kernkraft vom 24.11.06 "einer von zwei
Schaltern, der die Notstromschiene
von dem internen Eigenbedarfsnetz trennt." "Da der
zweite Schalter" gemäß Aussage von E.ON Kernkraft "funktionsgerecht öffnete, war der Funktionsprobelauf des
Notstromdieselaggregates nicht beeinträchtigt."
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05.
März 2007
Inbetriebnahme
des Standort-Zwischenlagers am AKW Brokdorf
Am 09.03.07 ist in der
Print-Ausgabe der Norddeutschen Rundschau von E.ON
Kernkraft in einer ganzseitigen Anzeige aus
der Serie "Nachrichten für Nachbarn - Rund ums Kernkraftwerk
Brokdorf" über die Inbetriebnahme des Standort-Zwischenlagers
in Brokdorf berichtet worden. Als Datum der ersten
Einlagerung eines Atommüll-Behälters im
Standort-Zwischenlager Brokdorf wird darin von E.ON Kernkraft
der 05.03.07 angegeben.
In der ganzseitigen Anzeige von E.ON Kernkraft befindet sich
u.a. ein wohlwollender Bericht über die Einlagerung
des ersten Castor-Behälters, der mit Fotos der Castoren in der
Atommüll-Lagerhalle in Brokdorf abgerundet wird. - Es
ist daher davon auszugehen, daß im Zeitraum vom 05.03. bis zum 09.03. das
Abstellen weiterer Atommüll-Behälter durchgeführt worden
ist.
Von dem für die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständigen
Sozialministerium in Kiel oder von dem Atomenergie-Konzern
E.ON ist bislang keine Pressemitteilung
über die Inbetriebnahme des Standort-Zwischenlagers in
Brokdorf bekannt geworden...
Rückblick: In einer Pressemitteilung
mit dem Titel "Ministerin Trauernicht: 'Zwischenlager Brokdorf darf
nicht zum Endlager werden!' war am 16.02.07 von der Landesregierung
Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie,
Jugend und Senioren) die Inbetriebnahme des Standort-Zwischenlagers
am AKW Brokdorf angekündigt worden. Demnach "will
E.ON in der kommenden Woche" (bezogen war dies folglich auf den
Zeitraum vom 19.03. - 25.03.07) die ersten Atommüll-Behälter
mit abgebrannten Brennelementen in der Lagerhalle
abstellen.
Standort-Zwischenlager
Brokdorf
Nach der für das Standort-Zwischenlager
Brokdorf vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am 28.11.03
erteilten atomrechtlichen Genehmigung dürfen max. 100
Atommüll-Behälter vom Typ CASTOR V/19 mit max. 1000
Tonnen Atommüll dort für (zunächst?) 40 Jahre
"zwischengelagert" werden. Ursprünglich hatte E.ON
die Einlagerung von 1200 Tonnen Atommüll beantragt. - Diese
atomrechtliche Genehmigung gilt ausdrücklich auch für plutonium-haltigen
Atommüll aus abgebrannten MOX-Brennstäben!
Gegen das Zwischenlager Brokdorf wurden seinerzeit 1600
Einwendungen erhoben.
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16.
Februar 2007
Erste Castoren sollen nächste Woche im Standort-Zwischenlager Brokdorf
eingelagert werden
In einer Pressemitteilung mit
dem Titel "Ministerin Trauernicht: 'Zwischenlager Brokdorf darf
nicht zum Endlager werden!'" wird von der Landesregierung
Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie,
Jugend und Senioren) am 16.02.07 die Inbetriebnahme
des Standort-Zwischenlagers am AKW Brokdorf angekündigt.
Demnach will E.ON in der kommenden Woche die
ersten Atommüll-Behälter mit abgebrannten
Brennelementen in der Lagerhalle abstellen.
Das für die Atomaufsicht
zuständige Sozialministerium in Kiel schreibt in seiner
Pressemitteilung: "'Nukleare Zwischenlager sind nur Behelfslösungen;
zu Dauereinrichtungen dürfen sie nicht werden!' Mit diesen Worten kommentierte
die für die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständige Ministerin
Dr. Gitta Trauernicht die bevorstehende Inbetriebnahme
des Standortzwischenlagers Brokdorf. Die Betreibergesellschaft
e.on will in der nächsten Woche die ersten CASTOR-Behälter
einlagern. 'Die Bundesregierung', so Trauernicht
weiter, 'hat sich zur nationalen Verantwortung für die sichere
Endlagerung von Kernbrennstoffen bekannt und angekündigt,
in dieser Legislaturperiode zu einer Lösung dieser
Frage zu kommen. Diesen Worten müssen nun auch Taten folgen. Die
Bevölkerung will mit Recht wissen, welche Gesteinsformationen und welche
potenziellen Endlagerstandorte für abgebrannte Brennelemente in den Blick
genommen werden; Bundesumweltminister Gabriel ist gefordert!'"
"Die Ministerin wies darauf hin, dass ein vom Bundesumweltministerium
berufener Arbeitskreis bereits im Jahre 2002 'Ausschluss- und
Abwägungskriterien' für die Standortauswahl formuliert sowie eine umfassende
Bürgerbeteiligung und die untertägige Erkundung mindestens
zweier Standorte gefordert hat", so der Wortlaut der
Pressemitteilung weiter. "Im Jahre 2005 legte das Bundesamt
für Strahlenschutz einen 'Synthesebericht' vor, der zu dem Ergebnis
kommt, dass keines der "Wirtsgesteine" (Salz, Ton, Granit)
eindeutige Vorteile gegenüber den anderen habe. Das von der
Bundesregierung für die Dauer von bis zu zehn Jahren verfügte
'Gorleben-Moratorium' ist inzwischen ins siebte Jahr gegangen."
"Die gesetzlich festgelegte Verpflichtung der
Kernkraftwerksbetreiber zur Einrichtung von Zwischenlagern
folgt aus dem 'Atomkonsens' zwischen Bundesregierung und
Energieversorgungsunternehmen. Die Zwischenlagerung erspart die
früher üblichen nuklearen Transporte abgebrannter
Brennelemente zur Wiederaufarbeitung im Ausland", wird vom Kieler
Sozialministerium mitgeteilt. "Diese Transporte sind
seit dem 1. Juli 2005 gesetzlich verboten."
Das Sozialministerium in Kiel führt weiter aus: "Aufgrund gesetzlicher
Vorgaben ist für die atomrechtliche Genehmigung nuklearer
Zwischenlager in Deutschland das Bundesamt für Strahlenschutz
zuständig. Die atomrechtliche Aufsicht liegt dagegen
bei den Reaktorsicherheitsbehörden der Länder. Die Überwachung
sämtlicher Bestimmungen und Auflagen aus dem atomrechtlichen
Genehmigungsbescheid ist damit also Ländersache - in Schleswig-Holstein
Aufgabe des Sozialministeriums."
"Die atomrechtliche Genehmigung des Standortzwischenlagers
Brokdorf wurde am 28. November 2003 vom Bundesamt
für Strahlenschutz erteilt. Die baurechtliche
Genehmigung durch den Kreis Steinburg folgte am 4.
Februar 2004. Die Betriebsdauer wurde - wie für alle
nuklearen Zwischenlager in Deutschland - auf höchstens 40 Jahre
festgelegt. Das Bundesamt für Strahlenschutz
stellte in seinem Genehmigungsbescheid fest, dass nach dem Stand
von Wissenschaft und Technik - auch gegenüber Einwirkungen von
außen - hinreichende Vorsorge getroffen und der Strahlenschutz
für die Bevölkerung und das Personal gewährleistet sei."
Das Kieler Sozialministerium fortsetzend: "In seinem
Genehmigungsbescheid stellte das Bundesamt für Strahlenschutz ausdrücklich
fest, die getroffene Vorsorge beziehe sich auch auf den gezielt
herbeigeführten Absturz eines Flugzeuges auf das Zwischenlager. Selbst
bei ungünstigen Annahmen würde dieses Ereignis
nach Auffassung des Bundesamtes für Strahlenschutz nicht
zu erheblichen Freisetzungen radioaktiver Stoffe führen."
"Die
Reaktorsicherheitsbehörde im schleswig-holsteinischen Sozialministerium hat in
dieser Woche letzte offene Fragen zur Anlagensicherung und zur Inbetriebsetzung
des Lagers geklärt und die dem Betreiber e.on auferlegte Einführung eines
Standortleiters zugelassen, der für die Koordination der Dienstleistungen zuständig
sein wird. Damit
kann die Inbetriebnahme des Zwischenlagers erfolgen",
stellt das Sozialministerium abschließend fest.
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09.
Januar 2007
Leuchtender Protest von Greenpeace am Atomkraftwerk Brokdorf
- Atomkraft
verringert nicht die Abhängigkeit von Öl
In
einer Presseerklärung teilt Greenpeace am 09.01.07 zu einer Aktion
am AKW Brokdorf am gleichen Tag unter dem Titel "Aufklärung
an der Reaktorkuppel" mit:
"Aufklärung an der
Reaktorkuppel
Mit einer kleinen Nachhilfe für die Bundeskanzlerin haben sich Greenpeacer in
die Debatte um die blockierte russische Ölpipeline eingemischt. Sie
projizierten einen Spruch auf die Reaktorkuppel des AKW
Brokdorf: Öl = Auto, Atomkraft = Strom, Frau Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel will den Atomausstieg überdenken, weil eine der
wichtigsten Ölpipelines von Russland nach Westeuropa derzeit blockiert wird.
Der Haken an der Sache: Uran kann Öl nicht ersetzen. Mit Uran
fährt kein Auto, wird keine Heizung betrieben - abgesehen von den
Nachtspeicherheizungen, deren Nutzung eigens ausgebaut wurde, um die
Atomkraftwerke nachts auszulasten. Und unabhängig macht Uran auch
nicht.
Für wie dumm hält die Bundesregierung die Menschen eigentlich? , fragt
Thomas Breuer, Energieexperte bei Greenpeace. Jedes Kind in Deutschland weiß,
dass Öl zu Benzin verarbeitet wird und in den Tanks der Autos landet. Das hat
rein gar nichts mit Atomkraft zu tun. Es ist an der Zeit, dass dieses Wissen
auch bei der Kanzlerin ankommt.
Die Bundeskanzlerin sollte sich nicht länger vor den Karren der Atomindustrie
spannen lassen. Wenn sie die Abhängigkeit vom Öl ernsthaft reduzieren will,
muss sie die Autoindustrie in die Pflicht nehmen. Die muss endlich effiziente,
sparsame Automodelle auf den Markt bringen. Die technischen Voraussetzungen dafür
sind längst vorhanden. Die heutigen Spritfresser haben auf den Straßen nichts
zu suchen.
Atomkraftwerke dienen ausschließlich der Stromerzeugung. In Deutschland ist die
Versorgung zu fast 30 Prozent vom Energieträger Uran abhängig.
Breuer weist darauf hin, dass dieses Uran zu nahezu 100 Prozent
importiert werden muss. Ein Ausstieg aus dem beschlossenen Atomausstieg hieße,
diese Abhängigkeit über die nächsten Jahre zu zementieren.
Hinzu kommt, dass die Uran- ebenso wie die Ölvorkommen nicht unerschöpflich
sind. In spätestens 65 Jahren wird der Rohstoff weltweit nicht mehr verfügbar
sein. Das zeigt eine Studie, die Greenpeace im Februar 2006 veröffentlicht hat.
Schon jetzt macht sich die Verknappung in gestiegenen Preisen bemerkbar. Den größten
Teil des Urans für die europäischen Atomkraftwerke liefert übrigens Russland.
Im Jahre 2004 waren es 25 Prozent.
Thomas Breuer: Eine wirkliche Unabhängigkeit der Energieversorgung erreicht
Deutschland nur durch massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien und durch
Energiesparmaßnahmen. Sonne, Wind und Erdwärme kann man nicht abschalten.
"
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20.
November 2006
Schalterdefekt
an einem Notstromdieselaggregat im AKW Brokdorf
Von E.ON Kernkraft
wird in einer Pressemitteilung vom 24.11.06
mitgeteilt: Am 20.11.06 wurde im AKW Brokdorf
im "Rahmen einer Wiederkehrenden Prüfung eines
Notstromdieselaggregates" festgestellt, daß ein "Kuppelschalter
nicht ordnungsgemäß öffnete".
"Dieser Schalter ist" nach Darstellung von E.ON Kernkraft "einer
von zwei Schaltern, der die Notstromschiene von dem internen
Eigenbedarfsnetz trennt." "Da der zweite
Schalter" gemäß Aussage von E.ON Kernkraft "funktionsgerecht
öffnete, war der Funktionsprobelauf des
Notstromdieselaggregates nicht beeinträchtigt."
Zu der Ursache des Schalterdefektes teilt E.ON Kernkraft mit: "Als Ursache
wurde eine defekte elektronische Baugruppe ermittelt. Zur
Fehlerbehebung wurde die betroffene Baugruppe ausgetauscht.
Eine anschließende Funktionsprüfung verlief ohne Beanstandung."
"Das Vorkommnis liegt" laut E.ON Kernkraft "unterhalb der
siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von
Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe 0')."
Das
für die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständige Sozialministerium in
Kiel hat sich zu dem neuen 'Ereignis' im AKW Brokdorf nicht geäußert.
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17.
November 2006
AKW
Brokdorf: Nach Reparaturen wieder am Netz
Die Landesregierung
Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie,
Jugend und Senioren) gibt in einer Pressemitteilung vom 17.11.06
bekannt: Das AKW Brokdorf "ist in der vergangenen
Nacht wieder in Betrieb gegangen". "Dies teilte das für die Reaktorsicherheit
in Schleswig-Holstein zuständige Sozialministerium
heute (17. November) in Kiel mit."
Das für die Atomaufsicht zuständige Sozialministerium in Kiel
stellt fest: "Im Rahmen eines von der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde vorsorglich
initiierten umfangreichen Prüfprogramms waren im Kernkraftwerk
Brokdorf an vier Rohrleitungen des Speisewassersystems Abweichungen der
vorhandenen Ausführung von Konstruktionsvorgaben festgestellt worden.
An vier Festpunkten der Speisewasserleitungen fehlten die nach
den Konstruktionsvorgaben vorgesehenen Kegelstifte. Diese Kegelstifte
sollen bei extrem seltenen, theoretisch aber dennoch zu
unterstellenden großen Erschütterungen zusätzlich
zu den an jeder Halterung vorhandenen 36 Verschraubungen die auftretenden
Kräfte mit abtragen."
"Insgesamt wurden von der Betreiberin [E.ON Kernkraft] im
Rahmen einer Instandsetzung 68 Sicherungsstifte montiert",
so das Kieler Sozialministerium.
Zur Durchführung dieser Instandsetzung war das AKW Brokdorf am
Abend des 14.11.06 außerplanmäßig vom Netz gegangen.
Das Wiederanfahren des Atommeilers
Brokdorf ist von E.ON Kernkraft in einer sehr
knapp gehaltenden Pressemitteilung vom 17.11.06
bestätigt worden: "Das Kernkraftwerk Brokdorf speist seit heute Nacht
wieder Strom ins Netz. Das Kernkraftwerk wurde am 14.11.06 für Reparaturarbeiten
an Rohrleitungshalterungen im Speisewassersystem abgeschaltet."
Die Nachrichtenagentur
ddp meldete am 17.11.06 darüber: "Das
schleswig-holsteinische Atomkraftwerk Brokdorf ist am
Freitag wieder in Betrieb gegangen. Insgesamt seien vom Kraftwerksbetreiber
E.ON im Rahmen einer Instandsetzung 68 Sicherungsstifte
montiert worden, teilte eine Sprecherin des für die Reaktorsicherheit
zuständigen Sozialministeriums am Freitag in Kiel mit. Nach Abschluss der
Arbeiten hätten keine Bedenken gegen die Wiederinbetriebnahme bestanden."
"Zur Durchführung der Instandsetzung war die Anlage am
vergangenen Dienstag außerplanmäßig heruntergefahren und vom
Netz genommen worden. Grund waren Arbeiten am Leitungssystem für die
Notkühlwasserversorgung. Bei einem umfangreichen Prüfprogramm sind
nach Angaben der Sprecherin «an vier Rohrleitungen des
Speisewassersystems Abweichungen der vorhandenen Ausführung von
Konstruktionsvorgaben festgestellt» worden. Diese nun hinzugefügten
Sicherungsstifte sollen bei extrem seltenen, großen Erschütterungen
zusätzlich zu den an jeder Halterung vorhandenen 36 Verschraubungen die auftretenden
Kräfte mit abtragen."
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14.
November 2006
AKW
Brokdorf wegen fehlender Halterungsstifte an Rohrleitungen außerplanmäßig
abgeschaltet
Laut einer Pressemitteilung der
Landesregierung Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales,
Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren) vom 15.11.06 ist das AKW
Brokdorf "gestern Abend (14. November) in Abstimmung
mit der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde abgefahren und vom
Netz genommen worden. Dies teilte die für die Reaktorsicherheit in
Schleswig-Holstein zuständige Ministerin Dr. Gitta Trauernicht am 15. November
in Kiel mit."
Die Landesregierung Schleswig-Holstein gibt in ihrer
Pressemitteilung zu den Ursachen der (außerplanmäßigen) Abschaltung
des AKW Brokdorf bekannt: "Im Rahmen eines von der atomrechtlichen
Aufsichtsbehörde initiierten umfangreichen Prüfprogramms wurden im Kernkraftwerk
Brokdorf Abweichungen der vorhandenen Ausführung von Konstruktionsvorgaben
festgestellt. Dies betrifft Festpunkte des Speisewassersystems,
die zur Lastabtragung bei Störfällen benötigt werden."
Nach Aussage des Sozialministeriums in Kiel wird "die Betreiberin [E.ON
Kernkraft] die Rohrleitungshalterungen umgehend reparieren.
Die Arbeiten werden von der Atomaufsichtsbehörde und den davon hinzugezogenen
externen Sachverständigen begleitet."
Die Halterungsstifte an
den Rohrleitungen des Speisewassersystems fehlen bereits seit 1986!
"Wegen fehlender
Halterungsstifte an Rohrleitungen ist das Kernkraftwerk
Brokdorf in Schleswig-Holstein vorläufig vom Netz genommen
worden", dies meldet die Nachrichtenagentur AP am 15.11.06. "«Es
gibt Konstruktionsvorgaben, wonach die Halterungen nicht nur durch jeweils 36
Schrauben sondern zusätzlich durch Stifte gesichert sein sollten»,
sagte der Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit des zuständigen
Landessozialministeriums, Wolfgang Cloosters, am Mittwoch in Kiel. Nach
Feststellen des Befundes durch die Atomaufsicht hätten die Betreiber
die Anlage [AKW Brokdorf] am Dienstagabend vom Netz genommen, um die
fehlenden Stifte einzubauen."
Die Nachrichtenagentur AP berichtet zu dem neuen 'Vorkommnis' im AKW Brokdorf
ausführlich weiter: "Bei den Stiften handelt es sich laut
Ministerium um insgesamt 68 Stück an vier Halterungen, die zusätzlich
zu Schrauben die Rohrleitungen abstützen sollten. Die entsprechenden
Rohre befinden sich im nicht nuklearen Teil des Reaktors,
im Bereich der Wärmeübertragung und führen heißes
Wasser in den Dampferzeuger. «Selbst wenn eine Halterung nicht
halten würde, würde die Anlage beherrscht werden», sagte Cloosters."
"Die Atomaufsicht hatte die Abweichung von
Konstruktionsvorgaben laut Ministerium im Rahmen eines umfangreichen Prüfprogramms
festgestellt. «Auslöser waren Erkenntnisse in anderen
Anlagen, wo festgestellt worden war, dass dort gewisse Stifte fehlen»,
erläuterte Cloosters. Wieso diese Abweichungen nicht früher
aufgefallen seien, werde derzeit geklärt."
"Möglicherweise sei bewusst von den Konstruktionsvorgaben
abgewichen worden, sagte der Leiter der Reaktorsicherheit" in dem
Bericht der Nachrichtenagentur AP. "1986 habe es vor
Inbetriebnahme der Anlage eine umfangreiche Abnahme gegeben. «Wir gehen derzeit
davon aus, dass die Rohrleitungshalterungen auch nur von den Schrauben getragen
würden und deswegen abgenommen wurden, auch wenn sie nicht den
Konstruktionsvorgaben entsprechen», sagte Hendrik Glaser, Referent in
der Reaktorsicherheit."
"Derzeit verstärke die Betreibergesellschaft [E.ON
Kernkraft] die Halterungen, wobei sie von der Atomaufsicht
und externen Sachverständigen unterstützt werde. Das Ministerium geht nach
eigenen Angaben davon aus, dass die Anlage in einigen Tagen wieder ans
Netz gehen kann."
"Das Kraftwerk Brokdorf an der Unterelbe ist das letzte in Deutschland ans
Netz gegangene Atomkraftwerk. Erst im Mai [2006]
hatten die Betreiber E.ON und Vattenfall nach einem langjährigen
Prüfverfahren vom Kieler Sozialministerium die Erlaubnis
erhalten, die Leistung in Brokdorf zu erhöhen. Damit
sei eine Abschaltung für den Sommer 2018 vorgesehen",
so die Meldung von AP abschließend.
Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur
ddp vom 15.11.06 "seien Arbeiten am
Leitungssystem für die Notkühlwasserversorgung" der Grund
für diese Abschaltung, "sagte eine Sprecherin des für die Reaktorsicherheit
zuständigen Sozialministeriums am Mittwoch in Kiel. Im Rahmen eines
vom Ministerium initiierten umfangreichen Prüfprogramms seien bei dem Leitungssystem
«Abweichungen der vorhandenen Ausführung von den Konstruktionsvorgaben
festgestellt» worden. Kraftwerksbetreiber E.ON habe sofort
einer Abschaltung des Meilers zugestimmt." - Die
Nachrichtenagentur ddp berichtet weiter: "Die Betreiberin wird die Rohrleitungshalterungen
umgehend reparieren. Die Arbeiten werden von der Atomaufsichtsbehörde
und den davon hinzugezogenen externen Sachverständigen begleitet."
Von dem Betreiber des AKW
Brokdorf, der E.ON Kernkraft, wird in einer Pressemitteilung
vom 15.11.06 nur eine sehr kurze Stellungnahme
zu der außerplanmäßigen Abschaltung des Atommeilers in Brokdorf
abgegeben: "Das Kernkraftwerk Brokdorf wurde
gestern Abend vorsorglich für Reparaturarbeiten vom Netz genommen. Im Rahmen
des Kurzstillstandes werden Rohrleitungshalterungen im Speisewassersystem
instandgesetzt."
Fast schon selbstverständlich: Nach Einschätzung der E.ON Kernkraft
"liegt das Vorkommnis unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala
zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken
('Stufe 0')."
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30.
Oktober 2006
30. Jahrestag
der 1. Brokdorf-Bauplatzbesetzung
Nachstehend dokumentieren wir
einen Bericht in der taz vom 28.10.06 zum 30. Jahrestag der 1.
Brokdorf-Bauplatzbesetzung:
Das Symbol Brokdorf
Vor 30 Jahren erlebte die
Anti-Atomkraftbewegung nach der Bauplatzbesetzung des AKW Brokdorf eine immense
Dynamik. Schlachten an Bauzäunen zeigten aber auch die Grenzen der Militanz auf
VON KAI VON
APPEN, FRITZ STORIM UND UWE
ZABEL
Der Nachmittag des 30. Oktober
1976 ist ein nebliger und verregneter Tag, wie er im Norden zu dieser Zeit
normal ist. Tagelang hatte es genieselt, der Boden der Wilster Marsch ist
matschig. Dass der graue Samstag zu einem denkwürdigen Datum werden sollte,
ahnte in der Region daher niemand.
Und das, obwohl die Zeichen eigentlich auf Sturm stehen: Wenige Tage zuvor hatte
die Atomkraftwerks-Betreiberfirma Nordwestdeutsche Kernkraftwerks AG (NWK) ein
Areal am Rande des schleswig-holsteinischen Dorfes Brokdorf in der Wilster
Marsch in einer Nacht- und Nebel-Aktion gekapert. Werkschützer sichern seither
das Terrain rund um die Wettern - wie die natürlichen Wassergräben heißen -
mit Reizsprüh-Geräten und gefährlichem Nato-Draht. Diese borstigen und
silbernen Drähte, in denen sich Menschen leicht verheddern, verursachen scheußliche,
schwere Wunden.
Ein weiteres AKW
Ein weiterer Atommeiler der an
der Elbe rund 40 geplanten AKWs soll für die Hamburgischen Electricitäts-Werke
(HEW) - die heute dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall gehören - in Bau
gehen. Die HEW bauten in jener Zeit bereits im allgemeinen
Industrialisierungs-Wahn des Hamburger SPD-Wirtschaftssenators Helmuth Kern an
der Elbe parallel die Atomkraftwerke Stade (Inbetriebnahme: 1972) am niedersächsischen
Ufer sowie gegenüber in Dithmarschen den Reaktor Brunsbüttel (Inbetriebnahme:
1977) und den Reaktor in Krümmel bei Geesthacht (Inbetriebnahme 1984).
Die Anwohner der Region lassen sich durch den Coup nicht schocken. Die Hamburger
Anti-AKW-Aktivistin Almuth Lüthje und einige Weggefährten - zum Teil hochkarätige
Wissenschaftler des Arbeitskreises "Politische Ökologie" und der
Bremer Physiker Jens Scheer - hatten auf die Region schon längst ein Auge
geworfen und sich auf den "Tag X" vorbereitet. Da die Bauern bei den
gesetzlichen Anhörungen von den Behörden schikaniert wurden, war nun
praktischer Widerstand angesagt.
Auch wenn die DemonstrantInnen an jenem 30. Oktober 1976 frühzeitig vor dem
Bauplatz in der Nachbargemeinde Wewelsfleth gestoppt werden, marschieren sie im
Friesennerz und Gummistiefeln über die Straßen, Schleichwege und Wiesen
entlang der Wettern nach Brokdorf, um nach kilometerlangen Märschen an ihr Ziel
zu kommen. Der pazifistische Song begleitet sie: "Wehrt euch, leistet
Widerstand, gegen die Atomkraft im Land", so der Refrain, "...schließt
Euch fest zusammen...." Das Lied sollte zum Kampfruf der Anti-AKW-Bewegung
werden.
Die Konfrontation nimmt ihren Lauf. Mit Drahtscheren ausgestattet schnippen die
8.000 DemonstrantInnen die Zäune auf, Bauern und Anwohner werfen als
Transparente getarnte Teppiche auf die Nato-Draht-Barrieren, um diese unverletzt
zu überwinden. Leute machen sich an Leitplanken der so genannten NWK-Stichstraße
zu schaffen, liften sie aus dem feuchten Boden, um sie zerkleinert als Brücken
über die Wettern zu nutzen. Werkschützer und Polizisten versuchen mit neuen
Reizgassprüh-Geräten ihre Niederlage zu verhindern.
Doch der menschliche Druck von außen ist zu groß. Bei Einbruch der Dunkelheit
steht fest: Ein großer Teil des Bauplatzes am Elbdeich ist besetzt!
Nur eine eiligst aufgebaute Nato-Draht-Barriere zu den NWK-Unterkünften und dem
Polizei-Areal quer über das Gelände verhindern die gesamte Besetzung des
Platzes. Matratzen und Verpflegung für die zahlreichen Platzbesetzer werden
herangeschafft.
Die Kralle des Staates
Doch die Euphorie hält nur
kurz an. Obwohl die Polizei unter Vermittlung eines Pastor versichert, den
Status quo der Besetzung zu akzeptieren, vermeldet die Tagesschau bereits um 20
Uhr die Räumung des Platzes. Eineinhalb Stunden später beginnt das gemeldete
Szenario: Knüppel und Reizsprüh-Einsätze der NWK-Werkschützer ohne Maß.
Wasserwerfer räumen die befestigten Straßen, schießen auf dem Platz mit
Reizgas-Wasser über die Nato-Draht-Barrieren in die Menge. Weil die Menschen
ein derart brutales Vorgehen nicht erwartet hatten, gibt es viele Verletzte. Auf
dem Areal des Bauern Ali Reimers muss von Sanitätern und Ärzten improvisiert
ein Lazarett eingerichtet werden, um die Reiz- und Tränengas-Verletzten zu
versorgen.
Tags darauf demonstrieren erneut 4.000 Menschen vor dem geplanten AKW Brokdorf.
Diesmal gegen die Polizeiwillkür. Der Bürgermeister der Nachbargemeinde
Wewelsfleth, Eckhard Sachse fordert zum Widerstand auf. Der Brokdorfer Bürgermeister
Eckhard Block hatte sich für eine NWK-Spende für ein Dorf-Schwimmbad seinen
Widerstand abkaufen lassen.
Allein in Hamburg gründen sich nach den Ereignissen des 30. Oktobers innerhalb
weniger Tage mehr als 30 Bürgerinitiativen in den Stadtteilen oder zu
Themenschwerpunkten. Zu deren Treffen kommen Dutzende entsetzter Menschen. Hinzu
kommt, dass sich nach anfänglichen Zaudern die so genannte
"K-Gruppen-Bewegung" - Kommunistischer Bund (KB), Kommunistischer Bund
Westdeutschland (KBW) sowie die KPD/AO und die KPD/ML - in den Metropolen
Hamburg und Bremen dem Thema Atomkraft annehmen. Die Organisationen können im
Norden auf mehr als 10.000 AktivistInnen zurückgreifen. Die örtliche Bürgerinitiative
Unterelbe (BUU) entwickeln sich in der Elbregion zum Dachverband und an der
Weser entstehen die Bremer Bürgerinitiativen gegen Atomanlagen (BBA).
Bauplatz zur Wiese
Bereits am 13. November 1976 bläst
die Anti-Atom-Bewegung zur erneuten Machtprobe. 45.000 Menschen versammeln sich
am Bauplatz. Motto: "Der Bauplatz muss wieder zur Wiese werden." Die
Besetzung wird erneut versucht. Es gibt eine stundenlange Schlacht, die es in
der Intensität noch nicht gegeben hat. Steine und Wurfgeschosse fliegen auf die
im AKW-Gelände postierten Polizeieinheiten, diese werfen offenbar in
Verzweiflung mit Steinen zurück. Denn die ätzend angereicherten Flüssigkeiten
aus den Wasserwerfern sowie die Tränengas-Granaten zeigen keine abschreckende
Wirkung auf die Menge auf den Deichen - den ProtestlerInnen gelingt es oft, die
Tränengas-Granaten einfach ins tiefer liegende Gelände wieder zurückzuwerfen,
wo sie vor den Füssen der Polizeieinheiten explodieren. Einige Wasserwerfer
werden auf den befestigten Straßen mit Manpower und Seilen geentert, manövrierunfähig
beinahe in die Wettern katapultiert.
Die Polizei-Hubschrauber werden mit Aluminium-Drachen auf Höhe gehalten, die
Alu-Flieger legen zudem den Polizeifunkverkehr weitgehend lahm. Doch eine
erneute Bauplatzbesetzung misslingt. Der Rauch der Tränengas-Schwaden hängt
noch Tage über der Wilster Marsch.
Der neue Trend
Motorradhelme und Gasmarken
sind in diesen Tagen auf dem Schwarz-Markt der Renner. Und die kleine gelbe
Plakette "Atomkraft - nej tak" von den dänischen Nachbarn wird
eingedeutscht. Der "Atomkraft - nein Danke!"-Button gehört seitdem
zum Assesscoire vieler ökologisch aufgeschlossener Menschen - entweder am
Revers der Kleidung oder als Autoaufkleber am Heck des PKW.
Es folgt eine weitere Protestwelle der Anti-Atom-Bewegung am 19. Februar 1977.
Im Vorwege hat es nach dem brutalen Polizeivorgehen Differenzen über die
richtige Strategie gegeben. Der Anti-AKW-Bewegung droht die Spaltung. Jeweils
etwa 40.000 Menschen reisen zu den zwei verschiedenen Kundgebungen nach Wilster
und in die Kreisstadt Itzehoe. Aber der Massenprotest zeigt auch Wirkung, die
Verwaltungsgerichte verhängen einen Baustopp für das AKW Brokdorf.
Nahezu zeitgleich verkündet der niedersächsische CDU-Ministerpräsident Ernst
Albrecht provokativ, dass er die Salzstöcke von Gorleben im Wendland zum
atomaren Endlager auserkoren habe, nach dem ein Jahr zuvor eine Brandrohdung über
dem Atommülllager-Areal den Weg geebnet hatte. Tausende demonstrieren, werden
von der Bevölkerung schon frühmorgens mit belegten Brötchen empfangen.
Den Höhepunkt der Militanz - aber auch ihre Grenzen - zeigt die Schlacht um das
niedersächsischen AKW Grohnde bei Hannover am 19. März 1977 auf. Zur Spaltung
der Anti-Atom-Bewegung ist es zwar nicht gekommen, aber nicht jeder der
Aktivisten der ersten Stunde ist vor Ort, als 20.000 Menschen in Grohnde
demonstrieren. Viele sind mit passendem Handwerkzeug ausgerüstet: Drahtscheren,
Bolzenschneider, Flex-Maschinen, Schweißbrenner. Helme, Gasmasken und
Schutzschilde gehören ohnehin zur Standard-Ausrüstung. Die Vertrauensleute der
Gruppen koordinieren sich über CB-Funk. Die jeweiligen "Kampftrupps"
rekrutieren sich aus den angereisten Initiativen oder Buskontingenten.
"HH" steht für Hamburg, "HB" für Bremen und "H"
für Hannover: Die Trupps werden über Ansagen aus dem Megaphon oder den Funkgeräten
koordiniert. "H1 bis H 5 " zu "HB 12 bis HB 14", "HH 1
bis 8 bleibt in Position", "HH 9 bis HH 18 konzentriert sich hinten
auf die Pipeline ...."
Kein militanter Erfolg
Eine Weile sieht es so aus, als
könnte der Bauplatz Grohnde erobert werden. Zumal die Wasserzuleitung zum
Terrain von den AKW-Gegnern gekappt werden kann und damit die Wasserwerfer ohne
Nachschub da stehen. Aber es zeigt sich, dass es im Kampf gegen die staatliche
Macht auch Grenzen gibt, wenn keine Menschenleben gefährdet werden sollen.
Nachdem der robuste Bauzaun an einer Stelle geknackt worden ist, zeigt die
Staatsmacht ihre Zähne. Dutzende Reiterstaffeln der bundesdeutschen
polizeilichen Kavallerien werden ohne Rücksicht auf Verluste ins Feld
geschickt, um ein Fiasko für die Atommafia zu verhindern. Es gibt viele
Schwerverletzte.
Und der Staat rüstet weiter auf. Notstandsgesetze, Rasterfahndung und die
Allzweckwaffe des Paragraphen 129a (Bildung terroristischer Vereinigungen), die
im Zuge der Fahndung nach der RAF zuvor geschaffen worden sind, werden auch
zunehmend gegen die Anti-Atomkraft Bewegung eingesetzt. Das merken die
Teilnehmer des Hamburger Konvois zur Demo gegen den Schnellen Brüter in Kalkar
am 24. September 1977. Als sie in eine Polizeisperre im niedersächsischen
Sittensen fahren, stehen sie nicht nur Polizisten ausgerüstet mit Knüppel und
Wasserwerfern gegenüber, sondern blicken auf dem mit Scheinwerfer erleuchteten
abgelegenen Terrain in Maschinenpistolenläufe. Hunderte werden festgenommen, in
"grünen Minnas" in abgelegene Hallen transportiert und
erkennungsdienstlich nach den Normen der RAF-Fahndung behandelt. Dutzende von
BUU-Bussen müssen auf der Autobahn wenden, kehren mit Tausenden um. Der legendäre
Deutsche Herbst hat begonnen. An diesem Tag erscheint übrigens in Kalkar eine
Nullnummer einer neuen Tageszeitung - der taz.
Noch mal aufbäumen
Nachdem der Baustopp in
Brokdorf aufgehoben worden ist, bäumt sich die Anti-AKW-Bewegung noch mal auf:
100.000 Menschen marschieren bei Minus 10 Grad und eisigem Wind und allen
massiven Polizeisperren zum Trotz am 28. Februar 1981 in Richtung Bauplatz. Doch
das AKW Brokdorf wird gebaut und geht 1986 trotz der Reaktorkatastrophe am 26.
April im ukrainischen Tschernobyl ans Netz. Das kann auch eine Demonstration am
7. Juni 1986 nicht mehr verhindern, in deren Verlauf der Hamburger Konvoi mit
10.000 Menschen von der Polizei außergewöhnlich brutal gestoppt und anschließend
zerschlagen wird.
Dennoch hat der 30. Oktober 1976 viele Menschen aus dem Schlaf gerüttelt.
Hamburgs SPD-Bürgermeister Hans-Ulrich Klose machte sich wenige Jahre später für
einen Kurswechsel der Sozialdemokraten beim Bau des AKW- Brokdorf stark. In
vielen Teilen der Bevölkerung - auch bei den Gewerkschaften, die jahrzehntelang
die Atomkraft als Zukunftstechnologie gepriesen haben - setzte ein Sinneswandel
ein. Sie reihten sich ins Lager der Atomkraftgegner ein.
So sind wohl manche Blessuren aus jenen Tagen nicht vergebens gewesen, auch wenn
die atomaren Zeitbomben weiter ticken und die Atomlobby das Rad der Geschichte
wieder umdrehen möchte, wenn über längere Laufzeiten der Reaktoren oder über
eine Renaissance der Technologie trotz des jüngsten Beinahe-GAU im schwedischen
AKW Forsmark-1 am 25. Juli dieses Jahres debattiert wird - und die Atommüll-Transporte
nach Gorleben nur mit Polizei-Armeen durchgesetzt werden können.
( taz Nord vom 28.10.2006, S.
27, (TAZ-Bericht), KAI VON APPEN / FRITZ STORIM / UWE ZABEL )
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14.
September 2006
Fehlerhafte Betätigung
des Druckhalterabblaseventils im AKW Brokdorf
Im AKW Brokdorf ist es
"durch eine irrtümliche Betätigung des Druckhalterabblaseventils
zu einem meldepflichtigen Ereignis gekommen", dies wird von der Landesregierung
Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie,
Jugend und Senioren) in einer Pressemitteilung vom 14.09.06
bekannt gegeben. "Es handelt sich um ein meldepflichtiges Ereignis
der Kategorie E, das von der Betreiberin [E.ON Kernkraft] unverzüglich
der Aufsichtsbehörde gemeldet worden ist. Heute hat die Betreiberin die von der
Aufsichtsbehörde verlangte, nach der Atomrechtlichen Meldeverordnung
vorgesehene endgültige Meldung der Aufsichtsbehörde übermittelt."
"Das Sozialministerium hat noch am Tage
des Ereignisses die Sachverständige TÜV NORD SysTec GmbH & Co. KG zur
Sachverhaltsaufklärung hinzugezogen. Die Aufsichtsbehörde hat
im Ergebnis das Ereignis auf der Basis der Beurteilung durch
die Sachverständigen", so der Wortlaut des zuständigen Sozialministeriums
in Kiel, "als weniger bedeutsam eingestuft."
In der Pressemitteilung der Landesregierung
Schleswig-Holstein wird das 'Ereignis' im AKW Brokdorf folgendermaßen erklärt: "Das
Ventil, das zur Druckabsicherung des Primärkreises bei Störfällen benötigt
wird, wurde während einer wiederkehrenden Prüfung irrtümlich durch Öffnen
eines Steuerventils betätigt. Auslegungsgemäß wurde das durch Fehlhandlung geöffnete
Ventil vom Begrenzungssystem nach circa 14 Sekunden geschlossen, so dass der
stationäre Volllastbetrieb durch die Störung praktisch nicht beeinträchtigt
war. Die Betreiberin hat zwischenzeitlich Vorkehrungen gegen eine Wiederholung
einer solchen Fehlhandlung getroffen."
Von der Landesregierung Schleswig-Holstein wird z.B. nicht mitgeteilt, wann
sich dieser 'Vorfall' ereignet hat.
Abblaseventil
laut E.ON Kernkraft für einige Sekunden geöffnet
"Im
Kernkraftwerk Brokdorf wurde während der Durchführung einer Wiederkehrenden Prüfung
irrtümlich ein Druckhalter-Abblaseventil geöffnet", so der
Wortlaut einer Pressemitteilung der E.ON Kernkraft vom 15.09.06 zu
dem 'Ereignis' im AKW Brokdorf.
"Das Abblaseventil ist neben zwei Sicherheitsventilen für die
Druckabsicherung des Primärkreislaufes zuständig. Nach der Öffnung
wurde das Ventil" laut E.ON Kernkraft "auslegungsgemäß
automatisch nach einigen Sekunden durch eine entsprechende Schutzeinrichtung
wieder geschlossen."
"Das Vorkommnis hatte keine Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der
Anlage. Es liegt unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur
sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe
0'). Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Meldekategorie 'E' unverzüglich
angezeigt."
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17.
Juni 2006
AKW Brokdorf ist nach der Jahresrevision wieder am
Netz
Die Landesregierung
Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend
und Senioren) gibt in einer Pressemitteilung vom 19.06.06 bekannt, daß
das AKW Brokdorf nach Abschluß des jährlichen Brennelementwechsels
und der damit verbundenen planmäßigen Jahresrevision wieder am Netz ist.
"Kernkraftwerk Brokdorf nach
Jahresrevision wieder am Netz. - Das Kernkraftwerk Brokdorf ist nach Abschluss
des jährlichen Brennelementwechsels und der damit verbundenen planmäßigen
Jahresrevision wieder am Netz. Dies teilte das Sozialministerium als
Reaktorsicherheitsbehörde am 19. Juni in Kiel mit."
Nach Darstellung der Landesregierung
Schleswig-Holstein war das AKW Brokdorf am 31.05.06 für die
Durchführung der Jahresrevision und dem Brennelementwechsel abgeschaltet
worden. Beim Brennelementwechsel wurden 48 der 193 im
Atomreaktorkern befindlichen Brennelemente sowie drei
Steuerelemente ausgetauscht.
Das Sozialministerium in Kiel als Reaktorsicherheitsbehörde teilt weiter mit,
daß "hervorzuhebende Revisionsereignisse nicht aufgetreten sind".
Bei der Revision wurden demnach allerdings "zwei meldepflichtige
Ereignisse" festgestellt, die "aber
sicherheitstechnisch weniger bedeutsam" seien. - Um welche 'Ereignisse'
es sich konkret handelt bleibt unerwähnt.
"Das Kernkraftwerk Brokdorf war am 31. Mai 2006 zur Durchführung der
Jahresrevision vom Netz genommen worden. Während des diesjährigen
Anlagenstillstands wurden 48 der 193 im Reaktorkern befindlichen Brennelemente
und drei Steuerelemente ausgetauscht. Hervorzuhebende Revisionsereignisse sind
nicht aufgetreten. Im Rahmen der umfangreichen Prüfungen,
Instandhaltungsarbeiten und kleineren Änderungen zur Optimierung der Anlage und
ihres Betriebes waren zwei Ereignisse meldepflichtig, aber sicherheitstechnisch
weniger bedeutsam."
E.ON Kernkraft: Das AKW
Brokdorf speist seit dem 17.06.06 wieder Strom ins Netz
Nach einer Pressemitteilung von
E.ON Kernkraft vom 19.06.06 ist das AKW Brokdorf,
nachdem die zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde der
Wiederinbetriebnahme zugestimmt hatte, am 17.06.06 wieder ans Netz
gegangen. Der Atommeiler an der Unterelbe war demnach am 31.05.06 zum 18.
Brennelementwechsel und zur "planmäßigen" Jahresrevision vom
Netz gegangen. Während des Stillstands wurden 48 der insgesamt 193
Brennelemente durch neue ersetzt.
"Das Kernkraftwerk Brokdorf speist
seit Samstag, den 17.06.2006 wieder Strom ins Netz, nachdem die zuständige
atomrechtliche Aufsichtsbehörde der Wiederinbetriebnahme zugestimmt hat. Die
Anlage war am 31.05.2006 zum 18. Brennelementwechsel und zur planmäßigen
Jahresrevision vom Netz gegangen. Während des Stillstands wurden 48 der
insgesamt 193 Brennelemente durch neue ersetzt. Zudem sind umfangreiche
Inspektions- und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt worden."
Laut E.ON Kernkraft in der Pressemitteilung traten "zwei
Vorkommnisse unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur
sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe
0')" auf. - Auch von E.ON werden diese 'Vorkommnisse' nicht weiter
konkretisiert.
"Zwei
Vorkommnisse unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur
sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe
0') traten auf. Der Aufsichtsbehörde wurden sie nach der Meldekategorie 'N'
fristgerecht angezeigt."
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31. Mai
2006
AKW
Brokdorf für Revision und Brennelementwechsel vom Netz genommen
Das
AKW Brokdorf ist am 31.05.06 zur Jahresrevision und zum 18.
Brennelementwechsel vom Netz genommen worden. Dies wird von E.ON
Kernkraft in einer Pressemitteilung vom 19.06.06 bekannt gegeben.
"Das Kernkraftwerk Brokdorf speist seit
Samstag, den 17.06.2006 wieder Strom ins Netz, nachdem die zuständige
atomrechtliche Aufsichtsbehörde der Wiederinbetriebnahme zugestimmt hat. Die
Anlage war am 31.05.2006 zum 18. Brennelementwechsel und zur planmäßigen
Jahresrevision vom Netz gegangen."
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30. Mai
2006
Revision und Brennelementwechsel im AKW Brokdorf angekündigt
In einer Pressemitteilung vom 30.05.06 ist von der Landesregierung
Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie,
Jugend und Senioren) die Jahresrevision im AKW Brokdorf
angekündigt worden. Demnach wird des Atomkraftwerk an der Unterelbe am 31.05.06
zum jährlichen Brennelementwechsel und der damit verbundenen
"planmäßigen" Revision vom Netz genommen.
"Das Kernkraftwerk Brokdorf wird am
31. Mai zum jährlichen Brennelementwechsel und der damit verbundenen planmäßigen
Revision vom Netz genommen werden. Das teilte das Sozialministerium als
Reaktorsicherheitsbehörde am 30. Mai in Kiel mit. Das Kernkraftwerk war seit
der letzten Revision im Juli 2005 ununterbrochen in Betrieb."
Bei dem Brennelementwechsel sollen 48 der 193
im Atomreaktor befindlichen Brennelemente ausgetauscht werden. Während der
Revision sind "umfangreiche wiederkehrende Prüfungen,
Instandhaltungsarbeiten und kleinere Änderungen zur Optimierung der Sicherheit
der Anlage und ihres Betriebs vorgesehen". Dabei werden unter anderem auch
"Funktionsprüfungen an Ventilen im nicht-nuklearen
Wasserdampfkreislauf durchgeführt". Dabei, so das
Sozialministerium in Kiel, kann es zum "Austritt von reinem
Wasserdampf" kommen.
"Während des diesjährigen
Anlagenstillstands sollen 48 der 193 im Reaktorkern befindlichen Brennelemente
ausgetauscht werden. Wie im Vorjahr sind wiederum umfangreiche wiederkehrende Prüfungen,
Instandhaltungsarbeiten und kleinere Änderungen zur Optimierung der Sicherheit
der Anlage und ihres Betriebs vorgesehen. Während der diesjährigen Revision
werden unter anderem auch Funktionsprüfungen an Ventilen im nicht-nuklearen
Wasserdampfkreislauf durchgeführt. Dabei kann es zum Austritt von reinem
Wasserdampf kommen."
Wann das AKW Brokdorf voraussichtlich wieder
ans Netz gelassen wird von der Landesregierung Schleswig-Holstein nicht
mitgeteilt. Zuletzt war der Atommeiler im Zeitraum vom 18.06.05 bis zum
01.07.05 zur Revision außer Betrieb genommen worden.
In der Pressemitteilung der Landesregierung Schleswig-Holstein wird keine
Auskunft darüber gemacht, ob im AKW Brokdorf während der
Revisionarbeiten bereits Tätigkeiten für die am 24.05.06
atomrechtlich genehmigte thermische und elektrische Leistungserhöhung
erfolgen.
Von
E.ON
Kernkraft
liegt bislang noch keine Pressemitteilung über die anstehende Jahresrevision
und dem Brennelementwechsel im AKW Brokdorf vor.
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24.
Mai 2006
Leistungserhöhung um 135 Megawatt im AKW Brokdorf atomrechtlich genehmigt
Als zuständige Reaktorsicherheitsbehörde
hat das Sozialministerium in Kiel eine von den Betreibergesellschaften
E.ON und Vattenfall beantragte Leistungserhöhung für das AKW Brokdorf
genehmigt. Dies wird in einer Pressemitteilung vom 24.05.06 von der Landesregierung
Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend
und Senioren) mitgeteilt.
Diese atomrechtliche Genehmigung läßt eine Erhöhung der thermischen
Leistung von 3765 Megawatt (MW)th auf 3900 MWth zu. Damit kann die Generator-Nennleistung
von bislang ca. 1440 Megawatt elektrischer Leistung (MW(el)) auf ca.
1500 MWel erhöht werden. - "Bei
Ausschöpfung der jetzt genehmigten Leistungserhöhung dürfte die zulässige
Reststrommenge nunmehr bereits im Sommer 2018" und nicht bis
"voraussichtlich zum Jahreswechsel 2018/2019" erreicht werden, so das
Sozialministerium in Kiel.
"Das Sozialministerium hat als zuständige Reaktorsicherheitsbehörde
eine von den Betreibergesellschaften e.on und Vattenfall beantragte Leistungserhöhung
für das Kernkraftwerk Brokdorf genehmigt. Der hierfür nach dem Atomgesetz
erforderliche Genehmigungsbescheid lässt eine Erhöhung der thermischen
Leistung von 3765 Megawatt (MW)th auf 3900 MWth zu. Die Generator-Nennleistung
kann damit von circa 1440 Megawatt elektrischer Leistung (MW(el)) auf
circa 1500 MWel erhöht werden. Dies teilte die Pressestelle des Ministeriums am
24. Mai in Kiel mit. Bei Ausschöpfung der jetzt genehmigten Leistungserhöhung
dürfte die zulässige Reststrommenge nunmehr bereits im Sommer 2018 erreicht
werden."
Nach der Pressemitteilung der
Landesregierung Schleswig-Holstein hat das zuständige Ministerium "die
Leistungserhöhung in einem langjährigen Prüfverfahren umfassend unter
Beteiligung von zahlreichen Sachverständigen" untersucht. Dabei seien
"nicht nur die sicherheitstechnische Unbedenklichkeit der Erhöhung
selbst", sondern auch "sämtliche daraus resultierenden
Auswirkungen auf die Gesamtanlage intensiv" geprüft worden.
Das Resultat des "langjährigen Prüfverfahrens": "Der Betreiber
[E.ON] hat nach diesen Prüfungen Anspruch auf Genehmigung", da
"im Ergebnis gegen das Vorhaben [einer Leitungserhöhung] keine
sicherheitstechnischen Bedenken bestehen".
"Das Ministerium untersuchte die Leistungserhöhung in einem langjährigen
Prüfverfahren umfassend unter Beteiligung von zahlreichen Sachverständigen.
Dabei wurden nicht nur die sicherheitstechnische Unbedenklichkeit der Erhöhung
selbst, sondern auch sämtliche daraus resultierenden Auswirkungen auf die
Gesamtanlage intensiv geprüft. Im Ergebnis bestehen gegen das Vorhaben keine
sicherheitstechnischen Bedenken. Der Betreiber hat nach diesen Prüfungen
Anspruch auf Genehmigung."
Nach Aussage des
Sozialministeriums in Kiel beruhe die Genehmigung auf dem "geltenden
Atomgesetz" und stehe auch im "Einklang mit dem Atomkonsens".
Dazu erklärend aus Kiel: "Danach dürfen die in der Bundesrepublik
Deutschland betriebenen Kernkraftwerke nur noch eine für jede Anlage
individuell berechnete Reststrommenge erzeugen. Nach deren Erreichen erlischt
grundsätzlich die Betriebsgenehmigung." Und: "Mit der bisherigen
Nennleistung hätte das Kernkraftwerk Brokdorf voraussichtlich noch bis zum
Jahreswechsel 2018/2019 betrieben werden können."
"Die Genehmigung beruht auf dem geltenden Atomgesetz und steht auch im
Einklang mit dem Atomkonsens. Danach dürfen die in der Bundesrepublik
Deutschland betriebenen Kernkraftwerke nur noch eine für jede Anlage
individuell berechnete Reststrommenge erzeugen. Nach deren Erreichen erlischt
grundsätzlich die Betriebsgenehmigung. Mit der bisherigen Nennleistung hätte
das Kernkraftwerk Brokdorf voraussichtlich noch bis zum Jahreswechsel 2018/2019
betrieben werden können."
Von der Nachrichtenagentur
ddp-nrd vom 24.05.06 wird dazu ergänzend berichtet: "Nach Angaben des Deutschen Atomforums hat das bei Hamburg gelegene
Kernkraftwerk [Brokdorf] im vergangenen Jahr weltweit den meisten Strom
erzeugt. Insgesamt wurden dort knapp zwölf Milliarden Kilowattstunden Strom
produziert."
Dafür wurde durchschnittlich einmal
pro Monat eine "meldepflichtige" Panne im AKW Brokdorf von E.ON
Kernkraft in Kauf genommen: Nach den vier Quartalsberichten 2005 zu den
"Meldepflichtigen Ereignissen in Anlagen zur Spaltung von
Kernbrennstoffen in der Bundesrepublik Deutschland" vom Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS) hat es im Jahr 2005 im AKW Brokdorf 12
"meldepflichtige Ereignisse" gegeben, darunter
"Einschaltversagen einer Nachkühlpumpe bei Wiederkehrender Prüfung"
(30.03.05), "Ausschaltversagen einer Nachkühlpumpe bei Wiederkehrender Prüfung"
(30.03.05), "Erhöhter Ansprechdruck eines Sicherheitsventils im Beckenkühlsystem
bei Wiederkehrender Prüfung" (26.06.05), "Ansprechen des
Drehmomentschalters einer Blockierspindel im Not- und Nachkühlsystem bei einer
Wiederkehrenden Prüfung" (19.09.05), "Funktionsstörung einer Armatur
im Notspeisesystem" (07.11.05), ...
Darüber wird der Öffentlichkeit allerdings nichts mitgeteilt.
Zu dem
atomrechtlichen Genehmigungsverfahren für eine Leistungserhöhung
im AKW Brokdorf erfolgte nach bisherigem Kenntnisstand keine Öffentlichkeitsbeteiligung.
Erhöhung
der thermischen Leistung - Folge: Mehr Temperatur und Druck im Atomreaktor
Brokdorf
Von der Landesregierung
Schleswig-Holstein wird allerdings nicht mitgeteilt wie die
Leistungssteigerung im AKW Brokdorf durchgeführt werden darf, d.h. welche
Umbaumaßnahme dazu in dem Atommeiler notwendig ist und welche geänderte Verfahrenstechnik eingesetzt
werden soll.
=>
Eine Erhöhung der thermischen Leistung (der Wärmeerzeugung)
ist möglich, wenn der Druckwasserreaktor durch Erhöhung der Kernspaltungen
"heißer" gefahren wird. Dadurch erhöhen
sich die Temperatur und der Druck im Primärkreislauf, seine
"thermische Leistung" steigt an. - Und damit auch das Risiko: Das
'Hochfahren' des Reaktors auf eine höhere Leistung ist kein 'Routinevorgang',
denn eine unausweichliche Folge ist die dadurch resultierende höhere
Materialbelastung. Die Gefahr von Rissen und
Brüchen infolge von Materialermüdung vergrößert sich. - Zudem steigen
die radioaktiven Emissionen an und mehr
hochradioaktiver Atommüll wird erzeugt.
"Christian Küppers vom Ökoinstitut, der auch Mitglied der
Strahlenschutzkommisson der Bundesregierung ist, sieht das geplante Hochfahren
der Reaktoren - anders als die Antragsteller - nicht als Routinevorgang. 'Jede
Leistungserhöhung, die auch tatsächlich mit einer Erhöhung der thermischen
Leistung verbunden ist, also mit mehr Kernspaltung pro Reaktor, erhöht auch das
Risiko.' Höhere Materialbelastung sei die unausweichliche Folge." ...
"Ein Hochfahren würde mehr radioaktiven Abfall verursachen und vor allem
auch zu Materialschwächen führen." (taz vom 12.04.01)
Eine Leistungserhöhung
für das AKW Brokdorf wurde 1999 nicht genehmigt!
E.ON
hatte laut Informationen der Amberger Bürgerinitiative e.V. schon mal eine
Leistungserhöhung für das AKW Brokdorf
beantragt - dies wurde im Mai 1999 von der
schleswig-holsteinischen Landesregierung abgelehnt. „Es fehlte
der Nachweis, daß auch hinsichtlich aller Bereiche, auf die sich die
Leistungserhöhung auswirkt, die erforderliche Schadensvorsorge gewährleistet
ist.“ (Ministerium für Finanzen und Energie des Landes
Schleswig-Holstein, Mai 1999)."
Weitere Anträge zur
Leistungssteigerung von Atommeilern liegen bereits vor
Nach
einem Artikel in der taz vom 14.04.01 mit dem Titel "Unheimliche
Aufrüstung" haben, "unbemerkt von der Öffentlichkeit", die AKW-Betreiber
bereits für die AKW Unterweser, Grohnde, Grafenrheinfeld,
Philippsburg, Neckarwestheim, Gundremmingen und Isar-1 Anträge
für eine Leistungssteigerung gestellt.
"Doch tatsächlich soll in den
nächsten Monaten und Jahren die Leistung der deutschen Atomkraftwerke ausgebaut
werden. Nicht nur das Atomkraftwerk Gundremmingen soll künftig 'heißer'
gefahren werden, sondern auch alle anderen bayerischen Atommeiler. Doch der als
besonders atomfreundlich geltende Freistaat im Süden ist diesmal nicht
alleiniger Vorreiter. Auch in anderen Bundesländern sollen Kraftwerksleistungen
kräftig aufgestockt werden. Dass im größten deutschen Atomkraftwerk im schwäbischen
Gundremmingen die Reaktorleistung um sieben Prozent hochgefahren werden soll,
ist kein Geheimnis. Doch dass auch die Atommeiler Isar I und Grafenrheinfeld
ihre Leistung um fünf Prozent steigern wollen, war bislang nicht bekannt. Der
Sprecher des bayerischen Umweltministeriums, Robert Schneider, bestätigte eine
entsprechende Anfrage. 'Leistungssteigerungen sind in Bayern in Gundremmingen,
Grafenrheinfeld und Isar I beantragt.' Auch andere Kraftwerke wie
Neckarwestheim, Philippsburg, Grohnde und Unterweser hätten ähnliche Anträge
gestellt." (taz vom 12.04.01)
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08.
Februar 2006
Inbetriebnahme des Standort-Zwischenlager Brokdorf für Anfang 2007 angekündigt
Nach einem Bericht in den Kieler
Nachrichten vom 08.02.06 soll laut dem Kieler Sozialministerium
"frühestens Anfang 2007" das Standort-Zwischenlager
Brokdorf in Betrieb gehen. (Nach Angaben von Vattenfall Europe soll das
Standort-Zwischenlager Krümmel den Betrieb in diesem Sommer 2006 aufnehmen.)
"Im
Sommer soll laut Betreiber Vattenfall Europe das Zwischenlager in Krümmel
seinen Betrieb aufnehmen, während der Standort Brokdorf (E.ON) laut
Sozialministerium frühestens Anfang 2007 mit der Einlagerung beginnt."
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18.
September 2005
Standort-Zwischenlager
am AKW Brokdorf soll fertig gestellt sein
Von der Welt am Sonntag
(WamS) wurde am 18.09.05 berichtet, daß das Standort-Zwischenlager
am AKW Brokdorf "fertig" gestellt
worden sein. In der Lagerhalle in Brokdorf sollen demnach "Anfang
des nächsten Jahres die ersten Castorbehälter" abgestellt
werden.
"Atomabfälle werden künftig vor
Ort gelagert - Zwischenlager in Brokdorf ist fertig"
"Unmittelbar neben dem Kernkraftwerk
Brokdorf an der Unterelbe ist - wie auch bei anderen noch aktiven Atommeilern -
ein strahlungssicheres Zwischenlager errichtet worden. Es wird Anfang des nächsten
Jahres die ersten Castorbehälter aufnehmen. Die riesige Halle mit meterdicken
Betonwänden und -decken ist fast 100 Meter lang sowie nahezu 30 Meter breit und
hoch." ... "Im Brokdorfer Zwischenlager finden 100 Castorbehälter
Platz. Damit ist die Anlage eigentlich überdimensioniert. Denn für die im
Atomkonsens vereinbarte Restlaufzeit des Brokdorfer Meilers bis 2020 fallen jährlich
rechnerisch nur 2,5 Behälter an. Wie verlautet, rechnen die Betreiber E.on und
Vattenfall aber damit, daß nach dem Sieg von Union und FDP am heutigen Wahltag die deutschen Atomkraftwerke länger im Betrieb bleiben, als von Rot-Grün
zugestanden wurde."
Bislang
ist dieser Artikel in der WamS nicht durch weitere Quellen bestätigt worden.
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01.
Juli 2005
AKW
Brokdorf ist nach Revision und Brennelementwechsel wieder am Netz
Von
der E.ON Kernkraft wird in einer Pressemitteilung vom 03.07.05 bekannt
gegeben, daß das AKW Brokdorf nach Beendigung der Jahresrevision "seit
dem Spätabend des 01.07.2005 wieder am Netz" ist. - Die Atomanlage
war am 18.06.05 zum "17. Brennelementwechsel und zur planmäßigen
Jahresrevision außer Betrieb".
"Das Kernkraftwerk Brokdorf ist seit dem Spätabend des 01.07.2005
wieder am Netz, nachdem die Aufsichtsbehörde der Wiederinbetriebnahme
zugestimmt hat. Die Anlage war seit dem 18.06.2005 zum 17. Brennelementwechsel
und zur planmäßigen Jahresrevision außer Betrieb."
Bei der Revision wurden 48 der insgesamt 193 Brennelemente durch neue
ersetzt, die durchgeführten Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten
ergaben laut E.ON "keine sicherheitstechnisch relevanten Befunde".
"Während der Revision wurden 48 der insgesamt 193 Brennelemente
durch neue ersetzt. Die umfangreichen Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten
ergaben keine sicherheitstechnisch relevanten Befunde." Jedoch: "Zwei
Vorkommnisse unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur
sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken (Stufe 0)
traten auf." - Um welche "Vorkommnisse" es sich dabei
handelt, teilt E.ON Kernkraft allerdings nicht mit...
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18.
Juni 2005
AKW
Brokdorf für Revision und Brennelementwechsel vom Netz genommen
Das
AKW Brokdorf ist am 18.06.05 zur Revision und zum 17.
Brennelementwechsel vom Netz genommen worden. Dies wird von E.ON
Kernkraft in einer Pressemitteilung vom 20.06.05 bekannt gegeben. Während
des Brennelementwechsels sollen 48 der insgesamt 193 Brennelemente ersetzt
werden. Schwerpunkte bei der Revision sind u.a. Überprüfungen von
Turbinenschnellschluss- und Stellventilen, die Inspektion einer Kühlmittelpumpe
und Arbeiten am Generator.
"Das Kernkraftwerk Brokdorf ist am Samstag, den 18. Juni 2005 zum 17.
Brennelementwechsel und zur planmäßigen Revision vom Netz gegangen." ...
"Während der diesjährigen Revision werden 48 der insgesamt 193
Brennelemente durch neue ersetzt. Das umfangreiche Inspektions- und
Instandhaltungsprogramm mit bis zu 1.200 externen Fachkräften beinhaltet die Überprüfung
von Turbinenschnellschluss- und Stellventilen, die Inspektion einer Kühlmittelpumpe
und Arbeiten am Generator."
Von der Landesregierung Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales,
Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren) war bereits am 17.06.05 in einer
Pressemitteilung die "planmäßige"Abschaltung vom AKW Brokdorf
zur Revision und dem Brennelementwechsel für den 18.06.05 angekündigt worden.
Wie lange das AKW Brokdorf abgeschaltet bleibt, wird von beiden Seiten nicht
mitgeteilt. - Im vergangenen Jahr erfolgte die Revision und der
Brennelementwechsel im Zeitraum vom 06.08.04 bis zum 25.08.04.
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30.
März 2005
Neues
'Vorkommnis' im AKW Brokdorf: Zwei Notkühlpumpen waren defekt
Im
AKW Brokdorf gibt es beim Notkühlsystem erhebliche Probleme: Am
30.03.05 wurden bei Inspektionen zwei defekte Notkühlpumpen
festgestellt. Eine der vier Notkühlpumpen im Atommeiler ließ sich überhaupt
nicht starten, eine zweite konnte während des Testes nicht wieder abgeschaltet
werden. In beiden Fällen waren defekte Leistungsschalter als Ursache ermittelt
worden. Diese seien bereits ersetzt worden. - Die 'Störungen' sollen natürlich "keinerlei
Auswirkung auf den sicheren Betrieb" gehabt haben, so E.ON Kernkraft
in einer Pressemitteilung vom 31.03.05.
"Im Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung ließ sich am 30. März 2005
eine von vier Notkühlpumpen nicht einschalten und eine weitere Pumpe nicht
ausschalten. Als Ursache wurden verschiedenartige Defekte an den betroffenen
Leistungsschaltern ermittelt. Die defekten Schalter wurden ausgetauscht. Die Störungen
hatten keinerlei Auswirkungen auf den sicheren Betrieb."
Bereits am 21.03.05 sprang im Rahmen einer technischen Überprüfung eine
von vier Nachkühlpumpen nicht an (s.u.).
Auch
bei den Kältemaschinen traten erneut "Störungen" auf: Am 26.03.05
schaltete sich eine der vier Kältemaschinen nach einer "Störung"
"automatisch ab". Als Grund dafür ist ein "defektes
Getriebe" ermittelt worden, daß zur Zeit ausgetauscht wird. Dazu E.ON
Kernkraft in der Pressemitteilung vom 31.03.05:
"Aufgrund einer Störung hat sich am
26. März 2005 eine von vier Kältemaschinen automatisch abgeschaltet. Die Kältemaschinen
haben die Aufgabe, Kaltwasser für die entsprechenden Verbraucher bereit zu
stellen. Als Ursache wurde ein schadhaftes Getriebe ermittelt, welches zurzeit
ausgetauscht wird."
Von
der Landesregierung Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz)
ist am 01.04.05 zu den 'Vorkommnissen' im AKW Brokdorf eine
Pressemitteilung herausgegeben worden: "Im Kernkraftwerk Brokdorf (Kreis
Steinburg) ist es zu Störungen an Kältemaschinen und Nachkühlpumpen gekommen.
Radioaktivität ist durch die Störungen nicht freigesetzt worden, und es sind
auch keine Personen gefährdet worden." ... "Bei einer Routineprüfung
am Kaltwassersystem wurde am 17. März 2005 Kältemittel im Kaltwasserkreislauf
festgestellt. Ursache war eine Undichtigkeit in einem Verdampfer in einer von
vier Kältemaschinen. Die Undichtigkeit wurde detektiert und beseitigt. Aufgrund
eines Getriebeschadens fiel am 26. März 2005 eine andere von vier Kältemaschinen
aus. Diese wird derzeit instand gesetzt." ... "Darüber hinaus wurden
im Rahmen von wiederkehrenden Prüfungen am 21. März 2005 und am 30. März 2005
Defekte an Schaltern für drei Nachkühlpumpen
festgestellt. Die entsprechenden Schalter wurden umgehend ausgetauscht. Die Klärung
der Schadensursache ist noch nicht abgeschlossen und erfolgt unter Hinzuziehung
von Sachverständigen."...
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21.
März 2005
'Ereignis'
im AKW Brokdorf: Nachkühlpumpe startete nicht
Nach einer Pressemitteilung der
E.ON Kernkraft GmbH vom 24.03.05 hat es im AKW Brokdorf ein
'Vorkommnis' gegeben: Im Rahmen einer technischen Überprüfung sprang am 21.03.05
eine von vier Nachkühlpumpen nicht an. Als Ursache wird ein "mechanischer
Defekt" an einem "Leistungsschalter" angegeben. Der
betroffene Schalter ist demnach inzwischen ersetzt worden. - Die 'Funktionsstörung'
soll natürlich "keinerlei Auswirkung auf den sicheren Betrieb"
gehabt haben.
"Kernkraftwerk Brokdorf: Defekter Schalter an einer Nachkühlpumpe
ausgetauscht - Im Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung am 21.03.2005 schaltete
sich eine von vier Nachkühlpumpen nicht ein. Ursache war ein mechanischer
Defekt an einem Leistungsschalter. Der defekte Schalter wurde ausgetauscht. Die
Funktionsstörung hatte keinerlei Auswirkung auf den sicheren Betrieb."
Stichwort Nachkühlpumpen:
Nach einer Reaktor(schnell)abschaltung wird durch den langsam abklingenden
radioaktiven Zerfall der Spaltprodukte in den Brennelementen weiterhin Wärme
erzeugt. Diese Nachwärme muß abgeführt werden, da sie sonst zu einer Überhitzung
der Brennstäbe führt. Das Nachwärmeabfuhr- und Notkühlsystem soll auch
bei Störfällen mit Kühlmittelverlust (z.B. Leck im Primärkreislauf) die
ausreichende Kühlung des Reaktorkerns übernehmen. Dazu wird zusätzliches Kühlwasser
aus den Flutbehältern über die Nachkühlpumpen in den Primärkreislauf
eingespeist. - Versagen die Nachkühlpumpen bei einem großen Leck im Primärkreislauf,
kann der Atomreaktor nicht mehr ausreichend gekühlt werden...
Am
17.03.05 war bei routinemäßigen Kontrollen im AKW
Brokdorf "an einem Verdampfer an einer von vier
Kältemaschinen eine geringfügige Undichtigkeit festgestellt"
worden. Dies wird von E.ON Kernkraft am 22.03.05 in einer
Pressemitteilung berichtet. "Die Kältemaschinen haben die Aufgaben,
Kaltwasser für die entsprechenden Verbraucher bereit zu stellen." Das
defekte Aggregat soll außer Betrieb genommen und der schadhafte Verdampfer
durch eine "Reparaturschweißung" repariert worden sein.
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25.
August 2004
AKW Brokdorf nach Revision und Brennelementwechsel
wieder
am Netz
Das
Ministerium für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz der Landesregierung
Schleswig-Holstein hat am 25.08.04 in einer Pressemitteilung seine
Zustimmung zum Wiederanfahren des AKWs Brokdorf bekannt gegeben. -
Damit darf die Atomanlage an der Unterelbe nach Beendigung der
Jahresrevision und dem Brennelementwechsel wieder ans Netz: "Im Ergebnis
bestanden nach Abschluss aller Prüfungen keine Bedenken gegen das
Wiederanfahren der Anlage." - Während der Revision, die am 06.08.04
begonnen worden war, wurden 44 der insgesamt 193 Brennelemente in dem
Druckwasserreaktor ausgewechselt.
Von E.ON Kernkraft ist
am 25.08.04 in einer Pressemitteilung das Wiederanfahren des
Atommeilers Brokdorf nach der Jahresrevision bekannt gegeben. Demnach ist der
Atomreaktor am 25.08.04 in den frühen Morgenstunden wieder ans Netz
gegangen. E.ON Kernkraft zu den Resultaten der Jahresrevision: "Die Überprüfung
der technischen Systeme auf Sicherheit und Funktionstüchtigkeit bestätigte
erneut den guten Zustand der Anlage." - Bis zum nächsten 'Ereignis'...
"Das Kernkraftwerk Brokdorf speist seit den frühen Morgenstunden wieder
Strom ins Netz, nachdem die zuständige Aufsichtsbehörde der
Wiederinbetriebnahme zugestimmt hat. Die Anlage war seit dem 6. August 2004 zum
16. Brennelementwechsel und zur planmäßigen Jahresrevision außer Betrieb. Während
des Stillstandes wurden 44 der insgesamt 193 Brennelemente durch neue ersetzt.
Das umfangreiche Inspektions- und Instandhaltungsprogramm mit bis zu 1.400
externen Fachkräften beinhaltete auch die Überprüfung von Ventilen im
nichtnuklearen Wasserdampfkreislauf."
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06.
August 2004
Revision und Brennelementwechsel im AKW Brokdorf
Nach einer Pressemitteilung der
E.ON Kernkraft vom 06.08.04 ist
das AKW Brokdorf am Freitag, den 06.08.04, zur Jahresrevision
und zum 16. Brennelementwechsel vom Netz genommen worden. Während
des Brennelementwechsels sollen 44 der 193 Brennelemente ausgetauscht
werden. (Die letzte Revision und Brennelementwechsel erfolgte im AKW
Brokdorf zwischen dem 16.06.03 und dem 21.07.03, dabei wurden 52 Brennelemente
ersetzt.)
"Das Kernkraftwerk
Brokdorf ist heute [06.08.04] zum 16. Brennelementwechsel und zur planmäßigen
Jahresinspektion vom Netz gegangen. Seit der letzten Revision war die Anlage
durchgehend, 382 Tage in Betrieb und somit bereits zum sechsten Mal
hintereinander von Revision zu Revision ununterbrochen am Netz." ...
"Während der diesjährigen Revision werden 44 der 193 Brennelemente durch
neue ersetzt." ...
Nach einer Pressemitteilung der
Landesregierung Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit
und Verbraucherschutz) vom 06.08.04 ist während der Revision in Brokdorf u.a.
geplant: "Wie
im Vorjahr sind wiederum umfangreiche wiederkehrende Prüfungen,
Instandhaltungsarbeiten und kleinere Änderungen zur Optimierung der Sicherheit
der Anlage und ihres Betriebs vorgesehen. Während der diesjährigen Revision
werden unter anderem auch Funktionsprüfungen an Ventilen im nicht-nuklearen
Wasserdampfkreislauf durchgeführt. Dabei kann es zum Austritt von reinem
Wasserdampf kommen."
Über die voraussichtliche
Länge des Zeitraumes der Revision im AKW Brokdorf werden
weder von E.ON Kernkraft noch von der Landesregierung
Schleswig-Holstein Auskünfte erteilt.
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05.
April 2004
Offizieller
Baubeginn für das Standort-Zwischenlager Brokdorf
Nach einer Pressemitteilung der
Landesregierung Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit
und Verbraucherschutz) erfolgte am 05.04.04 der offizielle Baubeginn
für das Standort-Zwischenlager am AKW Brokdorf:
"Bau
des atomaren Zwischenlagers Brokdorf beginnt. - Das Sozialministerium hat
mitgeteilt, dass mit dem Bau des atomaren Zwischenlagers Brokdorf am 5. April
begonnen wurde. Das Sozialministerium ist als Reaktorsicherheitsbehörde für
die Beaufsichtigung des Baus zuständig."
"Nach
ersten vorbereitenden Arbeiten auf dem Baugelände hat die Betreiberin [E.ON
Kernkraft] heute [05.04.04] mit der Herstellung der erforderlichen
Pfahlgründungen begonnen. Die Reaktorsicherheitsbehörde wird die
entsprechenden Arbeiten atomaufsichtlich streng kontrollieren."
"Nach
der atomrechtlichen Genehmigung dürfen für einen Zeitraum von maximal 40
Jahren ab der ersten Einlagerung bis zu 100 Behälter mit einem
Fassungsvermögen von derzeit jeweils 19 abgebrannten Brennelementen aus
dem Kernkraftwerk Brokdorf aufbewahrt werden. Die erste
Einlagerung wird voraussichtlich im Jahre 2006 erfolgen."
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06. März
2004
Demo in Brokdorf gegen das Zwischenlager
Am Sonnabend, dem 06.03.04, fand am AKW Brokdorf
eine Demo gegen das atomare Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente auf den
AKW-Geländen in Brokdorf und dem wenige Kilometer entfernten Brunsbüttel
statt.
Am
Eingangstor zum AKW Brokdorf stand auf einem riesigen Transparent: «Atomanlagen
abschalten! Sofort und überall». Davor hatten die DemonstrantInnen symbolische
Castor-Behälter aufgebaut.- Rund 200 AktivistInnen haben an dieser Demo mit dem
Aufruf „Kein Zwischenlager für Atommüll in Brunsbüttel und Brokdorf !!!“
teilgenommen.
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11.
Februar 2004
Erste Bauarbeiten für das Zwischenlager Brokdorf
Mit
den ersten Bauarbeiten für das Standort-Zwischenlager Brokdorf ist am
11.02.04
begonnen worden.
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04.
Februar 2004
Landkreis Steinburg erteilt die baurechtliche Genehmigung für das
Zwischenlager Brokdorf
Der Landkreis Steinburg (Unteren
Bauaufsichtsbehörde, dem Landrat des Kreises Steinburg) hat am 04.02.04 "grünes
Licht" für das Standort-Zwischenlager Brokdorf gegeben. Damit ist
die baurechtliche Genehmigung für die Atommüll-Lagerhalle erteilt
worden.
Bereits am 28.11.03 hatte das Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS) die atomrechtliche Genehmigung für das
Standort-Zwischenlager ausgesprochen. Nach dieser Genehmigung dürfen dort max.
100 Castor-Behälter vom Typ CASTOR V/19 mit max. 1000 Tonnen Atommüll für 40
Jahre "zwischengelagert" werden. - Diese atomrechtliche Genehmigung
erlaubt auch die Einlagerung von MOX-haltigem Atommüll, der Plutonium
enthält...
Mit den Bauarbeiten für das Standort-Zwischenlager
Brokdorf wird nun sicherlich in Kürze begonnen.
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28.
November 2003
BfS genehmigt
Standort-Zwischenlager in Brokdorf
Das
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat am 28.11.03 am AKW-Standort Brokdorf
die atomrechtliche Genehmigung für die "Aufbewahrung abgebrannter
Brennelemente in Zwischenlagern" erteilt.
Gemäß der erteilten Genehmigung dürfen in der Lagerhalle auf dem AKW-Gelände
bis zu 100 Transport- und Lagerbehältern der Bauart CASTOR
V/19 mit bis zu 1000 Tonnen Atommüll ("Schwermetallmasse")
für maximal 40 Jahre lagern. Ursprünglich hatten die Betreiber die
Einlagerung von 1200 Tonnen Atommüll beantragt. - Gegen das Zwischenlager
Brokdorf wurden 1600 Einwendungen erhoben.
Das
BfS begründet in einer Pressemitteilung vom 28.11.03 die erteilte
atomrechtliche Genehmigung u.a. mit: "Das
BfS ist nach umfassender Prüfung und Bewertung der Eignung der Standorte, der
Konzeption des Standort-Zwischenlagers sowie der Maßnahmen gegen mögliche Schäden
durch die Aufbewahrung der Kernbrennstoffe zu dem Ergebnis gekommen, dass nach
dem Stand von Wissenschaft und Technik hinreichende Vorsorge getroffen und der
Strahlenschutz für die Bevölkerung und das Personal gewährleistet ist.
Das gilt auch für die Prüfung eines gezielt herbeigeführten Absturzes
eines Flugzeuges auf die Zwischenlager. Selbst bei ungünstigen Annahmen
würde dieses Ereignis nicht zu erheblichen Freisetzungen radioaktiver Stoffe führen."
E.ON
Kernkraft in einer Pressemitteilung vom 28.11.03 dazu: "...Nach
der jetzt vorliegenden atomrechtlichen Genehmigung wird die Baugenehmigung für
das Lagergebäude erwartet, für die der Kreis Steinburg zuständig ist. Für
die Bauzeit des Lagers sind rund zwei Jahre vorgesehen."...
"Nach
Grohnde (Dez. 2002), Grafenrheinfeld (Febr. 2003) Unterweser (Sept. 2003) und
Isar (Sept. 2003) hat E.ON Kernkraft jetzt für alle Standorte atomrechtliche
Genehmigungen erhalten. ..."
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21.
Juli 2003
AKW
Brokdorf ist nach Revision und Brennelementwechsel wieder am Netz
Das AKW Brokdorf seit dem
21.07.2003 abends wieder am Netz. Der Atommeiler war seit
dem 16.06.2003 zum 15. Brennelementwechsel und zur planmäßigen Jahresrevision
außer Betrieb. Während der Revision wurden 52 abgebrannte
Brennelemente der insgesamt 193
Brennelemente im Atomreaktor durch neue ersetzt. "Die umfangreichen
Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten ergaben keine
sicherheitstechnisch relevanten Befunde." -
Wie beruhigend!
Haarrisse
in den Steuerelementen entdeckt!
Haarrisse
in den Regelstäben werden von E.ON und der zuständigen Aufsichtsbehörde
jedoch als nicht sicherheitsrelevant angesehen:
"Im Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung wurden an acht
von 28 geprüften Steuerelementen Haarrisse
festgestellt. Vorsorglich sind daraufhin auch die restlichen 33 Steuerelemente
untersucht worden. Die Auswertung zeigte einen vergleichbaren
Befund an einem dieser zusätzlich
geprüften Steuerelemente."
Ein Gefahrenpotential hat es durch dieses Vorkommnis natürlich
nicht gegeben, denn: "Die Funktion der betroffenen Steuerelemente war
zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Die entsprechenden Steuerelemente wurden
vorsorglich ausgetauscht", so E.ON.
[Background-Info: Die Steuerelemente,
werden auch als Steuer- oder Regelstäbe bezeichnet, befinden sich im
Reaktorkern eines AKWs. Mit ihnen wird der Neutronenfluß und damit die
Reaktorleistung geregelt, sie enthalten dazu ein neutronenabsorbierendes
Material (z.B. Cadmium). Mit Hilfe von Elektromotoren lassen sich diese Stäbe
zwischen den Brennstäben anheben oder absenken. Die Kernspaltung im
Atomreaktor wird durch Einfahren der Steuerstäbe unterbrochen, bei
ausgefahrenen Stäben fährt der Atomreaktor mit Maximal-Leistung. -
Die Funktionstüchtigkeit der Steuerstäbe hat folglich
erheblichen Einfluß auf die Sicherheit eines Atommeilers...]
Erster Start-Up nach
der Revision durch Undichtigkeiten abgebrochen
Das AKW
Brokdorf wurde nach der Revision bereits am 19.07.2003 wiederangefahren, aufgrund
von Undichtigkeiten aber kurzfristig wieder abgeschaltet:
"Im Zuge des Wiederanfahrens der Anlage wurden am
19.07.2003 im Rahmen einer abschließenden Begehung geringfügige
Undichtigkeiten an Dichtungen von Armaturen an der Druckhalterarmaturenstation
festgestellt. E.ON Kernkraft entschied sich daraufhin, die Anlage abzufahren und
die betroffenen Dichtungen auszutauschen."
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04.
Juli 2002
AKW
Brokdorf nach Revision und Brennelementwechsel wieder am Netz
Am 19. Juni 2002 war das
AKW Brokdorf zur Revision und zum Brennelementwechsel heruntergefahren. Von den 193
Brennelementen sind 48 durch neue ersetzt worden.
Brokdorf ist seit dem 04.07.2002 wieder am Netz. "Die
umfangreichen Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten ergaben keine
sicherheitstechnisch relevanten Befunde", so E.ON Kernkraft in einer
Pressemitteilung. Na, da können wir ja beruhigt sein...
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