Chronik: Standort-Zwischenlager Lingen (Ems)

Kurzübersicht
Standort 49800 Lingen (Ems)
Betreiber Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH (KLE), Lingen
  (Gesellschafter: 87,5% RWE Power; 12,5 % E.ON Kernkraft)
Anzahl Lagerplätze für Castoren 125 Castoren + 5 Behälter mit "vernachlässigbarer Wärmeentwicklung"
Behälter-Typ CASTOR V/19
Max. Lagermenge 1250 Tonnen Atommüll
Atomrechtlich beantragt 22.12.1998
Atomrechtlich genehmigt 06.11.2002
Baurechtlich genehmigt 27.09.2000
Offizieller Baubeginn ?
Inbetriebnahme (Einlagerung des
ersten Atommüll-Behälters)
10.12.2002
Bislang genehmigte Lagerdauer 40 Jahre

 

(Letzte Aktualisierung: 08.07.2011)

 Standort-Zwischenlager Lingen (Ems) 
April 2011
32 Atommüll-Behälter im Standort-Zwischenlager Lingen eingelagert

Das Niedersächsische Umweltministerium in Hannover berichtet auf dessen Website mit Stand vom April 2011: "Das Standort-Zwischenlager Lingen wird von der Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH (KLE) betrieben, die mehrheitlich zur RWE Power GmbH gehört. Laut Genehmigungsbescheid des Bundesamtes für Strahlenschutz vom 6. November 2002 darf die Aufbewahrung der Kernbrennstoffe auf maximal 125 Stellplätzen erfolgen. 5 weitere Stellplätze sind nur für Leerbehälter genehmigt."
"Mit der baulichen Errichtung wurde als erstes Standort-Zwischenlager in Deutschland im Oktober 2000 begonnen. Die Inbetriebnahme erfolgte mit der Einlagerung des ersten Behälters im Dezember 2002. Derzeit befinden sich 32 beladene CASTOR V/19-Behälter im Zwischenlager (Stand April 2011)."

02. Februar 2011
BfS: "Auswirkungen der Laufzeitverlängerung auf standortnahe Zwischenlager"

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt auf seiner Website (bfs.de) unter der Überschrift "Auswirkungen der Laufzeitverlängerung auf standortnahe Zwischenlager" mit Stand vom 02.02.11 bekannt: "Die Zwischenlager an den Standorten der Kernkraftwerke sind für genau festgelegte Mengen an abgebrannten Brennelementen (definiert in Tonnen Schwermetall) sowie für eine genau festgelegte Anzahl an Stellplätzen für die CASTOR-Behälter genehmigt."
"Die genehmigten Mengen an Schwermetall bzw. Stellplätze richten sich nach der im Jahr 2002 mit dem Atomausstieg festgelegten Laufzeit der Kraftwerke von maximal 32 Jahren."

Nach Einschätzung des BfS kann die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke zu Lagerungsengpässen in den Standort-Zwischenlagern führen: "Die Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke kann dazu führen, dass die anfallenden hochradioaktiven Abfälle die genehmigten Mengen der Zwischenlager überschreiten."

Das BfS führt dazu näher aus: "Nach derzeitiger Genehmigungslage sind an den Kernkraftwerkstandorten Biblis, Brokdorf, Gundremmingen, Isar, Krümmel und Neckarwestheim ohne weitere Maßnahmen (z.B. verdichtete Aufstellung der Behälter) Engpässe zu erwarten."

"An den Standorten Brunsbüttel, Grafenrheinfeld, Grohnde, Lingen, Philippsburg und Unterweser würden die genehmigten Mengen", nach derzeitiger Prognose des BfS, "voraussichtlich ausreichen. Werden Strommengen von älteren auf jüngere Meiler übertragen, führt das dazu, dass an manchen Standorten der Platzbedarf noch größer ist, an anderen aber niedriger als prognostiziert."

=> Ende 2010 waren im Standort-Zwischenlager Lingen nach den Angaben des BfS 32 Atommüll-Behälter des Typs CASTOR V/19 mit abgebrannten Brennelementen aus dem AKW Emsland eingelagert.

Nach Auffassung des BfS können die Lagerengpässe in den Standort-Zwischenlagern folgende Auswirkungen haben: "Konsequenzen - Die Kraftwerksbetreiber haben bei Engpässen die Möglichkeit, einen Antrag auf Erhöhung der Aufbewahrungskapazität zu stellen. Dies könnte in einigen Jahren nötig werden. In der Genehmigung eines Zwischenlagers ist unter anderem festgelegt, wie viele Behälter aufbewahrt werden können, welche Inventare die Behälter enthalten und in welchem Abstand sie zueinander aufgestellt werden müssen. Der für die Lagerung notwendige Abstand der Behälter leitet sich davon ab, wie viel Wärme sie absondern. Durch Abklingen kann sich die Wärmeabsonderung reduzieren, so dass die Behälter dichter zueinander aufgestellt werden könnten.
Grundsätzlich möglich wäre", laut Aussage des BfS, "auch die bauliche Erweiterung eines Zwischenlagers oder der Transport in Zwischenlager, die zu diesem Zeitpunkt noch über Einlagerungskapazität verfügen." "Alle Varianten bedürften der Genehmigung nach vorheriger teils aufwändiger Prüfung." 

"Wie viel zusätzlicher Abfall tatsächlich anfallen wird, kann nicht genau prognostiziert werden." Vom BfS wird dazu erklärt: "Schon heute sind die Kraftwerksbetreiber in der Lage, aus einem Brennelement wesentlich mehr Strom zu gewinnen als früher. Die Ausnutzung des Brennstoffs wird in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich noch steigen."

Zu den in Betrieb befindlichen norddeutschen Standort-Zwischenlagern (SZL) für abgebrannte Brennelemente informiert das BfS:

- SZL Brokdorf: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 28.11.2003 / Baubeginn: 05.04.2004 / Inbetriebnahme: 05.03.2007 / Masse Schwermetall: 1000 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 100 (13) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 14 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 106 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): 2030
- SZL Brunsbüttel: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 28.11.2003 / Baubeginn: 07.10.2003 / Inbetriebnahme: 05.02.2006 / Masse Schwermetall: 450 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 80 (6) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 8 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 32 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): Kapazitätsgrenze wird nicht erreicht
- SZL Grohnde: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 20.12.2002 / Baubeginn: 10.11.2003 / Inbetriebnahme: 27.04.2006 / Masse Schwermetall: 1000 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 100 (13) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 14 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 102 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): Kapazität etwa ausreichend
- SZL Krümmel: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 19.12.2003 / Baubeginn: 23.04.2004 / Inbetriebnahme: 14.11.2006 / Masse Schwermetall: 775 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 80 (19) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 14 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 94 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): 2027
- SZL Lingen: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 06.11.2002 / Baubeginn: 18.10.2000 / Inbetriebnahme: 10.12.2002 / Masse Schwermetall: 1250 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 125 (32) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 14 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 119 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): Kapazitätsgrenze wird nicht erreicht
- SZL Unterweser: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 22.09.2003 / Baubeginn: 19.01.2004 / Inbetriebnahme: 18.06.2007 / Masse Schwermetall: 800 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 80 (7) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 8 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 59 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): Kapazitätsgrenze wird nicht erreicht

"Die voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende wurde", nach Angaben des BfS, "anhand der zu erwartenden Anzahl abgebrannter Brennelemente und der Kapazitäten der Behälter Castor V/19 (19 Brennelemente) für Druckwasserreaktoren bzw. Castor V/52 (52 Brennelemente) für Siedewasserreaktoren errechnet."
"Volllast-Jahr: Kraftwerksbetrieb mit 100 % Leistung über ein Jahr - Bei Volllast-Jahren wird die erzeugte Strommenge in Jahre umgerechnet - unter der Annahme, dass das Atomkraftwerk in dieser Zeitspanne unter voller Leistung läuft", wird vom BfS erläutert. "Volllast-Jahre sind damit eine fiktive Größe, da ein Atomkraftwerk wegen Betriebsunterbrechungen - etwa bei Revisionen oder Störfällen - nie ein ganzes Jahr durchläuft und zeitweise mit geringerer Leistung betrieben wird." 
"Erreichen der Kapazitätsgrenze bedeutet", nach Aussage des BfS", dass die Summe der Brennelemente (neben den im Standort-Zwischenlager befindlichen abgebrannten Brennelementen sind das auch die Brennelemente aus der aktuellen Nutzung im Reaktor sowie aus dem Kühlbecken, welche nach Gebrauch und Abklingzeit ebenfalls im Standort-Zwischenlager in Behältern aufbewahrt werden müssen) so groß ist, dass diese eben noch ohne weitere Maßnahmen (zum Beispiel einer Erweiterung des Zwischenlagers) in das jeweilige Standort-Zwischenlager aufgenommen werden können."

Ende 2010
Derzeit 32 Castor-Behälter im Standort-Zwischenlager Lingen eingelagert

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt in der Veröffentlichung "Anlagen des Brennstoffkreislaufs in Deutschland" vom Dezember 2010 zu dem Standort-Zwischenlager Lingen bekannt: "Ende 2010 befanden sich 32 Behälter im Zwischenlager."

18. November 2008
Antrag beim BfS für Änderung der Behälterausführung im Standort-Zwischenlager Lingen gestellt

Die Betreiber (RWE Power AG) des AKW Emsland bei Lingen haben beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen Antrag auf "Optimierung der Ausführungsform" der im Standortzwischenlager Lingen verwendeten Atommüll-Behälter gestellt.  
Von der RWE Power AG wird am 18.11.08 in dem "Betriebsbericht über den Zeitraum vom 01. bis 15. November 2008" zu dem Vorhaben ausgesagt: "Die für die Lagerung von Brennelementen genehmigten Castoren V/19 sollen aufgrund erlangter Fertigungs- und Handhabungserfahrungen in ihrer Ausführungsform weiter optimiert werden. Hierzu wurde beim Bundesamt für Strahlenschutz gemäß § 6 des Atomgesetzes ein entsprechender Antrag gestellt."

Das Standort-Zwischenlager Lingen (SZL) dient der Lagerung von abgebrannten Brennelementen aus dem AKW Emsland in Transport- und Lagerbehältern vom Typ CASTOR V/19. Insgesamt dürfen dort maximal 1250 Tonnen Atommüll in 125 Behältern (Typ: CASTOR V/19) mit jeweils 19 abgebrannten Brennstäben aus dem AKW Emsland sowie weitere fünf Behälter mit "vernachlässigbarer Wärmeentwicklung" eingelagert werden.

Ende 2007
Derzeit 24 Atommüll-Behälter im Standort-Zwischenlager Lingen eingelagert

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt in der Veröffentlichung "Anlagen des Brennstoffkreislaufs in Deutschland" vom Juni 2008 zu dem Standort-Zwischenlager Lingen bekannt: "Ende 2007 befanden sich 24 Behälter im Zwischenlager."

Oktober 2007
24. Atommüll-Behälter im Standort-Zwischenlager Lingen eingelagert

Das Niedersächsische Umweltministerium in Hannover berichtet auf dessen Website mit Stand vom Oktober 2007: "Das dezentrale Zwischenlager in Lingen wird wie das Kernkraftwerk Emsland von der Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH (KLE) betrieben, die zur RWE Power AG gehören. Die Aufbewahrung der Kernbrennstoffe darf laut Genehmigung vom 6. November 2002 auf maximal 130 Stellplätzen erfolgen, davon sind die vorderen fünf Stellplätze im Zwischenlager nur für Leerbehälter vorgesehen." ...
"Die Inbetriebnahme des Zwischenlagers erfolgte mit Einlagerung des ersten Behälter im Dezember 2002. Seitdem sind 23 weitere Behälter im Kernkraftwerk beladen und bis Oktober 2007 eingelagert worden. Derzeit befinden sich somit 24 eingelagerte CASTOR V/19-Behälter im Zwischenlager Lingen."

01. Oktober 2007
In das Standort-Zwischenlager Lingen wurden drei weitere Atommüll-Behälter eingelagert

Nach dem "Betriebsbericht über den Zeitraum vom 16. bis 30. September 2007" für das AKW Emsland der RWE Power AG vom 01.10.07 wurden zwischenzeitlich drei weitere Atommüll-Behälter (Typ: CASTOR V/19) mit je 19 hochradioaktiven abgebrannten Brennelementen aus dem AKW Emsland in das Standort-Zwischenlager Lingen eingelagert:
"In den zurückliegenden Wochen wurden 3 Castorbehälter mit jeweils 19 abgebrannten Brennelementen beladen und in das Standort-Zwischenlager Lingen (SZL) eingelagert."

16. August 2007
Genehmigung zur "Aufbewahrung" von plutonium-haltigen Mischoxid-Brennelementen erteilt

"Das BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) hat für das Standort-Zwischenlager Lingen die Genehmigung zur Aufbewahrung von Mischoxid-Brennelementen erteilt", wird von RWE Power am 16.08.07 in dem "Betriebsbericht über den Zeitraum vom 01. bis 15. August 2007" für das AKW Emsland mitgeteilt. Im AKW Emsland dürfen nach Darstellung des Niedersächsischen Umweltministeriums in Hannover vom "Uran-Brennelemente (BE) mit bis zu 4,4 Gew.-% Uran235-Anreicherung sowie Mischoxid-Brennelemente (MOX-BE) (reaktivitätsäquivalent zu 4 Gew.-% angereichertem Uran-BE)" eingesetzt werden. - Diese 'Mischoxid-Brennelemente' enthalten bis zu 5% Plutonium, das den sogenannten 'Wiederaufarbeitungs-Anlagen' (La Hague/F bzw. Sellafield/GB) stammt.
Mit dieser vom BfS erteilten Genehmigung darf jetzt auch plutonium-haltiger Atommüll im Standort-Zwischenlager Lingen eingelagert werden.

31. August 2006
Im Standort-Zwischenlager Lingen sind bislang 21 Atommüll-Behälter eingelagert worden

Zu einer Kleinen Anfrage der PDS/DIE LINKE im Bundestag zu den Standort-Zwischenlagern wurde in der Drucksache 16/2876 vom 06.10.06 von der Bundsregierung mitgeteilt:
Am 31.08.06 befanden sich Im Standort-Zwischenlager Lingen (Emsland) in Atommüll-Behältern (Typ: CASTOR/V19) 399 abgebrannte Brennelemente.
Dies entspricht einer Anzahl von 21 Castor-Behältern.

Oktober 2005
Der 21. Atommüll-Behälter wurde im Standort-Zwischenlager Lingen eingelagert

Nach Darstellung des Niedersächsischen Umweltministeriums auf dessen Website ist im Oktober 2005 der 21.(!) Castor-Behälter in dem Standort-Zwischenlager Lingen abgestellt worden.
"Das dezentrale Zwischenlager in Lingen wird wie das Kernkraftwerk Emsland von der Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH (KLE) betrieben, die zur RWE Power AG gehören. Die Aufbewahrung der Kernbrennstoffe darf laut Genehmigung vom 6. November 2002 auf maximal 130 Stellplätzen erfolgen, davon sind die vorderen fünf Stellplätze im Zwischenlager nur für Leerbehälter vorgesehen." ...
Die Inbetriebnahme des Zwischenlagers erfolgte mit Einlagerung des ersten Behälter im Dezember 2002. Seitdem sind 20 weitere Behälter im Kernkraftwerk beladen und bis Oktober 2005 eingelagert worden. Derzeit befinden sich somit 21 eingelagerte CASTOR® V/19-Behälter im Zwiscnenlager Lingen."

Oktober 2004
Der 15. Atommüll-Behälter wurde im Standort-Zwischenlager Lingen eingelagert

Nach Darstellung des Niedersächsischen Umweltministeriums auf dessen Website ist im Oktober 2004 der 15.(!) Castor-Behälter in dem Standort-Zwischenlager Lingen abgestellt worden.
"Das dezentrale Zwischenlager in Lingen wird wie das Kernkraftwerk Emsland von der Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH (KLE) betrieben, die zur RWE Power AG gehören. Die Aufbewahrung der Kernbrennstoffe darf laut Genehmigung vom 6. November 2002 auf maximal 130 Stellplätzen erfolgen, davon sind die vorderen fünf Stellplätze im Zwischenlager nur für Leerbehälter vorgesehen." ... "Der Inbetriebnahme des Zwischenlagers erfolgte mit Einlagerung des ersten Behälter im Dezember 2002. Seit dem sind 14 weitere Behälter im Kernkraftwerk beladen und bis Oktober 2004 eingelagert worden."

16. Dezember 2003
Behälterdichtigkeitsüberwachung im Standort-Zwischenlager Lingen kurzfristig ausgefallen

RWE Power berichtet am 16.12.03 in seinen "Betriebsbericht über den Zeitraum vom 01. bis 15. Dezember 2003" über einen Ausfall der elektronischen Behälterdichtigkeits-Überwachung im Standort-Zwischenlager Lingen. Das "Vorkommnis" soll zu einer Unterbrechung der Dichtigkeitsüberwachung für etwa fünf Minuten geführt haben.
"Im Standort-Zwischenlager Lingen (SZL) kam es im Rahmen von Wiederkehrenden Prüfungen für ca. 5 Minuten zu einer Unterbrechung der elektronischen Behälterdichtheitsüberwachung. Das Vorkommnis wurde der Aufsichtsbehörde als meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N gemeldet."

10. Dezember 2002
Erster Atommüll-Behälter im Standort-Zwischenlager Lingen eingelagert

Nach einem Bericht von RWE Power am 16.12.02 ist am 10.12.02 der erste Atommüllbehälter mit abgebrannten Brennelementen aus dem AKW Emsland in dem Standort-Zwischenlager Lingen abgestellt worden.
"Am 10.12.02 wurde der erste Transport- und Lagerbehälter mit abgebrannten Brennelementen im Standort-Zwischenlager Lingen eingelagert."
Von der Nachrichtenagentur Reuters ist am 10.12.02 dazu berichtet worden: 
... "Das vor einem Monat genehmigte erste dezentrale Atommüll-Zwischenlager am Kernkraftwerk Lingen [AKW Emsland] in Niedersachsen ist am Dienstag [10.12.02] offiziell in Betrieb gegangen. Nach mehreren Dichtheits-Prüfungen und Strahlenschutzmessungen wurde nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums der erste Castor-Behälter mit abgebrannten Brennstäben aus dem benachbarten Reaktor in das Zwischenlager gebracht. Damit würden von Lingen aus künftig keine Transporte mehr zur Wiederaufarbeitung ins Ausland oder in die zentralen Zwischenlager in Gorleben und Ahaus stattfinden, teilte das Ministerium mit. Pro Jahr sollen zwei bis drei Castor-Behälter eingelagert werden." ...
Die Nachrichtenagentur AP am 10.12.02 dazu ergänzend:
... "Wie das Umweltministerium in Hannover mitteilte, wurde der Behälter mit 19 abgebrannten Brennelementen nach umfangreichen Dichtigkeitsprüfungen und Strahlenschutzmessungen aus dem AKW in die 2.000 Quadratmeter große Halle gebracht. Insgesamt dürfen dort 125 Castor-Behälter bis zu 40 Jahre lang aufbewahrt werden." ... "In das Lingener Standort-Zwischenlager sollen künftig pro Jahr zwei bis drei Castor-Behälter mit abgebrannten Brennelementen aus dem nahen Kraftwerk [AKW Emsland] eingelagert werden." ...

07. November 2002
BfS genehmigt das erste Standort-Zwischenlager in Lingen

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat am 07.11.02 in der Pressemitteilung Nr.42 die "Genehmigung für den Betrieb eines Zwischenlagers" am AKW Emsland in Lingen bekannt gegeben. Damit ist das erste Standort-Zwischenlager an einem deutschen Atomkraftwerk genehmigt worden.
In der Lagerhalle für hochradioaktiven Atommüll dürfen maximal 125 Transport- und Lagerbehälter der Bauart CASTOR V/19
mit bis zu 1250 Tonnen Atommüll aus dem AKW Emsland für zunächst 40 Jahre abgestellt werden.
"
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat heute der Betreiberin des 'Kernkraftwerks Emsland' in Lingen die Genehmigung für den Betrieb eines Zwischenlagers erteilt. Es ist die erste Genehmigung für ein dezentrales Zwischenlager an einem laufenden Kernkraftwerk. Diese Zwischenlager vor Ort dienen der Vermeidung von Transporten abgebrannter Brennelemente in die zentralen Zwischenlager Gorleben und Ahaus." ...

"Die Genehmigung gestattet der "Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH", auf dem Kraftwerksgelände abgebrannte Brennelemente in einem 110 m langen, 27 m breiten und 21 m hohen Lagergebäude aus 1,2 bis 1,3 Meter dickem Stahlbeton aufzubewahren. Dafür sind maximal 125 Transport- und Lagerbehälter der Bauart CASTOR V/19 (mit insgesamt bis zu 1250 Tonnen Schwermetall, 6,9 x 1019 Bq Aktivität und 4,7 MW Wärmefreisetzung) aus dem Atomkraftwerk Lingen (Ems) vorgesehen." ...
"
Die baurechtliche Genehmigung für das Gebäude hatte die Stadt Lingen am 27.9.2000 ausgesprochen. Das für die atomrechtliche Genehmigung zuständige BfS hat bei der Antragstellerin darauf hingewirkt, den Zwischenlagerbetrieb und die Aufbewahrung der radioaktiven Inventare in den Behältern auf maximal 40 Jahre ab dem Zeitpunkt der Einlagerung des ersten Behälters zu befristen. Ursprünglich war der Betrieb unbefristet beantragt worden. Die maximal zulässige Menge an einzulagerndem radioaktivem Material wurde - wie auch von den Einwendern im Verlauf des Genehmigungsverfahrens gefordert - von den zunächst beantragten 1500 t auf 1250 t reduziert. Auch die zulässige Aktivitätsmenge und die Wärmeleistung verringerten sich." ...
"Im Genehmigungsverfahren hat das BfS als Konsequenz der Ereignisse des 11. September 2001 Angriffe mit großen Zivilflugzeugen untersucht. Die vom BfS beauftragten Gutachter haben bestätigt, dass auch von diesem extremen Szenario keine unzulässigen radiologischen Folgen zu befürchten sind." ...
Gegen das Standort-Zwischenlager Lingen hatten etwa 3500 Menschen Einwendungen erhoben.

22. Dezember 1998
Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH beantragt  Standort-Zwischenlager am AKW Emsland

Nach Aussage des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom Dezember 1999 hatte die Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH am 22.12.1998 ein Standort-Zwischenlager am AKW Emsland atomrechtlich beantragt
Der (ursprüngliche) Antrag umfaßte die "vorübergehenden Aufbewahrung von Kernbrennstoffen in Form von bestrahlten Brennelementen aus dem Betrieb des Kernkraftwerkes Emsland" mit bis zu 1500 Tonnen Atommüll ("Schwermetall") in bis zu 130 Transport- und Lagerbehältern der Bauarten CASTOR V/19, TN 24 und NAC-GRM.
"Für die Lagerzeit der bestrahlten Brennelemente in einem Behälter unterstellt die Antragstellerin einen Zeitraum von jeweils maximal 40 Jahren ab dem Zeitpunkt der Einlagerung", wurde vom BfS versichtert.
Vom 02.08. bis 01.10.1999 lagen die Antragsunterlagen öffentlich aus. Nach Darstellung des BfS gab es "insgesamt 3247 Einwenderinnen und Einwender". Der Erörterungstermin fand in Lingen ab dem 15.12.1999 statt.

 

 

 


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