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Liebe Freundinnen und Freunde,
In der Zeit von Dienstag, dem 13.3.2001 bis Sonntag, den 18.3.2001 findet
eine vom "Förderverein alternatives Jugendzentrum Eisenach e.V."
initiierte Aktionswoche statt.
Ziel ist es, mit verschiedensten Aktionen, auf die Probleme von "
nicht-rechten" Jugendlichen in Eisenach aufmerksam zu machen und
gleichzeitig das Projekt für das wir kämpfen, ein selbstverwaltetes
Jugendzentrum, vorzustellen.
Kurzbeschreibung der Veranstaltungen und Aktionen:
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Veranstaltung: "Akzeptierende Jugendarbeit mit Neonazis?"
Dienstag, 13.3.2001, 19.00 Uhr, Thüringisches Umweltzentrum
(Markscheffelshof)
Eine kritische Betrachtung
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Veranstaltung: "Der Förderverein stellt sich vor"
Donnerstag, 15.3.2001, 19.00 Uhr, Thüringisches Umweltzentrum
(Markscheffelshof)
Öffentliche Vorstellung des Konzeptes mit Diashow.
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Demonstration gegen Rechtsextremismus und für ein alternatives Jugendzentrum
Samstag, 17.3.2001, 14.00 Uhr, Marktplatz Eisenach
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Schlager- NDW- und Oldieparty
Samstag, 17.3.2001, ab 20.00 Uhr, Uferstraße 1 (ehemaliges Thüringer
Umweltzentrum)
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"Beats against Fascism!"
Sonntag, 18.3.2001, 16.00 Uhr, Bürgerhaus Eisenach
Solikonzert für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in Eisenach mit
Spezializtz (Hip-Hop), Breite Seite (Hip-Hop), ZSK (Skate – Punk),
Black Chamber (Rock aus Treffurt – in der Nähe von Eisenach)
Plakate und Flugblätter können gegen Erstattung der Portokosten bei
folgender Adresse bestellt werden:
Förderverein alternatives Jugendzentrum Eisenach e.V.
Marienstraße 57
99817 Eisenach
e-Mail:
Mit antifaschistischen Grüßen
Förderverein alternatives Jugendzentrum Eisenach e.V.
Demoaufruf:
Rechte Hegemonie
Eisenach ist eine typische ostdeutsche Kleinstadt. Neonazis haben "die
Kontrolle" über bestimmte Stadtteile, vor allem die Plattenbaugebiete.
Ab einer bestimmten Uhrzeit können sich Bunthaarige, Dunkelhäutige, etc.,
also alle Menschen die nicht in das Bild der Nazis passen, nicht mehr dort
bewegen, ohne Angst haben zu müssen, zusammen geschlagen zu werden. Diese
Stadtteile werden von den Neonazis feierlich als "national befreite
Zone" deklariert. Die besten Beispiele sind die Übergriffe auf 2
Afrikaner im Juli und ein TNT-Anschlag auf einen türkischen Imbiss
im August diesen Jahres. Dies ist allerdings nur die Spitze des Eisberges.
Zahlreiche rassistische Pöbeleien und Übergriffe bleiben unerwähnt, die
rechte Hegemonie ist ein Stück trauriger Alltag geworden.
In einigen Jugendclubs haben Neonazis faktisch die Kontrolle. Normale
Jugendliche müssen sich beugen. Wer das nicht tut, hat mit Konsequenzen zu
rechnen. Auch wenn in Jugendclubs der Stadt Eisenach Politik offiziell
untersagt ist(!?), entwickelt sich dort durch das Auftreten der Neonazis und
ihre Stimmungsmache gegen alles "Nichtdeutsche" rechte
Ideologie. Neonazis dürfen vielleicht keine Propaganda verteilen, allerdings
kann ihnen niemand den Mund verbieten. So ziehen sie unpolitische
Jugendliche an sich ran, um sie dann außerhalb des Jugendclubs mit
Propaganda einzudecken.
Eisenacher Neonazis bekamen mehrmals Jugendclubs, meistens wenn sich
rechtsextremistische Aktionen häuften. Die Argumentation der Stadt, rechte
Mitläufer auf diese Art zu resozialisieren, ist ein Schlag ins Gesicht
derjenigen, die schon mal Opfer eines rechtsradikalen Übergriffes wurden.
Statt den Opfern zu helfen, bekamen die Neonazis Clubs und es wurde sich
"rührend" um sie gekümmert. Die Opfer gingen meist leer aus. Als
es einen bundesweiten Aufschrei nach dem Übergriff auf 2 Afrikaner gab,
bekamen diese von der Stadt eine Entschuldigung und einen Blumenstrauß
medienwirksam übergeben. Die Stadt wollte ihren Ruf als rechte Hochburg
natürlich nicht so stehen lassen. Prompt wurde ein
"antifaschistischer" Aktionstag mit Konzert auf die Beine
gestellt, was auch glatte 80000 DM kostete.
Jugendkultur?
Jugendkultur ist in der Stadt Eisenach ein Fremdwort. Trotz zahlreicher
Nachwuchsbands gibt es keinerlei Auftrittsmöglichkeiten für diese.
Proberäume müssen zum Großteil selbst gesucht und zum Teil auch bezahlt
werden. Kulturelle Highlights für Jugendliche sind hier Kino- und
Kneipenbesuche. Der Großteil der Jugendlichen nimmt jedes Wochenende große
Entfernungen in Kauf, um in anderen Städten ihr Wochenende zu verbringen. In
Eisenach ist "Tote Hose".
Skateparks sind hier nicht zu finden, genauso wenig Wände die von Sprayern
offiziell genutzt werden dürfen. In der Wandelhalle, einem Treffpunkt der
Eisenacher Skater, ist fast wöchentlich die Polizei anwesend, um sie dort zu
vertreiben. Ein Skatepark in dem Plattenbaugebiet Eisenach – Nord, für
den einige tausende Mark ausgegeben wurden, bleibt fast unbenutzt. Kein
Wunder, wird dieses Gebiet von Skatern aus Angst vor rechtsradikalen
Überfällen möglichst gemieden.
Viele Leute ziehen nach ihrem Abitur oder nach ihrer Ausbildung in große
Städte. Berlin, Leipzig, da geht was. Hier in Eisenach ist der Hund
begraben.
Alternative Kultur
Seit einiger Zeit gibt es unser Projekt für ein selbstverwaltetes,
alternatives Jugendzentrum. Alternativ hat für uns mehrere Bedeutungen:
Einerseits soll es für Jugendliche eine Alternative gegen den zunehmenden
Rechtsextremismus bieten, andererseits soll es eine Möglichkeit sein, eine
Jugendkultur in der Stadt Eisenach zu schaffen.
Viele Eisenacher Nachwuchsbands unterstützen unser Projekt. Aus vielen
Jugendgruppen und (Sub-) Kulturen arbeiten Leute mit. Ob nun Skater, Punk,
Hippie, Antifa, Hip-Hopper, Sprayer, Tekknos, alle kommen gut miteinander
aus und arbeiten zusammen. Dabei ist der kleinste gemeinsame Nenner
"Gegen Nazis".
Als allgemeines Rahmenprojekt soll ein Jugendcafe betrieben werden.
Desweiteren sollen Auftrittsmöglichkeiten für lokale und überregionale Bands
geschaffen werden. Proberäume kostenlos zur Verfügung stellen, genauso wie
einen Skatepark zu schaffen ist ein wichtiges Ziel. Eine Bibliothek mit
Büchern zu gesellschaftsrelevanten Themen, eine Theatergruppe, ein Kino,
alles Vorhaben die realisiert werden sollen.
Für uns bedeutet ein selbstverwaltetes Jugendzentrum , dass sich Jugendliche
frei entfalten können, dass sie in Eigenverantwortung Projekte
organisieren können. Jugendliche können ihre Freizeit selbst gestalten.
Ein selbstverwaltetes Jugendzentrum würde ein dauerhaftes Engagement gegen
"Rechts" in der Stadt Eisenach sichern, des weiteren würde sich
eine Jugendkultur bilden, die in Eigenverantwortung Projekte und
Veranstaltungen organisiert und damit Verantwortung lernt. Verantwortung für
ein gemeinsames Miteinander auf antirassistischer, antifaschistischer,
antisexistischer Grundlage.
Deshalb:
Für ein alternatives Jugendzentrum in Eisenach! Jetzt!
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