linksrhein Quelle: Leserbrief im Südkurier vom 27.05.00
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Diskriminierend

Zu "Protest gegen Essenspakete hält an" im Südkurier, vom 27.5.00

Leider ist es hierzulande eine Selbstverständlichkeit, dass Flüchtlinge als Menschen zweiter Klasse behandelt werden: Arbeitsverbot, Essenspakete und eingeschränkte Bewegungsfreiheit sind lediglich die schwerwiegendsten diskriminierenden Maßnahmen gegen diese Minderheit. Da freut es einen, wenn endlich mal eine Zeitung diese Menschen zu Wort kommen lässt und sich bemüht, das alte Problem durch neue Recherchen in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Nicht nur die Qualität der Essenspakete steht in Frage, sondern auch, ob es vertretbar ist, dass einer Gruppe von Menschen aus Gründen der Abschreckung potentieller Asylbewerber das Recht auf Selbstbestimmung weitgehend entzogen wird. Einem demokratischen Rechtsstaat wie der Bundesrepublik Deutschland stünde es gut an, wenn er seine Politik auch am Wohl der hier lebenden Minderheiten orientieren würde! Der Entrechtung einer Minderheit folgt häufig die Entrechtung ihrer Sympathisanten:

Flüchtlingshelfern und einem Journalisten wurde in der ebenfalls vom Hungerstreik betroffenen Sammelunterkunft in Singen vom Landratsamt Konstanz durch die Polizei ein Hausverbot wegen angeblicher "Aufwiegelei" erteilt. Zuerst Einschränkung der Rechte der Flüchtlinge, dann der Pressefreiheit, und was kommt als nächstes?

Jascha Andrew Hilkowitz

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sw, 27.5.00