Antifaschistische Initiative Moabit [AIM]

Die Reichspogromnacht am 9.November 1938 - Kein Vergessen! Kein Vergeben!

9.November 2011 Plakat

 

Am Mittwoch, den 9.November 2016, 17h
Auftaktkundgebung am Mahnmal Levetzowstrasse (U-Bhf Hansaplatz, S-Bhf Tiergarten)

Der Aufruf zum 9.November 2016

Am helllichten Tag und unter aller Augen...

Die Gewalt der Pogrome vom 7. bis 13. November 1938 fand am 9. November ihren vorlaeufigen Hoehepunkt. Ueberall in Deutschland und Oesterreich brannten die Synagogen, juedische Geschaefte und Wohnungen wurden ueberfallen, demoliert und gepluendert. Deutsche Antisemit_innen demuetigten, schlugen, vergewaltigten und ermordeten Juden_Juedinnen. Etwa 30 000 Maenner wurden verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen verschleppt. Die Pogrome stellten eine weitere, entscheidende Radikalisierung der antijuedischen Politik des NS-Regimes dar. Bis dahin hatten die Nazis die deutschen Juden_Juedinnen Schritt fuer Schritt aus der Gesellschaft ausgegrenzt, nach dem November 1938 wurde die antisemitische Politik immer gewalttaetiger und gipfelte letztlich in dem Versuch, alle Juden_Juedinnen Europas zu vernichten. Bis 1945 hatten die Nazis sechs Millionen Juden_Juedinnen ermordet.

Daher rufen wir seit 1990, so auch in diesem Jahr, zu einer Gedenkkundgebung am Mahnmal an der ehemaligen Synagoge in der Levetzowstrasse in Moabit auf. Die anschliessende Demonstration orientiert sich dabei an dem Weg, den die Juedinnen_Juden vom Sammellager in der Levetzowstrasse zum Deportationsbahnhof an der Putlitzbruecke am helllichten Tag unter aller Augen gehen mussten.

Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus gehoeren in Deutschland keineswegs der Vergangenheit an. Auch in Berlin werden Juden_Juedinnen auf offener Strasse angepoebelt. Das Neonazinetzwerk „NSU“ ermordete unter den Augen von Verfassungsschutz und Polizei neun Migrant_innen und eine Polizistin. Fluechtlinge werden durch rassistische Sondergesetze nach wie vor zu Menschen zweiter Klasse gemacht. Den Betroffenen damals und heute gilt unsere Solidaritaet.

Wir freuen uns, dass wir den Schriftsteller Walter Kaufmann als Zeitzeugen und Ueberlebenden des Naziterrors bei uns am 9.November begruessen duerfen. Er wurde als Jizchak Schmeidler am 19. Januar 1924 in Berlin geboren. „Ich bin an meinem 15. Geburtstag, also am 18. Januar 1939, aus Deutschland entkommen mit einem Kindertransport.“ Seine Eltern wurden in Auschwitz ermordet.
Fuer die musikalische Unterstuetzung sorgt die Gruppe „Zhetwa”.

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehoerigen schuldig. (Aus dem Schwur der Haeftlinge von Buchenwald, 19. April 1945)

Unterstuetzende Gruppen: Autonome Neukoellner Antifa [ANA], Andere Zustaende ermoeglichen [aze], Berliner VVN-BdA, Theorie, Kritik & Aktion [TKA] , Antifa +

VVN-BdA

 

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