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Berlin: 86. Prozesstag: Erneute Widersprüche in den Aussagen Mouslis

86. Prozesstag: Erneute Widersprüche in den Aussagen Mouslis

Nachdem der gestrige Prozesstag großes Interesse geweckt hatte, verlief heute wieder alles im üblichen Trott. Nur vier ZuschauerInnen lauschten den Ausführungen des Zeugen F., der als Elektromeister die Aufzugsanlagen des MehringHofes seit 1990 wartet. Er bestätigte, dass es aufgrund der regelmäßigen und unangekündigten Überprüfungen der Fahrstuhlanlage, dort keine Möglichkeit gegeben habe, ein Sprengstoffdepot anzulegen.

Weiterhin äußerten sich der Sachverständige des BKA, Dr. Ibisch, seines Zeichens Diplomphysiker, zum Sprengstoffanschlag auf die Zentrale Sozialhilfestelle für Asylbewerber (ZSA) im Februar 1987. Er fand sowohl Spuren, die auf gewerblichen Sprengstoff deuteten und auf ein etwaiges Selbstlaborat bzw. auch nur auf ein dort möglicherweise verwendetes Unkrautvernichtungsmittel. Mousli hatte behauptet, Rudolf Sch. habe für den Bau des Sprengsatzes ein Selbstlaborat verwendet. Aus Sicht des Gutachters nicht nur eine unsinnige Behauptung, sondern auch extrem gefährlich, denn eine solche Mischung aus TNT und Unkraut-Ex sei selbstentzündlich. Sehr zum Unwillen der BAW blieb der Gutachter bei dieser Auffassung.

Ein weiterer BKA-Beamter, der an der Durchsuchung der Kellerräume des MehringHofes während des Großeinsatzes im Dezember 1999 beteiligt war, schloss den Reigen, indem auch er - wie vor ihm eine Vielzahl von Kollegen - bestätigte, er habe sehr aufmerksam und sorgfältig gesucht, aber nichts gefunden.

Den ebenfalls aufmerksamen BeobachterInnen und ZuhörerInnen konnten so die wiederholten Widersprüche zu den Aussagen des Kronzeugen nicht entgehen...


 

05.07.2002
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