1992
34 Todesopfer


5.1.

Augsburg: Ein Nigerianer stirbt nach einer Auseinandersetzung vor einer Diskothek.

11.1.

Hannover: Ein Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft wird von einem Bundeswehrsoldaten so schwer mißhandelt, daß er am nächsten Tag stirbt.

31.1.

Lampertsheim: Eine dreiköpfige Familie aus Sri Lanka kommt bei einem rassistischen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in den Flammen um.

6.3.

Reilingen bei Mannheim: Ein Mann aus der Türkei wird von einem Nazi ermordet.

14.3.

Saal bei Rostock: Der 18-jährige Dragomir Christinel aus Rumänien wird von rund 40 rassistischen Deutschen überfallen und erschlagen.

18.3.

Buxtehude: Der 53-jährige Gustav Schneeklaus wird von zwei Nazis zusammengeschlagen, weil er Hitler einen Verbrecher genannt hat. Drei Tage später erliegt er seinen Verletzungen.

19.3.

Flensburg: Der 31-jährige Obdachlose Ingo Finnern wird von einem Nazi zusammengeschlagen und ins Hafenbecken geworfen und ertrinkt.

4.4.

Hörstel (NRW): Nach Brandstiftung in einer Flüchtlingsunterkunft stirbt der dort untergebrachte Erich Bosse.

24.4.

Berlin-Marzahn: Der 29-jährige Vietnamese Nguyen Van Tu wird auf offener Straße von einem Nazi erstochen. Die zahlreich umherstehenden Deutschen sehen tatenlos zu.

25.4.

Werder: Peter K. aus Potsdam wird auf einem Fest von einem Mitglied der Nazi-Gruppe "Wannseefront" totgeschlagen.

10.5.

Magdeburg: 60 Nazis überfallen ein Gartenlokal. Der 23-jährige Thorsten Lambrecht stirbt zwei Tage später an den Folgen eines schweren Schädelbruchs.

1.7.

Neuruppin (Brandenburg): Ein Nazi ersticht den 50-jährigen Emil Wendland. Zuvor war dieser von mehreren Nazis durch Schläge und Fußtritte mißhandelt worden.

5.7.

Kreis Pasewalk: Zwei Jäger erschießen angeblich irrtümlich zwei "illegal" einreisende Füchtlinge in der Nähe der polnischen Grenze.

8.7.

Kemnat-Ostfildern: (b. Stuttgart): 7 Nazis erschlagen den Arbeiter Sadri Berisha, einen 55-jährigen Kosova-Albaner, in einem Bauarbeiter-Wohnheim.

1.8.

Bad Breisig (Rheinland Pfalz): Der 49-jährige Obdachlose Klaus Dieter Klein wird von zwei Nazis erstochen.

3.8.

Stotternheim (Thüringen): Drei Nazis ermorden den 24-jährigen Polen Inreneusz Syderski.

24.8.

Koblenz: Ein Nazi erschießt den 35-jährigen Obdachlosen Frank Bönisch.

29.8.

Berlin-Charlottenburg: Zwei Nazis ermorden den 58-jährigen Obdachlosen Günter Schwannicke.

10.10.

Hoyerswerda: Bei einem Naziüberfall auf antifaschistische Besucherinnen und Besucher einer Diskothek wird Waltraud Scheffler von den Nazis so schwer verletzt, daß sie am 23.10.1992 an den Folgen stirbt.

19.10.

Berlin: In der Nähe des Kurfürstendamm´s schlagen mehrere Rassisten einen 37-jährigen Peruaner zusammen und erstechen ihn dann.

November

Königswusterhausen (Brandenburg): Zwei Antifaschisten werden in der Nähe der S-Bahn tot aufgefunden, nachdem Drohbriefe von Nazis vorausgegangen waren.

7.11.

Brandenburg: Drei Nazis ermorden den 52-jährigen Obdachlosen Rolf Schulze. Nachdem sie ihn am Kolpingsee zunächst mißhandelten, übergießen sie ihn mit Benzin und zünden ihn an.

13.11.

Wuppertal: Zwei Nazis verletzen den 53-jährigen Karl-Hans Rohn durch Schläge und Fußtritte lebensgefährlich, überschütten ihn mit Alkohol und zünden ihn an, weil sie ihn fü:r einen Juden gehalten haben.

21.11.

Wülfrath: Der 92-jährige Jude Alfred Salomon stirbt nach eine Schlägerei mit einem ehemaligen SS-Oberführer der "Organisation Todt" in einem Altersheim an Herzstillstand.

21.11.

Berlin-Friedrichshain (U-Bhf Samariterstraße): Nazis ermorden den 27-jährigen Antifaschisten Silvio Meier und verletzen mehrere seiner Begleiter.

23.11.

Mölln: Bei einem Brandanschlag von Nazis auf zwei von mehreren Familien aus der Türkei bewohnten Häusern, sterben Yeliz Arslan (10), Yahide Arslan (51) und Ayse Yilmaz (14). Neun weitere Bewohner werden zum Teil schwer verletzt.

6.12.

Jänschwalde: Ein koreanischer Arbeiter stirbt bei einem Brandanschlag.

27.12.

Neuss: Ein Mann aus der Türkei wird von Nazis vor ein Auto getrieben.



1992

Das Archiv für Sozialpolitik / Frankfurt (Main) zählt seit 1992 41 nachgewiesene oder vermutete Nazi-Morde.





Kein vergeben, kein vergessen!