05 September
2006

Kinder!




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Elefanten am Rande des Nervenzusammenbruchs!


Posted by rh at 15:57 | Comments (0) | Trackbacks (0) | edit

Wasser in rauhen Mengen!








Bis bald...dann auch wieder mit weniger Spektakel und mehr Information


Posted by rh at 15:54 | Comments (0) | Trackbacks (0) | edit
03 September
2006

Raucherpause

Konstanz



Zwei Postbotinnen begegnen sich beim Austeilen der Post auf der Strasse und rauchen gehetzt eine Zigarette zusammen. Eigentlich haben sie dafür keine Zeit, denn ein Berg von Arbeit liegt noch vor ihnen.


Posted by stw at 12:27 | Comments (0) | Trackbacks (0) | edit
23 August
2006

fremd?



Ich muss noch ein bisschen was zu stw's Kommentar sagen, dass Kontext notwendig sei, um so mehr, je unbekannter die "fremde Gesellschaft" uns sei.
Ich störe mich an diesem Terminus. Ich bin jetzt zwei Wochen hier und mir ist aufgefallen, wie einfach ich mich zurechtfinde. Windhoek unterscheidet sich nicht groß von Stuttgart, ausser dass es mehr Sonne und weniger Wasser gibt – und einen Haufen Menschen mit einer anderen Hautfarbe. Das ändert aber nichts daran, dass das hier eine kapitalistisch strukturierte Gesellschaft ist, die nach den Gesetzen des Kapitalismus funktioniert. Ich kannn hier sogar sehr viele deutsche Marken im Supermarkt kaufen, schlicht und einfach deswegen, weil die "deutschsprachigen Namibier" eine sehr wohlhabende Bevölkerungsgruppe und damit ein wichtiges Marktsegment darstellen.
Obwohl ich weiss, dass ich hier ein Fremder bin, fühle ich mich nicht unbedingt "fremd", im Sinne von nicht dazugehörend, die gesellschaftlichen Regeln und Strukturen nicht durchschauend. Die Fremdheit verläuft entlang anderer Linien: zwischen mir und dem älteren Taxifahrer, der nicht so gut englisch spricht und mir gegenüber reservierter ist; zwischen mir und der Frau in Katutura, die ich anspreche; zwischen mir und Isaac, dem Farmarbeiter, der ebenfalls höflich, aber reserviert und wortkarg bleibt. Nicht zwischen mir und meinen Interviewpartnern, die alle studiert haben, die es zu (relativem) Wohlstand und einer Stellung in der Gesellschaft gebracht haben, die ihnen Macht zugesteht – die sich also von einem Weißen nichts mehr sagen lassen müssen, und die die Regeln und Strukturen der Kommunikation kennen. Und auch nicht mit dem jungen, urbanen Namibier, mit dem ich ab und zu einen trinken gehe. Viele Securityleute, der Junge, der am Zaun lehnt und den ich auf das Feuer anspreche, die Taxifahrer sprechen mich mit "Sir" an. Ich reagiere inzwischen darauf, indem ich einfach auch jeden "Sir" nenne...
Was ich damit sagen will, ist: die "Fremdheit" läuft entlang Klassenlinien. Der Unterschied ist, dass 16 Jahre nach der Unabhängigkeit die Kategorie "Rasse" immer noch eine Rolle spielt, insofern, als man davon ausgehen kann, dass ein Weißer in 90% der Fälle zur (oberen) Mittelklasse gehört. Klar spielen "traditionelle" Strukturen noch eine Rolle: man versorgt erst einmal die Familie (wobei das ziemliche Ausmasse annehmen kann), man fühlt sich seinem Clan, Chief oder so verbunden. Das gilt aber vor allem für die Unterschichten, die Arbeitslosen, die Landarbeiter, die diese Strukturen brauchen, weil sie zum Rest der Gesellschaft keinen Zugang haben. Das gaengige Argument, wenn man Leute fragt, warum sie, obwohl sie selbst nur wenig verdienen (wie Isaac), das meiste davon noch an ihre Familien schicken, ist: weil das die Einzigen sind, die sich im Notfall um einen kuemmern werden. Im Übrigen sollte man nicht denken, das seien "traditionelle", "afrikanische" Gesellschaftsstrukturen; ganz abgesehen davon, dass sich die Gesellschaft der Damara durchaus von der der Herero unterscheidet, haben diese Gesellschaften ja selbst einen – teilweise brutalen – Transformationsprozess durchgemacht. Das Land hat durchaus seine Eigenheiten, seine eigenen Charakter und seine eigenen Probleme, die kann man aber verstehen, und viele davon bewegen sich in einem sozialen und politischen Kontext (nämlich dem des Kapitalismus), der für mich ohne größere Probleme begreifbar und kommunizierbar ist.
Vielleicht ändert sich das noch, wenn ich nach Zambia komme, vielleicht liegt es daran, dass Namibia sehr von Südafrika und damit "europäisch" geprägt ist, oder ich bin noch nicht lange genug hier und habe natürlich längst nicht alles gesehen, aber ich glaube, man sollte nicht den Fehler machen und von vorneherein von einem wie auch immer gearteten "Fremden" ausgehen, das essentiell anders ist als die eigene Gesellschaft/die eigene Psyche/die eigene Kultur oder so. Ich habe gerade erst die Kurzgeschichte "Benito Cereno" von Melville gelesen, in der ein englischer Kapitän zu einem spanischen Sklavenschiff an Bord kommt, auf dem einiges merkwürdig erscheint. Da er ständig von bestimmten essentiellen Eigenarten "der Schwarzen" (Unterwürfigkeit, Faulheit usw.) ausgeht und unfähig ist, sie anders als als Sklaven zu sehen, bemerkt er nicht, dass diese den Kapitän des Schiffes als Geisel halten und den Gast darüber hinwegtäuschen wollen, dass sie längst in einer Meuterei die Kontrolle über das Schiff an sich gebracht haben. Ähnliches bemerke ich hier: die Stereotypisierung von Schwarzen durch Weiße hat Ausmasse angenommen, die mir erst langsam bewußt werden – und die mich selbst auch betreffen. Neben dem (mehr oder weniger) unterschwelligen Rassismus vieler Weißer, mit denen ich gesprochen habe, hört man von vielen Schwarzen, dass sie die Stereotypisierung "Afrikas" satt haben. "Afrika", das heisst meistens: Hunger, Aids, Korruption, gescheiterter Demokratisierungsprozess, Gewalt, "traditionelle" (ländliche) vs. "moderne" (urbane) Gesellschaft. Ein schwarzer junger Unternehmer beschwerte sich neulich bei einem Vortrag an der Uni, dass er oft schräg angeschaut werde, weil die meisten Leute glauben, er koenne das nur durch Vetternwirtschaft erreicht haben. Und zur Zeit laufen über einen Newsletter, in dem sich Afrikanisten vernetzt haben, hitzige Debatten über Formulierungen der BBC anlässlich der Wahl im Kongo, das seien die ersten Wahlen "nach vierzig Jahren Gewalt." – was völlig unterschiedliche Perioden der kongolesischen Geschichte (Die Mobutu-Diktatur war kein Kindergarten, aber zweitweise relativ stabil) unter das eine Label "Gewalt" stellt. Ich erinnere mich noch an einen Artikel im Südkurier (eine Übernahme von dpa), in dem Kinshasa als "von Gewalt zerrüttet, aber voller Lebensfreude" beschrieben wurde. Ganz abgesehen davon, das solche Formulierungen – ein absoluter Standard in der Afrikaberichterstattung – voellig nichtssagend sind, gehen sie natürlich komplett an der Lebensrealität der Leute vorbei.


Posted by rh at 18:07 | Comments (7) | Trackbacks (0) | edit
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