18 September
2006

Architektur

Lusaka

Lusaka hat 2 Millionen Einwohner und ist seit 1935 die Hauptstadt, zuerst von Nordrhodesien, ab 1964 von Zambia. Der Großteil der Innenstadt ist 70er- und 80er-Jahre-Architektur; die koloniale Vergangenheit ist nur in den Justizgebäuden sichtbar. Man sieht der Innenstadt noch die Hoffnungen an, die mit dem ökonomischen Aufstieg Zambias im Zusammenhang mit den Kupferminen in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts verbunden waren.



Zambia, heute eines der ärmsten Länder der Welt, war damals das Hoffnungskind Afrikas; und was entlang der Eisenbahnlinie, die von Livingstone im Süden (an den Victoriafällen) bis in den Kupfergürtel im Nordwesten (an der Grenze zum Kongo) führt, in den 60ern passierte, wurde allgemein als die "Afrikanische Industrielle Revolution" gesehen, als der erste Schritt "Afrikas" auf einem Weg in die "Moderne", der dem Weg Europas glich.



Zambias Bruttosozialprodukt sollte, so hieß es, bald dem Portugals gleichen. In der Folge der Ölkrise in den 70ern verschlechterte sich die Situation jedoch rapide. Nach James Ferguson ("Expectations of Modernity. Myths and Meanings of Urban Life on the Zambian Copperbelt", Berkeley 1999) liegt das weniger an sinkenden Kupferpreisen (Kupferpreise schwanken schon immer sehr stark), als an den "terms of trade", also der Außenhandelsbilanz (richtig?), die sich seit der Ölkrise rapide verschlechtert hat.



"To put the matter concretely, where in 1970 a ton of Zambian exports would have bought a certain quantity of imported goods, by the mid-1980s it would have taken more than three tons to buy the same quantity of goods." (ebd., S. 7). Als Folge davon wurde weniger Kupfer abgebaut, was die Kaufkraft Zambias noch mehr verschlechterte, da 90% des Exports vom Kupfer bestritten werden. SAPs und die ueblichen IWF-Programme (die den "gap" zwischen urbaner und laendlicher Bevoelkerung schliessen sollten, was sie ironischerweise auch gemacht haben, indem naemlich die Staedter verarmten) erledigten den Rest. Bei einem Pro-Kopf-Einkommen von 320 US-Dollar war Zambia in den 90ern mit 670 US-Dollar pro Einwohner in den Miesen. Im Übrigen ist der Kupferpreis in den letzten Jahren wieder gestiegen, die Chinesen kaufen sich gerade in die Minen hier ein; die Arbeitslosenrate im Kupfergürtel ist wieder gesunken. Wie lange das anhält, ist allerdings schwer zu sagen, und der Nutzen für die Nationalökonomie ist zunächst mal gering, da derart viele ausländische Investoren zu Spitzenbedingungen ins Land gelassen werden, dass der größte Profit aus dem Land fließt.



Posted by rh at 16:29 | Comments (1) | Trackbacks (0) | edit
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Re: Architektur

sehr schöne ausschnitte :-)

Posted by: stw at September 18,2006 18:17 | edit
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