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vor genau einem monat in genua demonstrierten ungefähr 300.000 menschen gegen die politik der G8, gegen ausbeutung, armut und unterdrückung. es war die bisher größte demonstration internationaler aktivistInnen, die für eine "andere" globalisierung eintreten, eine, die sich an humanen und sozialen kriterien bemessen läßt. auf diesen erfolg, der sich nicht mehr verschweigen oder vereinnahmen ließ, reagierten die herrschenden mit bloßer gewalt. mit der ermordung carlo giulianis, den schweren mißhandlungen auf polizeiwachen und dem massiven angriff der polizei auf die hunderttausenden demonstrierenden menschen hat die repression nach prag und göteborg einen vorläufigen höhepunkt erreicht. dieser staatliche terror der italenischen regierung ging mit den massiven vorstössen der deutschen bundesregierung einher, die mit dem abbau demokratischer grundrechte, mit ausreiseverboten, dem einzug von pässen, verschärften grenzkontrollen usw. vorpreschte. die repression beschränkt sich nicht auf genua und die anderen gipfeltreffen. in allen ländern erfahren aktivistInnen der Bewegung alltäglich, was es heißt, mit den herrschenden verhältnissen nicht einverstanden zu sein. auch die unterdrückung ist global. noch immer sind mindestens 17 menschen in italienischen gefängnissen inhaftiert. alle wurden nach den ereignissen in genua anläßlich des G8 gipfels festgenommen. unzählige verfahren sind noch am laufen. angeklagt sind sie der mitgliedschaft in einer kriminellen vereinigung - des sogenannten schwarzen blocks - und anderer delikte. einzige "beweismittel" sind in fahrzeugen gefundene dunkle kleidungsstücke, filme und werkzeug. die italienische regierung sucht verzweifelt sündenböcke, denen sie die geschehnisse in genua anhängen kann. dafür sollen die jetzt immer noch inhaftierten herhalten. diese rechnung darf und wird nicht aufgehen. wir fordern:
Die sofortige Freilassung aller Gefangenen von Genua und Einstellung aller Verfahren!
Unterstützt die Gefangenen:
Solikonto bei der Roten Hilfe e.V. Konto19 11 00 462, Postbank Dortmund Blz 440100 46 Stichwort “Genua”
visdp: S. Schokoladjewitsch, Am Weiler 5 22489 Bargfeld
Am 20.Juli wurde der Aktivist Carlo Guliani bei den Protesten gegen den G8-Gipfel in Genua (Italien) von der Polizei mit zwei Schüssen in den Kopf ermordet.
Am 21. Juli wurde die Diaz Schule von der Polizei gestürmt und die sich darin befindenden, teilweise schlafenden , AktivistInnen brutal zusammengeschlagen , so dass sie schwerste Verletzungen davon trugen. Einige kamen nur knapp mit dem Leben davon, andere werden ihr Leben lang an den körperlichen und seelischen Folgen dieser Terroraktion leiden.
Auf den Polizeiwachen wurden die Festgenommenen systematisch gefoltert und eingeschüchtert. In den Tagen nach dem Gipfel macht die Polizei Jagd auf AktivistInnen und nimmt Menschen willkürlich fest. Insgesamt wurden über 500 AktivistInnen festgenommen , 50 von ihnen sitzen zum jetzigem Zeitpunkt noch immer im Knast in Italien.
Dies stellt den bisherigenHöhepunkt der Repression gegen die globale antikapitalistische Bewegung in den westlichen Ländern dar.
Bei den Protesten gegen Weltbank und IWF in Prag im September 2000 wurden bereits AktivistInnen gefoltert,bei den Protesten gegen den EU-Gipfel in Götheburg im Juni 2001 schoß die Polizei AktivistInnen von hinten an,einer von ihnen schwebte lange Zeit in Lebensgefahr. AktivistInnen erhielten lange Haftstrafen. Tagtäglich werden Menschen,die für ein besseres Leben kämpfen, weltweit gefoltert und ermordet.
Auch die westlichen "Demokratien" machen dort, wo sich dieHerrschenden sich effektivem Widerstand gegenübersehen, keine Ausnahme und greifen zum Polizeiterror. Doch ihre Repression zeigt nur, dass sie eben nicht im Interesse der Menschen, sondern der Sicherung der bestehenden (Unterdrückungs-)Verhältnisse handeln.
Aber ihre Repression macht uns nur noch entschloßener!
Deswegen rufen wir zum Globalen Aktionstag am 20.8., einen Monat nach Carlo Gulianis Ermordung , auf! Zahlreiche Menschen machten bereits in verschiedenen Ländern und Städten Aktionen vor und in italienischen Botschaften, Fernsehsender n und Parteibüros, um ihrer Wut und Trauer über den Mord und ihrer Solidarität mit den Gefangenen und Gefolterten Ausdruck zu verleihen.
Laßt euch etwas einfallen, macht Aktionen, macht Druck, verbereitet den Termin und die Idee!
FREIHEIT FÜR DIE GEFANGENEN VON GENUA!
UNSER WIDERSTAND GEHT WEITER!
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sw, 4.08.01