The Balcony - Memories of Occupation

Ein Film von Chrysanthos Konstantinidis
12. November 2019, 19 Uhr - Lichtmess Kino, Gaußstraße 25, 22765 Hamburg

Der Regisseur Chrysanthos Konstantinidis und Christoph U. Schminck-Gustavus, Professor für Rechtsgeschichte, werden anwesend sein. Mit anschließender Diskussion und Informationen über den aktuellen Stand der Entschädigungsforderungen.

Ligiades, ein Bergdorf im Norden Griechenlands in der Nähe des Ortes Ioannina, wird wegen seiner Aussicht ”der Balkon von Ioannina” genannt. In Ligiades fand eines der furchtbarsten NS-Verbrechen während der deutschen Besatzung Griechenlands im II. Weltkrieg statt. Am 3. Oktober 1943 kamen die Soldaten der Gebirgsdivision Edelweiß die engen Serpentinen hoch in das Dorf. Die deutschen Wehrmachtsoldaten wollten Rache nehmen für den von Partisanen getöteten Oberstleutnant Josef Salminger. An jenem Sonntag waren fast nur Kinder, Frauen und Greise im Ort, die Männer waren auf den Feldern. Die Soldaten töteten wahllos, unter den 82 Ermordeten befanden sich 34 Kinder und 37 Frauen. Das jüngste Opfer war zwei Monate alt, das älteste 100 Jahre. Anschließend plünderten die Soldaten das Dorf und zündeten die Häuser an. Der Rauch des brennenden Dorfs auf dem ”Balkon” war von weitem zu sehen und die Bewohner der umliegenden Orte wussten, was in Ligiades geschah. Die deutschen Besatzer setzten ein mörderisches Zeichen, um den Widerstand der griechischen Bevölkerung zu brechen.

www.tobalkoni.gr

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Pressemitteilung des AK-Distomo

Der oberste Gerichtshof in Rom (Kassationshof) entscheidet zugunsten der Distomo-Klägerinnen und Kläger. Die Vollstreckung gegen deutsches Vermögen in Italien bleibt weiter möglich.

Am 3. September 2019 wurde die Entscheidung des Kassationshofs in Rom vom 25.6.2019 veröffentlicht, mit der das oberste italienische Gericht in Zivilsachen erneut eine wichtige Entscheidung für die Angehörigen der Opfer und für die Überlebenden des Distomo-Massakers traf. Es wies eine Rechtsbeschwerde der Deutsche Bahn AG gegen eine Pfändungsmaßnahme der Klägerinnen und Kläger aus Distomo zurück. Damit bleibt der Rechtsweg für die Zwangsvollstreckung weiterhin offen.

Im Fall Distomo, einer mittelgriechischen Ortschaft, in der deutsche Soldaten am 10. Juni 1944 ein Massaker an der Bevölkerung anrichteten und 218 Menschen ermordeten, steht fest: Deutschland wurde 1997 vom Landgericht Levadia in Griechenland rechtskräftig zu einer Entschädigungszahlung von ca. 28 Mio. Euro verurteilt. Doch Deutschland zahlt bis heute nicht.

Der in Florenz/Italien ansässige Rechtsanwalt Dr. Joachim Lau ist von den griechischen Klägerinnen und Klägern aus Distomo beauftragt, das griechische Urteil des Landgerichts Levadia (Griechenland) aus dem Jahr 1997 in Italien zu vollstrecken. Der Anwalt hat u.a. ein Konto der Deutsche Bahn AG erfolgreich gepfändet, um mit diesem Geld die Kläger*innen von Distomo endlich zu entschädigen.

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Die Shoah in Griechenland und
Deutschlands Haltung zu griechischen Entschädigungsforderungen

Veranstaltung mit der Historikerin Rena Molho (Saloniki)

Donnerstag, 26. September 2019, 19.00 Uhr, Tschaikowsky-Saal, Tschaikowskyplatz 2, 20355 Hamburg (U-Bahn Messehallen)

Während der Besatzung Griechenlands von 1941-1944 ermordeten die Deutschen fast 90% der jüdischen Bevölkerung des Landes. Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Landes im Oktober 1944 spricht die griechische Historikerin Rena Molho über die Shoah in Griechenland sowie über die Situation der überlebenden Juden und Jüdinnen nach der Befreiung. Diese Fakten sind in Deutschland ebenso wenig bekannt wie das gesamte Ausmaß der deutschen Massenverbrechen und deren Folgen in Griechenland.

Die Rechtsanwältin Gabriele Heinecke vom Arbeitskreis Distomo berichtet über die Verweigerung der Bundesregierung, eine angemessene Entschädigung für die deutschen Verbrechen in Griechenland zu leisten. So verwehrt die Bundesregierung die Rückzahlung des erpressten Lösegelds für jüdische Zwangsarbeiter in Saloniki und verweigert insgesamt eine Entschädigung für die nicht jüdischen Opfer der Besatzungsverbrechen.

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Reisebericht Distomo Juni 2019

Am 10. Juni 2019 jährte sich das Massaker in Distomo zum 75. Mal. Dies war Anlass für uns mit einer größeren Gruppe aus Hamburg, insgesamt 11 Personen, nach Distomo zu fahren, um am Gedenken teilzunehmen und um erneut für die Entschädigungsforderungen der Opfer und Hinterbliebenen der Ermordeten einzutreten.

Der vollständige Reisebericht befindet sich hier (Pdf-Dokument)

Distomo 10. Juni 1944
Nicht verjährt, nicht vergessen, nicht entschädigt
Deutschland muß zahlen!

Heute, nach 75 Jahren, gibt es immer noch keine Entschädigung für das Verbrechen, dem in Distomo 218 Kinder, Frauen und Männer zum Opfer gefallen sind. Mit allen Mitteln drückt sich Berlin davor, die Schulden in Höhe von 28 Millionen Euro plus Zinsen an die Angehörigen der Ermordeten und die Überlebenden zu begleichen, zu deren Zahlung das Landgericht Livadia Deutschland im Jahre 1997 verpflichtet hat. Der Name Distomo steht inzwischen exemplarisch für das verbrecherische Wüten der Deutschen gegen die Zivilbevölkerung während der Besatzung von 1941 bis 1945 und es steht exemplarisch für den Unwillen des heutigen Deutschlands, sich zu seiner Verantwortung durch Zahlung von Entschädigungen zu bekennen. Bei ihren Besuchen beschwören deutsche Politiker die deutsch-griechische Freundschaft, legen Kränze nieder und reden von Trauer – aber zahlen wollen sie nicht!
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die englische Version (Pdf-Dokument)
die griechische Version (Pdf-Dokument)

Der AK-Distomo wird auch dieses Jahr an der Gedenkfeier in Distomo teilnehmen.
Hamburg, 8. Juni 2019

8. Mai 2019 - Tag der Befreiung
Gegen jeden Nationalismus ­für antifaschistische Solidarität!

Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung, an dem Nazideutschland besiegt wurde und der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende ging. Doch durch die militärische Niederlage Deutschlands wurde die verbrecherische Ideologie des Nationalsozialismus nicht endgültig besiegt. Mit großer Sorge beobachten wir das Erstarken rechter bis faschistischer Bewegungen und Parteien in ganz Europa und darüber hinaus. Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie breiten sich überall aus, in Italien, Österreich, Ungarn und Polen stellen rechtsextreme Parteien bereits die Regierung. In Deutschland hat sich mit der AFD eine rechtsextreme Partei etabliert, deren Nähe zum Nationalsozialismus immer deutlicher wird.

Einen Grund für das Wiedererstarken faschistischer Parteien und Bewegungen sehen wir darin, dass die Verbrechen Nazideutschlands und seiner Verbündeten nicht einmal zu den notwendigsten Konsequenzen führten. Die meisten Täter wurden nicht bestraft, die meisten Opfer erhielten keine Entschädigung. Reparationen an die ehemals von Deutschland besetzten Länder wurden nur in geringem Ausmaß gezahlt. Nicht zuletzt dieser Tatsache verdankt die Bundesrepublik Deutschland ihren politischen und ökonomischen Aufstieg nach dem Zweiten Weltkrieg, während Länder wie Griechenland noch Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg unter den Folgen der deutschen Besatzung leiden. Niemals hat die Bundesrepublik Deutschland Bereitschaft gezeigt, für dieses Unrecht die Verantwortung zu übernehmen, im Gegenteil.

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”Krisis”

Dokumentar-Film (2018) über die Solidarische Praxis in Piräus, Griechenland
Mittwoch 30.1.2019 um 19:30 Uhr im Lichtmeß Kino Gaußstr. 25 Altona

Mit einer kurzen Einführung von Nadja Rakowitz (VDÄÄ)
Anschließend Diskussion mit Fotis Andreopoulos & Vaia Andreopoulou, Aktivisten aus Piräus und Protagonisten des Films, sowie dem Regisseur Wolfgang Reinke

Die Krisenpolitik in der EU hatte in Griechenland dazu geführt, dass 30% der Bevölkerung ihre Krankenversicherung verloren hatten. Elena, Fotis und Vasiliki engagieren sich seit 2013 zusammen mit anderen in einer sogenannten Solidarischen Praxis in Piräus. Dort organisieren sie medizinische Versorgung und kostenlose Medikamente für ihre in Not geratenen Nachbar*innen. ”Krisis” zeigt ihre Lebensfreude und ihr Engagement, ihre Kämpfe, Hoffnungen und Enttäuschungen und ist so zugleich ein Zeitdokument der politischen Entwicklungen in Griechenland. Der Film begleitet die Aktivist*innen zwei Jahre lang von Ende 2014 bis Ende 2016: vom Wahlsieg von SYRIZA über das Referendum im Juli 2015, die Unterwerfung der Regierung unter das 3. Memorandum der EU-Troika und die Auswirkungen der EU-Flüchtlingspolitik auf die griechische Gesellschaft und die solidarische Bewegung. Er zeigt, was Solidarität in diesen Zeiten bedeutet: Die Aktivist*innen der Solidarischen Praxis begreifen Solidarität als Akt der Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten und als politischen Widerstand.

Über eine Unterstützung mit einem Solibeitrag von 10 Euro würden wir uns freuen.

Eine Veranstaltung von:
Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VDÄÄ), Solidarisches Gesundheitswesen e.V., Hamburger Solidaritätsgruppe Griechenland, Arbeitskreis Distomo, attac Hamburg

Die Ankündigung befindet sich hier als pdf-Dokument