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Unterabschnitte

PCs, Bildschirme und Kabel

Alle elektrischen Geräte, also auch dein PC strahlen elektromagnetische Wellen aus. Diese gehen vom Bildschirm und von den elektronischen Bauteilen im Geräteinnern aus. Je schlechter ein PC abgeschirmt ist, desto leichter fällt es, diese Strahlung aufzufangen. Mit relativ viel Aufwand kann die elektromagnetische Strahlung wieder in Signale zusammengesetzt werden, die denen entsprechen, die aus dem Gerät kommen.

Dein PC ist sicherlich noch mit anderen Geräten (Drukker, Modem, Netzwerk) verkabelt. Diese Verbindungskabel bieten weitere Angriffspunkte für unerwünschte Mithörer. Je schlechter ein Kabel isoliert ist, desto einfacher ist es, Signale von den Kabeln abzufangen. Auch nehmen andere Kabel, die in der Nähe des Computers verlaufen, Abstrahlungen auf. Mit relativ aufwendigen Methoden können diese aufgefangen und aufbereitet werden.

Bildschirme

Computer-Bildschirme »abzuhören«, ist ziemlich einfach. Es ist bekannt, daß dies bereits seit geraumer Zeit von militärischen und anderen Geheimdiensten gemacht wird. In den USA gelten seit den 60er Jahren sogenannte »Tempest«-Sicherheitsstandards für alle Geräte, die im militärischen und polizeilichen Bereich benutzt und die damit gegen Bildschirm-Abhörtechniken geschützt werden. Die Quelle von potentiellen Abhörern ist die sogenannte Reststrahlung der Computer, eine Strahlung, die in schwacher, jedoch ortbarer Form sogar durch die Wände einer Wohnung dringen und von außen aufgefangen werden kann.

Das Abhören

Rita sitzt in ihrem Büro an ihrem Computer und hat Lust, bei ihrer Arbeit ein wenig Musik zu hören. Sie nimmt das Transistorradio, zieht die Antenne heraus und stellt ihren Lieblingssender ein. Leider ist die Empfangsqualität miserabel. Auch wenn sie einen anderen Sender einstellt, bleibt der Empfang schlecht. Zufälligerweise stellt sie ihren Computer aus und was zeigt sich? Der Empfang ist wieder gut. Aus diesem Beispiel ist ersichtlich, daß der Computer nicht nur als Textverarbeitungsgerät, sondern auch als Störsender funktionieren kann. Physikalisch werden beide Signale zur elektromagnetischen Strahlung gerechnet.

Bildschirmstörsignale enthalten dieselben Informationen wie die Signale, die auf dem Computerbildschirm erscheinen. Einige Spezialisten bastelten einmal ein wenig an einem gewöhnlichen Fernsehgerät8.1 herum, um damit Bildschirmstörsignale festlegen zu können. Nach ein paar Experimenten erhielten sie ein einwandfreies Bild, das sie auf Foto und Video festhalten konnten. Ein normaler Fernsehempfänger kann demnach so manipuliert werden, daß dadurch die Information rekonstruiert wird, die auf dem Bildschirm eines in der Nähe befindlichen Computers gerade sichtbar ist. Weitere Versuche erbrachten, daß Bildschirmstörsignale eines Computers bis auf eine Entfernung von über 1km feststellbar sind. Die Strahlung von älteren Computerbildschirmen ist in der Regel stärker und daher auch weiter entfernt meßbar als die der neueren Bildschirmtypen.

In den letzten Jahren konnten auch die Hersteller in Europa dazu bewogen werden, Bildschirme zu produzieren, die weniger Störsignale ausstrahlen. Weniger wegen der Abhörgefahr, sondern weil die Strahlung allgemein für gesundheitsschädlich erachtet wird. Die meisten neuen Monitore sind relativ strahlungsarm, senden entsprechend weniger Bildschirmstörsignale und dürften aus größeren Entfernungen kaum zu orten sein. Generell geht von Schwarzweiß-Bildschirmen weniger Strahlung aus als von Farbmonitoren. Es gibt auch Bildschirme, die ohne Bildröhre arbeiten wie die LCD-Bildschirme, die bei tragbaren Computern Verwendung finden. Sie verbrauchen viel weniger Strom, sind fast strahlungsfrei und damit kaum abzuhören.

Gegenmaßnahmen

Der Bildschirm kann gegen elektromagnetische Strahlung abgeschirmt werden, eine relativ teure und technisch ziemlich komplizierte Angelegenheit. Der Computer müßte beispielsweise in einem hermetisch geschlossenen Metallschrank aufgestellt oder ein Störsender im Arbeitsraum angebracht werden. Letzteres müßte so erfolgen, daß der Computer störungsfrei arbeitet, die Bildschirmstörsignale jedoch im Rauschen untergehen. Der Sender müßte mit einer Breitbandantenne mit einer Leistung von um die 0 dbmW (1 Milliwatt) ausgerüstet sein. Juristisch ist es allerdings nicht gestattet, einen solche Sender zu verwenden. Die Wahrscheinlichkeit, daß der Funkkontrolldienst ihn zufällig ortet, ist jedoch gering, sofern jemand nicht unnötig auf sich aufmerksam macht und etwa den Radioempfang seiner Nachbarn stört.

Mehrere Computer in einem Raum aufzustellen, bietet keinen Schutz vor Lauschangriffen. Es ist aber möglich, Bildschirme mit Hilfe kryptographischer Techniken so umzurüsten, daß die Rekonstruktion von Bildinformationen durch Bildschirmstörsignale nahezu unmöglich wird. Es müßte hierzu nur die Linienschreibfrequenz nach einer (pseudo)zufälligen Methode verändert werden. Dazu taugliche Bildschirmtypen sind im regulären Handel jedoch noch nicht erhältlich. Bleibt also derzeit nur die Nutzung von LCD-Schirmen. Diese gibt es nicht nur für tragbare Computer, sondern auch für »normale«. Bedauerlicherweise sind sie aber ziemlich teuer.

Kabel

Eine andere Strahlungsquelle bilden die Kabel, mit denen der Computer an Peripheriegeräte wie Drucker und Modems gekoppelt wird. Über die damit verbundenen Abhörmöglichkeiten ist uns wenig bekannt. Die Strahlung ist so stark, daß in überbelegten Büros, in denen zu viele Kabel sind, Störungen entstehen können. Auch kann die Strahlung außerhalb der Räumlichkeiten aufgefangen werden.8.2 Wir wissen nicht, wie schwierig es ist, auf diese Art gewonnene Information zu entschlüsseln. Glücklicherweise gibt es eine simple Lösung, um dem vorzubeugen. Abgeschirmte (geerdete) Spezialkabel kosten im Handel kaum mehr als ungeerdete. Allerdings sollte auch eine gute Erdung der Stromzufuhr von Computer und Peripheriegeräten vorgenommen werden.

Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik führte 1995 einen Versuch durch, bei dem zwei PCs desselben Netzwerkes mit einem Kabel verbunden wurden. In direkter Nähe dieses Kabels lief eine Telefonleitung lang. Die Telefonleitung wurde an einer beliebigen Stelle angezapft und es gelang die Informationen, die auf dem PC-Kabel entlangflossen, aufzufangen und wieder lesbar zu machen. Das elektrische Prinzip hierfür nennt sich Überkoppeln (kapazitives und induktives). Um jedes Kabel, in dem Ströme fließen, besteht ein mehr oder weniger großes elektromagnetisches Feld. Liegt in der Nähe eines solchen Kabels ein anderes, so springt gewissermaßen etwas von dem Strom über.8.3

Grundsätzlich ist auch eine andere Abhörmethode vorstellbar, wie etwa Hochfrequenzen in einen Raum einzustrahlen. Die zurückkommenden Hochfrequenzen könnten dann so verändert sein, daß sie die Informationen beinhalten, die gerade auf einem PC bearbeitet werden.8.4 Genaueres ist uns nicht bekannt, nur, daß ein mit hochfrequenten Wellen bestrahlter PC, störanfällig wird, es etwa zum Ausfall der Maus kommen kann.8.5



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