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Lindau und Bregenz: Internationaler Aktionstag am 9. November 2003

Grenzübergreifende Demo Gegen Faschismus, von Deutschland nach
Österreich...:


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Gegen Faschismus und Antisemitismus – damals und heute!
Für eine Welt ohne Grenzen!

Internationaler Aktionstag am 9. November 2003 in Lindau und Bregenz

Im Gedenken an die Verbrechen der Reichspogromnacht 1938, aber auch
angesichts anhaltender faschistischer Umtriebe in unserer Gegend wollen wir
am 9. November in Lindau und Bregenz demonstrieren. Am 9. November 1938
wurden im ganzen Deutschen Reich jüdische Menschen angegriffen und ihre
Häuser, Geschäfte und Synagogen geplündert und niedergebrannt. Diese Pogrome
waren der Auftakt zu einer weiteren Verschärfung der Ausgrenzung und
Verfolgung der Jüdinnen und Juden und anderer dem Regime missliebiger
Gruppen – und ein entscheidender Schritt hin zum industriellen Massenmord in
den Vernichtungslagern.
Leider hat die dahinterstehende Ideologie den Untergang des NS-Regimes
überlebt.

Antisemitismus, Rassismus und Haß auf alles "Andersartige" sind in Politik
und Gesellschaft immer noch tief verwurzelt und zu wenig aufgearbeitet.
Diskriminierung und Ausgrenzung sind gesellschaftlich
weithin akzeptiert und sogar gesetzlich verankert (z.B. im Umgang mit
Nicht-EU-BürgerInnen,
insbesondere Flüchtlingen). In Folge von rassitischen Gesetzten kam es
bereits direkt (z.B Fall Marcus Omofuma) und indirekt zu Toten.

Die extremsten Folgen dieser Haltung sind gewaltsame, immer öfter sogar
tödlich endende Übergriffe
auf ImmigrantInnen, Menschen mit dunkler Hautfarbe, Linke, Obdachlose,
Punks, Behinderte,
Homosexuelle etc. Dabei treten die TäterInnen in letzter Zeit immer
organisierter auf und beziehen sich
politisch-ideologisch immer direkter auf den Nationalsozialismus.

Eine besondere Rolle spielt in der östlichen Bodenseeregion das "Blood and
Honour"-Netzwerk, das in
Deutschland mittlerweile verboten ist, von Vorarlberg aus jedoch trotz
dokumentierter Verstöße gegen
das Wiederbetätigungsverbot nahezu unbehelligt agieren kann. Es hat
erklärtermaßen zum Ziel,
unpolitische Skinheads durch Verbreitung von Musik mit rechtsradikalen
Texten und Symbolen zu
Neonazis umzuerziehen. Sie haben in den letzten Jahren Konzerte mit bis zu
tausend BesucherInnen
organisiert. An zahlreichen Übergriffen waren Faschos mit "Blood and
Honour"-Symbolen (T-Shirts,
Tätowierungen, ...) beteiligt.

Wir demonstrieren daher am Sonntag, 9. November 2003,
zunächst beim ehemaligen Gestapohaus in Lindau und dann beim ehemaligen
Gestapohaus in Bregenz sowie vor der FPÖ-Zentrale,
der rechtspopulistischen Vorarlberger und österreichischen Regierungspartei
mit meist fehlender
Abgrenzung nach rechts, und der Sicherheitsdirektion in Bregenz,
die ihre rechtlichen Möglichkeiten gegen Neonazis vorzugehen nicht
ausschöpft.

LINDAU
14:00 Treffen am Lindauer Hauptbahnhof
14:45 Auftaktdemo zur Kundgebung beim ehemaligen Gestapo-Gebäude in der
Linggstraße
16:00 fahren wir geschlossen mit dem Zug zum Hauptbahnhof nach Bregenz.

BREGENZ
16:10 Treffen am Bregenzer Hauptbahnhof Demonstration zum ehemaligen
Gestapohaus in der
Oberstadt, zur FPÖ-Zentrale am Leutbühl und zur Sicherheitsdirektion in der
Bahnhofstraße
20:00 Konzert im Jugendzentrum Between

Diesen Aufruf unterstützen (bis jetzt):
AKS (Aktion kritischer SchülerInnen),
Antifa Bodensee,
Antifa Lindau,
Antifa Ravensburg,
ATIGF (Föderation der ArbeiterInnen aus der Türkei in Österreich),
Bunte Liste Lindau,
Club Vaudeville,
DIE GRÜNEN Vorarlberg,
FC WACKER Innsbruck (Fanclub ACAB Vorarlberg),
FAU (Freie ArbeiterInnen Union) Vorarlberg,
Grün-Alternative Jugend,
Grünes Forum Bregenz,
GEMEINSAM - Alternative und Grüne GewerkschafterInnen,
INFOladen Bregenz,
Johann-August-Malin-Gesellschaft,
Junge Alternative Lustenau,
Karacho (Kulturladen - ravensburg),
SJ (Sozialistische Jugend - Vorarlberg),
PDS (Oberschwaben/Allgäu)

 

05.11.2003
anonym zugesandt   [Aktuelles zum Thema: Antifaschismus]  Zurück zur Übersicht

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