nadir start
 
initiativ periodika archiv adressbuch kampagnen aktuell

Dortmund: Adorno-Tage | "Politische Konsequenzen radikalen Denkens"

ADORNO TAGE DORTMUND
"POLITISCHE KONSEQUENZEN
RADIKALEN DENKENS"

12. - 14. SEPTEMBER 2003
(Buchhandlung und Kaffeehaus Taranta Babu, Humboldtstrasse 44)


Freitag, 12.September, 19.30 Uhr

Einführung / "Immer noch ätzend"
Helmut Weiss (Verein zur Förderung der Lesekultur)

Der große Einfluss, den die Kritische Theorie und speziell TW Adorno auf die
politische und philosophische Landschaft der BRD hatten, hat dazu geführt,
dass es (mindestens) drei Stränge gibt, in denen dieser Einfluss fortwirkt:
Der pervertierte Party - Smalltalk jener auf dem weiten Weg durch die Institutionen zum Bürgertum, die akademischen Rituale zum Zwecke der
Domestizierung radikalen Denkens ­ und der Versuch, dieses Denken für gesellschaftliche Debatten und Aktivitäten nutzbar zu machen.
Das ist Enwicklungsgeschichte, die wir an diesem Einführungsabend vorstellen wollen.

Samstag, 13.September, 14 Uhr
WORKSHOP 1 / Kritische Theorie und Psychoanalyse: Studien zum autoritären Charakter
Leitung: Ingo Elbe (Arbeitskreis rote ruhr-uni)

Nicht erst angesichts eines seit den 90er Jahren in Deutschland wieder
auflebenden offenen Nationalismus, Antisemitismus und Rassismus, darf
Adornos Diagnose vom "Nachleben des Nationalsozialismus in der
Demokratie" ungebrochene Aktualität beanspruchen.
Gegenstand des als Einführung konzipierten Vortrags und Workshops ist
die wesentliche theoretische Grundlage dieser Diagnose: Die kritische
Sozialpsychologie des "spätbürgerlichen" Subjekts, insbesondere des
autoritären Charakters, wie sie seit Anfang der 30er Jahre von den
Vertretern der Frankfurter Schule entwickelt und von Adorno im
amerikanischen Exil wie in der postfaschistischen Bundesrepublik
fortgeführt wurde.


Samstag, 13.September, 17 Uhr
WORKSHOP 2 / Kulturindustrie
Leitung: Christoph Hesse (AK rote ruhr-uni))

Kulturindustrie meint - seit der "Dialektik der Aufklärung" von 1947 jenen gesellschaftlichen Komplex, der weithin auch mit Massenkultur oder Massenmedien bezeichnet wird. Der Aufsatz über Kulturindustrie ist noch
immer ein Klassiker, bisweilen eher berüchtigt als berühmt. Auch vielen
Linken gilt die Kritik als unzeitgemäß, übertrieben und elitär. Ist=
eine
Kritik der Massenkultur als emanzipatorisches Projekt überhaupt noch zu
gebrauchen?
Es soll darum gehen zu zeigen, warum und inwiefern Adornos Kritik der
Kulturindustrie, auch wo sie scheinbar übers Ziel hinausschießt, für =
eine
kritische Theorie der Gesellschaft unverzichtbar bleibt. Wer sich ihrer
leichtfertig entledigt, wird es zumindest schwer haben zu begreifen, warum
die von den Gestalten und Mißgestalten der sog. populären Kultur ergrif=
fenen
Menschen auch weiterhin "für baren Unsinn das Martyrium erleiden" (Adorno=
).

Sonntag, 14.September, 11 Uhr
Workshop 3 / "Minima Moralia" ­ als Anregung für die Gewerkschaftsarbeit
David Hollis (LabourNet Germany, Nürnberg)

Ein Versuch. Oder: Wie der von linken "Praktikern" in die "bloße Theorie"
Ecke abgestellte Adorno auch für Alltagsaktivität vielleicht mehr "hergeben"
könnte als manche Avantgarde...eine Einübung (nicht nur) für
GewerkschafterInnen


Sonntag, 14.September , 16 Uhr

Abschlussveranstaltung: Kritischer Pessimismus und die Grenzen des
traditionellen Marxismus
Norbert Trenkle (Redaktion Krisis, Nürnberg)

Die These vom 3.Kapitel des Buches von Moishe Postone, nach der Adorno der
letzte und fortgeschrittenste Vertreter des klassischen Marxismus gewesen
sei ­ und es aber darauf ankomme, darüber hinaus zu gehen ­ stellt Norbert Trenkle vor­ und zur Diskussion.


(Weitere Auskünfte: Helmut Weiss, Verein zur Förderung der internationalen
Lesekultur und Medienkompetenz c/o Taranta Babu,
Humboldtstrasse 44 in 44137 Dortmund, Tel.: 0231 ­ 141689 oder  helmut@free.de)


 

24.07.2003
Verein zur Förderung der internationalen Lesekultur und Medienkompetenz   [Aktuelles zum Thema: Antifaschismus]  Zurück zur Übersicht

Zurück zur Übersicht