nadir start
 
initiativ periodika archiv adressbuch kampagnen aktuell

Istanbul/ Türkei: Angriffe auf Angehörige geplant/ Internationale Delegationen benötigt

Im folgenden geben wir einen Aufruf des TAYAD-Komitees wieder, den wir ebenfalls unterstützen:

19.08.2001

Aufruf an die Presse und die Öffentlichkeit

Die Bevölkerung in Kücükarmutlu-Istanbul ist dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Türkischer Staat bereitet Massaker an den Angehörigen der Gefangenen vor.
Ausländische Delegationen in die Türkei können die Angriffe verhindern.

Seit längerer Zeit bereitet der türkische Staat einen Angriff auf die Gefangenen-Angehörigen in Kücükarmutlu-Istanbul vor.
Zuletzt belagerten am 17. August 2001 unzählige Spezialteams und Soldaten mit Panzern und Bulldozern das Armenviertel in Armutlu,
wo das Todesfasten der freigelassenen Gefangenen und ihrer Angehörigen stattfindet. Über 20 Angehörige und mehrere freigelassenen
Gefangene setzen hier ihren Widerstand des Todesfastens gegen die Isolationszellen fort.

Um den Widerstand gegen die Isolationszellen zu brechen lässt der Staat nichts unversucht.
Zunächst verübte er ein Massaker an den Gefangenen und verschleppten sie mit Gewalt in Isolationszellen.
Nachdem das Todesfasten auch hier fortgeführt wurde, wurden unzählige von Gefangenen, sobald sie Bewusstsein verloren hatten,
zwangsernährt und teilweise verkrüppelt. Als die Gefangenen das Todesfasten trotz der Zwangsernährung erneut begannen,
wurden einige von ihnen aus der Haft entlassen. Als diese den Widerstand auch draußen fortsetzten, begann der Staat nun die
Todesfastenden auch draußen anzugreifen. Die Angehörigen, die sich mit ihnen solidarisieren und sich zum Teil ebenfalls
am 305. Tag des Todesfastens befinden, werden nun mit unzähligen Provokationen eingeschüchtert. Da auch diese
Einschüchterungsversuche nichts bringen, versucht der Staat nun erneut, wie am 19. Dezember 2000 mit einem Massaker,
bei dem 28 Gefangene massakriert wurden, den Widerstand mit einem Massaker zu brechen.

Bereits seit einem Monat patroullieren Millitärkräfte im Gebiet der Todesfastenden in Kücükarmutlu.
Ein- und ausgehende Besucher werden willkürlich kontrolliert und sogar Blumen und Nelken, die für Todesfastende
mitgebracht werden, werden beschlagnahmt und verboten. Vor zwei Tagen drangen die Millitärkräfte bis zu 30 Meter
an die Häuser der Todesfastenden in Kücükarmutlu ein und warteten mit Polizeikräften, Sondereinheiten, Sonderkommandos
und mit unzähligen Waffen und Panzern auf einen Angriffsbefehl der Regierung. Durch die Anwesenheit einer europäischen
Delegation und das Einschreiten der demokratischen Institutionen konnte der Angriff jedoch vorerst zurückgedrängt werden.
Das Millitär hat sich jedoch nicht endgültig zurückgezogen, sondern nur um einige Hundert Meter weiter entfernt.
Das Millitär wartet auf einen günstigen Moment, um den Angriff ungestört durchführen zu können.
Lassen wir ein zweites Massaker an den Widerstandsführenden nicht zu.
Zeigen wir durch unsere Präsenz vor Ort, dass die Bevölkerung in Armutlu-Istanbul nicht allein ist.

Falls Ihr an einer Delegation nach Istanbul teilnehmen wollt, meldet Euch bitte unbedingt unter der unten genannten Adresse:

Solidaritätskomitee mit TAYAD
Wittekindstr. 21; 33615 Bielefeld
Tel.: 0521-5216294 Fax.: 0521- 5216395;
E-Mail:  tayadkomite@web.de

Oder bei
Prison Watch International - Wien
Stiftgasse 8
1070 Wien
Tel.: 0699/10068641
mailto: info@pwi.action.at


 

20.08.2001
Prison Watch International - Wien   [Aktuelles zum Thema: Int. Solidarität]  [Schwerpunkt: Kampf gegen die F-Typ Gefängnisse in der Türkei]  Zurück zur Übersicht

Zurück zur Übersicht