nadir start
 
initiativ periodika archiv adressbuch kampagnen aktuell

Erfurt: 400 Faschisten marschierten mit IWG

Brutaler Polizeieinsatz gegen antifaschistische Zivilcourage
- - Neonazis konnten marschieren.

Mit Hilfe eines großen Polizeiaufgebotes konnten am vergangenen Samstag in
Erfurt rund 400 Neonazis marschieren. Antifaschistinnen und Antifaschisten
wurden mittels Schlagstöcken und Tränengaseinsatz von der Polizei am Protest
gehindert. Dabei wurden mindestens 20 Protestierende erletzt. Zu der
antifaschistischen Gegenaktion hatten die Initiative Mütter gegen den Krieg,
der Aktionskreis für Frieden, der Infoladen Sabotnik Erfurt, der Infoladen
Jena, das offene antifaschistische Plenum Erfurt, die GewerkschafterInnen
gegen Rassismus und Faschismus sowie die revolutinäre, autonome Antifa J
(D&S) aufgerufen.

Zu der Nazidemonstration hatte die sogenannte "Interessengemeinschaft für
die Wiedervereinigung Gesamtdeutschlands" (IWG) aufgerufen. Diese wird
unterstützt von einem breiten rechten/rechtsradikalen Spektrum. Dazu gehört
u.a. die "Deutsche Liga für Volk und Heimat", "Notgemeinschaft deutscher
Osten", "Wählergemeinschaft der Heimatvertriebenen und Entrechteten" bis hin
zur NPD und militanten "freien Kameradschaften". Ihr gemeinsames Streben
nach Gebieten von Russland, Polen und Tschechien steht in der Tradition
revanchistischer Forderungen. Mit diesen Positionen steht die IWG nicht
allein: Seit bestehen der Bundesrepublik erhalten Organisationen wie der
"Bund der Vertriebenen" (BdV) staatliche Gelder in Millionenhöhe. Auch der
BdV erkennt die Oder-Neiße-Grenze nicht als Grenze der BRD an.

Rund 200 Menschen versuchten mehrmals die Route der IWG-Demonstration zu
blockieren. Auf der Brücke in der Schlössrstraße gelang dies. Aufgrund von
mehrmaligem Schlagstock- und CS-Gas-Einsatz der Polizei gab es bei anderen
Blockadeversuchen mindestens 20 verletzte Menschen. Horst Meyer -
Pressesprecher des Infoladen Sabotnik Erfurt- erklärte dazu: "Daß
Antifaschisten und Antifaschistinnnen von der Polizei an couragiertem
Handeln gehindert werden ist skandalös. Trotz der polizeilichen Übergriffe
gelang es auf der Straße präsent zu sein und eine Spontandemonstration zu
machen."

Im Anschluss an die IWG-Demonstration hatten sich nochmals 150 Menschen zu
einer Spontandemonstration über den Anger zum Fischmarkt zusammengefunden.
Zuversichtlich stimme, so Horst Meyer, daß viele Erfurter Bürger und
Bürgerinnen Entsetzen und Bestürzen über die Nazidemonstration geäußert
hätten. Es gehe jetzt darum, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in
dem Nazipositionen isoliert werden.


 

01.03.2000
anonym zugesandt   [Aktuelles zum Thema: Antifaschismus]  Zurück zur Übersicht

Zurück zur Übersicht