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Tostedt: Tostedt: Spontandemo nach Naziueberfall

Pressemitteilung

Spontandemonstration nach Naziüberfall in Tostedt

Am 19.4. demonstrierten ca. 200 AntifaschistInnen, darunter viele kurdische
und türkische Menschen, gegen den faschistischen Straßenterror in Tostedt.
In der Nacht zuvor wurden vier Mitglieder von ?Prison Watch International?
zweimal von einer Gruppe von 10-15 bekannten Neonazis überfallen und z. T.
schwer verletzt.

An einer Tankstelle wurden 2 Antifaschisten von einer Gruppe von Neonazis
überfallen. Einer mußte mit einer schweren Gehirnerschütterung und mehreren
Prellungen im Krankenhaus ambulant versorgt werden. Nach der Rückkehr ins
Wohnviertel in Tostedt, gegen 4.20 Uhr, wurden sie erneut, diesmal mit
Gaspistolen Baseballschlägern und Eisenstangen angegriffen. Die 22jährige
Lena B. liegt seither mit einer Schädelfraktur und Blutungen im Gehirn auf
der Intensivstation. Sie wird auf einem Ohr taub bleiben. Ihr Zustand ist
kritisch.

Für den Überfall verantwortlich ist die Tostedter Neonaziszene, die sich
unter dem Deckmantel der sogenannten ?akzeptierenden Jugendarbeit?, seit
mehreren Jahren staatlich gefördert ausbreitet. Zeugenaussagen zufolge war
bei einem der Angriffe u.a. Sascha Bothe anwesend, der bereits früher in der
inzwischen verbotenen ?Freiheitlichen Arbeiterpartei Deutschland? (FAP)
aktiv war und seit Jahren die örtliche Nazi-Szene in Tostedt organisiert.
Auch Sebastian Stöber, Mitglied der Jungen Nationaldemokraten, der genau wie
S. Bothe den örtlichen ?Führungskameraden? zuzurechnen ist, wurde gesehen.

Dieser Angriff ist nicht isoliert zu betrachten. Seit mehereren Jahren
weisen immer wieder antifaschistische Gruppen auf die faschistischen
Aktivitäten im Raum Tostedt hin. Die ?akzeptierende Jugendarbeit? hat es
ermöglicht, daß sich hier eine organisierte gewalttätige Neonaziszene
etabliert.
Akzeptierende Jugendarbeit in Tostedt bedeutet:
- Den Kadern verschiedener faschistischer Organisationen wird ein
Jugendtreff zur Verfügung gestellt, in dem sie ihre menschenverachtende
Propaganda verbreiten und Nachwuchs anwerben können.
- Die staatliche Förderung verleiht dem faschistischen Gedankengut
gesellschaftliche Akzeptanz.
- Durch materielle Zuwendungen und strukturelle Hilfe werden sie direkt
unterstützt.
Nur am Rande erwähnt sei, daß der verantwortliche Streetworker, Bernd
Rutkowski, inzwischen als Opfer seiner ?Toleranz? selbst Teil der Naziszene
geworden ist.

Die AGH fordert daher:
Schluß mit der akzeptierenden Jugendarbeit mit Neonazis!
Keine Treffpunkte für Nazis!

Antifaschistische Gruppe Hamburg (AGH)

Hamburg, April 1998

 

20.04.1998
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