Karayilan: Warum sollte nicht auch von uns eine Delegation nach Imrali?

Der Vorsitzende des Exektuvrats der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans KCK Murat Karayilan erklärte, dass es im Rahmen des Lösungsprozesses eine zu schwere Kommunikation nach Imrali gebe: „Wir wollen als Bewegung den Prozess weiter anstoßen, doch die Kommunikation nach Imrali ist schwierig. Für den Lösungsprozess braucht es ein Verfahren wie damals in Südafrika. Warum sollte, falls eine schnelle Entscheidung benötigt wird, keine Delegation von uns nach Imrali gehen können?“
Die Schritte der KCK, nach dem vom kurdischen Volksrepräsentanten Abdullah Öcalan initiierten Lösungsprozess, werden dicht von der Weltöffentlichkeit verfolgt. Zeitungen und Medienagenturen kommen aus Kurdistan und International zu den Medya-Verteidigungsgebieten, um Informationen über den aktuellen Prozess zu erhalten. Der Außenarbeits- und Informationskommission der KCK zufolge haben dutzende türkische, regionale und internationale Presseorganisationen für Gespräche mit Murat Karayilan angefragt.
Murat Karayilan und Ronahi Serhad, Mitglied des KCK-Exekutivrats, sind mit den wichtigsten internationalen Medienvertretern zusammengekommen. Karayilan erklärte zu den Fragen bezüglich des Waffenstillstandaufrufes, dass man seit 1993 nun achtmal einen Waffenstillstand erklärt hätte, das letzte Mal während den Osloer Gesprächen.
Karayilan erklärt, dass man bis jetzt noch keinen Befehl zum Rückzug erteilt hätte und die Kommunikation nach Imrali sehr schwierig ist. „Wir wollen als Bewegung das Problem überwinden und den Prozess voran bringen. Auch wenn der Rat der Weisen ungenügend ist, wurde er zumindest gegründet. Auch ein Antrag für die Errichtung einer Parlamentskommission wurde eingereicht. Wir werden dies als Bewegung diskutieren. Wir sind nicht für eine Verzögerung des Prozesses, sondern für seine Entwicklung. Allerdings ist der Kontakt mit unserem Vorsitzenden nun 15–20 Tage her. Die Delegation fragt erst das Justizministerium an, dieses wiederum das Amt des Ministerpräsidenten. Wenn es hier eine Erlaubnis gibt, darf die Delegation zum Vorsitzenden gehen. Dann kommt sie zu uns. Wenn wir nun unsere Gedanken zu der Nachricht erklären wollen, muss die Delegation wieder zum Justizministerium und diese wiederum zum Ministerpräsident. Das ist der Grund für das sehr langsame Fortschreiten des Prozesses. Für den Prozess braucht es Verfahren wie in Südafrika. Es ist nicht gesund für den Prozess, dass der Vorsitzende unter Isolation steht. Wenn man Mandela als Beispiel nimmt, kann man schnellere Entscheidungen treffen. Warum sollte nicht auch von uns eine Delegation nach Imrali, um schnellere Entscheidungentreffen zu können?'', so Karayilan.

Quelle: ANF, 11.04.2013, ISKU

ISKU | Informationsstelle Kurdistan