| Demirtaş:
Es geht um Selbstvertrauen, nicht um Vertrauen in die AKP
„Diejenigen,
denen es an Selbstvertrauen mangelt, beurteilen die gegenwärtige Phase
nur in Bezug auf die AKP-Regierung und ihre Politik. Sie manövrieren die
Angelegenheit in eine Sackgasse, weil sie nicht über die Diskussion um
das Vertrauen in die AKP und ihre Unzuverlässigkeit hinausgehen. Es geht
hier aber um Selbstvertrauen und das Vertrauen in den eigenen Kampf, nicht
um das Vertrauen in die AKP.“
AKP hat ihre
Haltung zur Kurdischen Frage nicht wesentlich verändert
Hewler/Erbil - Der
Co-Vorsitzende der Partei für Frieden und Demokratie (BDP) Selahattin
Demirtaş traf sich am Sonntag mit dem Ministerpräsidenten der Kurdischen
Regionalregierung (KRG) Nerchivan Barzani. Nach dem Treffen informierte
er auf einer Pressekonferenz über den Besuch bei der Gemeinschaft der
Gesellschaften Kurdistans (KCK) in den Kandil-Bergen. Der BDP-Co-Vorsitzende
und der BDP-Abgeordnete aus Istanbul Sırrı Süreyya Önder hatten der KCK
den an sie adressierten Brief des Vorsitzenden Abdullah Öcalan überbracht.
Demirtaş sagte, er habe den Eindruck, dass „die KCK-Verantwortlichen völlig
hinter Herrn Öcalan und seinen Entscheidungen stehen, sie äußerten aber
ausdrücklich ihre Irritation über die Sprache der AKP-Regierung“.
Er merkte weiter an, dass sich alle angesichts des gegenwärtig zerbrechlichen
und kritischen Prozesses umsichtig verhalten und ihren Beitrag leisten
sollten. Er fügte hinzu: „Die AKP-Regierung hat ihre Haltung in dieser
Sache nicht wesentlich verändert. Das ist der Hauptgrund für die Besorgnis
der KCK-Verantwortlichen.“
Demirtaş sagte, die KCK-Verantwortlichen hätten offen geäußert, dass es
ihnen schwer falle, eine Entscheidung über den Rückzug hinter die türkischen
Grenzen zu treffen und dass dieses Problem erst dann beseitigt werden
könne, wenn die AKP-Regierung verlässliche Aussagen zur gegenwärtige Phase
mache.
Demirtaş wies auf die Wichtigkeit der Gründung einer Kommission der Weisen
und anderer Komitees im Parlament hin, und merkte an, dass wichtige Fragen
durch Rechtsprechung und Verfassung abgesichert werden müssten. „Eine
Unterstützung dieses Prozesses bedeutet nicht, sich auf die Seite der
AKP oder der BDP zu stellen. Es bedeutet, sich hinter die Hoffnung des
Volkes auf Frieden, Demokratie und Geschwisterlichkeit zu stellen“, betonte
er.
In Anspielung auf die Haltung der CHP (Republikanische Volkspartei) und
der MHP (Partei der Nationalistischen Bewegung) zu den aktuellen Entwicklungen
sagte Demirtaş: „Diejenigen, denen es an Selbstvertrauen mangelt, beurteilen
die gegenwärtige Phase nur in Bezug auf die AKP-Regierung und ihre Politik.
Sie manövrieren die Angelegenheit in eine Sackgasse, weil sie nicht über
die Diskussion um das Vertrauen in die AKP und ihre Unzuverlässigkeit
hinausgehen. Es geht hier aber um Selbstvertrauen und das Vertrauen in
den eigenen Kampf, nicht um das Vertrauen in die AKP.“
Er merkte an, es wäre falsch mit Sicherheit zu sagen, dass sich die Guerilla
hinter die türkischen Grenzen zurück ziehen werde: „Alles, was ich in
dieser Sache sagen kann, ist, dass der Kandil zur Zeit einen Entscheidungsprozess
durchläuft.“ In den nächsten Tagen werde der Kandil auf Öcalans Brief
antworten, wenn die BDP-Delegation den Brief an den kurdischen Vorsitzenden
erhalten habe, werde sie zuerst nach Ankara und danach nach Imralı gehen.
Zu dem Treffen mit Nerchivan Barzani sagte Demirtaş, sie hätten Barzani
einen Gegenbesuch abgestattet, nachdem dieser Ende März die BDP in der
Türkei besucht habe. Während ihres Treffens in Hewler (Erbil) hätten sie
über die Entwicklungen im Verhältnis zwischen türkischer Regierung und
der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) gesprochen. Er unterstrich, dass die
kurdische Regionalregierung und alle hiesigen politischen Parteien die
Gespräche unterstützten.
Quelle: ANF, 08.04.2013,
ISKU
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