Zehntausend Frauen versammeln sich in Êlih

An der Kundgebung der Demokratischen Freien Frauenbewegung (DÖKH) in Êlih (Batman) anlässlich des Weltfrauentags am 8.März haben sich tausende Frauen beteiligt. Nachdem auf der Auftaktkundgebung unter anderem die Co-Vorsitzende der BDP Gültan Kışanak zu den Frauen sprach, demonstrierten die Teilnehmerinnen zum Gefängnis von Êlih.
Auffällig bei der Kundgebung waren die hohen „Sicherheitsvorkehrungen“ der Polizei. An sieben verschiedenen Punkten wurden Kontrollpunkte der Polizei aufgestellt. Rund um den Kundgebungsort waren Militärpanzer aufgestellt. Zudem waren Scharfschützen der Polizei auf den Hochhäusern rund um die versammelten Frauen in Position
Trotzdessen ließen sich die Frauen bei ihren Feierlichkeiten nicht beirren. Aus verschiedenen Stadtteilen und Vororten von Êlih strömten die Frauen zum Auftaktort. Auf der bunten Kundgebung, auf der Fahnen des KCK, von Abdullah Öcalan und von Beritan und Zilan getragen wurden, wurde zur Musik getanzt und gesungen.
Nach einer Schweigeminute für alle gefallenen Revolutionärinnen, sprach Gültan Kışanak folgende Worte zu den Frauen: „Heute überfüllen wir die Plätze dieser Stadt. Weil wir Frauen in organisierten Strukturen in Richtung unserer Freiheit marschieren. Weil die kurdische Frau sich gemeinsam mit den Berivans, Zilans, Beritans und Zekiyes dieser Welt auf ihren Weg begeben hat. Von hier aus richten wir unsere herzlichsten Grüße und unsere Liebe an alle unsere widerstandleistenden Genossinnen weltweit. Die Frau ist das Leben, sie ist die Gerechtigkeit. Indem sie die Frau ermordet haben, haben sie versucht das Leben zu vernichten. Diejenigen, die die Frau zur Sklavin degradiert haben, sie in ihren Häusern eingesperrt haben, sie als Menschen zweiter Klasse betrachtet haben, diese haben dadurch die Gerechtigkeit und die Freiheit massakriert. Aber wir sehen heute die Freiheit der Frau und die Freiheit des kurdischen Volkes im selben Kampf. Die Freiheit unserer Sprache und unserer Identität ist zugleich auch unsere Freiheit!“
Nach diesen Worten Kışanaks haben die über zehntausend anwesenden Frauen versucht zum Gefängnis von Êlih zu demonstrieren, um ihre Solidarität zu den in Hungerstreik befindlichen weiblichen Gefangenen zu bekunden. Allerdings hat die Polizei den Frauen den Weg versperrt. Die Frauen haben daraufhin einen fünfminütigen Sitzstreik vor der Polizeisperre organisiert. Anschließend sind die Frauen zur BDP-Zentrale von Êlih marschiert, wo sich ebenfalls Frauenaktivisten im Hungerstreik befinden.
Auch in den Städten Adana, Dersim und Amed haben sich zum Teil tausende Frauen anlässlich des anstehenden Weltfrauentags zu Demonstrationen und Kundgebungen versammelt.

Quelle: ANF, 03.03.2012, ISKU

ISKU | Informationsstelle Kurdistan