Türkei/Nordkurdistan: Wieder dutzende Festnahmen

Am 4. Februar hat das AKP-Regime mit dem Vorwurf der KCK-Mitgliedschaft wieder dutzende Menschen festgenommen, darunter VertreterInnen der BDP, zivilgesellschaftlicher Organisationen, kurdischer Medien und linken Oppositionellen. Allein in Mûş (Batman) beläuft sich die Zahl der Festnahmen auf über 40. Zudem kam es in Mûş, Bedlis (Bitlis) und Izmir zu Razzien.
Unter den Festgenommenen in Êlih (Batman) befindet sich auch der bevollmächtigte Bürgermeister Serhat Temel. Dieser musste das Amt des Bürgermeisters übernehmen, nach dem der gewählte Bürgermeister von Êlih, Nejdet Atalay, bereits im Jahr 2009 im Rahmen der KCK-Operationen festgenommen worden war und weiterhin hinter Gittern sitzt. Weiteres Ziel der Festnahmen waren neben den Mitgliedern der BDP unter anderem Mitglieder von Gewerkschaften wie der Lehrergewerkschaft Eğitim-Sen und ziviligesellschaftlicher Organisationen wie Meya-Der oder dem Frauenverein Selis.
Auch waren wieder Pressemitarbeiter Ziel der Festnahmen. In Êlih wurde eine Mitarbeiterin der Nachrichtenagentur DIHA und in Bursa ein Arbeiter der kurdischsprachigen Tageszeitung Azadiya Welat festgenommen.
In Mûş wurde die Frauenverantwortliche der BDP festgenommen und in Bedlis waren ebenfalls zwei Mitglieder der BDP Ziel der Festnahmen. In Izmir hingegen wurden auf Befehl der Staatsanwaltschaft elf Mitglieder der der sozialistischen Partei ESP festgenommen.
Mit den letzten Festnahmen wurden nun allein seit dem 10. Dezember 2011 mindestens 567 Menschen im Rahmen der sog. KCK-Operationen festgenommen.

Quelle: ANF, 04.02.2012, ISKU

ISKU | Informationsstelle Kurdistan