| Öcalan:
Wir werden keine Ablenkungsmanöver akzeptieren
Der KCK-Vorsitzende Abdullah
Öcalan hat es begrüßt, dass die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) seinem
Aufruf zum Waffenstillstand gefolgt ist und sprach in Richtung der türkischen
Regierung die Warnung aus, dass er Versuche zurückweisen wird, die kurdische
Frage zu verschleppen.
Öcalans Erklärung ging die Deklaration eines einseitigen Waffenstillstands
bis zum 20. September durch die PKK voraus.
Während seines wöchentlichen Treffens mit seinen AnwältInnen sagte Öcalan,
dass er die Waffenstillstandserklärung der PKK unterstütze. Er dankte
der Organisation dafür, seine Vorschläge akzeptiert zu haben.
„Die Guerilla wird keine militärischen Stellungen angreifen. Sie wird
auch keine ferngezündeten Sprengsätze einsetzen, solange es nicht unabdingbar
zur Selbstverteidigung ist. Aber wie schon zuvor gesagt, die Guerilla
kann jedes notwendige Mittel einsetzen, wenn sie Vernichtungsangriffen
ausgesetzt ist und es keinen anderen Weg zum Überleben gibt.“
Öcalan warnte, dass der aktuelle Prozess zwar zum Frieden führen könne,
aber auch die Gefahr der Ausweitung des Konflikts in sich birgt.
Er rief die demokratischen Kräfte, Intellektuelle und NGOs dazu auf, alles
in ihrer Kraft stehende zu unternehmen, um den Weg zu einer friedlichen
Lösung der kurdischen Frage zu ebnen. „Diejenigen Organisationen, die
zu einem Waffenstillstand aufgerufen haben, müssen nun zu diesem Prozess
beitragen“, sagte er.
Der KCK-Vorsitzende sagte gegenüber seinen AnwältInnen auch, dass er Ablenkungsmanöver
seitens der türkischen Regierung nicht akzeptieren werde. Er bezeichnete
die Phase des Waffenstillstands als „einen Test für die Aufrichtigkeit
der regierenden AKP.“
Öcalan führte weiter aus, dass er nicht an politische Lösungen glaube,
die die Bildung eines kurdischen Staates beinhalten. „Wir wollen nur,
dass der Staat die rassistisch-faschistischen Elemente in seiner Struktur
beseitigt.“
Wenn eine Lösung aktuell würde, die die Gründung eines kurdischen Staates
beinhaltet, würde die kurdische Frage so unlösbar wie die palästinensische
werden, warnte er.
Quelle: ANF, 15.8.2010,
ISKU
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