Angriffe auf KurdInnen in Inegöl

In Inegöl, einer Stadt die zwischen Bursa und Eskişehir liegt, wurden Häuser und Geschäfte der KurdInnenen mit Steinen beworfen und angezündet.
In der Nacht zum 26.07. gegen 21:30 Uhr bedrohte eine Gruppe nationalistischer Türken in dem Stadtteil Orhaniye den Fahrer eines privaten Transporters, nur weil er Kurde ist. Der Fahrer wurde von der Gruppe zusammengeschlagen.
Als darauf der Fahrer zusammen mit 2 Freunden zu der Teestube ging, wo sich die Nationalisten aufhielten, kam es zu einer Auseinandersetzung mit den Angreifern, von denen 5 verletzt zurück blieben. Die Polizei nahm daraufhin die 3 Kurden fest.
Vermutlich aufgrund von Gerüchten, dass Kurden 5 Personen angestochen hätten, versammelten sich ca. 3000 Nationalisten vor dem Polizeigebäude. Sie riefen anti-kurdische Parolen und forderten die Polizei auf, die Festgenommenen herauszugeben.
Um die Menschenmenge zu zerstreuen, schoss die Polizei in die Luft. Bei der Auseinandersetzung wurden 8 Polizeifahrzeuge zerstört und 10 Polizeibeamte verletzt.
Nachdem der Gouverneur Sahabbettin Harputlu zu dem Gefängnis kam, bewegte sich die Menge in Richtung des Stadtteils Huzur, wo die Häuser von KurdInnen mit Steinen beworfen und ihre Geschäfte angezündet wurden.
In der Doğrul Straße zündete eine Gruppe von 250 Personen ein Auto und einen von Kurden geführten Supermarkt an. Auch ein Call-Shop, ebenfalls von Kurden geführt, wurde von der Menge angegriffen.
Eine kurdische Bewohnerin des Stadtteils Huzur, Zeynep A. berichtete der ANF am Telefon, dass sich der Stadtteil in ein Schlachtfeld verwandelt habe. „Sie zerstören und greifen alles an, was den Kurden gehört. Bewerfen unsere Häuser mit Steinen. Versetzen die Kinder in Angst und Schrecken. Die Menge ist mit Messern und Knüppeln bewaffnet und sucht nach Kurden in den Straßen“, fügte sie hinzu.
In einem Gespräch mit der Presse verneinte der Gouverneur nationalistische Beweggründe hinter den Vorfällen und machte finanzielle Gründe verantwortlich. Die, die in die Vorfälle verstrickt seien, sind Patrioten, entgegnete er.

Quelle: ANF, 26.07.2010, ISKU

ISKU | Informationsstelle Kurdistan