| CPT-Bericht
soll von den türkischen Medien absichtlich manipuliert worden sein
Die AnwältInnen des inhaftierten
Abdullah Öcalan berichten, dass der CPT-Bericht über die Gefängnisinsel
Imralı absichtlich von den türkischen Medien falsch dargestellt wurde.
Die AnwältInnen berichteten, dass die Standards im Imralı-Gefängnis nicht
mit den anderen F-Typ Gefängnissen in der Türkei übereinstimmen. Das CPT
zeige diese Defizite auf und schlägt der Türkei vor, den minimal Standard
einzuhalten.
Die AnwältInnen Öcalans hatten
den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu den Haftbedingungen
im Imrali F-Typ Hochsicherheitsgefängnis angerufen. Vom 26- 27 Januar
2010 hielt sich eine Delegation des europäischen Komitees zur Verhinderung
von Folter und unmenschlicher und erniedrigender Behandlung oder Bestrafung
(CPT) auf der Gefängnisinsel Imralı auf.
Der zwanzigseitige Bericht über die Haftbedingungen wurde am 9. Juli 2010
mit Einverständnis des türkischen Staates herausgegeben.
Nach den türkischen Medien soll das CPT bestätigt haben, „dass es keine
Isolation in Imralı gibt.“ Nachdem die Anwälte Öcalans den Bericht sorgfältig
gelesen hatten kamen sie zu dem Schluss, dass „die Nachrichten der türkischen
Medien eine klare Verfälschung des Berichtes seien und sich weit entfernt
haben von Inhalt und Geist des CPT-Berichts.“
Die Anwälte wiesen ausdrücklich
auf die Bedingungen hin, die im Bericht unterstrichen waren:
Die Einzelhaftbedingungen
Die Zelle, in der sich der Abdullah Öcalan befindet, bekommt nicht genügend
Sonnenlicht. Es ist nicht möglich ohne künstliches Licht zu lesen. Grund
dafür sind die 7 Meter hohen Mauern, die das Gebäude umgeben. Die Mauer
schirmt auch die Sonne im Außenbereich ab, was zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen
führen könnte.
Verletzung
des Rechtes auf Kommunikation
CPT stattete auch dem F-Typ Gefängnis Kırıkkale einen Besuch ab, welches
dem gleichen Sicherheitsstandards wie dem F-Typ Gefängnis Imralı entsprechen
soll.
Die Bedingungen in Kırıkkale sind besser als in Imralı. Trotz der Tatsache,
dass in beiden Gefängnissen Gefangene lebenslang einsitzen, können Insassen
in Kırıkkale andere Insassen außerhalb ihrer Zellen bis zu 90 Stunden
in der Woche treffen. Die Gefangenen in Imralı dürfen nur 36,5 Stunden
außerhalb ihrer Zellen verbringen. Ihnen ist nur für 8 Stunden gestattet,
andere Insassen zu treffen.
CPT findet es unverständlich, warum Öcalan nicht erlaubt wird, mit anderen
Gefangenen während des Ausgangs Kontakt zu haben und schlägt der Türkei
vor ihm dies zu erlauben.
CPT berichtet, dass andere Insassen in Imralı TVs in ihren Zellen haben.
Öcalan wird dieses Recht verweigert. CPT fragt die türkische Regierung
nach einer Erklärung.
Kontakt mit
der Außenwelt
CPT schlägt der Türkei vor, den Insassen einmal im Monat Besuch von nahen
Familienangehörigen zu gestatten. Wiederholt wird gefordert, Öcalan Telefongespräche
mit Familienangehörigen zu gestatten.
Gesundheitliche
Belange
CPT berichtet, dass die diensthabenden Ärzte für Notfälle nicht qualifiziert
genug sind. Es sollte ein Notfallsystem geben, um Insassen in ein Krankenhaus
zu transportieren.
Öcalan ist psychologisch fit, er hat nur Furcht wegen der Anträge, welche
die türkische Regierung nicht erfüllt.
Öcalan ist gezwungen jeden Morgen an einer medizinischen Untersuchung
teilzunehmen. Dies ist nicht nur unnötig, sondern stört auch seine psychologische
Situation.
Quelle: ANF, 20.07.2010, ISKU
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