| Friedensdelegation:
Der türkische Staat sabotiert die Verhandlungen
Die Friedensgruppen aus Kandil
und aus dem Maxmur Flüchtlingscamp erklärten, dass der türkische Staat
die Friedensverhandlungen sabotiert. Die Gruppe hielt nach ihrer Ankunft
in Maxmur eine Pressekonferenz ab. Sie erklärten, dass sie in die Türkei
gefahren seien, um einen Beitrag zu den Friedensgesprächen zu leisten,
allerdings Aufgrund der Repression des türkischen Staates und des Verfahrens
gegen sie war es ihnen unter diesen Umständen nicht möglich, länger in
der Türkei zu verbleiben.
In einer Rede vor dem UN-Büro in Maxmur erklärte die Sprecherin der Gruppe
Gülbahar Cicek, dass einige Mitglieder der Gruppe aus Kandil nicht in
die Berge zurückkehren werden um zu kämpfen sondern in Maxmur bleiben
werden, um ihren Einsatz für den Frieden fortzuführen.
Bülent Aka von der Gruppe vom Maxmur Camp sagte, die Umstände, die sie
in den 1990iger Jahren dazu gezwungen haben zu fliehen, haben sich nicht
verändert. Deshalb mussten sie in das Flüchtlingscamp zurückkehren.
Daran erinnernd, dass immer
noch einige Mitglieder der Friedensdelegation in Haft sind, sagte Gülbahar
Cicek: „Unsere Bewegung erklärte am 13 April 2009 zum sechsten Mal einen
Waffenstillstand. Allerdings startete die AKP-Regierung Festnahmen von
Mitgliedern legaler kurdischer demokratischer Bewegungen in der Türkei
am 14. April 2009. Ebenso wurden kurdische Frauen unterdrückt und misshandelt.
Kurdische Kinder wurden verhaftet und Militäroperationen gegen die Guerilla
verstärkt.“
Cicek erinnerte auch daran, dass anfangs eine dritte Gruppe aus Europa
kommen sollte, aber auf Grund der Annäherung der türkischen Regierung
wurde diese Initiative fallen gelassen. Weiter erklärte sie, dass der
türkische Premierminister Erdogan seine Vorgehensweise geändert hatte,
die so moderat begann. Aber später versuchte er unsere Rückkehr in die
Türkei so darzustellen, als hätten wir aufgegeben. Die Friedensgruppe
hat Briefe an den Präsidenten, das Parlament, den Premierminister und
den Generalstab verschickt haben, um die Gründe für ihre Rückkehr in die
Türkei darzulegen, aber sie haben keine Antwort bekommen. Außerdem haben
sie beabsichtigt, die türkische Bevölkerung zu erreichen, um die Friedensbotschaft
zu überbringen. Aber bedingt durch die von den türkischen Behörden geschaffen
Atmosphäre, schlugen die Versuche fehl und blieben begrenzt auf die kurdischen
Regionen.
Die Mitglieder der Friedensgruppe beantragten von den UN-Vertretern die
Anerkennung als Flüchtlinge.
Quelle: ANF, 20.07.2010,
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