| KCK beharrt auf politischer Lösung Die Gemeinschaft der Gesellschaften
Kurdistan (Koma Civakên Kurdistan - KCK) hat ihre offizielle Haltung zum
laufenden Prozess bekannt gegeben. Die in Europa erscheinende Tageszeitung
„Yeni Özgür Politika“ veröffentlichte die „demokratische Lösungs- und
Friedensdeklaration“ der KCK. Der Exekutivrat der KCK sowie der KONGRA-GEL
(Kongra Gelê Kurdistan - Kurdischer Volkskongress) gaben bewerteten auf
einer Pressekonferenz die Situation, an der die Lösung der kurdischen
Frage angekommen ist. Murat Karayilan, Mitglied des Exekutivrats der KCK,
erklärte dazu: „Für die Entfaltung und Stabilisierung der Demokratie im
Mittleren Osten ist die Lösung der kurdischen Frage notwendig. Seit 1993
versuchen wir, die kurdische Frage mit demokratischen, friedlichen und
politischen Mitteln zu lösen. In den Jahren 1993, 1995, 1998, 1999, 2006
und 2009 haben wir wichtige Aufbrüche entwickelt und den Krieg einseitig
gestoppt. Alle Bemühungen unserer Seite wurden als Grundlage für die Vernichtung
genutzt. Am 13. April 2009 haben wir eine einseitige Waffenruhe ausgerufen.
Daraufhin wurden Angriffe [von türkischer Seite] gestartet, die bis heute
anhalten. Diese Angriffe wollen das politische Fundament komplett zerstören.
Die Kommunalwahlen vom 29. März 2009 hatte die Atmosphäre eines Referendums.
Der Wahlsieg [der kurdischen Seite] war ein wichtiger Gewinn. Der Verleugnungs-
und Vernichtungspolitik, die vollkommen versagt hatte, wurde mit einer
restaurierten Politik begegnet – die ‚kurdische bzw. demokratische Initiative’.
Heute ist zu erkennen, dass das wahre Ziel dieser ‚Initiative’ die Vernichtung
der kurdischen Freiheitsbewegung zum Ziel hat. Der Beweis dafür ist, dass
gleich nach dem 13. April 2009, an dem wir eine Waffenruhe ausgerufen
hatten, alle legalen politischen Vertreter des kurdischen Volkes angegriffen
wurden. Die kurdische Seite beharrt auf einen friedlichen Prozess. Wir
haben eine Antwort auf die Aufforderung des Vorsitzenden Apo gegeben.
Er hatte drei Friedensgruppen – aus Mexmûr, Qendîl und Europa – vorgeschlagen.
Die Reaktionen von Millionen Patrioten aus Kurdistan und der euphorische
Empfang dieser Friedensgruppen hatte das wahre Gesicht der AKP-Regierung
und des türkischen Staats aufgedeckt. Daraufhin antwortete der türkische
Ministerpräsident, dass sie, wenn es sein müsse, von vorne beginnen werden,
und griffen die Führungspersönlichkeit des kurdischen Volkes [Abdullah
Öcalan], die Bevölkerung und die Vertretung der demokratischen Politik,
die DTP, an. Die Roadmap, die [von Öcalan] für den langfristigen Frieden
ausgearbeitet worden war, wurde nicht beschlagnahmt und der Vorsitzende
Apo wurde mit der Verlegung in das Todesloch bestraft. Staatsterror wurde
auf die demokratische Reaktion der Bevölkerung angewandt. Murat Karayilan erklärte, dass sie es für wichtig halten, drei grundlegende Prinzipien für die Demokratisierung der Türkei, die Entwicklung der langfristigen Lösung der kurdischen Frage, der Entstehung einer Stabilität des gegenseitigen Vertrauens und einer gesellschaftlichen Einigung, zu deklarieren: 1. eine demokratische Nation, die keine Identität befähigt herrschend zu sein bzw. keine Identität verstößt. 2. ein demokratisches Land, indem jede Gesellschaft leben kann. 3. eine demokratische Republik, die die Grenzen nicht problematisiert und die nationalen bzw. politischen Rechte aller Gesellschaften auf demokratischer Weise anerkennt. Karayilan führte wie folgt fort: „Das Problem kann nur im Rahmen einer Verfassungsänderung gelöst werden. Die Türkei braucht eine neue, zivile und demokratische Verfassung. Diese muss auf die Tagesordnung gesetzt werden. Das wird dazu führen, dass die Türkei zu einem wahren demokratischen System gelangt und die kurdische Frage in diesem System zur Lösung kommen kann." Karayilan schlug für die oben genannten Prinzipien vier Artikel vor, die einen langfristigen Frieden bringen werden: 1. Die Waffen müssen für einen Friedensprozess schweigen, die militärischen Operationen eingestellt werden. 2. Alle kurdischen Politiker, die seit dem 14. April festgenommen wurden, müssen sofort frei gelassen werden. 3. Die Führungspersönlichkeit des kurdischen Volkes wird die positivste Rolle in der demokratischen Lösung der kurdischen Frage bzw. im Friedensprozess spielen. Der Vorsitzende Apo ist eine Chance für die kurdische Lösung auf der Grundlage der Geschwisterlichkeit der Völker. In Anbetracht dieser Tatsache muss der Vorsitzende Apo in eine Art Hausarrest gebracht werden, damit er seine Rolle in der demokratisch-politischen Lösung spielen kann. 4. Die kurdische Frage kann nicht gelöst werden, solange nicht mit den Kurden verhandelt wird. Jede Gesellschaft hat eine politische Vertretung. Ziel ist, die beidseitige Diskussion für die demokratische Lösung zu schaffen. Karayilan rief demokratische Kräfte, linke, sozialistische, liberal demokratische Kreise, Aleviten und demokratische Islamisten auf, die Initiative zu ergreifen. Er erklärte, dass die kurdische Freiheitsbewegung durch eine wichtige Phase geht: „Alle Kurden in allen Teilen müssen auf demokratische Weise Solidarität zeigen um die kurdische Frage friedlich und demokratisch zu lösen. Alle müssen ihrer Verantwortung nach kommen. Im Besonderen spielt die südkurdische Regierung eine wichtige Rolle. Wir rufen alle kurdischen Kräfte dazu auf, die hinterhältigen Spielchen der AKP zu erkennen und sie nicht zu unterstützen. Alle sollen ihrer Verantwortung nachkommen, die ihnen für die demokratische Lösung der kurdischen Frage zufällt." Murat Karayilan rief auch jene Kreise, die auf internationaler Ebene Vorteile aus dem Frieden und der Stabilität ziehen, auf, die Gewalt nicht zu unterstützen bzw. ihrer Verantwortung für der Entwicklung friedlich-demokratische Schritte zur Lösung der kurdischen Frage nachzukommen. „Alle sollten wissen, dass sich das Volk aus Kurdistan für ein freies und demokratisches Leben entschieden hat. Dafür hat es auch die nötige Opferbereitschaft und den nötigen Willen gezeigt. Jeder Angriff auf das freie und demokratische Leben unseres opferbereiten Volkes, das im System des ‚KCK’ zusammenkommt, hat keine Chance mehr. Unser Volk und unsere Bewegung werden zeigen, das sie die Kraft besitzen, jedem Angriff zu widerstehen.“ Quelle: Yeni Özgür
Politik, 04.02.2010, ISKU |
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