Expo lahmlegen

Am 1. Juni, wird in Hannover die Weltausstellung Expo 2000 eröffnet - glauben ihre PlanerInnen.

Doch einige SpielverderberInnen sehen das anders. Die Kritik an der Expo müßte den meisten sicherlich bekannt sein: Deutschland präsentiert sich als zukunftsfähig, weltoffen und tolerant, Probleme wie Hunger und Umweltzerstörung werden genannt, damit transnationale Konzerne sich dann mit ihren tollen Technologien wie Gen- und Atomtechnik als RetterInnen präsentieren können.

Menschen aus vielen verschiedenen sozialen Bewegungen haben die Expo mittlerweile als sinnvollen Kristallisationspunkt für Widerstand erkannt und werden am 1.6. die Eröffnung blockieren.

Wie Widerstand effektiv gestaltet werden kann, ist sicherlich immer wieder Thema linker Debatten. Insbesondere die Erfahrungen aus Köln (EU- und G8-Gipfel letzten Sommer) haben die Diskussionen im Expo-Widerstand stark geprägt, genauso wie die Globalen Aktionstage, bei denen es letztes Jahr am 18. Juni in London und am 30.11. in Seattle große, erfolgreiche Aktionen gab, zeitgleich mit weiteren Aktionen in über 30 Ländern weltweit.

Gerade der Vergleich zwischen Köln (Latschdemo) und den zeitgleich stattfindenden Aktionen in London (Bankenviertel plattmachen und zig andere coole Aktionen) gab Anlaß, Widerstandskonzepte zu überdenken.

Latschdemos fernab des Geschehens werden in Hannover nicht den zentralen Widerstandspunkt bilden. Vielmehr werden die verschiedensten Aktionen gleichberechtigt nebeneinander stehen, und das gilt besonders für den Tag, an dem wir ihre Eröffnung in Frage stellen werden - den 1.6. Das Zusammenwirken vieler unterschiedlichster Gruppen kann die Infrastruktur Hannovers, die an diesem Tag so oder so völlig überlastet sein wird, lahmlegen.

Viele Aktionsformen sind möglich: Blockaden an den Zufahrtsstraßen, Massenfahrradtouren auf Hauptverkehrswegen, Sabotage am Verkehrsleitsystem, gezogene Notbremsen in den Zügen, gefakete Anrufe bei Polizei und Verkehrsfunk - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Was jedoch nötig sein wird, sind funktionierende Basisgruppen. Keine zentralistischen Aktionsformen zu haben, heißt eben, daß nicht irgendwelche NGO´s das Ding reißen und wir uns nur anstellen und hinterherlaufen müssen. Also: bereitet euch vor. Auch (oder bzw. gerade) wenn es noch einige Wochen hin ist, macht es Sinn, sich schon einmal Gedanken zu machen, wie mensch sich selbst einbringen kann. Nichts wird so viel Spaß machen, wie ne gut vorbereitetete Aktion zu reißen. Überlegt, was für Gegenstände ihr dekonstruieren wollt und denkt darüber nach, wie das am unauffälligsten gehen kann. Denkt euch Kommunikationsguerrilla-Aktionen aus, gefakete Schreiben etc., die auch schon jetzt vorbereitet werden können.

Auf daß Birgit Breuel am 1.6. genauso dumm aussieht wie Bill Clinton am 30.11. bei der gescheiterten WTO-Konferenz!


[ zurück zum ihnaltsverzeichnis ]