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8. März - Internationaler Frauentag

Die Geschichte des Internationalen Frauentages ist gleichzeitig auch ein Stück Geschichte des politischen Kampfes um soziale und politische Gerechtigkeit. Der 8. März ist weltweit ein Tag der Solidarität für gleiche und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen. Der Internationale Frauentag erinnert aber auch an die Tradition und Engagement der sozialistischen Frauenbewegung.
Der Internationale Frauentag hat eine lange Tradition. Erste Impulse gehen bereits 1858 von den Demonstrationen New Yorker Textilarberinnen und dem Streik der Tabak- und Textilarberinnen 1908 in Manhattan aus. Am 8. März 1908 wurden streikende Arbeiterinnen von Aufsehern und Unternehmern in der Fabrik eingeschlossen um zu verhindern, daß sie Kontakt zur Gewerkschaft aufnahmen und ihre Kämpfe auf andere Fabriken übergriffen. Ein Brand brachte aus, nur wenigen Frauen gelang die Flucht aus den Absperrungen, 129 Frauen kamen in den Flammen um. In den folgenden Jahren fanden in verschiedenen europäischen Ländern und in den USA Arbeitskämpfe, Frauen- demonstrationen und Aktionen für die Interessen der Frauen, gegen Unterdrückung und Ausbeutung, für Gleichberechtigung sowie gegen imperialistische (Einmischungs-) Kriege statt.
Die unmittelbare Anregung zum Internationalen Frauentag dürfte von dem Beschluß der amerikanischen Sozialistinnen ausgegangen sein (1908), "am letzten Februarsonntag große Propaganda für das Frauenwahlrecht und die Idee des Sozialismus zu veranstalten. Am 20. Februar 1909 wurde in allen Städten Amerikas vom Stillen bis zum Atlantischen Ozean der Frauentag feierlich begangen. Die gesamte sozialistische Presse, die gesamte Organisation stellte sich in den Dienst der Sache" (Die Kämpferin, Nr.1, 1931).

  • Internationaler Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910

    Vom 26. bis 28. August 1919 tagte in Kopenhagen die II. Internationale sozialistische Frauekonferenz. Im Mittelpunkt der Diskussion stand das Thema "Frauenwahlrecht". Die versammelten Frauen in Kopenhagen wissen aus politischer Erfahrung, daß sie ohne Druck nichts erreichen können. Nach dem Beispiel der amerikanischen Genossinnen beschließen etwa 100 Frauen aus 17 Nationen auf Vorschlag Clara Zetkins und Kälte Dunckers, künftig jedes Jahr einen Frauentag mit internationalem Charakter durchzuführen. Während dieser Jahre war Clara Zetkin, die zeitlebens sehr eng mit Käte Duncker arbeitete, die Leitfigur der proletarischen Frauenbewegung.

  • Der 1. Internationale Frauentag 1911

    Am 19. März 1911 fand der erste Internationale Frauentag in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Allein in Deutschland nahmen über eine Million Frauen - sie waren weit in der Überzahl - und Männer an Veranstaltungen und Demonstrationen teil, um ihr Recht auf volle politische Mündigkeit einzufordern. In den folgenden Jahren wurde die Idee des Internationalen Frauentages auch in Holland, Frankreich, Schweden, Rußland und Tschechoslowakei aufgegriffen Die ersten Jahre des Frauentags waren auch ein Bekenntnis der Frauen zum Sozialismus. Dazu schreibt Clara Zetkin in der "Gleichheit": "Sein Ziel ist Frauenrecht als Menschenrecht, als Recht der Persönlichkeit, losgelöst von jedem sozialen Besitztitel. [...] Wir müssen Sorge tragen, daß der Frauentag nicht nur eine glänzende Demonstration für die politische Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts, sondern darüber hinaus der Ausdruck einer Rebellion gegen den Kapitalismus, eine leidenschaftliche Kampfansage all den reaktionären Maßnahmen der besitzenden und ihrer willfähigen Dienerschaft, der Regierung ist."

  • Internationaler Frauentag gegen den Faschismus und für Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit

    In den zwanziger Jahren gewann der Internationale Frauentag als Kampftag immer mehr in vielen Ländern an Bedeutung: In China, Japan, England, Finnland, Estland, Litauen, Polen, Bulgarien, Rumänien, Türkei und Iran.
    Zu Beginn der 30er Jahre wurden die Internationalen Frauentage angesichts der drohenden faschistischen Gefahr Sammelbecken gegen den Faschismus. Unter den faschistischen Diktaturen in Europa wurde der Internationale Frauentag verboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Forderung nach Frieden und Abrüstung zum wichtigsten Anliegen der Internationalen Frauentage.
    "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!"

    Wir sollten heute den internationalen Gedanken der Solidarität aufgreifen und neu beleben. Der Frauentag soll den Character eines Kampftages erhalten, an dem die Frauen ihre Forderungen für Gleichberechtigung und gegen Unterdrückung deutlich machen. Das gilt heute wie früher. Die über 100 jährigen Forderungen der Frauenbewegung sind bis auf eine, das Frauenwahlrecht, nach wie vor unerfüllt:

  • gleicher Lohn für gleiche Arbeit,
  • ausreichender gesetzlicher Arbeiterinnenschutz,
  • Abschaffung des 218,
  • gleiche Bildungsmöglichkeiten,
  • freie Berufstätigkeit,
  • volle rechtliche und politische Gleichstellung,
  • ausreichende gesellschaftliche Einrichtung für Kinder,
  • Frieden,...
    Gründe genug, sich als Frau zu angagieren.
    widerstand@koma.free.de