MONDGERICHT        

butterblume, preiselbeere

honigkuchenapfelmus

rhabarbersuppe, sternenstaub

lorbeer, etwas thymianlaub

mondgericht ist ein gedicht

 

weinen, schluchzen, randalieren
wehmut auf das brötchen schmieren
heulen, schreien, brötchen essen
und der Trübsinn ist vergessen
 
 

alle von Nadi und jetzt zwei von alex t.  

 

           

 MORGENS AUFWACHEN

Winterendender Traum

An diesem Morgen gingen die Menschen mit einem Lächeln im Gesicht durch die Straßen. Was war geschehen ? Der Frühling hatte sich zurückgemeldet, die Hochhäuser begannen zu blühen, und die Bäume trugen die ersten Bücher.  

Winterendende Wirklichkeit

An diesem Morgen gingen die Menschen mit einem Weinen im Gesicht durch die Straßen. Was war geschehen ? Der Frühling hatte sich zurückgemeldet, die Straßen wurden aufgeschlagen, und den Menschen waren über Nacht goldene Haare gewachsen.  
 
 
 
 

Der Racheschwur

Unbändig brodelte es in ihm. Sein ganzes Leben lang war er jeden Sonntag in die Kirche gegangen, nie hatte er sich auch nur einen einzigen bösen Gedanken zuschulden kommen lassen. Und dann das, der beste Freund, ausgerechnet der hatte ihn in seiner tiefsten Seele verletzt. Bei Gott hatte er ihm Rache geschworen. Rache! Ja, das würde er sich nicht gefallen lassen. Rache! Rache, war damals sein einziger Gedanke.
Und jetzt? Jetzt verstand er, daß er etwas falsch gemacht hatte. Bedingungslos hatte er sich dem Teufel ausgeliefert. Denn, wenn er jetzt seinen Gottesschwur bräche, würde ihm die Himmelspforte für immer verschlossen bleiben. Löste er aber seine Versprechungen ein, wäre auch ihm ein Platz in der Hölle sicher.

Jetztwollterleben, Jetztwollteersichfreuen, Jetztsollteesrichtigschönwerden.