(BUCH- & NEWS-) Tips für die antifaschistische Arbeit
Der in Berlin ansässige Elefanten Press Verlag hat sich
mit einer ganzen Buchreihe in die Diskussion um den wiedererstarkten Rechtsextremismus
eingeschaltet. Die Bücher der Antifa Edition behandeln ebenso die
revisionistische Geschichtsfälschung der Auschwitzleugner, wie den Lübecker
Brandanschlag, rechte Ökologiekonzepte oder die Spielarten des italienischen
Faschismus. Die herausragenden Bücher für die politische Arbeit sind ohne Zweifel
der Antifa Reader und das Handbuch deutscher Rechtsextremismus.
Der Antifa Reader ist vor allem für junge Menschen gedacht.
Er bietet einen Überblick über Neofaschismus und Rechtsextremismus, deren Ursachen und
Protagonisten und zeigt Möglichkeiten antifaschistischer Gegenaktivitäten. Das Buch
beinhaltet ein fast 100seitiges Lexikon über Personen, Organisationen und
Veröffentlichungen des rechtsextremen Spektrums. Anschließend werden in 16 Aufsätzen
einzelne Aspekte (Faschismus, Skinheads, Neue Rechte, antifaschistische Arbeit etc.)
vertieft. Abgerundet wird der Reader mit vielen nützlichen Literatur- und Filmtips und
Adressen von Organisationen und Einrichtungen aus dem antifaschistischen Spektrum.
Als quasi großen Bruder könnte man das
Handbuch deutscher Rechtsextremismus bezeichnen. Über eintausend Seiten
stark, hat das Handbuch etwa den gleichen Aufbau, wie der kleinere Reader : 1. Grundlagen
zu Theorie, Praxis und Entwicklung von Faschismus und Rechtsextremismus; 2. Lexikon zu
nahezu allen rechtsextremen Parteien, Organisationen, ihren Funktionären und ihrer
Publizistik; 3. Umfangreiche Vertiefungen. Gegenüber dem Reader enthält das Handbuch
etwa das dreifache an Informationen, und hat dank seines Umfangs die Möglichkeit,
einzelne Aspekte viel tiefgründiger zu behandeln. Kostet aber auch mehr. Trotzdem, beide
Bücher sind für die antifaschistische Praxis, die politische Bildung oder um Überblick
zu bekommen einfach unentbehrlich.
Jens Mecklenburg (Hg.), Handbuch deutscher
Rechtsextremismus, Elefanten Press, 1056 Seiten, Gebunden. ISBN 3-88520-585-8; DM 68,-
Jens Mecklenburg (Hg.), Antifa Reader, Elefanten Press, 384
Seiten, 100 Abb., Paperback. ISBN 3-88520-574-2; DM 24,90
Fundiertes Wissen ist eine unverzichtbarer Bestandteil, will man den (politischen) Einfluß der Rechten und Neofaschisten begrenzen und sich ihrer Angriffe erwehren. Es gibt ein relativ großes Spektrum linker und antifaschistischer Zeitschriften. Die unserer Meinung nach zwei besten sind:
Antifaschistisches Infoblatt
Das Infoblatt ist eigentlich eine dicke Zeitschrift, die zweimonatlich mit
jeweils 40- 50 Seiten erscheint. Seit 1987 berichtet es beständig über die entwicklung
der extremen Rechten und antifaschistische aktivitäten. Viele faktenreiche und
sorgfältigrecherchierte Hintergrundartikel in den Ressorts Nazi- Szene, Braunzone,
Antifa, Frauen, Internationales, Geschichte, Staat und Rassismus, die man in anderen
Zeitschriften - schon gleich in den kommerziellen - meist vergeblich sucht. Die
auflagenstärkste und bestinformierteste Zeitschrift zum Thema. Das Abo für 5 Ausgaben
kostet 30,- DM. Probenummer bei: Antifa Infoblatt, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin.
Etwas dünner, dafür aber 14tägig erscheinend und immer brandaktuell sind die
Antifaschistischen Nachrichten (AN). Getragen von einem bunten und breiten
Herausgeberkreis, will die Zeitschrift dabei helfen, die Zusammenarbeit möglichst vieler
Antifaschisten und ihrer Verbände zu verbessern. Neben einem Überblick zur
Tätigkeit faschistischer Organisationen und ihrer Verbindungen zu rechtskonservativen
Kreisen, liefern die AN vor allem aktuelle Berichte und Termine. Genau die Infos, die man
in den zwei Monaten bis zum nächsten Antifa Infoblatt braucht. Einzelheft kostet 2,- DM
plus 1,- Portopauschale; Jahresabo (26 Hefte) für 78,- DM (Schüler 54,- DM). GNN-
Verlag, Zülpicher Straße 7, 50674 Köln.