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| Webjournal zum Flüchtlingskongress vom 21. April bis 1. Mai in Jena | zurück | back |
Sehr geehrte Damen und Herren,
Um zu wissen was unter der Erde passiert, mußt Du den Hasen fragen, um zu wissen, was in Deutschland bei Abschiebungen, sozialer Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus und anderen Menschenrechtsverletzungen passiert, mußt Du mich fragen, Akubuo. Ich werde Dir es erzählen und Dir beweisen.
Ich habe in Deutschland Wasser gekaut und weiß, daß das Wasser hier sehr hart ist. Ich bitte jeden, mich bei meiner Kampagne für einen Abschiebestop zu unterstützen. Darüberhinaus brauchen wir Unterstützung bei der Kampagne für die Abschaffung des Landkreissystems und gegen die Aphartheid in der deutschen Familienpolitik. Kannst Du Dir vorstellen, unter der Kontrolle eines Landkreissystems zu leben und ständig von einer Stadt in die andere verlegt zu werden. Kannst Du Dir vorstellen, verhaftet, inhaftiert und später in ein Land abgeschoben zu werden, wo Dir Verfolgung, Folter und möglicherweise der Tod droht. kannst Du Dir eine Situation vorstellen, in der die Polizei, der Hausmeister oder die Hausfürsorge eines Asylheims, das Sozialamt, die Ausländerbehörde und die Gerichte zusammenarbeiten, um eine Abschiebung durchzusetzen. Was auch passiert, ist, daß einem Flüchtling ein hohes Bußgeld aufgedrückt wird, das er nicht bezahlen kann. Und wenn er es also nicht zahlen kann, landet er im Gefängnis, danach, beim zweiten mal wird er mit Abschiebung bestraft, welche eine Doppelbestrafung darstellt.
Von meinen eigenen Erfahrungen kann ich erzählen, dass ich physische Folter durch die Polizei und auch physische Folter im Gefängnis durch Sicherheitskräfte erlebt habe.
ich überlebte eine lebensgefährliche Überdosis an Drogen, die mir von einem Gefängnisdoktor verabreicht worden ist. Dies war in der Tat ein Mordversuch. Außerdem fälschten sie Papiere, um zu versuchen, sicher zu stellen, daß ich abgeschoben werde. Sie fälschten auch Dokumente um sicher zu stellen, daß ich abgeschoben werde ( Ausländerbehörde : Frau Maas und Ausländerangelegenheiten : Frau W. Schipmann ) . In Folge davon erlebte ich ein brutalen Versuch mich ernsthaft zu krimimalisieren, in dem eine unbekannte Person mein Zimmer in Brand steckte und die Polizei kam und stellte Beweise sicher und schaffte es nicht den Banditen zu stellen. Ich erzählte meinen Verdacht der Polizei, aber es wurde ignoriert, weil die Verdächtigten deutsche Bürger sind. Ich berichtete das meinem Anwalt, der absolut nichts tat.
Die Gefängnisangestellten schrieben auf meine Zellentür " GEWALTTÄTIG", was meint brutal und aggressiv.
In meinem Asylheim wurde ich mißhandelt, indem mein persönlicher Besitz gestohlen oder zerstört wurde.
Ich erlebte auch im mehr als drei Fällen Unrecht vor Gericht. Die Gesundheitsbehörde verweigerte mir Hilfe von der mein Arzt sagte, daß ich sie dringend benötigte. Das Sozialamt gab mir Wertgutscheine, die mir Probleme mit den Supermarktbesitzern machten. Als Ergebnis durfte ich in einigen Supermärkten nicht mehr einkaufen.
All diese Vorfälle, die mich sehr schwer belastet haben, wurden mir nur angetan, um mich zu brechen und meine politische Arbeit im Kampf gegen Rassismus und Abschiebung zu stoppen und auch weil ich den Kampf gegen meine eigene Abschiebung nicht aufgegeben habe.
All diese Gewalt berichtete ich ohne Antwort oder Ergebnis Amnesty International, dem Flüchtlingsrat, der UNHCR, dem Internationalen Roten Kreuz und der Polizei. Ich sehe ihr Verhalten mir gegenüber als eine Kolaboration mit dem deutschen System. Das ist der Grund weshalb wir die Karawane starteten und ich begann mit THE VOICE zusammen zu arbeiten. Die Karawane und THE VOICE AFRICAN FORUM arbeitet im Interesse von Flüchtlingen und für wirkliche Ergebnisse.
Als ich im Gefängnis war, gab es Fälle von Verschwindenlassen. Hört mir aufmerksam zu ! Kannst du dir vorstellen : Wegen Abschiebung sind manche Leute ins Gefängnis verschwunden. Ein Mann aus Nigeria, der John heißt, verschwand am 12. November 1997 durch Sicherheitskräfte, weil er Widerstand leistete gegen seine Abschiebung. Sie brachten ihn mit der Behauptung , daß sie ihn zur Botschaft bringen würden, dazu das Gefängnis zu verlassen, damit er dort seine Reisepapiere erhält und das ist das Ende von John, einem Mann aus meiner ethnischen Gruppe.
Während er im Gefängnis in Lübeck war verschwand ein guter Freund von mir nachdem er von Sicherheitskräften am 12.12.1997 mißhandelt wurde. Der Mann, der Tijani heißt und aus der Republik Niger kam, war mein Zellennachbar und er schrie hilflos meine Namen : " Akubuo... ! Ich bin tot ! " Die Sicherheitskräfte waren sehr beschäftigt mit ihm und er weinte und weinte, bis ich ihn nicht länger hören konnten. Das war sein Ende. So verschwand er. Und so sah ich ihn das letzte Mal.
Am nächsten Tag bemerkte ich, daß die Sicherheitskräfte damit beschäftigt waren sein Zimmer zu reinigen und zu schrubben.
Wenn ich versuchen würde alle Mißhandlungen, die wegen Abschiebungen passierten, erzählen würde, bräuchte ich weitere zehn Kongresstage. Erinnere alle Schrecklichkeiten für die in diesem Land vor über 50 Jahren Hitler verantwortlich gemacht wurde und alle die, welche innerhalb der letzten zehn Jahre passierten : Wer ist verantwortlich ? Ist es Hitler, der nicht mehr lebt ? Oder die Deutschen, die Bürger dieses Landes ? Oder die Flüchtlinge ? Ein Wort ist genug für einen Weisen. Tu anderen das, was du willst, daß andere es dir antun. Hilf den Flüchtlingen dir zu helfen.
Stopp Abschiebungen ! Es ist nicht die Verantwortung von Flüchtlingen. Es ist eure Verantwortung. Wenn ihr die Hilfe von Flüchtlingen braucht, sind sie bereit euch zu assistieren.
An dieser Stelle will ich erklären wie ich gegen die Abschiebung kämpfte und wie ich umsonst zur Nigerianischen Botschaft gebracht wurde.
Ich wurde mit gefälschten Papieren gezwungen dorthin zu gehen.
Ich klagte gegen die Sicherheitskräfte und eine Frau von der Ausländerbehörde, die Frau Maas heißt.
Ich verbarg meine Identität und es erschwerte ihnen Reisepapiere für mich zu erstellen, aber als Reaktion darauf wurden viele Sanktionen gegen mich verhängt.
Frau Maas schwörte, daß ich, lebendig oder tot, abgeschoben werden soll. Das sie mich, auch wenn das Gericht mich frei spricht, niemals in Ruhe lassen würde und ich schrieb ihrer Vorgesetzten, Frau W. Schipmann, sie bekräftigte, wenn sie mich nicht in den nächsten sechs Monaten abschieben könne, würde sie mich in mein Landkreis zurückschicken. In meinem Landkreis besuchte mich eines Tages mein Sachbearbeiter von der Ausländerbehörde mit 8 bewaffneten Polizisten und bracht mich weg.
Ich bettelte, ich bat sie, weil ich krank war, aber sie ignorierten mich. Sie brachten mich in eine leere Zelle ohne Fenster, wo ich die Nacht verbrachte.
Am nächsten Tag brachten sie mich wieder zur Botschaft und ich leistete Widerstand und machte es ihnen schwer. Wieder verschwieg ich meine Identität. Sie schafften es nicht Reisepapiere für mich zu bekommen. Zum Schluß, und das ist das Beste von meiner Geschichte, gaben sie der Botschaft Geld und bekamen die Dokumente ohne mein Wissen. Sie kamen wieder und nahmen mich gefangen, brachten mich vor Gericht und bevor ich dort war, entschied das Gericht meinen Fall. Ich durfte meinen Anwalt nicht anrufen, ich durfte mich nicht selbst verteidigen und sollte in drei Tagen abgeschoben werden.
Ich wurde im Oktober 1998 zum Flughafen in Düsseldorf gebracht. Dort gab es eine große Aktion von der Karawane und ich wurde für einen Monat zurück ins Gefängnis gebracht. Jetzt bin ich hier immer noch ohne Ausweis und ich habe mich selbst zum deutschen Bürger gemacht.
Meine nächste Kampagne könnte eine Spendenaktion oder ein Geschenk zu organisieren sein, um das Leben von Opfern sozialer Ausgrenzung in Deutschland zu schützen, worum sich THE VOICE AFRICAN FORUM kümmert.
STOPP DISKRIMINIERUNG,
STOPP ILLEGALISIERUNG,
STOPP FASCHISMUS,
STOPP DIE APARTHEID IN DER DEUTSCHEN FAMILIENPOLITIK,
STOPP SOZIALE AUSGRENZUNG,
STOPP DIE AUSGABE DER DISKRIMINIERENDEN GUTSCHEINE, STOPP ABSCHIEBUNGEN!
Das wird das abrupte Ende von Rassismus sein!
Danke und God bless.
AKUBUO ANUSONWU CHUKWUDI
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