Webjournal zum Flüchtlingskongress vom 21. April bis 1. Mai in Jena zurück | back

Residenzpflicht-Kampagne: Erklärung der Flüchtlinge, 26.4.2000

Ad hoc-Komitee des zivilen Ungehorsams gegen das Residenzpflicht-Gesetz, 26.4.2000

Das Adhoc-Komitee besteht vor allem aus Flüchtlingen, die zusammenkamen, um Wege und Mittel zu diskutieren, wie der zivile Ungehorsam gegen die Residenzpflicht gestärkt werden kann. Nach zwei Abenden der Diskussion kam das Komitee zu den folgenden Ergebnissen:

1) Verschieden Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen das Residenzpflicht-Gesetz werden ab dem Tag der Schlussresolution und der Veröffentlichung der Karawane Perspektiven 2000, am Ende dieses Kongresses beginnen. Sie werden münden in einem entschiedenen Marsch auf Berlin zu einem Zeitpunkt, der noch entschieden werden muss.

2) In deutlichen Worten wird vom Kongress ein Brief an die betreffenden Behörden herausgehen. Dieser Brief wird die Gründe erläutern, warum das Residenzpflicht-Gesetz eine deutliche Verletzung unserer individuellen Menschenrechte und der Normen einer Zivilgesellschaft darstellt.

3) Das Adhoc-Komitee verpflichtet sich, mit anderen Gruppen z.B. aus Kolumbien, Lateinamerika und verschiedenen Organisationen, die im Kongress vertreten sind, zusammen zu arbeiten, soweit es um die Verwirklichung einiger oder aller Aktionen geht, die in Zukunft beschlossen werden. Das können z.B. folgende Aktionen sein:

- ein Hungerstreik aus freiem Willen, von Unterstützern und Sympathisanten, während dem Platz sein soll, sich im Sinne einer Kontinuität und Effektivität auszutauschen.

4) Am Ende dieses Kongresses soll sofort das Verteilen von Flugblättern beginnen, in denen die Residenzpflicht denunziert und zu zivilem Ungehorsam von weiteren Flüchtlingen aufgerufen wird. Das Flugblatt wird in verschiedenen Sprachen herausgegeben und muss unseren deutschen Unterstützern und Sympathisanten unsere Entschlüsse und Gründe deutlich machen und ihnen erklären, warum wir uns in diesem Kampf gegen dieses Gesetz, das uns als Menschen missbraucht ,engagieren.

5) Die Karawane wird Strategien entwickeln, um große Gruppen von verschiedenen Städten zu mobilisieren, um unsere verschiedenen Aktionen zu erleichtern und zu verstärken.

6) Das Residenzpflicht-Komitee sollte ein permanentes Ad-hoc-Komitee einrichten und, was die logistische Seite der Arbeit angeht, sollte es Unterstützungsgruppen mit einbeziehen, die Mittel der Kommunikation, Finanzierung, des Transports, der Sicherheit usw. zur Verfügung stellen können.

7) Das Adhoc-Komitee soll seine Arbeit unmittelbar, am Ende des Kongresses aufnehmen und sollte in der Lage sein, in kürzester Zeit einen Text und ein Beitrittsverfahren herauszugeben, damit der Aktionsplan leichter in Gang gebracht werden kann.

8) Es sollten außerdem Vorkehrungen getroffen werden, um denjenigen, die sich an diesem zivilen Ungehorsam beteiligen, beizustehen.

Wir, freie Menschen dieser Erde, die Freiheit als Wert unserer Existenz betrachteten, entwürdigt von menschlichen Vorurteilen und unserer einzigartigen Qualität, die uns zu Menschen macht - der Bewegungsfreiheit - beraubt, machen den Freunden der Freiheit hiermit bekannt, dass wir es in die Hände des Allmächtigen legen, ob unsere Gründe richtig oder falsch sind und es offensichtlich die Geschichte ist, die darüber entscheiden wird.

Im Namen der Flüchtlinge in Deutschland, unter der äußersten Spitze von Ungerechtigkeit und Unterdrückung:

- CHO LUCAS AYABA - SAMUEL NJOKE - JOSE MARIA - OSARIO VICTOR - RAMIREZ FRANCISCO - SUNNY OMWENYIKE - SERGE WAMBA - CORNELIUS YUFANYI - LANSANA KAMARA - AFODA NA-SURU - NANA ERIC

Kampf der Apartheid "Residenzpflicht", die die Bewegungsfreiheit von Flüchtlingen in Deutschland verbietet

 

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