Presseerklärung Flüchtlingsheim Markersdorf Jena, 14.07.02
von Pressegruppe - 16.07.2002 17:35
Presseerklärung Jena, 14.07.02
„Ballspielen verboten!“
Grenzcamp-Aktion in Markersdorf von Polizei verhindert
Presseerklärung Jena, 14.07.02
„Ballspielen verboten!“
Grenzcamp-Aktion in Markersdorf von Polizei verhindert
Eine ungewöhnliche Veranstaltung sollte am Sonntag beim Flüchtlingsheim Markersdorf stattfinden: TeilnehmerInnen des „Antirassistischen Grenzcamps“ planten ein Volleyball-Spiel über ein Netz, was an der nur 200 Meter entfernten Landkreisgrenze entlang gespannt werden sollte.
Die spielerische „Grenzverletzung“ ist brisant, weil es Flüchtlingen wegen der sogenannten Residenzpflicht verboten ist, die Grenzen des ihnen zugewiesenen Landkreises zu überschreiten.
Mit dem Ballspiel sollte „die Absurdität dieses Gesetzes“ verdeutlicht werden, sagte Sebastian Holbein, einer der Organisatoren der Aktion. Außerdem forderte er, dass die in Europa einmalige Residenzpflicht aufgehoben werden müsse. Die Regelung schränke durch überflüssige Bürokratisierung soziale und familiäre Kontakte der Betroffenen ein.
Zum Bedauern der OrganisatorInnen verhinderte jedoch die Polizei das Volleyball-Spiel. Die Beamten warfen den etwa 250 DemonstrantInnen vor, widerrechtlich in die Markersdorfer Flüchtlingsunterkunft eingedrungen zu sein. Das weist Sebastian Holbein zurück: „Wir haben uns über die Situation im Heim informiert, niemand hat uns den Zutritt verwehrt.“
Nach Angaben von Holbein gibt es schon seit 1993 Kritik an den Zuständen in der Markersdorfer Anlage.
Philipp Stein (für eventuelle Nachfragen: Pressebüro
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