Schmidt-Jortzig fordert klare Entscheidung Bonns im Fall Öcalan
Bonn (dpa) - Der ehemalige Bundesjustizminister Edzard Schmidt-Jortzig
(FDP) hat die Bundesregierung aufgefordert, in der Frage einer Auslieferung
des Anführers der kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan,
nach Deutschland eine klare Entscheidung zu treffen.
«Man hat eine engagierte Entscheidung zu treffen, dies ist man
vor allem dem Partnerstaat Italien schuldig», sagte Schmidt-Jortzig
am Donnerstag morgen im Deutschlandfunk.
Der FDP-Politiker, der Vorsitzender im Arbeitskreis Innen-und Rechtspolitik
der FDP-Bundestagsfraktion ist, bewertete die Haltung der Bundesregierung
in dieser Frage als «zu diffus und zu zögerlich». Zu seiner
Nachfolgerin, Bundesjustizministerin Hertha Däubler-Gmelin (SPD),
erklärte Schmidt-Jortzig: «Sie hat sich bislang noch nicht öffentlich
geäußert. Ich möchte wissen, ob sie sich der Folgen bewußt
ist, trotz eines aktualisierten Haftbefehls keine Auslieferung zu beantragen».