Zürich Online 22.11.98

Pro-Öcalan-Besetzungsaktion im Fraumünster

Zunächst abgelehnt, dann geduldet
Zürich, 22. Nov. (sda) Das Zürcher Fraumünster ist am Samstag nachmittag von einer Gruppe von rund 60 assyrischen Christen besetzt worden. Die Kirchenleitung duldete nach anfänglichem Widerstand die Besetzungsaktion, nachdem sich mehrere Männer mit Benzin übergossen hatten. Die Besetzung hält zurzeit an.
Verantwortlich für die Aktion, bei der niemand verletzt wurde, zeichnet laut einem Communiqué der Zürcher Stadtpolizei eine nicht näher bekannte „Patriotische Revolutionäre Organisation Bethnahrin“, die Flugblätter verteilte.  Sie wehrt sich gegen eine Auslieferung des kurdischen PKK-Führers Abdullah Öcalan an die Türkei.
Die Besetzer drangen mit Sprechchören und Flugblättern in die Kirche ein und gaben an, dort in einen Hungerstreik treten zu wollen. Sie verhandelten mit einem Pfarrer und der Kirchenpflege. Die Kirchenleitung lehnte wegen des reichbefrachteten Programms der Kirche in der Vorweihnachtszeit das Ansinnen der Besetzer ab und schaltete die Polizei ein.
Sie stellte Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs und zog diesen erst zurück, als sich mindestens zwei Männer mit Benzin übergossen hatten. Sie liess die Protestierenden gewähren, um auf keinen Fall Menschenleben zu gefährden.
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