Pro-Öcalan-Besetzungsaktion im Fraumünster
Zunächst abgelehnt, dann geduldet
Zürich, 22. Nov. (sda) Das Zürcher Fraumünster ist am
Samstag nachmittag von einer Gruppe von rund 60 assyrischen Christen besetzt
worden. Die Kirchenleitung duldete nach anfänglichem Widerstand die
Besetzungsaktion, nachdem sich mehrere Männer mit Benzin übergossen
hatten. Die Besetzung hält zurzeit an.
Verantwortlich für die Aktion, bei der niemand verletzt wurde,
zeichnet laut einem Communiqué der Zürcher Stadtpolizei eine
nicht näher bekannte „Patriotische Revolutionäre Organisation
Bethnahrin“, die Flugblätter verteilte. Sie wehrt sich gegen
eine Auslieferung des kurdischen PKK-Führers Abdullah Öcalan
an die Türkei.
Die Besetzer drangen mit Sprechchören und Flugblättern in
die Kirche ein und gaben an, dort in einen Hungerstreik treten zu wollen.
Sie verhandelten mit einem Pfarrer und der Kirchenpflege. Die Kirchenleitung
lehnte wegen des reichbefrachteten Programms der Kirche in der Vorweihnachtszeit
das Ansinnen der Besetzer ab und schaltete die Polizei ein.
Sie stellte Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs und zog diesen erst
zurück, als sich mindestens zwei Männer mit Benzin übergossen
hatten. Sie liess die Protestierenden gewähren, um auf keinen Fall
Menschenleben zu gefährden.
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