Stuttgarter Zeitung 19.11.1998
USA für Auslieferung Öcalans an die Türkei

WASHINGTON (rtr). Die US-Regierung ist dafür, daß der in Italien festgenommene PKK-Chef Abdullah Öcalan an die Türkei ausgeliefert wird. Die amerikanische Regierung sei der Auffassung, dem Extremisten-Chef müsse der Prozeß in der Türkei gemacht werden, da die meisten der ihm angelasteten terroristischen Verbrechen auf türkischem Boden begangen worden seien, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, James Rubin, am Mittwoch in Washington. Die USA hofften, es werde in Übereinstimmung mit dem internationalen und dem italienischen Recht ein Weg gefunden, Öcalan an die Türkei zu überstellen.
Bisher hatten die USA sich nicht eindeutig für die Position der türkischen Regierung erklärt, sondern lediglich wissen lassen, man halte in Washington eine Auslieferung und ein Gerichtsverfahren gegen den Chef der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) für geboten. Skeptisch äußerte sich der Sprecher in Washington zu Berichten, wonach Öcalan Terror und Gewalt inzwischen abgeschworen habe. Das habe Öcalan auch schon in der Vergangenheit erklärt.