Yahoo! Mittwoch, 18. November 1998, 17:03 Uhr

Krise zwischen Türkei und Rom wegen Öcalan

Rom (dpa) - Die Festnahme von PKK-Chef Öcalan in Rom hat zu einer offenen Krise zwischen Italien und der Türkei geführt. Der türkische Ministerpräsident
Yilmaz warnte die italienische Regierung, sich zum Mordkomplizen zu machen, falls sie Öcalan nicht nach Ankara ausliefere. Italiens Regierungschef D'Alema hatte
signalisiert, dem Chef der kurdischen Arbeiterpartei politisches Asyl zu gewähren. Gegen Öcalan besteht auch ein deutscher Haftbefehl wegen Mordes. Es ist aber
strittig, ob Deutschland eine Auslieferung beantragen soll.


Yahoo! Schlagzeilen Mittwoch, 18. November 1998, 16:06 Uhr

Ermittler will Öcalan wegen Palme-Mord befragen

Stockholm (Reuters) - Die schwedische Justiz will den in Italien festgenommene PKK-Chef Abdullah Öcalan zum Mord an Ministerpräsident Olof Palme vor zwölf
Jahren vernehmen. Chefermittler Jan Danielsson sagte am Mittwoch in Stockholm, er werde auf ein Verhör Öcalans drängen. Es sei zwar nicht davon auszugehen,
daß Öcalan oder seine Kurdische Arbeiterpartei (PKK) für den bisher ungeklärten Mord an Palme verantwortlich seien. Es gebe aber Hinweise, daß Öcalan über
die Hintergründe der tat informiert sei.

Öcalan war am Donnerstag in Rom festgenommen worden. Später stellte er einen Asylantrag. Die Türkei fordert die Auslieferung Öcalans, der dort als Staatsfeind
Nummer eins gilt. Er wird in der Türkei für den Tod von rund 30.000 Menschen im Kampf für einen Kurdenstaat im Südosten des Landes verantwortlich macht.

Danielsson sagte, er wolle herausfinden, was Öcalan über den Palme-Mord wisse und ob er eventuell in den Fall verwickelt sei. Im April hatten türkische Zeitungen
einen PKK-Funktionär namens Sedim Sakik mit den Worten zitiert: "Wir haben Olof Palme getötet." Öcalan habe den Mord an Palme in Auftrag gegegeben, um
sich für Kurden-Ausweisungen aus Schweden zu rächen, berichteten die Zeitungen.

Palme war im Jahr 1986 im Zentrum von Stockholm erschossen worden.


Yahoo! Mittwoch, 18. November 1998, 15:40 Uhr

Öcalan erklärt Friedensbereitschaft

Yilmaz fordert Italien erneut zur Auslieferung des PKK-Chefs auf

Rom/Ankara (AP) Die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) hat nach Angaben ihres in Italien inhaftierten Führers Abdullah Öcalan dem Terror abgeschworen und will
nun eine friedliches Lösung des Kurdenkonflikts erreichen. Der türkische Ministerpräsident Mesut Yilmaz forderte am Mittwoch in Ankara erneut die Auslieferung
des PKK-Chefs, der in Italien politisches Asyl beantragt hat. Sollte Öcalan nicht ausgeliefert werden, werde Italien zum «Komplizen all der Morde, die bislang (von
den Rebellen) verübt wurden», sagte Yilmaz im Parlament.

Öcalan erklärte in Interviews mit den römischen Zeitungen La Repubblica» und «L'Unita», seine Anwesenheit in Italien demonstriere einen Wechsel in der Strategie
der kurdischen Nationalbewegung: «Wir haben dem Terror abgeschworen und sind bereit für ein Friedensabkommen.» Er verglich die Situation in seiner Heimat mit
der in Nordirland und dem Baskenland, wo nationalistische Organisationen auf der Suche nach einer politischen Lösung einen Gewaltverzicht erklärt haben.

Yilmaz machte unterdessen die Auslieferung des PKK-Chefs, gegen den in der Türkei schon in Abwesenheit ein Prozeß geführt wird, zu einem Test für Italien, «den
es im Namen der zivilisierten Welt» zu bestehen habe. Verhandlungen mit der PKK lehnte er kategorisch ab. Keine türkische Regierung werde jemals mit der PKK
an einem Tisch sitzen, sagte er unter dem Beifall auch seiner entschiedensten politischen Gegner im Parlament. Vor der italienischen Botschaft in Ankara
demonstrierten erneut Tausende Türken für die Auslieferung Öcalans. Die Regierung bot die Möglichkeit zum kostenlosen Versenden von Faxen an die italienische
Regierung an, um die Auslieferung zu fordern.

Öcalan wurde vergangene Woche in Rom nach seiner Einreise festgenommen. Die Türkei macht ihn für die 37.000 Toten des Aufstands der PKK seit 1984
verantwortlich.

Die Ankunft von 200 Kurden an der sizilianischen Küste löste unterdessen Befürchtungen einer neuen Massenflucht nach Italien aus. Die Kurden waren nach eigenen
Angaben sechs Tage mit dem Schiff unterwegs. Falls Öcalan Asyl bekommen sollte, erwarten Beobachter, daß Tausende Kurden seinem Beispiel folgen werden.

In ganz Europa protestierten Kurden gegen die Festnahme Öcalans. In Moskau starb ein Kurde, der sich am Dienstag aus Protest gegen die Festnahme Öcalans
selbst verbrannt hatte. Ein weiterer Kurde, der sich ebenfalls vor dem Gebäude der Duma mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet hatte, war in
kritischem Zustand. In der russischen Hauptstadt setzten etwa 100 Kurden ihren Hungerstreik fort.

In Brüssel kam es am Dienstag abend zu Ausschreitungen zwischen türkischen Einwanderern und kurdischen Demonstranten. Nach Berichten des Radiosenders
VRT wurden zwei von Kurden bewohnte Häuser in Brand gesetzt und Fensterscheiben zertrümmert. Zuvor hatten sich rund 200 Kurden zu einem Protestmarsch zur
italienischen Botschaft versammelt.


Yahoo! Mittwoch, 18. November 1998, 14:09 Uhr

Öcalan will internationalen Druck auf die Türkei

Sorge vor neuer Massenflucht von Kurden nach Italien - Tod nach Selbstverbrennung in Moskau

Rom (AP) Der Chef der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), Abdullah Öcalan, will mit Hilfe internationalen Drucks auf die Türkei eine friedliche Lösung der
Kurdenfrage erreichen. Seine Anwesenheit in Italien demonstriere einen Wechsel in der Strategie der kurdischen Nationalbewegung, erklärte Öcalan am Mittwoch in
den Zeitungen «La Repubblica» und «L'Unita». «Wir haben dem Terror abgeschworen und sind bereit für ein Friedensabkommen.» Er verglich die Situation in seiner
Heimat mit der in Nordirland und dem Baskenland, wo nationalistische Organisationen auf der Suche nach einer politischen Lösung einen Gewaltverzicht erklärt
haben.

Öcalan wurde vergangene Woche in Rom nach seiner Einreise festgenommen. Die Türkei fordert seine Auslieferung; sie macht ihn für die 37.000 Toten des
Aufstands der PKK seit 1984 verantwortlich. Vor der italienischen Botschaft in Ankara demonstrierten in den vergangenen Tagen Tausende für die Auslieferung.
Die Regierung bot am Mittwoch ihren Bürgern kostenlose Telefaxe an die Regierung in Rom an. Italien ist in einer schwierigen Situation, da Öcalan Asyl beantragt
hat. Über das Gesuch soll nach Aussage von Ministerpräsident Massimo D'Alema erst entschieden werden, wenn die Regierung vom Gewaltverzicht Öcalans
überzeugt ist.

Die Ankunft von 200 Kurden an der sizilianischen Küste löste unterdessen Befürchtungen einer neuen Massenflucht nach Italien aus. Die Kurden waren nach eigenen
Angaben sechs Tage mit dem Schiff unterwegs. Falls Öcalan Asyl bekommen sollte, erwarten Beobachter, daß Tausende Kurden seinem Beispiel folgen werden.

In ganz Europa protestierten Kurden gegen die Festnahme Öcalans. In Moskau starb ein Kurde, der sich am Dienstag aus Protest gegen die Festnahme Öcalans
selbst verbrannt hatte. Ein weiterer Kurde, der sich ebenfalls vor dem Gebäude der Duma mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet hatte, war in
kritischem Zustand. In der russischen Hauptstadt setzten etwa 100 Kurden ihren Hungerstreik fort.

In Brüssel kam es am Dienstag abend zu Ausschreitungen zwischen türkischen Einwanderern und kurdischen Demonstranten. Nach Berichten des Radiosenders
VRT wurden zwei von Kurden bewohnte Häuser in Brand gesetzt und Fensterscheiben zertrümmert. Mehrere Beteiligte sowie ein Polizist seien anschließend wegen
leichter Verletzungen ärztlich behandelt worden. Zwei Menschen wurden festgenommen. Zuvor hatten sich rund 200 Kurden zu einem Protestmarsch zur
italienischen Botschaft versammelt.


 Yahoo! Mittwoch, 18. November 1998, 12:00 Uhr

Ecevit rechnet nächste Woche mit Regierungssturz

Ankara (Reuters) - Die türkische Minderheitsregierung wird nach Einschätzung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Bülent Ecevit in der kommenden Woche an
einer Mißtrauensabstimmung scheitern. "Diese Regierung wird vermutlich in der nächsten Woche stürzen", sagte Ecevit am Mittwoch vor Mitgliedern seiner
Demokratischen Linken Partei. Das Parlament soll am Donnerstag über die Aufnahme eines Mitrauensvotums gegen Ministerpräsident Mesut Yilmaz auf die
Tagesordnung entscheiden. Wenn der Antrag wie erwartet angenommen wird, soll am 25. November abgestimmt werden.

Die Parteien, die den Mitrauensantrag unterstützen, verfügen über mehr als die zum Regierungssturz notwendigen 276 Stimmen im 550 Sitze zählenden Parlament.
Die Regierung hat die Opposition aufgefordert, von ihrem Vorhaben wegen der Verhaftung von PKK-Chef Abdullah Öcalan in Italien abzusehen. Die Forderung
nach der Vertrauensabstimmung wurde in der vergangenen Woche laut, als gegen Regierungsmitglieder Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Verkauf
einer Bank im August erhoben wurden.


 Yahoo! Mittwoch, 18. November 1998, 12:00 Uhr

Auseinandersetzungen um Öcalan in der Türkei

Ankara (Reuters) - In der Türkei hat die Festnahme von PKK-Chef Abdullah Öcalan zu weiteren Unruhen geführt. In der Nacht zum Mittwoch sei es zwischen 50
Anhängern der Volksdemokratischen Partei Kurdistans (Hadep) und Passanten zu Handgreiflichkeiten gekommen, meldete die Nachrichtenagentur Anatolien. Ein
Kurde sei verletzt worden; dann habe die Polizei die Gegner trennen können. Hadep ist eine zugelassene Partei der Kurden in der Türkei. Laut Beobachtern zeigt sie
Sympathie für die verbotene Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) Öcalans.

In der südtürkischen Stadt Mersin nahm die Polizei rund 100 Personen fest, nachdem maskierte kurdische Jugendliche aus Protest gegen Öcalans Festnahme in
Italien Feuer entzündet hatten.

In der belgischen Hauptstadt Brüssel brannte eine Gruppe türkischer Demonstranten einem Rundfunksbericht zufolge am Dienstag abend zwei Häuser in einem von
Kurden bewohnten Viertel nieder. Wie der Rundfunk weiter berichtete, zerstörten die etwa 200 Demonstranten auch ein Cafe, das Kurden als Treffpunkt diente. Ein
Polizist sei bei Auseinandersetzungen mit den Demonstranten verletzt worden.

Gegen die Festnahme Öcalans protestierten am Dienstag in Bonn und zahlreichen anderen Städten Europas Tausende Kurden. Die Türkei verlangte die Auslieferung
Öcalans, den die Regierung in Ankara für den Tod von mehr als 29.000 Menschen verantwortlich macht, die während des seit 14 Jahren andauernden Kampfes der
PKK für einen Kurdenstaat im Südosten der Türkei ums Leben kamen.


Yahoo! Mittwoch, 18. November 1998, 11:48 Uhr

Sorge vor neuer Massenflucht von Kurden nach Italien

Tod nach Selbstverbrennung in Moskau - Noch keine Entscheidung über Auslieferung von PKK-Chef Öcalan

Rom/Moskau (AP) Die Ankunft von 200 Kurden an der sizilianischen Küste hat am Mittwoch Befürchtungen einer neuen Massenflucht nach Italien ausgelöst. Die
Kurden waren nach eigenen Angaben sechs Tage mit dem Schiff unterwegs. Falls der festgenommene PKK-Chef Abdullah Öcalan politisches Asyl in Italien
bekommen sollte, erwarten Beobachter, daß Tausende Kurden seinem Beispiel folgen werden. Die Regierung in Rom hat weder über eine Auslieferung Öcalans an
die Türkei noch über dessen Asylantrag entschieden.

In Moskau starb am Mittwoch ein Kurde, der sich am Vortag aus Protest gegen die Festnahme Öcalans in Rom selbst verbrannt hatte. Ein weiterer Kurde, der sich
ebenfalls vor dem Gebäude der Duma mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet hatte, war in kritischem Zustand. In der russischen Hauptstadt
setzten etwa 100 Kurden ihren Hungerstreik fort.

In Brüssel kam es am Dienstag abend zu Ausschreitungen zwischen türkischen Einwanderern und kurdischen Demonstranten. Nach Berichten des Radiosenders
VRT wurden zwei von Kurden bewohnte Häuser in Brand gesetzt und Fensterscheiben zertrümmert. Mehrere Beteiligte sowie ein Polizist seien anschließend wegen
leichter Verletzungen ärztlich behandelt worden. Zwei Menschen wurden festgenommen. Zuvor hatten sich rund 200 Kurden zu einem Protestmarsch zur
italienischen Botschaft versammelt, um für die Freilassung Öcalans zu demonstrieren.


Yahoo! Mittwoch, 18. November 1998, 07:45 Uhr

CDU-Parlamentarier gegen Auslieferung Öcalans nach Deutschland

Bonn (dpa) - Der Vorsitzende der deutsch- türkischen Parlamentariergruppe Kossendey, hat Bedenken gegen eine Auslieferung von PKK-Chef Öcalan nach
Deutschland angemeldet. Er könne sich vorstellen, daß eine Auslieferung ein größeres Risiko für die innere Sicherheit wäre, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete.
Kossendey favorisiert statt dessen einen Prozeß gegen den PKK-Chef in Italien oder einem Drittland. Auch einer Auslieferung in die Türkei stehe nichts im Wege,
falls Ankara eine faire Verhandlung zusage.


Yahoo! Mittwoch, 18. November 1998, 07:10 Uhr

Europaweite Proteste gegen Öcalan-Verhaftung

Bonn/Rom (Reuters) - In Bonn und zahlreichen anderen Städten Europas haben am Dienstag Tausende von Menschen gegen die Verhaftung des kurdischen
Extremisten-Chefs Abdullah Öcalan in Italien protestiert. Bei einem Selbstmordanschlag vor einer Polizeiwache im Südosten der Türkei kam nach offiziellen
Angaben die Attentäterin ums Leben, sechs Menschen wurden verletzt. Vor dem Parlament in Moskau wurden zwei Symphatisanten Öcalans verletzt, die sich aus
Protest selbst abgezündet hatten. Der türkische Präsident Suleyman Demirel sagte unterdessen für den Fall der Auslieferungs Öcalans ein faires Verfahren zu.

Wie die Bonner Polizei mitteilte, nahmen etwa 4000 Kurden an der Demonstration gegen eine Auslieferung des Chefs der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei
(PKK) in die Türkei teil. Darunter hätten sich auf etwa 50 Anhänger befunden, die zuvor in einen Hungerstreik getreten seien. Auch in Deutschland liegt ein
Haftbefehl gegen Öcalan wegen Mordes an abtrünnigen PKK-Mitgliedern vor. Es wurde jedoch bisher kein Auslieferungsantrag gestellt.

Die türkische Regierung hatte unmittelbar nach der Festnahme Öcalans am Donnerstag in Rom eine Überstellung des 49jährigen verlangt. In verschiedenen
türkischen Städten forderten die Handelskammern einen Boykott von Produkten aus Italien, um der Forderung nach Auslieferung Öcalans Nachdruck zu verleihen.
Die Türkei wirft ihm den Tod von über 29.000 Menschen vor, die während des seit 14 Jahren andauernden Kampfes der PKK für einen eigenen Kurdenstaat im
Südosten des Landes ums Leben kamen.

In Rom versammelten sich etwa 5000 Kurden. Viele von ihnen trugen dabei Fahnen der PKK. Öcalan, der Italien um politisches Asyl nachgesucht hat, bot
unterdessen seine Mithilfe beim Kampf gegen den Terrorismus an. Der italienische Ministerpräsident Massimo D'Alema begrüßte am Dienstag die Erklärung des
PKK-Chefs. Eine Absage an die terroristische Gewalt sei das Mindeste, um in seinem Fall politisches Asyl gewähren zu können. Italien hatte am Vortag eine
Auslieferung in ein Land ausgeschlossen, in dem wie in der Türkei noch immer die Todesstrafe gelte.

Dort verübte am Dienstag eine Frau ein Attentat auf das Polizeihauptquartier der Stadt Yuksekova. Der Gouverneur der Stadt im Südosten des Landes teilte mit,
daß Attentat habe sich gegen 8:00 MEZ ereignet. Die Frau habe einen an ihrem Körper befestigten Sprengsatz gezündet. Sie selbst sei dabei getötet, vier Polizisten
und zwei weitere Personen seien verletzt worden. Zwei der Verletzten, darunter ein 13jähriger Junge, seien in kritischer Verfassung, teilten die Behörden mit.

In Moskau veröffentlichte ein Kurdistan Komitee am Dienstag eine Erklärung zu den Selbstverbrennungen, die sich nach Polizeiangaben in der Nacht vor der Duma
(dem Parlament) ereigneten. Die beiden Männer hätten einen Brief hinterlassen, in dem sie ihre Tat als Protest gegen die Verfolgung Öcalans durch "das
imperialistische Amerika, Israel und die faschistische Türkei" bezeichneten. Einer der beiden Männer schwebe in Lebensgefahr.

Der türkische Präsident Süleyman Demirel sagte nach einem Gespräch mit dem österreichischen Präsidenten Thomas Klestil in Wien, Öcalan erwarte nach einer
Auslieferung in die Türkei ein fairer und freier Prozeß. Dies gelte im übrigen für jeden Verbrecher. Demirel bestritt zudem, daß es in der Türkei ein Kurdenproblem
gebe. Alle Bürger hätten dort die gleichen Rechte.


 Yahoo! Mittwoch, 18. November 1998, 07:09 Uhr

Gewalt türkischer Demonstranten in Brüssel

Brüssel (Reuters) - Eine Gruppe türkischer Demonstranten hat in der belgischen Hauptstadt Brüssel einem Rundfunksbericht zufolge am Dienstag abend zwei Häuser
in einem von Kurden bewohnten Viertel niedergebrannt. Wie der Rundfunk weiter berichtete, zerstörten die etwa 200 Demonstranten auch ein Cafe, das von
Kurden als Treffpunkt besucht wurde. Ein Polizist sei bei Auseinandersetzungen mit den Demonstranten verletzt worden.

Die türkischen Demonstranten unterstützten dem Bericht zufolge offenbar die Festnahme des Chefs der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), Abdullah
Öcalan, in Italien am vergangenen Donnerstag. Gegen die Festnahme Öcalans protestierten am Dienstag in Bonn und zahlreichen anderen Städten Europas Tausende
Kurden. Die Türkei verlangte die Auslieferung Öcalans, den die türkische Regierung für den Tod von mehr als 29.000 Menschen verantwortlicher macht, die
während des seit 14 Jahren andauernden Kampfes der PKK für einen Kurdenstaat ums Leben kamen.


Yahoo! Mittwoch, 18. November 1998, 01:18 Uhr

Ausschreitungen zwischen Türken und Kurden in Brüssel

Brüssel (AP) In Brüssel ist es am Dienstag abend zu Ausschreitungen zwischen türkischen Einwanderern und kurdischen Demonstranten gekommen, die gegen die
Verhaftung von PKK-Chef Abdullah Öcalan protestierten. Nach Berichten des Radiosenders VRT wurden zwei von Kurden bewohnte Häuser in Brand gesetzt und
Fensterscheiben zertrümmert. Mehrere Beteiligte sowie ein Polizist seien anschließend wegen leichter Verletzungen ärztlich behandelt worden. Zwei Menschen
wurden festgenommen. Zuvor hatten sich rund 200 Kurden zu einem Protestmarsch zur italienischen Botschaft versammelt, um für die Freilassung des in Rom
festgenommenen Öcalan zu demonstrieren. Der PKK-Chef hat einen Antrag auf politisches Asyl in Italien gestellt. Die Türkei fordert seine Auslieferung.