PRESSEMITTEILUNG
Solidarität mit Abdullah Öcalan
Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen schickt Grußbotschaft
an den Vorsitzenden der PKK
Am heutigen Tag schickte die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen
einen Brief an den Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans, Abdullah
Öcalan, der sich zur Zeit in Italien aufhält.
Seit dem 12. November 1998 befindet sich Abdullah Öcalan in Rom:
dort wollte er für eine friedliche und politische Lösung in Kurdistan
eintreten und um eine Zuerkennung eines politischen Status für seine
Person zu ersuchen.
Er wurde in Rom durch die Polizei festgesetzt, und eine Auslieferung
an die BRD ist nicht unwahrscheinlich. Seit dem 14. November 1998 befindet
er sich in einem Hungerstreik. Die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen
appelliert an die italienische Regierung, Abdullah Öcalan nicht auszuliefern,
und ihm umgehend einen politischen Status in Italien anzuerkennen.
Weltweit finden zur Zeit Solidaritätsaktionen für Abdullah
Öcalan statt. Die kurdische Bevölkerung ist überall in Bewegung
und führt mit großer Begeisterung Aktionen durch. In der Türkei
haben sich mehrere Gefangene der PKK in den Gefängnissen verbrannt.
Überall sind Kurdinnen und Kurden mit ihrem Parteivorsitzenden in
Hungerstreik getreten. Seit dem 13. November 1998 gehen tausende Kurdinnen
und Kurden nicht zur Arbeit, die Kinder nicht zur Schule, die Geschäfte
bleiben geschlossen, Tausende beteiligen sich an Veranstaltungen in kurdischen
Vereinen. Außerdem haben sich tausende Kurdinnen und Kurden auf den
Weg nach Italien gemacht, um dort an Solidaritätsveranstaltungen teilzunehmen
und Abdullah Öcalan zu begrüßen.
Abdullah Öcalan tritt für eine politische und friedliche
Lösung des Konflikts in Kurdistan ein.
Mehrfach hat er seine Bereitschaft dafür geäußert,
wie er durch die Ausrufung eines einseitigen Waffenstillstands am 1. Seprtember
1998 erneut bewiesen hat.
Die Bemühungen des Vorsitzenden der PKK müssen endlich anerkannt
werden. Nur so kann es zu einer friedlichen Lösung in Kurdistan kommen.
Abdullah Öcalan und die PKK müssen von den offiziellen, diplomatischen
Kreisen als legitime Vertretung des kurdischen Volkes anerkannt werden.
Nichts ist zur Zeit dringlicher für Kurdistan und die Türkei
als ein Ende des Krieges. Der Krieg in Kurdistan hat bisher 40 000 Menschen
das Leben gekostet, rund 3 Millionen Kurdinnen und Kurden wurden zur Flucht
gezwungen. Über 3 500 Dörfer hat der türkische Staat zerstören
lassen und hunderte "Morde unbekannter Täter" verübt. Der türkische
Staat, der auf das engste mit Mafiabanden verbunden ist, betreibt sein
blutiges Geschäft weiter und hat drei Waffenstillstandsangebote der
PKK (1993, 1995 und 1998) ausgeschlagen. Die Anerkennung eines politischen
Status für Abdullah Öcalan in Italien wäre ein historischer
und wichtiger Schritt in Richtung Frieden. Die jetzige Situation bietet
eine große Chance, den Krieg in Kurdistan zu beenden. Abdullah Öcalan
sagte zu seiner Einreise nach Italien: "Das war ein politischer Schritt
in Richtung Frieden. Wir wollen keinen Krieg, sondern einen Dialog mit
der Türkei, mit Europa und den Vereinigten Staaten." Diesen wichtigen
politischen Schritt will die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen
unterstützen.
Die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen hat heute einen Brief
an Abdullah Öcalan geschickt. In diesem Brief versichert sie dem Vorsitzenden
der PKK, daß sie solidarisch an seiner Seite stehen wird. Die Antifaschistische
Aktion Lüneburg/Uelzen sieht in diesem Brief auch ein Zeichen der
internationalen Solidarität. In diesem Brief bezieht die Antifaschistische
Aktion Lüneburg/Uelzen unmißverständlich Position an der
Seite des kurdischen Volkes und ihrem politischen Führer Abdullah
Öcalan. Eine andere Position als an der Seite der Kraft, die das legitime
Selbstbestimmungsrecht und die Menschenrechte des kurdischen Volkes vertritt,
gibt es für sie nicht.
Gerade in der aktuellen Situation ist es wichtig, politisch aktiv und
solidarisch zu sein. Jetzt muß alles unternommen werden, um das kurdische
Volk zu unterstützen und sich für einen politischen Status für
Abdullah Öcalan einzusetzen. Gegen eine Auslieferung Abdullah Öcalans
an die BRD oder die Türkei protestiert die Antifaschistische Aktion
Lüneburg/Uelzen auf das Schärfste. Eine Auslieferung würde
eine Unterstützung für den schmutzigen Krieg gegen das kurdische
Volk bedeuten und die Chance für einen Frieden in Kurdistan zunichte
machen.
Uelzen, den 17. November 1998
Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen