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Dezember '98
  
    Köln, 14. Dezember 1998
     
  • Der Vorsitzende der Arbeiterpartei Kurdistans PKK Abdullah Öcalan sagte, der neuen Phase des nationalen Befreiungskampfes werde mit einer neuen PKK begegnet

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  • Abdullah Öcalan erklärt den Fortbestand des einseitigen Waffenstillstandes durch die PKK und betont die Bereitschaft zu einem Dialog mit der UNO und der EU

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  • Den Kreisen, die seine Person als Hindernis für eine politische Lösung betrachten sagte Abdullah Öcalan, er sei nötigenfalls bereit sich zurückzuziehen und mit einer kurdischen Delegation über die Lösung der Probleme zu reden
  • In einer Sendung des kurdischen Fernsehsenders MED-TV am 13. Dezember 1998 gab der Vorsitzende der Arbeiterpartei Kurdistans PKK Abdullah Öcalan eine Stellungnahme ab, die wir im Folgenden zusammenfassen:
     

    Öcalan betonte, daß eine Phase des nationalen Befreiungskampfes Kurdistans zu Ende gegangen ist und somit eine neue Etappe erreicht wurde. Die PKK und die Kräfte der ARGK sollten dies verstehen. Dieser neuen Phase soll mit einer neuen PKK begegnet werden. Bezüglich der Spekulationen über seinen möglichen Rücktritt als Vorsitzender der PKK sei seine Position sehr klar: Er sei bereit, der Welt gegenüber Rechenschaft über den von ihm begonnenen und bis zum heutigen Punkt gebrachten Befreiungskampf abzulegen, und appellierte damit an die PKK und die Kräfte der ARGK.
    Abdullah Öcalan bezeichnete die Beschuldigungen, er sei Terrorist als doppelzüngig. Er erklärte Aussagen interessierter Kreise wie „Wir werden uns erst dem Kurdenproblem zuwenden, nachdem wir APO erledigt haben“ u.ä. für abstoßend. Er ist mit seinem politischen Status nach Italien gekommen, und dafür werde er, koste was es wolle, alle möglichen Bemühungen unternehmen. 
    Die in Mesopotamien und Anatolien lebenden assyrischen, griechischen und armenischen Völker wurden vernichtet, und jetzt wird dasselbe mit dem kurdischen Volk versucht. Die türkische Regierung bezieht von Europa und den USA ihre Stärke. Diesbezüglich appellierte Abdullah Öcalan an Europa und die USA: „Zieht die von Euch erschaffenen Ungeheuer zurück! Bis jetzt habt Ihr mich als Hindernis bezeichnet. Ich werde kein Hinderungsgrund mehr sein. Wenn die USA die Kurden achten, sollen sie mit den Kurden in Nordkurdistan ein ähnliches Abkommen unterzeichnen wie mit den Kurden in Südkurdistan.“
    Abdullah Öcalan wies darauf hin, daß die USA wegen ihrer sogenannten strategischen Interessen besonders auf dem Balkan, dem Kaukasus und dem Mittleren Osten ein Bündnis mit der Türkei und Israel eingegangen sind, das u.a. zur Besetzung Südkurdistans geführt hat. 
    Abdullah Öcalan erinnerte daran, daß Tausenden kurdischen Menschen, die gezwungen worden waren nach Europa zu flüchten, Asyl gewährt wurde, ihm allerdings bisher noch kein politischer Status zugestanden wurde. Dieses Verhalten weise auf die Gefahr hin, daß sich dahinter das Verständnis verberge, daß der Rumpf leicht zerstückeln werden kann wenn der Kopf erst einmal entfernt sei. 
    Abdullah Öcalan appellierte auch an alle kurdischen Parteien und Persönlichkeiten: Sie sollen sich wirklich für eine Lösung der Probleme einsetzen, dann sei er auch bereit zurückzutreten und einer kurdischen Delegation Lösungsvorschläge zu unterbreiten. 
    Abdullah Öcalan erklärte die Fortdauer des einseitigen Waffenstillstandes durch die PKK und appellierte an die UNO und die EU eine vermittelnde Funktion einzunehmen.
    Abdullah Öcalan erinnerte daran, daß die Türkei von dem bevorstehenden Waffenstillstand der PKK unterrichtet war und betonte, daß die diesbezüglichen Dokumente falls nötig auch veröffentlicht werden können. Er erklärte weiter, daß die mit dem Waffenstillstand verbundenen Forderungen der kurdischen Seite für die türkische Armee nicht inakzeptabel waren und kündigte die Veröffentlichung der in den letzten 18 Monaten geführten Dialoge an. Er sagte, die Türkei habe, nur um die Entwicklung einer politischen Lösung für die Kurdistanfrage abzuwenden, immer wieder Probleme mit der Europäischen Union produziert. Allein deshalb ist die Türkei, auf der Grundlage der US-amerikanischen Strategie, ein Bündnis mit den USA und Israel eingegangen. 
    Abdullah Öcalan hob die Notwendigkeit hervor, in der heutigen Zeit einen Dialogprozeß zu beginnen, betonte aber: „Wenn das Problem nicht auf politischem Wege gelöst wird, liegt die Lösung bei der Guerilla. Und wenn die Guerilla die an ihr geübte Kritik ernst nimmt und umsetzt, dann wird sie kämpfen und auch siegen.“