YPG Kommandant: Der IS wurde durch den Apoismus besiegt

Der Kommandant der YPG von Til Tamir, Hawar Suruç erklärte, dass Kobanê vom IS vor allem wegen eines Ziels ins Visier genommen wurde – die Erfolge des kurdischen Volkes in Kobanê zu vernichten. Gegenüber ANF betonte der Kommandant der YPG, dass der türkische Staat den Plan hatte, die kurdische Freiheitsbewegung durch den IS zu vernichten, aber dieser Plan ist gescheitert.

Der Kommandant der YPG wies darauf hin, dass das grundlegende Ziel der IS-Banden darin bestand, die Rojava-Revolution durch Kobanê im Keim zu ersticken und zu beenden, er erklärte: „Hinzu kommt die offensichtliche strategische Bedeutung Kobanês durch seine geografische Lage, Kobanê liegt genau zwischen den Kantonen Afrin und Cizirê.
Den IS-Banden war klar, dass der Sieg über Kobanê einen Sieg über die anderen Kantone bedeuten würde. Kobanê wurde außerdem ins Visier genommen, weil es historisch auch ein Ort des religiösen Widerstandes ist. Wenn Kobanê fallen würde, dann wäre Afrin isoliert und würde auch fallen und damit würde Hoffnungslosigkeit in Cizirê geweckt werden. Kurz gesagt, fällt Kobanê, fällt die ganze Region Rojavas.
Das war das Ziel, dass die IS-Banden verfolgten und deshalb zogen sie auch all ihre schweren Waffen gegen Kobanê zusammen. All ihre Angriffe wurden willentlich mit Unterstützung einiger Staaten durchgeführt. Beispielsweise waren die Waffen, die gegen Kobanê verwendet wurden, Waffen die in Mosul oder vom Regime erobert worden sind. Eigentlich wurde Kobanê zum Ziel sämtlicher Seiten gemacht.
Auch der YPG war diese Situation bewusst, jedoch bestand die Hauptschwierigkeit an der mangelnden Anzahl an Munition.“.

'DER IS WURDE DURCH DEN APOISMUS BESIEGT'
Der Kommandant der YPG äußerte, dass der IS während dieser Phase jede Stadt und jedes Gebiet, das er angriff, einnahm und eine Großoffensive auf Grundlage dieser Strategie gegen Kobanê durchführte. Die Absicht des IS war es, seine Herrschaft auf Kobanê auszuweiten und Massaker an der Bevölkerung zu begehen, so Hawar Suruç, er sagte weiter: „Kobanê spielt eine strategische Hauptrolle in Rojava. Es liegt an der Grenze zu Bakurê Kurdistan (Nordkurdistan). Der Fall Kobanês würde sich auch auf Bakur auswirken und den IS-Banden ermöglichen, jeglichen Druck, jegliches Eingreifen oder jegliche Angriffe auch auf Bakur auszuweiten. Hinzu bekommt der IS die Unterstützung des türkischen Staates und hätte somit keine Schwierigkeiten seine Absichten in die Tat umzusetzen.
Wie bereits bekannt ist, besteht die Ideologie des IS nicht alleine darin das Regime zu bekämpfen, sondern vielmehr darin, einen islamischen Staat im Mittleren Osten zu errichten. Durch die Eroberung Kobanês würde es dem IS gelingen seinen Einfluss auf Kurdistan, die Türkei, Syrien und auf alle Staaten weltweit auszubreiten. Die IS-Banden planten Kobanê in mehreren Tagen einzunehmen, aber sie haben eine Sache dabei nicht bedacht: Die Philosophie des Apoismus.
Es ist wahr, dass einige Staaten die uns durch Luftangriffe unterstützen, behaupten, dass ohne diese Unterstützung Kobanê gefallen wäre, dies zeigt, dass sie noch immer nicht die Philosophie des Apoismus und der PKK verstanden haben. Es besteht keine Frage, dass die Luftangriffe geholfen haben, aber sie verhinderten einzig noch mehr Verluste und schonten Leben.
Mit anderen Worten sind die Philosophie und der Geist Apos die größte Hilfe des Widerstands von Kobanê. Es war die Loyalität der Märtyrer_Innen zur Bewegung und dem Vorsitzenden Apo, die dies ermöglichten. Es ist das kurdische Volk, dass die Angriffe des IS zurück schlug.“

'KOBANÊS SIEG HAT ERDĞAN ERSCHÜTTERT'
Erinnernd, dass die Bevölkerung Bakurê Kurdistans während der Phase verstärkter Angriffe des IS an der Grenze zu Kobanê Nachtwachen abhielt und Kämpfe mit türkischen Sicherheitskräften einging, erklärte der Kommandant der YPG, dass es jedoch in erster Linie der Aufruf des kurdischen Vorsitzenden Abdullah Öcalans zur Mobilmachung für Kobanê war, der die kurdische Bevölkerung zum Handeln brachte. Er betonte: „Der Kampf um Kobanê war kein gewöhnlicher und einer der schwersten, die bisher geführt wurden. Es waren der Kampfgeist des Apoismus, die Erfahrungen und das Bewusstsein, das durch die langen Jahre des Kampfes gewonnen wurden, die der kurdischen Bewegung den Triumph über den IS brachte.
In Bakur führte der türkische Staat über Monate Operationen und Angriffe und war nie erfolgreich.
Der Kampf um Kobanê war der erste seiner Art in der Geschichte der PKK, da der Feind diesmal ein anderer war. Die Methoden und die Geographie waren anders.
Die YPG ist eine noch recht neue Bewegung mit wenig Erfahrung, was einige Probleme mit sich brachte, aber die Menschen haben aus tiefer Überzeugung gekämpft und den IS schließlich in Kobanê besiegt. Danach hat die ganze Welt verstanden, dass die kurdische Freiheitsbewegung und die kurdische Jugend die einzige Kraft ist, um den IS zu bekämpfen und zu besiegen.
Kobanê zeigte den Höhepunkt des Widerstands des kurdischen Volkes und das ist von großer Bedeutung. Viele Staaten haben in Folge des Sieges von Kobanê angefangen ihre Unterstützung zu geben.
Das ist eine Realität der Regierungen und Regime: die mächtige Seite unterstützen und einen Anteil am Sieg haben.
Natürlich gab es einige Staaten und Kräfte, die durch den Sieg von Kobanê gestört wurden, von denen einer der türkische Staat und Recep Tayyip Erdoğan ist. Sie wurden erschüttert, weil sie solch einen Widerstand nicht erwartet haben.“.

'DIE OPERATION DES TÜRKISCHEN STAATES GEGEN DEN IS IST NUR SHOW'
Daran erinnernd, dass die Propaganda der türkischen Regierung weit gestreut wurde, wie z.B. die Aussage „Kobanê ist im Begriff zu fallen“, erklärte der Kommandant der YPG, dass das Ziel solcher Äußerungen ist, die Menschen zu demoralisieren und ihren Widerstand zu brechen, trotz all dem haben sie es nicht geschafft und das wiederum liegt am Kampfgeist des Apoismus.
Der Kommandant von Til Temir, Hawar Suruç, betonte weiter, dass der türkische Staat sämtliche Grenzen für den IS nach Beginn der Angriffe auf Kobanê geöffnet hat und dass dies geschah, weil der türkische Staat den Plan hatte, die kurdische Freiheitsbewegung durch den IS zu zerschlagen. Er hatte damit keinen Erfolg.

'WIR WERDEN DEN KAMPF MIT ALL SEINEN VIELFÄLTIGKEITEN VERSTÄRKEN'
Der Kommandant der YPG verwies darauf, dass für diejenigen, die den IS unterstützt haben und seiner Existenz geholfen haben, der außer Kontrolle geratene IS nun sowohl für sie selbst, als auch für die ganze Welt ein Problem darstellt. „Es war einzig der türkische Staat, der die Situation nicht reflektiert und weiter fortgesetzt hat, der den IS weiter für den Zweck unterstützt hat: die Kurd_Innen zu vernichten. Der türkische Staat richtet seine ganze Politik und seine Strategie auf diesen Zweck, der jedoch durch die kurdische Bewegung und das kurdische Volk vereitelt wurde. Der Widerstand von Kobanê wurde zu einem Symbol der unterdrückten Völker. Diejenigen, die sich dem Kampf von Kobanê anschlossen und auf dem Schlachtfeld kämpfen, sind diejenigen, die an die Freiheit und Menschheit glauben. Es war nur eine kleine Anzahl, aber sie hatten eine große symbolische Bedeutung, weil alle Gemeinschaften zusammen kamen, um gegen den gemeinsamen Feind zu kämpfen. Die Politik Feinde zu erschaffen, mit dem Ziel die Menschen zu versklaven, wird nie funktionieren, da es immer Bewegungen geben wird, die gegen diese Kräfte kämpfen. In Kobanê ist dies Realität geworden, hier sind die Kader_Innen, die die Gesellschaft organisieren und deren Freiheit verteidigen, als Märtyrer_Innen gefallen. Wir haben in Kobanê einen historischen Widerstand geleistet, der uns viel gekostet hat.“.

'KOBANÊ IST EIN EPOS'
In Anbetracht, dass der Kampf der Kurd_Innen gegen die Sklaverei seit Jahren geführt wird, sagte der Kommandant der YPG: „Die Kurd_Innen sind das Sinnbild des Widerstandes geworden. Kobanê hat eine enorme historische Rolle gespielt, indem dort dem IS wichtige Schläge zugefügt wurden. Kobanê ist ein Epos, eine Geschichte. Unsere Märtyrer_Innen sind die Symbole Kobanês. Für sie bedeutete der IS unfassbare Massaker im gesamten Mittleren Osten.
Nach dem Sieg von Kobanê konnte der IS die Situation nicht mehr umkehren und hatte keine Kraft mehr um weitere Angriffe zu starten. Der IS ist nur noch eine imaginäre Organisation, die kleine Angriffe ausführt um Störungen zu verursachen.“

TIL TEMIR – ARAFAT DAYAN

ANF, 05.11.2015, ISKU

ISKU | Informationsstelle Kurdistan