Das Jahr 2010 endet mit Militäroperationen

Die letzte Woche des Jahres 2010 war geprägt von einer Zunahme der militärischen Operationen der türkischen Armee. Der Nationale Sicherheitsrat als auch Ministerpräsident Erdoğan bekannten sich bei verschiedenen Gelegenheiten zu einer Fortsetzung der Kriegspolitik und einer Zurückweisung sämtlicher Forderungen der kurdischen Freiheitsbewegungen bekannt haben. Der Waffenstillstand der kurdischen Guerilla dauert trotz dieser Verhältnisse weiter an und es werden nur Angriffe im Rahmen der legitimen Selbstverteidigung durchgeführt.
In der letzten Woche ab dem 21.12. wurde insbesondere das Bombardement der Grenzregionen durch Kampfhelikopter ausgeweitet. Außerdem wurden etliche zuvor geräumte Gipfel erneut mit Militär besetzt. Dabei wurden auch mehrere Dörfer und deren landwirtschaftliche Flächen aus den Hubschraubern bombardiert.
Auch in der Region Qilaban (Uludere) in der Provinz Şirnex (Şırnak) begann am 22.12. eine großangelegte Operation. Das türkische Militär legte an verschiedenen Orten Hinterhalte und setzte Hubschrauber ein. Auch in der Region um Gever (Yüksekova) nahmen die Aktivitäten des Militärs zu.
In Kerboran (Dargeçit) in der Provinz Mêrdîn (Mardin) kam es zu einem Gefecht zwischen der kurdischen Guerilla HPG und dem türkischen Militär. Dabei geriet ein Guerilla verletzt in Gefangenschaft, ein weiterer wurde getötet.
Am 28.12. versuchte das türkische Militär mit Kobrahubschraubern in die Verteidigungsgebiete der Guerilla vorzudringen. Die Guerilla eröffnete das Feuer aus schweren Waffen und zwang die Helikopter, ohne eigene Verluste, zum Rückzug.
Aufgrund der anhaltenden Militäroperationen und der Eskalationshaltung der türkischen Regierung kommt es in vielen kurdischen und türkischen Städten zu militanten Aktionen. So wurde u.a., am 21.12.von einer Jugendinitiative kleine Sprengsätze auf Polizeistation und Staatsanwaltschaft in Bismil geworfen. Am 27.12. ein Offizier in Colemêrg (Hakkari) / Çelê (Cukurca) an einem Kontrollpunkt durch einen Sprengsatz verletzt und auch in Amed (Diyarbakir) explodierten in der letzten Woche mindestens 7 Sprengsätze an staatlichen Einrichtungen bzw. Bordellen (ohne Menschen zu verletzen). In Wan zündete eine „Apoistische Jugendinitiative“ zwei kleine Sprengsätze „zur Warnung“ unter Autos von „Kollaborateuren mit der AKP und dem JITEM“. JITEM ist der extralegale Geheimdienst, der für Tausende Todesopfer in den letzten Jahrzehnten verantwortlich ist.

Quelle: 02.01.2011, Zusammenfassung aus ANF

ISKU | Informationsstelle Kurdistan