| Bewohner
von Heskîf werden öffentlich betrogen
Der Siedlungsort „Neu-Hasankeyf“,
geplant für die Bewohner von Heskîf (Hasankeyf) und drei weiteren in der
Nähe liegenden Dörfern, stellt sich immer mehr als Betrug und Schuldenfalle
für die betroffenen Menschen heraus. Wie mehrmals berichtet, hat die staatliche
Wohnbaugesellschaft TOKI im Juni 2010 mit den Bauarbeiten für Neu-Hasankeyf
begonnen, zwei Kilometer nördlich vom jetzigen Ort Heskîf (Hasankeyf),
der vom Ilisu-Staudamm bedroht ist.
Nach Information der Initiative zur Rettung von Hasankeyf wurde den Dorfbewohnern
Anfang Dezember 2010 ein verbindliches Dokument zur Unterschrift vorgelegt,
in dem die Kosten für die neuen Wohnungen nicht festgelegt sind. Bei einer
Unterschrift für die geplanten 1000 TOKI-Häuser, die vom Ministerpräsidenten
Erdoğan immer wieder gelobt werden, wären die Dorfbewohner einer bis dahin
noch nie dagewesenen Willkür ausgesetzt. Denn sie müssten damit jeden
von TOKI vorgeschlagenen Preis akzeptieren. Die neuen Häuser stehen ohnehin
in der Kritik der Betroffenen, denn ihnen wurde inoffiziell mündlich ein
Preis von 75.000 TL genannt. Dabei würden die Betroffenen für die jetzigen
Wohnungen wahrscheinlich eine Entschädigung von 20.000–30.000 TL erhalten.
Durch den neuen Betrugsversuch könnte die Verschuldung willkürlich noch
höher ausfallen.
In den an die drei Dorfvorsteher ausgehändigten Dokumenten werden auch
nicht die Eigenschaften – zum Beispiel die Fläche – der neuen Wohnungen
genannt. In diesen Dokumenten steht weiterhin, dass die Betroffenen umfangreich
informiert wurden, was Cengiz Yildiz vom Dorf Kesmeköprü 2 als eine Lüge
bezeichnet. Nach Aussagen von Cengiz Yildiz bedeutet die Unterzeichnung
dieses Dokuments, dass sie extrem verschuldet, landlos und wohnungslos
werden würden.
Die Initiative zur Rettung von Hasankeyf hat gleich zu Beginn alle Bewohner
der drei Dörfer informiert und aufgefordert, dieses Dokument nicht zu
unterschreiben, was diese auch erst einmal unterließen. Es wird geprüft,
welche juristischen Schritte gegen dieses Verhalten von TOKI unternommen
werden können.
Quelle: IRH, 16.12.2010,
ISKU
|