PRESSEMITTEILUNG, August 2015

Der Türkische Staatsterror in Kurdistan geht weiter

Polizei- und Militärangriffe im Gebiet Yuksekova bei Hakkari: 3 Tote, mindestens 10 Verletzte

Seit dem 24. Juli hat der türkische Staat einen schmutzigen Krieg gegen das kurdische Volk aufgenommen. In diesem Krieg bombardieren sie sowohl die kurdischen Gebiete in der Türkei, als auch im Irak. Die Bevölkerung wird terrorisiert, in vielen kurdischen Städten wurden Ausgangssperren erlassen (u.a. Semdinli, Varto, Lice, Hani, Ergani, Eruh, Farqin). Bisher sind 10 ZivilistInnen getötet worden, darunter auch Kinder. 127 kurdische Gebiete wurden zu Kriegsgebieten erklärt und es werden aus der Luft sowie vom Boden Militäroperationen durchgeführt. Tausende kurdische ZivilistInnen sind verhaftet worden, darunter acht kurdische BürgermeisterInnen. Es läßt sich zusammenfassen: der türkische Staat kennt im Krieg gegen die KurdInnen keine Grenzen.

Gestern erklärte der Gouverneur von Hakkari eine Ausgangssperre in Yuksekova ab 23.30 Uhr - 5 min später griffen Soldaten und Polizisten die Menschen vor Ort an. Zunächst feuerte das Militär Mörsergranaten aus der Kaserne in das Stadtzentrum. Nach der Bombardierung versuchte das Militär anhand militärisch bewaffneter Fahrzeuge in die Nachbarschaften einzudringen.

Nach Verkündung der Ausgangssperre wurden die Stadtteile Orman und Eski Kisla von bewaffneten Militärfahrzeugen umzingelt. Beide Stadtteile wurden die ganze Nacht hindurch bombardiert, Gewehrfeuer war die Nacht hindurch zu hören. Durch die Bombardierung der Stadtteile Orman, Kisla und Mezarlik sind mindestens 3 ZivilistInnen getötet und 10 weitere verletzt worden.

Die Strom- und Wasserversorgung der Stadt wurden gekappt. Der Zustand der Stadt erinnert an den einer Stadt in Syrien, die unter Beschuß des IS steht. Die türkischen Sicherheitskräfte machen, bei Angriffen gegen die Bevölkerung sowie den Häuserverbrennungen, von Taktiken des IS Gebrach. Vor den Augen der ganzen Welt, sind die Menschen in der kurdischen Stadt Yuksekova dem Terror des türkischen Staates ausgesetzt.
Trotz der Ausgangssperre sind die Menschen auf den Straßen

Sobald das Gewehrfeuer einsetzte, strömten Tausende Menschen auf die Strassen, um die Angriffe als menschliche Schutzschilde abzuwehren. Daraufhin griff die Polizei die Menschen mit Pfefferspray an. Trotz der Angriffe, setzten die Menschen ihren Protest mit Töpfen, Pfannen und Trommeln fort. Die Polizei und das Militär griffen diese unbewaffneten Menschen weiterhin an.

In mehreren Stadtteilen strömten die Menschen in die Moscheen, um dort um Unterstützung bei der Verteidigung der Nachbarschaften aufzurufen. Während sie in die von Angriffen bedrohten Stadtteile ziehen, schießen strategisch positionierte Scharfschützen auf die Menschen.

Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, sich dem türkischen Staatsterrorismus gegen ZivilistInnen entschlossen entgegenzustellen. Die AKP-Regierung wendet gegen die kurdische Bevölkerung in Türkisch-Kurdistan Methoden des IS an, und somit gegen eben die Menschen, die den Kampf gegen den IS aktiv führen. Schweigen zum türkischen Staatsterror wird die Zustimmung zum Massakers an den KurdInnen bedeuten.

Kurdischer Nationalkongress-KNK