Freie Presse, Mittelbayerische Zeitung, 24.11.2000

Razzia bei mutmaßlichen PKK-Unterstützern

Aktion gegen Vereinigung "Das K.O.M.I.T.E.E."

Im Zuge der Ermittlungen gegen mutmaßliche Mitglieder einer terroristischen Vereinigung mit dem Namen "Das K.O.M.I.T.E.E." hat Generalbundesanwalt Kay Nehm in Bayern und Baden-Württemberg Wohnungen durchsuchen lassen. Dies teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Der Organisation wird vorgeworfen, durch Brand- und Sprengstoffanschläge den Kampf der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Deutschland unterstützen zu wollen. Die Gründungsmitglieder der Vereinigung sind den Angaben zufolge allerdings keine Kurden, sondern entstammen der deutschen linksextremen Szene.

Ein Verdächtiger mit deutscher Staatsangehörigkeit wurde zu einer Vernehmung vorläufig festgenommen. Drei weitere deutsche Beschuldigte sind flüchtig; gegen sie bestehen seit Mai 1995 Haftbefehle. Bei den Durchsuchungen im Raum Würzburg und nahe Rastatt wurden neben Schriftmaterial vor allem elektronische Bauteile und chemische Substanzen zur Herstellung von Sprengstoff beschlagnahmt.

Der Gruppe "Das K.O.M.I.T.E.E." wird nach Angaben der Bundesanwaltschaft vorgeworfen, im Oktober 1984 einen Anschlag auf das Kreiswehrersatzamt im brandenburgischen Bad Freienwalde verübt zu haben. Dabei entstand ein Sachschaden von etwa 200.000 Mark. Im April 1995 beabsichtigten die mutmaßlichen Täter den Angaben zufolge überdies einen Sprengstoffanschlag auf die im Bau befindliche Justizvollzugsanstalt Berlin-Grünau. Dafür stellten sie mehrere Bomben mit rund 120 Kilogramm Sprengstoff her. Der Anschlag sei gescheitert, weil sie unmittelbar vor der Tat durch eine Polizeistreife gestört wurden.

(AFP)