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Audimaxbesetzung

 





Eine Fortführung der Audimax-Besetzung wurde von keiner und keinem in Frage gestellt. Ein Antrag der GRUWI-Fakultätsvertretung, der die Ermöglichung der Durchführung von Lehrveranstaltungen im Audimax, die nicht verlegt werden können, forderte, wurde jedoch mehrheitlich angenommen - allerdings mit der Einschränkung, dass in Einzelfällen von HörerInnenversammlungen auch beschlossen werden könne, dass bestimmte Lehrveranstaltungen trotzdem verhindert werden sollen. Dieser Zusatz zielte vor allem auf die Vorlesung des ehemaligen FPÖ-Abgeordneten und Rechtsextremen Brauneder ab, die jeweils für Mittwoch 8.30 angesetzt ist. Heute war diese Vorlesung übrigens verlegt worden.

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Dienstag, 21. März
 

Zumindest bis Mittag ist der befürchtete Angriff von freiheitlichen Studenten auf das besetzte Audimax ausgeblieben. Unklar war am Vormittag noch, wie mit für den Nachmittag angesetzten Vorlesungen im Audimax umgegangen werden soll. Eine von einigen geforderte neuerliche Abstimmung darüber fand zwar nicht statt, doch zeigte sich ein gewisses Missverhältnis zwischen den zur Umsetzung des Beschlusses vom 20. März, alle Vorlesungen, die nicht zu regierungskritischen Alternativveranstaltungen umgewidmet werden, verhindern zu wollen, notwendigen und den tatsächlich vorhandenen Kräften. Die Besetzung bleibt jedenfalls - ungeachtet allfälliger Vorlesungen - aufrecht. Seit den Morgenstunden steht neben der Universität ein Mannschaftswagen der Polizei bereit.

Einigkeit bestand darüber, dass die für Mittwoch 8.30 Uhr angesetzte Vorlesung von Ex-FPÖ-Abgeordneten Brauneder verhindert werden soll. Mittwoch ab 8.00 Uhr sollen sich möglichst viele BesetzerInnen im Audimax einfinden, was angesichts des für diesen Tag angesetzten Streikbeginns kein Problem darstellen sollte.

Die Vorbereitungen auf den Mittwoch beginnenden Streik gehen indessen weiter - im Audimax und vielmehr noch auf den verschiedenen Instituten. Am Mittwoch um 17 Uhr findet im Audimax wieder eine große HörerInnenversammlung statt. Weitere Infos und Termine dazu finden sich in der Streikzeitung "Strike!" (tatblatt)

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Montag, 20. März
 
 

Die für 8.00 Uhr befürchtete Erstürmung des Audimax durch Mitglieder des Ringes Freiheitlicher Studenten (RFS) fand - zumindest vorerst - nicht statt. Eine für diesen Zeitpunkt angesetzte Jus-Vorlesung wurde entgegen vorheriger Ankündigungen doch ins Juridikum verlegt. Für Entwarnung ist es aber dennoch zu früh. So kündigten RFS-ler inzwischen an, dass wenn die Besetzung Dienstag noch andauere, sie diese beenden wollen. Für Mittwoch 8.30 ist eine juristische Vorlesung des ehemaligen FPÖ-Abgeordneten Brauneder angesetzt. Aus diesen Gründen ist es weiterhin wichtig, dass zu jeder Tageszeit, insbesondere aber in der Nacht und in der Früh (Dienstag Jus-Vorlesung um 10.30 Uhr, Mittwoch Brauneder-Jus-Vorlesung um 8.30 Uhr) möglichst viele BesetzerInnen im Audimax anwesend sind. 

In einer HörerInnenversammlung im Audimax, die wie derzeit jeden Tag um 10 Uhr begann, wurde mehrheitlich beschlossen, dass im Audimax angesetzte Prüfungen, so sie nicht verlegt werden können, stattfinden dürfen. Damit sollte vor allem verhindert werden, dass Studierende aufgrund der Besetzung wichtige Voraussetzungen für den weiteren Bezug von Stipendien oder von Visa nicht erbringen können. Vorlesungen sollen jedoch weiterhin verhindert werden, es sei denn, sie werden in Diskussionen über die Rechts-Rechtsextrem-Regierung umgewandelt, wozu sich bereits mehrere Vortragende bereit erklärt haben. 

In zahlreichen Wortmeldungen wurde auch darüber diskutiert, inwieweit widerstandsbereite Studierende durch den Streikbeschluss des Audimax-Plenums überrollt und damit die Widerstandsbewegung an der Uni geschwächt würde. Insbesondere von Institutsgruppen, von StudierendenvertreterInnen, vom Kommunistischen StudentInnenverband (KSV) und vom Verband sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) wurden Vorwürfe laut, dass im Audimax eine selbsternannte Speerspitze der Bewegung eine zentralistische Hierarchisierung der Bewegung forciere, welche in krassem Widerspruch zur vielfältigen, dezentralen und spontanen Struktur stehe, welche die seit dem 1. Februar anhaltenden Proteste auszeichnete. Solch ein Zentralismus behindere die Mobilisierung von Studierenden, und verhindere so einen Erfolg jener Aktionswoche ab dem 22. März, die bereits lange vor dem Streikbeschluss vorzubereiten begonnen wurde. RednerInnen vor allem trotzkistischer Gruppen wiesen diese Vorwürfe zurück und betonten die Wichtigkeit, die Proteste nun zu einem Streik weiterzuentwickeln, welcher Anstoß zu Streiks in der ArbeiterInnenklasse sein könnte und sollte, wodurch ein Rücktritt der Regierung erzwungen werden könne. 

Der bereits am 15. März gefasste Beschluss, ab 22. März in den Streik zu treten, bleibt weiter aufrecht. Die bislang nur mäßig gut angelaufenen Vorbereitungen auf den Streik, insbesondere die Information der Studierenden, sollen bis dahin intensiviert werden.(tatblatt)

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21.3.2000 09:44 MEZ

Ist Hörsaalbesetzung sinnvoll?
Pro
Protest ist erlaubt 

Eva Linsinger 

Die Studierenden können es ihrer Umwelt nur schwer recht machen. Lernen sie brav vor sich hin und erledigen zügig ihre Prüfungen, heißt es: Lauter Karrieristen! Null (gesellschafts-)politisches Bewusstsein, nur das eigene Fortkommen im Sinn und sonst nichts!

 Wenn sich dann Studierende politisch äußern und etwa, wie derzeit, das Audimax besetzen, passt es auch niemandem: Der Protest an der Universität wird die Regierung nicht wirklich beeindrucken, heißt es. Und: Die Studenten sollen lieber studieren oder zumindest die Fleißigen nicht am Studieren hindern.

 Es ist schon klar: Ein Streik der, sagen wir, Eisenbahner regt mehr Leute auf als einer im Audimax. Wenn die Eisenbahn nicht fährt, bemerken das viele, wenn die Studenten streiken, lässt das die meisten außerhalb der Universitäten kalt. Nur: Sehr viele Agitationsformen stehen den Studierenden nicht zur Verfügung, um gegen geplante Umgestaltungen an den Universitäten zu protestieren. Sicher, sie können in der Hochschülerschaft eine Resolution verfassen oder einen Brief an die Bildungsministerin schreiben. Diese Form des beinharten Widerstands wird aber selbst an den meisten Studenten unbemerkt vorübergehen. Ein kurzer Streik als Auftakt einer Aktionswoche ist da schon wesentlich wirkungsvoller, um die Aufmerksamkeit auf die Pläne der Regierung im Bildungsbereich zu lenken.

 Dass diese Maßnahmen teils nicht fix, teils nicht ausdiskutiert und teils noch sehr vage sind, ist kein Grund, sich nicht vehement und via Aktionswoche in die Debatte darüber einzumischen. Denn wie wenig Protest im Nachhinein bringt, wenn alle Maßnahmen bereits beschlossen sind, haben die Demonstrationen gegen das Sparpaket eindrücklich bewiesen. (Standart)

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21.3.2000 09:37 MEZ

Contra
Abstumpfung 

Martina Salomon 
Die Waffe ist durch permanenten Gebrauch stumpf geworden. Wen kümmert's noch, dass einige Studentenfraktionen das Audimax besetzt halten? Wird überhaupt registriert, dass am Donnerstag weiterhin demonstriert wird? Und ist es den Österreichern nicht längst völlig "Wurscht", ob dort letzte Woche 2500 mitgegangen sind, wie die Polizei sagte, oder 7000, wie die Organisatoren meinten?

 Die Demonstranten bauen eine Nebelwand auf, hinter der die Regierung jetzt eigentlich gemütlich alle möglichen Grauslichkeiten durchsetzen kann, die ihr im Zuge des Sparprogramms einfallen. Vielleicht sogar ein wenig mehr davon, um dann knapp vor der nächsten Nationalratswahl wieder ein paar Zuckerln unters Volk streuen zu können.

 Demonstrieren ins Ungefähre entschärft ein Instrument, das Aufmerksamkeit im Notfall erregen soll. Im Falle der Studenten wären groß angelegte Aktionen beispielsweise bei Studiengebühren und Knock-out-Prüfungen angebracht - oder auch bei Einschnitten in Lehre und Forschung. Nichts davon ist im Moment geplant. Nun gut, es geht um eine größere Sache. An der Uni Innsbruck wollen sich für diese gar "Frauen an den Herd fesseln". Weil aber Demonstrationen oder besetzte Hörsäle die Regierung wohl nicht zum Aufgeben bewegen werden, ist es reichlich kontraproduktiv, diese Mittel in Permanenz einzusetzen. Denn im Falle des krisenhaften Einzelfalles werden sie ihre Spitze verloren haben - und den Österreichern bestenfalls ein müdes Schulterzucken entlocken.

 Im schlimmeren Fall steigen Aggressionen und Überdruss bei den Schweigenden gegen die "Gscheiterln", die da ständig agitieren und im Ausland ein bürgerkriegsartiges Bild von Österreich erzeugen. Wem so etwas nutzt? Der FPÖ natürlich. (Standart)

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WIDERSTAND VERVIELFAELTIGEN !

 
position des KSV

 

 
 
 
 
 

Am Mittwoch, den 15.3. wurde auf einer HoererInnenversammlung mit 1200 StudentInnen die Besetzung des Audimax und eine Streik- und Aktionswoche vom 22. bis 29. Maerz beschlossen. Seither finden dort laufend Plena, Kulturveranstaltungen und politische Diskussionen statt. Das Rektorat duldet die Besetzung, steht aber unter massivem Druck des Ministeriums. Der Ring Freiheitlicher Akademiker hat bereits gedroht, zur Selbstjustiz zu greifen.
Wir schaetzen ein, dass viel mehr Studierende gegen die blauschwarze Regierung und ihre Politik eintreten wollen als derzeit aktiv sind. Wir
schaetzen auch ein, dass diese Regierung nicht von einem Studierendenstreik zu Fall zu bringen ist, schon gar nicht von einem imaginaeren. Daher wollen wir das Hauptaugenmerk der Aktionen nicht auf die Verhinderung von Lehrveranstaltungen legen, sondern die bestehenden Lehrveranstaltungen nutzen,  um dort politisch zu diskutieren. Es ist kontraproduktiv, eine Lehrveranstaltung mit dem Aufruf "streikstreikstreik" zu sprengen und die Leute ins Audimax einzuladen mit
dem Resultat, dass 195 von 200 nach Hause gehen.

Das Audimax als Hirn der Bewegung? Es ist zweifellos wichtig einen zentralen grossen Raum zur Verfuegung zu haben, in dem die Widerstandsbewegung beratschlagen und diskutieren kann. Tatsache ist, dass dies an den ersten drei Tagen nicht passiert ist. Es wurde organisiert, es wurde propagiert, es gab hektische Abstimmungen ueber schlecht vorbereitete Antraege. Die seit Anfang Februar entstandene Widerstandsbewegung zeichnete sich durch Buntheit, Dezentralitaet und Solidaritaet der verschiedenen Aktivitaeten aus; das Audimax-Plenum agiert gegenteilig: der Wunsch nach Zentralismus, die ausschliessliche Debatte ueber eine einzige Widerstandsform ("streikstreikstreik!!!") und die staendige Denunzierung anderer AktivistInnen statt Vielfalt und Kreativitaet. Alle Aktivitaeten an den Instituten werden tendenziell gering geschaetzt; was zaehlt ist ausschliesslich die Meinung der ca. 50, die auf den taeglichen Audimax-Plena sind. Dies ist nicht die kluge Aufschaukelung einer Bewegung, sondern die Profilierungssucht einer selbsternannten "Spitze". Die Instituts- und Basisgruppen haben mit den LehrveranstaltungsleiterInnen (mit Ausnahme des Juridikums), die im Audimax lesen, vereinbart, ihre Lehrveranstaltungen "umzuwidmen" zum Thema "Die Regierungspolitik und ihre Auswirkungen auf die Universitaeten". Der KSV tritt dafuer ein, das Audimax zu einem Diskussionsraum zur Verfeinerung des Widerstands zu machen; d.h., die Besetzung ab 29. Maerz in eine "sanfte" Besetzung umzuwandeln und mit dem Rektorat Verhandlungen zu folgenden Themen aufzunehmen:

1.  Das ProminentInnenzimmer neben dem Audimax wird der Widerstandsbewegung als Buero- und Informationszentrale  - auch nach dem 29. Maerz - zur Verfuegung gestellt. Im uebrigen koennen dort auch Veranstaltungen, Treffen und Versammlungen bis zu 100 Leuten jederzeit stattfinden.

2. Ab dem 29. Maerz wird das Audimax jeden Dienstag ab 20 Uhr fuer Podiumsdiskussionen genutzt, jeden Mittwoch ab 20 Uhr fuer HoererInnenversammlungen und jeden Donnerstag ab 22 Uhr (nach der Demonstration) fuer ein grosses Kulturspektakel. Diese "sanfte" Besetzung bewirkt, dass Diskussionen vorbereitet und fokusiert werden koennen.

Widerstand braucht einen langen Atem. Widerstand braucht auch Respekt vor Menschen, die sich aufgrund ihrer sozialen Lage nicht rund um die Uhr einsetzen koennen. Und Widerstand braucht Strategie. Nicht die Durchfuehrung von Pruefungen spaltet die Bewegung, sondern die Eitelkeit, diese um jeden Preis verhindern zu wollen. Wenn Menschen ihre Familienbeihilfe verlieren, weil eine Pruefung nicht stattfindet, vermindert das ihre Kampfkraft. Wenn Menschen veraechtlich gemacht werden, weil sie nicht fuer den "generalstreikstreikstreik" sind, spaltet das. Und wenn der Unistreik nicht ausbricht, obwohl das Audimax-Plenum das beschlossen hat, ist das nicht ein Ausdruck von Sabotage, sondern davon, dass das Audimax-Plenum die Voraussetzungen fuer einen   Streik falsch eingeschaetzt hat. 

WIDERSTAND

im Plenum am Montag (10.00) werden wir entsprechende Antraege stellen.
naechste HoererInnenversammlung: Mittwoch 22.03, 17 Uhr, Audimax

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Audimaxbesetzung in Gefahr
Am Montag, dem 20. März um 8.00 Uhr soll im besetzten Audimax eine JUS-Vorlesung stattfinden. Burschenschaftler und andere Rechtsextreme haben angekündigt zu dieser Veranstaltung zahlreich zu erscheinen um die Besetzung zu stören. Eine gewaltsame Auflösung der Besetzung durch FaschistInnen müssen wir verhindern. Bitte kommt zahlreich schon am Sonntag dem 19. März ins Audimax und nächtigt dort. Es ist äußerst wichtig, dass am Montag um 8.00 Uhr viele Menschen anwesend sind, die das Audimax halten wollen. 

Der Rektor der Uni "duldet" die Besetzung, allerdings müssen nach seinem "Rechts"Verständnis trotzdem alle laut Vorlesungsverzeichnis angekündigten Audimax-Lehrveranstaltungen stattfinden können. Dabei handelt es sich vor allem um Rechtswissenschaftsvorlesungen. Der Rektor meint, dass die Besetzung für die Zeiträume der Veranstaltungen aussetzen sollte.

Der RFS (Ring Freiheitlicher Studenten) hat bereits damit gedroht, falls diese Veranstaltungen nicht stattfinden können selbst im Audimax aufzumarschieren um sie durchzusetzen und die Besetzung somit gewaltsam zu beenden. Der Rektor sieht es als seine Aufgabe falls es zu einer Eskalation der Situation kommen sollte die Polizei einzuschalten und die Besetzung auflösen zu lassen - ebenfalls gewaltsam!

Das Audimaxplenum vom Freitag, dem 17. März hat beschlossen gegen diese Einschüchterungs- und Spaltungsversuche die Besetzung auf keinen Fall zu unterbrechen. Es wird keine Lehrveranstaltungen im Audimax geben. Schon gar keine Vorlesungen mit dem rechtsextremen Hrn. Brauneder (F) - geplant für Mi, 22.3. 8.30 Uhr. Das Audimax muß gehalten werden.

DIE BESETZUNG KANN NUR AUFRECHT ERHALTEN WERDEN, WENN DIE WIDERSTANDSBEWEGUNG IN DER UEBERZAHL IST. 

DESHALB ----> MOBILISIERUNG AUF ALLEN EBENEN!
AB SONNTAG, 19.03.00, 22.00h sollen schon VIELE von euch im audimax anwesend sein, dort schlafen, party feiern, etc. etc. etc. AM MONTAG, 20.03.00, um 8.00h ist endgueltig MASSIVE VERSTAERKUNG NOTWENDIG, um die aufrechterhaltung der audi max besetzung zu sichern! ---> WIR MUESSEN DAS AUDI MAX VOLL - BESETZEN!
mobilisiert auf allen ebenen!

widerstand und solidarität!
und schlagt die faschisten wo ihr sie trefft - vaterlandsliebe ist ein dreckiges geschäft!

PS: Am Sonntag, dem 19. März um 20.00 Uhr findet eine Veranstaltung mit dem Kabaretisten Andreas Vitasek im Audimax statt. Für Menschen die im Audimax schlafen wollen gibt es freie Eintrittskarten.

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DAS AUDIMAX IST SEIT 15.3.2000 BESETZT.
TAEGLICH 10 UHR HOERERINNENVERSAMMLUNG. 
Brandaktuell: Das Wichtigste von der - gutbesuchten - HörerInnenversammlung vom 15.3.2000 in Audimax der Universität Wien:

Die HörerInnenversammlung hat um 18 Uhr in einer Mehrheitsentscheidung Folgendes beschlossen:

1.) Ab 22.3.2000 findet eine Aktions-, Streik- und Widerstandswoche an der Universität Wien statt. Der Streik betrifft Lehrveranstaltungen und soll in Form eines aktiven Streiks stattfinden, d.h. die HoererInnen werden aufgefordert, nicht zu Hause zu bleiben, sondern streikend an den Unis praesent zu sein. Der Streik richtet sich gegen die erwarteten bildungs- und universitaetspolitischen Maßnahmen wie die Ermoeglichung von Studiengebuehren, gegen Frauenfeindlichkeit, Rassismus und gegen die schwarzblaue Koalition.

2.) Bis 22.3.2000  wird es in Lehrveranstaltungen Aufrufe geben, sich an den Aktionen zu beteiligen.

3.) Ab sofort (15.3.) wird das Audimax der Universität Wien von studentischen AktivistInnen besetzt, um im Rahmen dieser Aktions-, Streik- und Widerstandswoche als Kommunikationszentrum zu dienen. Lehrveranstaltungen werden daher dort nicht möglich sein.

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Audi Max besetzt - Uni-Streik in Vorbereitung
 

Im Rahmen der HörerInnenversammlung der Uni Wien wurde das Audi Max für besetzt erklärt. Ca. 30  StudentInnen bleiben in der ersten Nacht vor Ort. Bis auf weiteres wird dieser Raum für Aktivitäten rund um Widerstand, Antirassismus, Antisexismus, u.ä. zur Verfügung stehen. Das Audi Max soll Informations-, Vernetzungs- und Diskussionsort sein. Insbesondere sollen dort auch die Informationen für Leute zur Verfügung gestellt werden, die nicht über einen Internetzugang verfügen. Die Idee eines Widerstandsministeriums wurde ebenfalls präsentiert.

Im Audi Max soll täglich ab 10.00h bis abends für den Widerstand gearbeitet werden. Das genaue Programm wird in den nächsten Tagen erarbeitet.

Es wurde weiters von den ca. 600 Anwesenden (Saal und Galerie waren voll) ein aktiver Streik beschlossen, der in den kommenden Tagen vorbereitet und in die diversen anderen Universitäten, in die Fakultäten und Institute, aber auch und v.a. in Richtung Gewerkschaften hinausgetragen werden soll. Der formelle Beginn des Streiks wurde mit 22.3. terminisiert.

Nach der Sitzung fanden sich um 18.45h noch ca. 80 DemonstrantInnen vor der Uni Wien am Ring ein, um im Rahmen einer Spontandemonstration rund um Justizanstalt Josefstadt/Straflandesgericht ihre Solidarität mit den Gefangenen der Opernballdemo lautstark zu bekunden.

Kurzbericht von
Andreas.Goerg@blackbox net

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HörerInnen-Vollversammlung
 

Mit Diskussion und Abstimmung ber Streik und andere Aktionsformen am Mi
15.03.00 15 Uhr Audimax Hauptuni. Abstimmungsberechtigt sind alle
Anwesenden, also kommt zahlreich!

In den letzten Wochen hat in sterreich eine Politisierung bisher ungekannten Ausmaßes stattgefunden. Der Protest gegen die Blau-Schwarze Regierung brachte wochenlang tausende Menschen auf die Straße. Immer mehr Menschen beginnen aber zu realisieren, da die bisherigen Aktionsformen allein keinen Rücktritt der Regierung herbeiführen werden. Nach vielen spontanen Aktionen der letzten Wochen muß jetzt ein koordinierteres und organiserteres Handeln erfolgen. Das Regierungsprogramm trifft nicht nur die Studierenden allein, sondern sieht einen massiven gesamtgesellschaftlichen Sozialabbau mit einer Umschichtung von unten nach oben vor. Auf der Universität bietet sich als nächster Schritt ein Streik an, nber den zunächst in HörerInnenversammlungen der einzelnen Studien und dann schliewlich am 15.03. bei der Vollversammlung, zu der alle Studierenden eingeladen sind, diskutiert und abgestimmt werden soll.

* Von der blauschwarzen Regierung wird vor allem die Losung ausgegeben "diese Regierung nicht nach ihren Worten, sondern nach ihren Taten zu beurteilenâ". Die erste Tat der blau-schwarzen Regierung war es aber Rechtsextremismus und belste rassistische Propaganda salonfähig zu machen und damit die menschenverachtende Positionen der FP im nachhinien zu legitimieren und respektabel zu machen.

* Die Auflösung des Frauenministeriums stellt einen massiven Rückschritt demokratischer Frauenpolitik in sterreich dar, mit der Konsequenz, dass eine gezielte und effiziente Frauenpolitik sowie Interessenvertretung aller in Österreich lebenden Frauen in der bisher bewährten Weise nicht mehr voll gewährleistet ist. Die im VP-FPV-Regierungspakt unmissverständlich zum Ausdruck gebrachte starke Identifizierung der Frau als Mutter ist mit den Anliegen der Frauenforschung sowie dem Prinzip der Gleichbehandlung in einer fortschrittlichen Geschlechterdemokratie nicht vereinbar und widerspricht internationalen Wissenschaftsstandards der Frauen- und Geschlechterforschung ebenso sehr wie den faktischen vielfltigen Lebensentwrfen von Frauen. Wir teilen darlber hinaus die von Frauensprecherinnen von Oppositionsparteien und vielen verschiedenen Frauenorganisationen geuserte Besorgnis eines erneuten Zurückdrengens der Frau in den häuslichen und familidren Bereich und damit einer Wiedererstarkung der Diskriminierung und Ungleichbehandlung der Frau.

* (aus dem Offenen Brief des Wiener Philosophinnen-Clubs vom 10. 02. 2000). Femistischen Projekten wird der Geldhahn zugedreht, was nur die bisherige reaktionre Weltanschauung von FP/>VP widerspiegelt, Frauenpolitik als Familienpolitik zu verstehen.

* Die Universitäten sollen ausgehungert werden. Das Regierungsprogramm sieht die sogenannte Vollrechtsfähigkeit der Unis vor, was im Klartext bedeutet, da die Unis schrittweise mit weniger Geld auskommen müssen, die Regierung alle unangenehmen Maßnahmen aber auf die Unis abwnlzen kann. Das kommende Budget sieht beispielsweise nur mehr Geldmittel in Höhe von 90% der bisherigen Aufwendungen vor. Der Uni bleibt also nur mehr die  Möglichkeit zu sparen oder die fehlenden 10% anderweitig aufzutreiben.  Ersteres bedeutet entweder Reduktion des Lehrangebotes (was vor allem auf  Kosten der externen LektorInnen geht) oder z.B. die Zusammenlegung von Gruwi  und Gewi, was mit Personalentlassungen und damit einhergehender schlechterer  Betreuung verbunden wäre. Zweiteres ist durch Einhebung von Studiengebühren oder Drittmittel aus der Wirtschaft mglich. Für Gruwi und Gewi sieht es hier mangels wirtschaftlicher Interessen schlecht aus.

* Das Regierungsprogramm sieht Geschenke in Höhe von 15 Milliarden Schilling für die Wirtschaft vor, während ArbeitnehmerInnen in Zukunft zwei Jahre länger werden arbeiten müssen und auf den durchschnittlichen Haushalt Belastungen von ca. 15. 000 S/jährlich zukommen (Studie der Arbeiterkammer). In einem der reichsten Länder der Welt werden die geplanten Privatisierungen tausenden Menschen ihre Existenzgrundlage nehmen. Fr "Langzeitarbeitlose" (also nach einem Jahr Arbeitslosigkeit) ist aber schon Zwangsarbeit vorgesehen. 

* Die menschenverachtende Asylpolitik der letzten Jahre wird weitergeführt, die rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften rckt in weite Ferne.

Widerstand - Aktiver Uni-Streik

Ein aktiver Streik an der Uni könnte der Bewegung gegen Blau-Schwarz neuen Antrieb geben und ein starkes Signal setzen. Die Gewerkschaften könnten bald nachziehen, die freiwerdende Zeit und Energie für gezielte Widerstandsaktionen genützt werden. Die Studierenden stehen nicht mehr isoliert da, das Belastungspaket betrifft auch viele andere Gruppen. Mit Rechtsextremen in der Regierung dürfen wir nicht zur Tagesordnung und gewohntem Uni-Betrieb übergehen als wäre nichts geschehen! 

Unabhängiges Widerstandskomitee Philosophie

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