Bundesamt g e
n e h m i g t Castor-Transporte
Berlin (AP)
Nach eineinhalb Jahren
Stillstand hat das Bundesamt für Strahlenschutz erstmals wieder innerdeutsche
Atomtransporte genehmigt. Das teilte die Behörde am Mittwoch in Berlin
mit. Die ersten Castor-Transporte von drei Atomkraftwerken in das Zwischenlager
Ahaus rollen nach Einschätzung der Behörde voraussichtlich frühestens
ab August. Die Prüfung der Transportgenehmigungen in die Wiederaufbereitungsanlagen
La Hague und Sellafield sowie von La Hague nach Gorleben seien hingegen
noch nicht abgeschlossen.
Voraussetzung für die Genehmigungen war den Angaben zufolge, dass
Überschreitungen der Strahlengrenzwerte an der Außenhaut der
Castor-Behälter sicher verhindert werden. Die Transporte waren im
Mai 1998 von der damaligen Bundesumweltministerin Angela Merkel auf unbestimmte
Zeit gestoppt worden, weil die Strahlen-Grenzwerte an der Außenhaut
der Castor-Behälter teils um ein Vielfaches überschritten worden
waren. Bereits im November teilte das Strahlen-Bundesamt mit, dass die
Auflagen für innerdeutsche Transporte technisch erfüllt und der
Weg für Genehmigungen im Prinzip frei sei.
Nun genehmigte die Behörde fünf innerdeutsche Castor-Transporte
mit bestrahlten Brennelementen aus den Kraftwerken Biblis, Neckarwestheim
und Philippsburg ins Zwischenlager Ahaus. Die erforderliche Vorsorge für
die Sicherheit der Transporte sei getroffen, erklärte der Präsident
des Strahlenschutzamtes, Wolfram König. «Insbesondere ist durch
zusätzliche Auflagen gegenüber früheren Genehmigungen gewährleistet,
dass die international festgelegten Grenzwerte für radioaktive Verunreinigungen
eingehalten werden.»
Die voraussichtliche Verzögerung der Transporte bis August ergibt
sich laut König aus weiteren Auflagen im Rahmen der Genehmigung. Deren
Inhaber, die Transportgesellschaft Nuclear Cargo und Service, müsse
den Transporttermin mindestens sechs Monate vorab bei der zuständigen
Polizeibehörde anmelden. Wann von den Genehmigungen Gebrauch gemacht
werde, liege allein im Ermessen der Abfallerzeuger, also der Kraftwerksbetreiber.
«Sie stellen fest, wann sie technisch transportbereit sind»,
erklärte König.