Stellungnahme der Autonomen Antifa Lüdenscheid zu den Ereignissen auf dem Lüdenscheider Wochenmarkt am 16.02.2002 Wie der lokalen Presse zu entnehmen war, wird der Angriff auf die NPD-Flugblattverteiler am 16.02.2002 der Autonomen Antifa Lüdenscheid zugeschoben. Hierzu möchten wir in aller Vehemenz
feststellen, daß die Autonome Antifa Lüdenscheid und alle ihre Mitglieder mit dieser Aktion nichts zu tun haben. Aus diesem Grund werden wir diese Aktion auch nicht kommentieren! Jedoch bleibt festzustellen, daß die
politische Polizei (sprich Staatsschutz Hagen) die Gelegenheit nutzt, um uns zu diskreditieren. Anders ist es nicht zu erklären, daß unsere Gruppe in der Presse direkt mit der Aktion in Verbindung gebracht wurde. Es kann nicht die
geringsten Anhaltspunkte dafür geben, daß wir für diese Aktion verantwortlich sind. Dennoch wurde quasi in einer Art Vorverurteilung der Versuch unternommen, die Autonome Antifa Lüdenscheid zu kriminalisieren. Es
ist leider so, daß unsere Gruppe den verschiedensten Institutionen in Lüdenscheid seit längerer Zeit ein Dorn im Auge ist und oft und gerne der Versuch unternommen wird, uns in eine bestimmte Ecke zu drängen und die vorhandenen
Vorurteile uns gegenüber weiter auszubauen. Die neonazistische Bedrohung wird dabei gerne heruntergespielt. Vor gar nicht allzu langer Zeit hieß es noch, es gäbe gar keine rechte Szene im Märkischen Kreis. Wenn es faschistische
Übergriffe gibt, werden diese meistens als Schlägereien unter Jugendlichen dargestellt. Da in letzter Zeit das faschistische Bedrohungspotential in Lüdenscheid spürbar anwächst, ist es für uns nicht weiter verwunderlich, daß
einzelne Personen dann zur Selbsthilfe greifen, wenn dagegen offensichtlich zu wenig unternommen wird; im Gegenteil, wenn noch so getan wird, als könne man den Neonazis mit Ignoranz (Stichwort: Geisterstadt) begegnen. Wir würden es begrüßen, wenn den Opfern neonazistischer Gewalt in ähnlicher Form Aufmerksamkeit entgegen gebracht werden würde. Im Gegenteil ist es eher so, daß so mancher Migrant nach einer überlebten Neonaziattacke
auch noch abgeschoben wurde, ohne daß sich die Öffentlichkeit dazu verhalten hätte. Darüber hinaus möchten wir uns gegen das Schema Rechts gegen Links, sprich Rechts gleich Links, wehren. Es wäre uns neu, wenn
Mitglieder autonomer antifaschistischer Gruppierungen hetzend und mordend durch die Lande ziehen. Es bleibt, wie es ist: Die stärkste Waffe der Faschisten ist die Toleranz der Pazifisten!
Autonome Antifa Lüdenscheid [AAL] 20.02.2002
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Pressespiegel: Prügel auf dem Markt: Polizei ermittelt Attacke auf NPD-Flugblattverteiler am Samstag mutmaßlich von Antifa-Mitgliedern LÜDENSCHEID Linksextrem gegen Rechtsextrem: Nach der Schlägerei, bei der am Samstag - wie berichtet - ein NPD-Aktivist auf dem Wochenmarkt verletzt worden ist, hat die
Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachtes der gefährlichen Körperverletzung aufgenommen. Wie Oberstaatsanwalt Reinhard Rolfes, Sprecher der Strafverfolgungsbehörde Hagen, gestern gegenüber den LN mitteilte, liegen
"noch keine gesicherten Erkenntnisse" über die Hintergründe der Tat vor. Nach LN-Informationen aber handelte sich offenbar um einen Angriff von drei Lüdenscheider Antifa-Mitgliedern, die zuvor telefonisch über die
Flugblatt-Aktion der Rechtsradikalen informiert worden waren. Wie es hieß, ist das Trio, darunter ein 25- und ein 30-Jähriger, zum Wochenmarkt gegangen, um die Aktion der NPD zu unterbinden. Einer der mutmaßlichen Antifa-Mitglieder
hatte sich, wie es hieß, extra mit einem Besenstiel bewaffnet. Die beiden 40 und 17 Jahre alten Flugblattverteiler wurden angegriffen, einer erhielt mit dem Holz einen Schlag auf den Kopf und erlitt eine Platzwunde. Die Mittäter
hielten sich in der Nähe auf. Einer der beiden floh und konnte bis gestern nicht ermittelt werden. Josef Filippek von der Friedensgruppe Lüdenscheid distanzierte sich gestern im LN-Gespräch von dem Vorfall und
bezeichnete die Attacke auf die rechten Flugblattverteiler als "absoluter Schwachsinn". Gleichzeitig warnte der Sprecher der Friedensgruppe jedoch davor, die Antifa jetzt "pauschal zu kriminalisieren". Josef
Filippek: "Das sind größtenteils ganz vernünftige Leute." [Lüdenscheider Nachrichten 19.02.02]
Handzettelverteiler der NPD attackiert - Zwei Festnahmen Lüdenscheid. Um 9.27 Uhr am Samstag erreichte die Lüdenscheider Polizei die Meldung, dass es auf dem
Wochenmarkt eine tätliche Auseinandersetzung gegeben habe. Am Einsatzort stellte sich heraus, dass ein flüchtiger Täter einem Verteiler von NPD-Handzetteln einen Besenstiel vor den Kopf geschlagen und den Mann verletzt hatte. Die
Polizeistreife konnte den mutmaßlichen Täter sowie einen Begleiter schon kurz darauf dingfest machen und zur Wache bringen. Dort wurde festgestellt, dass es sich um zwei Lüdenscheider handelte, die 25 und 30 Jahre alt sind. Der
Schläger sieht sich jetzt mit einer Anzeige wegen schwerer Körperverletzung konfontiert. Weil der Verdacht eines politischen Hintergrundes der Tat nahe liegt, schaltete die Kreispolizeibehörde, wie es gestern heiß, den Hagener
Staatsschutzes ein. Ob es sich bei den Angreifern um Angehörige einer politischen Vereinigung handelte, war dort noch nicht zu erfahren. [Westfälische Rundschau 18.02.02]
Angriff auf Mitglieder der NPD – Anzeige wegen Körperverletzung Lüdenscheid. Während einer Flugblattverteileraktion im Rahmen des Bundestagswahlkampfes der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) am Samstagmorgen auf
dem Lüdenscheider Wochenmarkt, wurden drei NPD-Mitglieder angegriffen. Dabei erlitt laut Polizeibericht ein Parteimitglied eine Kopfverletzung durch einen Holzgegenstand. Zwei Angreifer wurden vorläufig festgenommen und konnten
nach Aufnahme ihrer Personalien die Polizeistation wieder verlassen. Nach Angaben der Polizei laufen die Ermittlungen. Auch eine Strafanzeige wegen Körperverletzung wurde gestellt. [Lüdenscheider
Nachrichten 18.02.02] |
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