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chronik 2002

Diese "Chronik" ist die Fortsetzung der "WiderstandsChronologie" der Jahre 2000 und 2001 ab 2002 mit Berichten von allen Donnerstagsdemos sowie von vielen weiteren berichtenswerten Aktionen. Wichtigste Bedingung für die Aufnahme von Berichten ist, dass wir welche bekommen. In vielen Fällen können wir selbst berichten. In vielen aber auch nicht. Somit hängt die Vollständigkeit und Aktualität dieser Chronik zu einem großen Teil von euch ab!
An dieser Stelle vielen Dank an jene DemonstrantInnen und AktivistInnen, die diese Chronik in den letzten Monaten immer wieder mit zahlreichen Berichten versorgt haben, und ohne deren Mithilfe diese nicht möglich gewesen wäre.

Archiv: WiderstandsChronologie

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  Donnerstagsdemos   sonstige Aktionen      
Jänner 2002
3
10
17
24
31
         
Feber 2002
7
14
21
28

 

>Samstag 2. Februar: "Für Demokratie", 2 Jahresdemo
>Aschermittwoch, 13. Februar 2002

     
März 2002
7
14
21
28

         
April 2002
4
11
18
25

  >13. April: 4000 bis 5000 AntifaschistInnen demonstrierten gegen rechtsextreme Kundgebung *** Polizei schoss mit Pfeffer und Wasser auf AntifaschistInnen, hetzte Hunde auf sie und prügelte ...      
Mai 2002
2
9
16
23
30
  >8. Mai: 5000 demonstrierten gegen rechtsextreme Trauerfeiern in Wien – keine gröberen Zwischenfälle      
Juni 2002
6
13
20
27

 

>Samstag, 1. Juni: Messe von AbtreibungsgegnerInnen, Gegenkundgebung
>13. Juni: E
mpfangsdemo der Nato Sicherheitskonferenenz
>15. Juni: Demo gegen NATO Sicherheitskonferenz
>20. Juni: Feministische Vereine vor parlamentarischem Untersuchungsausschuss – Kundgebung
>20. Juni: Polizeidemo gegen Strasser
>29. Juni, Kundgebung für das Selbstbestimmungsrecht für Frauen vor Klinik Lucina
Regenbogenparade CSD 29. Juni 2002: >>>Bericht bei at.indymedia
Volxtheater-Karawane 2002 >>>Berichte bei >>>http://zone.noborder.org

     
Juli 2002
4
11
18
25

  >17. Juli: BBB: Räumung, Protest, Wiedererrichtung      
August 2002
1
8
15
22
29
         
September 2002
5
12
19
26

 

Anti-WEF-Proteste in Salzburg >>>Berichte bei at.indymedia
>28. September: Kundgebung für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen vor Klinik Lucina
>Salzburg: Jahn-Büste braun bekleckert

     
Oktober 2002
3
10
17
24
31
 

>11. Oktober: NoBorder-Demo
>12. Oktober: Kundgebung für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen vor Klinik am Fleischmarkt
>17. Oktober: Demo gegen die österreichische Nichtasylpolitik
>31. Oktober: Gedenkfeier für wegen "Wehrkraftzersetzung" oder "Fahnenflucht" Erschossener in Kagran

     
November 2002
7
14
21
28

 

>7. November: DonnerstagsdemonstrantInnen erstatten Verleumdungsanzeige gegen Schüssel
>Samstag, 9. November 2002: Gedenkkundgebungen an die Reichspogromnacht – gegen Antisemitismus
>24. November (Nationalratswahl): Wahlwechsel-Aktion, Proteste gegen Wahlergebnis
>25. November: Demo zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen

     
Dezember 2002
5
12
19
26

  >28. Dezember: Kundgebung für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen vor Klinik Lucina
     

 

28. Dezember: Kundgebung für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen vor Klinik Lucina

Wie immer am letzten Samstag im Monat fanden sich auch diesmal wieder AbtreibungsgegnerInnen und TeilnehmerInnen der Gegenkundgebung vor der Klinik Mairo/Lucina in der Großen Sperlgasse ein. Diesmal waren die AbtreibungsgegnerInnen mit einiger Verspätung Kirchenlieder singend und betend angetreten, um ihren menschenverachtenden frauenfeindlichen Kampf gegen die Klinik fortzusetzen. Die TeilnehmerInnen der Gegenkundgebung hatten ab ca. 9.00 Uhr einen Info-Tisch gegenüber der Klinik aufgebaut und versorgten PassantInnen sowie AnrainerInnen mit HLI-kritischen Informationen in Form von Megafon-Parolen und Flugzettel. (Human Life International, kurz HLI, ist jene fundamentalistische Organisation von AbtreibungsgegenerInnen, welche weltweit Aktionen gegen Abtreibungskliniken und ÄrztInnen, welche Abtreibungen vornehmen, betreibt.) Etwa 25 AbtreibungsgegnerInnen (+ 2 Kameraleute) standen diesmal ca. 15 TeilnehmerInnen der Gegenkundgebung gegenüber. Zwei VW-Busse der Polizei waren auch zugegen, um dem Geschehen den nötigen Demo-Touch zu verleihen (den von einer Abtreibungsgegnerin angebotenen rosaroten Plastik-Rosenkranz wollten sie allerdings nicht annehmen). Kurz nach 10.00 Uhr verließen die AbtreibungsgegnerInnen den Ort des Geschehens, diesmal verschwanden sie im Hauseingang rechts vom so genannten "Lebenszentrum". Danach löste sich auch die Gegenkundgebung bald auf. Die Wetterdaten entfallen diesmal aus technischen Gründen.

Am Rande interessant ist noch das Datum des Tages: der 28.12., von der katholische Kirche als "Tag der unschuldigen Kinder" zum Gedenken an den angeblichen "Kindsmord von Bethlehem" eingesetzt, wird gern von AbtreibungsgegnerInnen in Beschlag genommen, um auf die "unschuldig ungeboren abgetriebenen Kinder" hinzuweisen. Ob sich AbtreibungsgegnerInnen auch darüber im Klaren sind, dass unschuldig geborene Kinder auf der ganzen Welt auf alle erdenkliche Weisen auch ausgebeutet werden, weil u.a. adäquate Aufklärung über Empfängnisverhütung und gleichberechtigte Ausbildung und Karrierechancen für Frauen sowie Betreuungsplätze für Kinder fehlen?
Im Mittelalter wurd der "Tag der unschuldigen Kinder" als Kinderfest begangen, welches darin bestand, dass (Kloster-)Schüler (offensichtlich wirklich nur Buben, das Fest hieß auch "festum puorum", also "Fest der Buben") einen "Abt" oder "Bischof" wählten, der dann das Sagen hatte - es war sozusagen ein Spiel der umgekehrten Ordnung. Mancherorts dauerte das ganze auch vom 6. (Nikolaus) bis zum 28. Dezember.

 

26. Dezember 2002: Sieben DemonstrantInnen und die Polizei

Sieben DemonstrantInnen sammelten sich um 20.00 Uhr für zehn Minuten am Ballhausplatz. Fünf von ihnen begaben sich danach gemeinsam in ein Beisl. Demonstrieren schien an diesem Abend nur der Sicherheitsapparat zu wollen, und sei es nur allfällig frischen Wind. Also fand die Beislsuche unter den wachsamen Augen des Gesetzes statt. Erst begleiteten Sicherheitswachebeamte – anfänglich im Auto, später zu Fuß – den womöglich gar harten Kern der DonnerstagsdemonstrantInnen über den Heldenplatz. Dann wurde die ganze Last der präventiven Aufstandsbekämpfung einem einzigen Kriminalbeamten aufgebürdet. Der hielt dann aber standhaft durch und ließ sich ebenso wenig wie die harten DemonstrantInnenkerne von überraschend verschlossenen Gasthäusern abschrecken, ja war nicht einmal um gute Ratschläge verlegen: "Wie wär's mit dem Siebenstern?" Die DemonstrantInnen dankten, wussten aber, dass auch dort zu war – auch Wiener KommunistInnen müssen mal Weihnachten feiern. Über eine StVO-Verletzung (Betreten der Fahrbahn an einer durch Lichtzeichen geregelten Stelle zum Zwecke der Überquerung trotz roten Lichts) sah er gelangweilt hinweg. Aber vielleicht war es ja doch eine Demonstration.

 

19. Dezember 2002: 13 DemonstrantInnen protestierten vor Bundeskanzleramt

13 DemonstrantInnen sammelten sich diesmal am Ballhausplatz, beobachtet von den InsassInnen dreier Funkstreifenwagen, allerdings nur aus höflicher Distanz. Bloß ein Beamter, dem das winterliche Wetter sichtlich Spaß machte, rutschte den KundgebungsteilnehmerInnen auf dem vereisten Weg verspielt entgegen und erfragte deren Pläne. Um 20.00 Uhr begaben sich die DemonstrantInnen für zehn Minuten vor das Bundeskanzleramt, wo mutmaßlicher Weise in hell erleuchteten Zimmern gerade fleißig sondiert wurde, pfiffen, riefen "Widerstand" und begaben sich dann auf den Weg zum geplanten wöchentlichen Jour Fix in einem Beisl – in Kleingruppen durch die U-Bahn-Station und am Gehsteig. Einige DemonstrantInnen, die es vorgezogen hatten, den Ballhausplatz auszulassen und direkt zur Besprechung zu kommen, erwarteten sie bereits. Allerdings war für die meisten Nachgekommenen aufgrund vorweihnachtlicher Überfüllung des Lokals kein Platz mehr, was unweigerlich zur Spaltung der Bewegung führte.

Die WiderstandsleserInnen verabschiedeten sich diesmal in "eine kurze Kältepause", kündigten aber an, sich im Jänner wieder zurückzumelden. Sie haben vor, bis zur Angelobung einer Regierung weiter zu lesen. Sollte es neuerlich eine schwarzblaue werden, auch danach.

 

12. Dezember 2002: Neuerlich protestloser Donnerstag

13 DemonstrantInnen verirrten sich an diesem ersten Donnerstag, an dem erklärtermaßen keine Donnerstagsdemo mehr stattfinden sollte, gegen 20.00 Uhr auf den Ballhausplatz. Eine Aktion fand entgegen Ankündigungen nicht statt. Die DemonstrantInnen begaben sich unverzüglich zum vereinbarten Jour fix in ein nahes Lokal. Dort stieg die TeilnehmerInnenzahl zwar noch auf 20 Leute an, gemeinsame Diskussionen kamen jedoch nicht zustande.

 

5. Dezember 2002: Donnerstag ohne Demo

Alles ändert sich ständig,
und das wird immer so bleiben

Während die Widerstandslesungen entgegen früheren Ankündigungen nun doch bis auf weiteres fortgesetzt werden (jeden Donnerstag ab 17.00 Uhr am Ballhausplatz), konnte von einer Donnerstagsdemo am 5. Dezember nur mehr schwerlich die Rede sein. Lediglich 20 DemonstrantInnen trafen bis 20.00 Uhr am Ballhausplatz zusammen. In der Folge beschlossen sie, in einer Kleindemo zu einem nahen Lokal zu ziehen, um dort die weitere Vorgangsweise zu besprechen. Letztlich begaben sie sich allerdings eher in losen Kleingruppen dorthin.
Ergebnis der Diskussionsrunde: Mit so wenigen TeilnehmerInnen die Donnerstagsdemos unverändert fortzusetzen hieße, deren einstige Stärke der Lächerlichkeit preiszugeben. In den nächsten Wochen sollen daher nur symbolische Aktionen am Ballhausplatz mit anschließendem Jour fixe in einem Lokal durchgeführt werden (Treffpunkt: jeden Donnerstag gegen 20.00 Uhr am Ballhausplatz). Nach Bildung einer neuen Regierung soll die weitere Zukunft neu besprochen werden.

Route/Ablauf der Nicht-mehr-wirklich-Donnerstagsdemo vom 5. Dezember: Ballhausplatz/Heldenplatz (19.50 Uhr: erste Diskussion über Vorgangsweise; 20.00 Uhr Losziehen; 20 DemonstrantInnen ohne Begleitung durch Polizei oder SWB) – U-Bahn-Station Volkstheater (wegen Regens über die U3-Bahnsteige zum Aufgang Burggasse) – Museumstraße – Neustiftgasse – "Käuzchen" (Diskussion bis ca. 22.00 Uhr – 15 TeilnehmerInnen)

 

28. November 2002: erste Donnerstagsdemo nach der Wahl

Bericht von f:

Knapp 50 Demonstrierende hatten sich am Heldenplatz eingefunden, um eigentlich ergebnislos über das weitere Vorgehen zu diskutieren, fraglich ist ja, ob es weiterhin Schwarz-Blau geben wird, sicher ist jedenfalls, dass die rassistischen Forderungen der FPÖ nun von der ÖVP umgesetzt werden, und die Donnerstagsdemos vor der Wahl gegen die Inhalte und Taten der Koalitionsparteien und nicht deren Farbe und Gesichter stattfanden.

Um das den potenziellen KoalitionsdeliquentInnen der ÖVP in Erinnerung zu rufen, führte die Demo an der SPÖ-Zentrale und am Rathaus des Pröll-Freundes Häupl vorbei – nach ereignislosem Passieren der trotz ihrer hunderten Panzerglasfenster nur von wenigen Sicherheitskräften bewachten ÖVP-Zentrale ging es dann auf Seitenstraßen durch den 7. Bezirk zum Grünen Haus und von dort zum nahen Siebenstern, wo die ursprünglich als vorläufig letzte geplant gewesene Widerstandslesung feierlich fortgesetzt wurde.

Die Demonstration wurde diesmal von der Polizei, die am Anfang eine Benützung des Gehsteiges vorgeschlagen hatte, bloß geduldet, aber nicht durch Straßensperren oder Vorangehen geschützt – um sicherer zu gehen erfolgte die Routenwahl daher vor Ort oft durch bisher nie besuchte Seitengassen. Begleitung gab es bloß durch zwei Kriminalbeamte und gelegentlich in Sichtkontakt folgende Streifenwagen der Sicherheitswache.

Route/Ablauf: Heldenplatz (Losziehen 20:08, 47 Teilnehmende), Löwelstraße (SPÖ), Rathausplatz, Felderstraße, Friedrich-Schmidt-Platz (Vorbeiziehen an Lichtenfelsgasse/ÖVP), Rathausstraße, Stadiongasse, Josefstädter Straße, Lange Gasse, Lerchenfelder Straße, Kellermanngasse, Kirchengasse, Siebensterngasse, Mondscheingasse, Neubaugasse, Lindengasse (Grüne, knapp über 30), Lindengasse, Zollergasse, Mondscheingasse (Siebenstern, noch 25, Ende 21:00)

nicht letzte Widerstandslesung und Donnerstagsdemo

Bericht auf indymedia (gekürzt; vollständig und mit Links sowie Kommentaren bei >>>indymedia)

Es war ein trüber Tag, der 28. November 2002. Der erste Donnerstag nach den Wahlen, die keine wie auch immer erwartete Veränderung brachten. Oder doch? Es gibt jedenfalls nicht nur Überraschungen und Neuigkeiten, es gibt auch Traditionen. Mittlerweile auch im Widerstand. Am ersten Donnerstag nach einer auf den zweiten Blick bedeutungslos erscheinenden Wahl gibt es sie immer noch, die Widerstandslesungen (zum 172. Mal) und die Donnerstagsdemo (zum 145. mal) jeden Donnerstag am Ballhausplatz.

Dort wo einst der Container der Botschaft besorgter BürgerInnen ein gut sichtbares Zeichen gegen Schwarz-Blau darbot, treffen sich weiterhin jeden Donnertag von 17.00 bis 19.00 AutorInnen, KünstlerInnen, AktivistInnen und jene, die einfach Spaß daran haben, zur Widerstandslesung. Die Ankündigung für dieses Mal findet sich im widerst@ndMUND, der mittlerweile zwar einen Streik hinter sich hat, aber immer noch regelmäßig über alle möglichen Widerstandsbelange berichtet. Es lebe die Internetgeneration – oder sind es schon Generationen?
Diesmal wanderte die Widerstandslesung nach 19.00 Uhr ins Cafe Siebenstern im 7. Bezirk. Dort wurde weiter gelesen, vorgetragen, gelacht, gesungen und sogar kurz mal getanzt. Ca. 50 Personen genossen das Programm.

Zur Donnerstagsdemo trafen nach 19.00 Uhr die ersten Leute ein. Um 20.00 waren dann an die 50 Leute beisammen. Die Polizei meinte, diesmal dürfen wir nicht auf der Ringstraße gehen. Es war zwar diesmal mehr Polizei in der näheren Umgebung auszumachen, als in den letzen Wochen, doch die meisten verließen während des gesamten Einsatzes ihre Fahrzeuge nicht. So war es nach langer Zeit mal wieder die Demo selbst, die den Verkehr regelte. Die Polizei beschränkte sich aufs Beobachten des Geschehens. Die Demo, die sich mit 45 Leuten und begleitet von drei Beamten der Staatspolizei eher unkoordiniert zur SPÖ-Zentrale, dann – nachdem der Ring mit einer kleinen Verkehrsbehinderung überquert worden war – am Rathaus vorbei zur ÖVP-Zentrale und dann quer durch den 7. Bezirk, am Cafe Siebenstern vorbei, wo einige DemonstrantInnen abbogen, zu den Grünen in die Lindengasse. Erst nach langem Anleuten und Klopfen wurden wir wahrgenommen. Erst wenige Wochen zuvor hatte die Donnerstagsdemo bei den Grünen vorbeigeschaut, um mit ihnen über mögliche Veränderungen nach den Wahlen zu diskutieren. Jetzt wurde Nein zu Schwarz-Grün gefordert, was auch eine Fortführung von Schwarz-Blau bedeuten kann, wie BeobachterInnen meinen. Ein junger Grüner schaute beim Tor raus und meinte: Das will ich auch nicht. Die Stapo schmunzelte. Und die Donnerstagsdemo zog dann ins Siebenstern, wo ca. 25 Leute um 21.00 Uhr ankamen. Einige besuchten die Widerstandslesung, die noch in Gang war.

Es waren jedenfalls weder die letzte Widerstandslesung, noch die letzte Donnerstagsdemo. Das ist sicher. Also, schaut's vorbei am nächsten Donnerstag am Wiener Ballhausplatz. Von 17.00 bis 19.00 Uhr gibt's die 173. Widerstandslesung. Anschließend die 146. Donnerstagsdemonstration. Weg gegangen wird meist so um 20.00 Uhr. Kreativität ist gefragt und willkommen.

 

Montag, 25. November: Demo zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen

aus einem Bericht auf indymedia:
Ab 18.00 Uhr sammelten sich bei der Uni Wien um die 80 Frauen, um unter dem Motto "Gewalt hat System" gegen Gewalt an FrauenMädchenLesben zu demonstrieren. Um ca. 19.00 Uhr setzte sich die Demonstration in Bewegung – zuerst Richtung Landesgericht, wo zahlreiche Schwestern in U- bzw. Schub-Haft sitzen. Endkundgebung war am Schwedenplatz ...
>>>weitere Hintergrundinfos und Links bei indymedia

 

Sonntag, 24. November 2002:
Aktionen zur Nationalratswahl, erste Proteste gegen neue Rechts-Regierung

Wahlwechsel

Bericht von Beteiligten:
Rund 30 Personen beteiligten sich heute in Wien 1 unweit der ÖVP-Zentrale an der Wahlwechselaktion, die es nicht wahlberechtigten Menschen erlaubte, ihre Stimme via Mittelsmann/Mittelsfrau abzugeben...
Kurz nach 15.00 Uhr trafen sich in der Rathausstraße rund 30 WahlwechslerInnen, um im dort befindlichen Wahllokal ihre Stimme entweder einer nichtwahlberechtigten Person zur Verfügung zu stellen oder als nichtwahlberechtigte Person das Wahlrecht für sich einzufordern.
Bei der Abwicklung gab es wider erwarten kaum Probleme. Die Stimmzettel mussten von der/dem Wahlberechtigten alleine in der Wahlzelle ausgefüllt werden – anschließend schritten WahlwechselgeberIn/WahlwechselnehmerIn gemeinsam zur Urne um die Wahl zu vollziehen.
Gegen 16:00 Uhr war die Aktion beendet und die WählerInnen gingen nach Hause...
>>>Bildbericht auf indymedia
>>>Hintergrund der Aktion "Wahlwechsel" bei www.gleicherechte.at

Kundgebung am Ballhausplatz

Sie hatten eine Abschiedsfeier von der FPÖ-ÖVP-Koalition geplant, die rund 20 DonnerstagsdemonstrantInnen, die sich um 17.00 Uhr am ehemaligen Standort der Botschaft besorgter BürgerInnen am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt versammelt hatten, mussten dann aber umdisponieren. Letztendlich wurde daraus die erste Protestkundgebung gegen die Bestätigung des rechts-rechtsextremen Regierungskurses durch die TeilnehmerInnen an der Nationalratswahl 2002. Eher wortkarg wurde der Wahlberichterstattung im Fernsehen gelauscht. Nach 20.00 Uhr zogen sie sich zur Diskussion der Lage zurück. Eine größere öffentliche Diskussion wird in den nächsten Tagen folgen. Ein deutlicheres Zeichen des Widerstands soll auf der nächsten Donnerstagsdemo gesetzt werden, und an den weiteren Donnerstagen der nächsten vier Jahre.

Graz: Trauermarsch

Bericht auf indymedia:
In Graz fand Sonntagabend um 22.00 Uhr ein Trauermarsch als Antwort auf die Wahlen statt.
Etwa 30 Leute gingen mit Kerzen "bewaffnet" vom Jakominiplatz in Graz über den Hauptplatz und die Sporgasse zur ÖVP-Zentrale, um gegen eine zukünftige Regierungsbildung zu protestieren... Der Marsch verlief ruhig ohne große Zwischenfälle. Als ein Teil des Marsches dann die ÖVP-Zentrale enterte, wurde sie von den dortig betrunken herumlallenden ÖVP-Sieg-Feiernden zu Bier und "Mischung" eingeladen. Die ÖVP-MitgliederInnen hatten kein Verständnis für einen Protest gegen ihre Partei, komisch, warum denn auch?
Zum Abschluss wurde von unbekannter Seite noch die Eingangstür verkeilt um Betrunkenen nicht die Chance zu geben, möglicherweise Straftaten auf den nun schwarzen österreichischen Straßen zu begehen.

 

Donnerstagsdemo, 21. November 2002

Die 144. Donnerstagsdemo bedankte sich zum Abschluss vor den Neuwahlen bei einem jener unabhängigen Medien, die fast drei Jahre lang über den Widerstand berichtet hatten: Radio Orange 94,0. Die freien Medien waren vor drei Jahren unter den ersten, die die Schwarzblaue Wende zu spüren bekamen. So wollte Khol mittels finanzieller Einschränkungen "die Böcke von den Schafen trennen."

Während die mächtige Kronenzeitung für ihre freitägliche Ausgabe eine Geschichte über vorm ORF randalierenden Demonstrierenden erfand, Millionen Österreicher vor den TV Geräten den Spitzenkandidaten der etablierten Parteien folgten, um ihnen dann auch bei der Wahlentscheidung nachzutrotten, entschieden die Demonstrierenden unter mehreren Vorschlägen (Arena & BBB Container, ORF, Grünes Haus, Kronenzeitung, Italienische Botschaft, Radio Orange 94,0 sowie Schwarzblaue Parteizentralen) nach zwei Wahlgängen für die dann gewählte Route (Stichwahl zwischen Küniglberg (41) und einer stabilen Koalition aus Orange 94,0 und Parteizentralen (59)), die sie u.a. zum Parlament, dem Landesgericht, den Parteizentralen von Schwarz (dort demonstrierten gerade TierschützerInnen gegen die Vorwahl-Tierschutzgesetzheuchelei der ÖVP) und Blau und eben zu Orange 94,0 führte.

Anfangs war die Demonstration von einem niederländischen TV-Team begleitet worden, auch Polizei und Parteifotografen waren vertreten, zum Ende ließ unerwarteter Weise die Polizei der Demonstration den Vortritt – diese ging somit ganz ohne vorne schreitende Sicherheitskräfte am Bildungsministerium vorbei. Die meisten der bis zum Abschluss Mitgegangenen trafen sich dann noch im Siebenstern, um bei selbsgebackenem Kuchen einfach nochmal zusammenzusitzen, aber auch über ihrer weiteren politischen Persepektiven (wie zum Beispiel, soll es nach der Wahl noch weitere Donnerstagsdemos geben) zu diskutieren.

(Zu letzterer Frage kursierten aber bereits auf der Demo Aufrufe, dass zumindest bis zum erst beim Antritt einer neuen Regierung erfolgenden Abdanken der derzeitigen Koalition die Donnerstagsdemos fortgesetzt werden sollten. In diesem Sinne: nächster Donnerstag, 19.00 Uhr Ballhausplatz! Sicher ist hingegen das vorläufige Ende der Widerstandslesungen am kommenden Donnerstag ab 17.00 Uhr am Ballhausplatz! Anm. TATblatt)

Route/Ablauf: Heldenplatz (Diskussion + Abstimmung über Route, Aufbruch 20.08 Uhr, knapp 140 Teilnehmende), Ballhausplatz, Löwelstraße, Josef-Meinrad-Platz, Dr.-Karl-Renner-Ring, Stadiongasse, Reichsratsstraße, Lichtenfelsgasse, Bartensteingasse, Stadiongasse, Landesgerichtsstraße, Alserstraße, Spitalgasse, Nußdorferstraße, Sechsschimmelgasse, Sobieskigasse, Schubertgasse (80 Demonstrierende, Radio Orange), Nußdorferstraße, Himmelpfortstiege, Liechtensteinstraße, Maria-Theresien-Straße, Börsegasse, Schottenring, Gonzagagasse, Eßlinggasse, Börseplatz, Helferstorferstraße, Schottengasse, Herrengasse, Landhausgasse (Polizei bleibt auf Herrengasse stehen und lässt Demonstration alleine Richtung Bildungsministerium gehen), Minoritenplatz, Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse, Metastasiogasse, Löwelstraße, Ballhausplatz (Ende 22.15 Uhr, noch ca 30.)

 

Donnerstagsdemo, 14. November 2002

Nachdem um 20.00 Uhr erst für eine Weile ergebnislos über den Ablauf der nächsten Donnerstagsdemo diskutiert worden war, ging es zum Bundesministerium für Politsunnyboys und Finanzen, danach auf einer teils nicht ganz nachvollziehbaren Route durch den 1. Bezirk zur SPÖ Zentrale, da die dortige Diskussion auf 21.30 Uhr verschoben worden war.
An der an die Demo anschließenden Diskussion nahmen von SPÖ Seite der Justizsprecher sowie drei KandidatInnen für die Nationalratswahl teil. Nachdem der Meinungsaustausch seitens eines Demonstranten mit der Feststellung, dass die ÖVP das Letzte sei, begonnen wurde, was im ganzen Raum begeisterte Zustimmung fand, ging es um mögliche Koalitionsformen, wo auch Übereinstimmung darüber bestand, dass es dabei eigentlich nur eine gäbe (hmm, über allfällige Übereinstimmung über wünschenswerte Regierungsformen ließe sich schon noch streiten; Anm. TATblatt).
Weniger Übereinstimmung gab es bei Fragen wie nach der rassistischen Abschiebe- und Festung-Österreich/Europa-Politik, wo zwar geschehene Fehler eingeräumt, aber auch nicht eine gänzliche Abkehr zugestanden wurde, oder etwa beim Sicherheitspolizeigesetz und der Rasterfahndung.
Die Diskussion nahm insgesamt einen weniger kontroversiellen Verlauf als in der Vorwoche bei den Grünen – wohl wieder eine Frage der Erwartungshaltung. Zum Abschluss brachte ein Demonstrant die Situation prägnant auf den Punkt: Rot und Grün haben beide ihrer Fehler, aber das was wir jetzt haben, ist bösartig. Gehen wir hin und tun unser bestes das zu ändern. (darüber ließe sich auch noch streiten; noch eine Anm. TATblatt)

Route/Ablauf: Ballhausplatz (Aufbruch 20.15 Uhr, 70 Teilnehmende), Schauflergasse, Michaelerplatz, Reitschulgasse, Habsburgergasse, Stallburggasse, Plankengasse, Neuer Markt, Donnergasse, Himmelpfortgasse (Finanzministerium), Seilerstätte, Liebenberggasse, Stubenbastei, Wollzeile, Rotenturmstraße, Franz-Josefs-Kai, Marc-Aurel-Straße, Wipplingerstraße, Rockhgasse, Helferstorferstraße, Schottengasse, Teinfaltstraße, Löwelstraße (SPÖ-Zentrale, Ankunft 21:15, Treffen mit einigen bereits dort wartenden Demonstrierenden, Diskussion mit SPÖ PolitikerInnen bis ca. 23.15 Uhr)

 

Samstag, 9. November 2002: Gedenkkundgebungen an die Reichspogromnacht – gegen Antisemitismus

Aufgrund des Konflikts zwischen antinationalen bzw. antideutschen Gruppen auf der einen, antiimperialistischen Gruppen auf der anderen Seite, insbesondere wegen des Vorwurfs des Antisemitismus gegen Letztere, kam es dieses Jahr zu keiner gemeinsamen Gedenkkundgebung zum Jahrestag der Reichspogromnacht.
Wie seit vielen Jahren fand um 15.00 Uhr auch heuer am Platz der Opfer der Deportation, wo sich früher der Aspangbahnhof befunden hatte, an dem 1939 bis 1942 zehntausende Juden und Jüdinnen in Vernichtungslager abtransportiert worden waren, eine u.a. vom Revolutionsbräuhof organisierte Kundgebung unter dem Titel "Niemals vergessen!" statt, an der an die 50 Personen teilnahmen (zum Vergleich: 2000: 200 TeilnehmerInnen, 2001: 150).
Ab 17.30 Uhr gedachten bei einem Wohnhaus, das anstelle einer beim Novemberpogrom 1938 zerstörten Synagoge in der Zirkusgasse 22 in Wien 2 errichtet worden war, mehr als 200 Menschen den Opfern des Antisemitismus.
Einige Gruppen riefen mit zum Teil eigenen Aufrufen zu beiden Kundgebungen auf.

>>> Kundgebung am Gelände des ehemaligen Aspangbahnhofs – Aufruf und UnterstützerInnen
>>> Kundgebung am früheren Standort einer Synagoge in Wien 2 – Aufruf 1 samt UnterstützerInnen
>>> Kundgebung am früheren Standort einer Synagoge in Wien 2 – Aufruf 2 samt UnterstützerInnen

Donnerstagsdemo, 7. November 2002

Nachdem Teilnehmende der Donnerstagsdemo diese Woche abseits der Straße am Donnerstagabend bereits öffentlich gemeinsam aufgetreten waren um sich gegen die Behauptung des Bundeskanzlers, sie hätten viermal der ÖVP sämtliche Scheiben eingeschlagen, zur Wehr zu setzen, ging die Demo selbst zu einem Treffen mit VertreterInnen der Grünen.

Die Diskussion nahm ganz anderen Verlauf als in der Vorwoche, nämlich viel kontroversieller, wohl weil die Erwartungshaltung an die Grünen seitens vieler Demonstrierender deutlich höher ist als an die Kleinstpartei KPÖ, die ja in Wien auch nicht im Gemeinderat vertreten ist – gemeinsam blieb aber doch immer die Überzeugung, dass es eine Wende von der Wende geben müsse.

Route/Ablauf: Heldenplatz (Aufbruch 20:12, 60 Teilnehmende), Bellariastraße, Burggasse, Stiftgasse, Siebensterngasse, Neubaugasse, Lindengasse (Grünes Haus, Diskussion von 21:10 bis ca. 23.00 Uhr)

7. November: DonnerstagsdemonstrantInnen erstatten Verleumdungsanzeige gegen Schüssel

Als Reaktion auf die von Bundeskanzler Schüssel erhobenen Vorwürfe bei der TV-Konfrontation am 29.10.2002 haben nun 22 regelmäßige Teilnehmer/innen an den “Donnerstagsdemonstrationen” Anzeige gegen Bundeskanzler Schüssel erstattet. Bundeskanzler Schüssel sagte vor einem Millionenpublikum wörtlich: "In meiner Parteizentrale, in der Lichtenfelsgasse, nicht weit vom Parlament entfernt, sie haben uns viermal, die Donnerstagsdemos, sämtliche Fensterscheiben eingeworfen.".
Diese Behauptung sei schlichtweg unwahr, so die “Donnerstagsdemonstrant/innen”. Als Beweis, neben den sicherlich vorhandenen polizeilichen Demoberichten, wurde unter anderem die "TATblatt-WiderstandsChronologie” angeführt.
>>>mehr bei ballhausplatz.at

Donnerstagsdemo, 31. Oktober 2002

Just am Weltspartag, aber das war ein Zufall, führte die Route zu Österreichs reichster Partei, die allerdings auf ihr Gespartes keinen Zugriff hat, namentlich der KPÖ. Der Aufbruch verzögerte sich etwas, da noch auf Demonstrierende von der am frühen Abend stattgefunden habenden Demo gegen den geplanten Irak-Krieg gewartet worden. Die Demo kam aber nicht, und so ging es dann zur ersten Diskussion der Donnerstagsdemo mit einer Oppositionspartei (in den nächsten Wochen folgen Besuche bei den Grünen und der SPÖ).

In gelöster Stimmung wurde in den Räumlichkeiten der KPÖ dann mit ihren Parteivorsitzenden über politische Perspektiven der Donnerstagsdemo aber auch der Linken allgemein diskutiert, einige blieben dann auch noch um die TV-Konfrontation Gusenbauer-Haupt anzuschauen.

Route/Ablauf: Ballhausplatz (Losziehen ca 20:10, 60 Teilnehmende), Schauflergasse, Michaelerplatz, Reitschulgasse, Augustinerstraße, Albertinaplatz, Operngasse, Schaurhofergasse, Paniglgasse, Argentinierstraße, St.-Elisabeth-Platz, Argentinierstraße, Weyringergasse (KPÖ-Vorstand, Ankunft 21.00, Hinzukommen von noch einigen weiteren Demonstrierenden, Diskussion bis ca 22:30)

31. Oktober: Gedenkfeier für wegen "Wehrkraftzersetzung" oder "Fahnenflucht" Erschossener in Kagran

Am ehemaligen Militärschießplatz Kagran wurden zwischen 1938 und 1945 zahlreiche wegen "Fahnenflucht" oder "Wehrkraftzersetzung" zum Tode verurteilte Wehrmachtssoldaten erschossen. Bis heute sind die Opfer der NS-Militärjustiz nicht rehabilitiert.

Das Komitee "Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz" hatte für Donnerstag zu einer Gedenkfeier und Kranzniederlegung am ehemaligen Militärschießplatz Kagran eingeladen. Um 11.00 Uhr MEZ versammelten sich ca. 150 Menschen, um den Gedenkstein im Donaupark . Zunächst gab ein Mitarbeiter des Personenkomitees in seiner Rede u.a. der Hoffnung Ausdruck, dass die künftige Bundesregierung sich endlich auch um die längst fällige Rehabilitierung und Entschädigungszahlungen an Wehrmachts-Desserteure kümmern werde. Danach folgten andere Zeitzeugen, die in erschütternden Erzählungen an ermordete Opfer der NS-Militärjustiz erinnerten bzw. den eigenen ebenso erschütternden Leidensweg durch die Mühlen der NS-Justiz schilderten. Schließlich referierte noch ein Mitarbeiter des DÖW über die Recherche zum Militärschießplatz in Kagran, welcher sich in unmittelbarer Nähe des Gedenksteins befunden hat. In einigen Wochen sollte darüber auch eine schriftliche Arbeit im Rahmen der Schriftreihe des DÖW zur Geschichte der NS-Gewaltverbrechen vorliegen. Eine Kranzniederlegung um ca. 11.20 Uhr beendete die Gedenkfeier. Anwesend waren etwa 150 Menschen, darunter ein Polizist sowie ein Kamerateam des ORF; 8-12 Grad C ( Daten von der ZAMG).
Der Gedenkstein befindet sich im Donaupark, Arbeiterstrandbadstr. 126, 1220 Wien
Mehr Infos dazu auf der Homepage des DÖW: >>>www.doew.at/aktuell/kagran.html

Donnerstagsdemo, 24. Oktober 2002

Die fünftletzte Donnerstagsdemo vor den Neuwahlen wartete mit noch nie da gewesenen Veränderungen auf: Schon vor dem Aufbruch wurde das Demoprogramm der nächsten Wochen erörtert, und zwar unter allen am Ballhausplatz Anwesenden. Wie eigentlich nicht anders zu erwarten, wurde das einzig Vorgeschlagene auch beschlossen, nämlich in den nächsten Wochen KPÖ, Grüne und SPÖ zu besuchen, und wenn möglich ein Gespräch, wie die jeweilige Partei zu den Forderungen der Donnerstagsdemo steht, zu erreichen.
Ziel der diesmaligen Donnerstagsdemo war das Stadtkino am Rennweg, wo im Rahmen der Viennale am Nachmittag der Film "Kronenzeitung. Tag für Tag ein Boulevardstück" gelaufen war, dessen Ausstrahlung auf Arte – so wird gemunkelt – der Grund für das Verschwinden Artes aus dem Krone Fernsehprogramm sein soll. Im ORF war der Film bislang freilich nie zu sehen.
Am Rückweg folgte dann eine weitere Premiere: die Donnerstagsdemo benutzte nur die Nebenfahrbahn des Ring. Wahre Größe zeigt sich eben auch daran, sich mal zurücknehmen zu können. In der Augustinerstraße kam die Demo gerade zum Ende des dort stattgefunden habenden Sozialstaatshearing vorbei, einige seiner Teilnehmenden applaudierten und drückten ihre Unterstützung für das wöchentliche sichtbare Zeichen des Widerstands aus.

Route/Ablauf: Ballhausplatz (Aufbruch 20:07, 54 Demonstrierende), Schauflergasse, Michaelerplatz, Reitschulgasse, Augustinerstraße, Albertinaplatz, Philharmonikerstraße, Walfischgasse, Schwarzenbergstraße, Schwarzenbergplatz, Rennweg (Stadtkino), Schwarzenbergplatz, Kärntner Ring (innere Nebenfahrbahn – Premiere!), Kärntner Straße, Philharmonikerstraße, Albertinaplatz, Augustinerstraße, Michaelerplatz, Hofburg, Heldenplatz (Ende 21:07)

Donnerstagsdemo, 17. Oktober 2002

Quasi um den vorige Woche entfallenen Besuch des Innenministeriums nachzuholen und aus aktuellen Gründen, deren Anzahl schon sicher die der Demonstrierenden übersteigt, führte die Demo zum Innenministerium, und im Regen, in dem sich die DemoteilnehmerInnen im Gegensatz zu den von Strasser dorthin geschickten Menschen freiwillig befinden, ging es auch gleich wieder zum Ballhausplatz zurück.

Route/Ablauf: Ballhausplatz (Aufbruch 20:07, 50 Demonstrierende), Schauflergasse, Michaelerplatz, Herrengasse, Teinfaltstraße, Löwelstraße, Ballhausplatz (Ende 20:33)

17. Oktober:
Demo gegen die österreichische Nichtasylpolitik

Nachdem der ORF im Wochenendspolittalk eine Werbeplattform für eine Demonstration für noch unmenschlichere Asylpolitik geboten hatte und diese Demo mit Unterstützung der FPÖ in Traiskirchen hätte stattfinden sollen, war für eine Gegendemonstration mobilisiert worden. Um einer Konfrontation, und sei es nur einem Diskurs, aus dem Weg zu gehen, sagte die FPÖ ihre Demo wieder ab und schob Sicherheitsgründe vor.
So fanden sich hauptsächlich NoBorder und SLP-AktivistInnen in Traiskirchen ein, zogen zum von der Gendarmerie bewachten Lager und kehrten nach dieser Expedition wieder nach Wien zurück. Teile der Traiskirchner Bevölkerung bestaunten und beschimpften vom Straßenrand aus die ihnen so fremd erscheinenden Menschen, mit denen sie gar nicht so recht diskutieren wollten. AsylwerberInnen wurden von der Demonstration nur wenige angetroffen, dafür hatte wohl schon die Gendarmerie gesorgt.

Route/Ablauf: Traiskirchen; Bahnhofsplatz (16:30, ca 50 Teilnehmende und ein Doppeldeckerbus), Otto-Glöckel Straße, Flüchtlingslager, Otto-Glöckel Straße, Bahnhofsplatz (Ende 17:30)

>>weitere Berichte auf indymedia
>>Hintergrund bei no-racism.net

 

12. Oktober
Kundgebung für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen vor Klinik am Fleischmarkt

Der Anlass zur heutigen Kundgebung gegen den Psychoterror durch AbtreibungsgegnerInnen war ein "Rosenkranz-Gebetszug" von AbtreibungsgegnerInnen zur Klinik am Fleischmarkt. Außerdem findet derzeit bis zum 13. Oktober eine von Human Life International veranstaltete Konferenz von AbtreibungsgegnerInnen in Wien statt.
Die TeilnehmerInnen der Gegenkundgebung waren bereits um 9.30 an Ort und Stelle und ließen sich vom nasskalten Wetter (8-10 Grad, Temperaturdaten von der ZAMG) nicht vertreiben. Um ca. 10.00 Uhr trudelten dann auch die AbtreibungsgegnerInnen ein, singend und betend, bewaffnet mit dem üblichen Bildmaterial (einer der Veranstaltungpunkte auf der Konferenz hatte immerhin den Titel "Training für geistliche Kriegsführung"). Die Polizei hatte – wie schon im Juni – den Platz vor der Klinik weiträumig durch Sperrgitter abgeriegelt, sodass eine art Pufferzone entstand. Ursprünglich war auch ausgemacht worden, dass beide Gruppen den gleichen Abstand zur Klinik halten würden können. Dann wurden aber die Absperrungen auf der Seite der AbtreibungsgegnerInnen weggeräumt, wodurch sie nun bis fast zum Eingang der Klinik zu stehen kamen. Von einem Demonstranten der Gegenkundgebung dazu befragt, antwortete ein Polizist, dass das eine Anordnung (oder Weisung???) des Innenministeriums sei. Unter den TeilnehmerInnen der Gegenkundgebung befanden sich auch die ehemalige Frauenministerin (einst war dieses Ressort tatsächlich mit einer Frau besetzt!) Prammer sowie SJ, SLP, KPÖ, Grüne, Autonome FrauenLesben und sonstige am Thema Interessierte. Um etwa 10.45 Uhr zogen die AbtreibungsgegnerInnen wieder ab, somit war auch die Gegenkundgebung zu Ende.
Was die TeilnehmerInnenzahlen betrifft, so dürfte es diesmal ziemlich ausgeglichen gewesen sein: etwa 100:100, schätze ich. Aufsehenerregender und hörbarer war auf alle Fälle wieder die Gegenkundgebung, weil sie zugänglicher vom Schwedenplatz war, und der Platz (Ecke Laurenzerberg-Fleischmarkt) anscheinend auch eine bessere Akustik hat.
Die nächste Kundgebung für das Recht der Frau vor der Klinik Mairo/Lucina in Wien 2 findet übrigens am 26.10 um 9.00 Uhr vor der Klinik in der Großen Sperlgasse statt.
Bericht zugesandt von C

 

 

NoBorder-Demo 11. Oktober

Nur rund 20 DemonstrantInnen zogen am Nachmittag des 11. Oktobers im Regen anlässlich des Internationalen noborder-Aktionstages "Against Global Migration Management – for Freedom of Movement" mit dem VolxtheaterKarawanen-Bus vom Sitz von ICMPD und ÖFM zu jenem von IOM und TCC, also vom Möllwaldplatz in Wien 4 über Favoritenstraße, so gen. Zweierlinie und Babenbergerstraße in die Nibelungengasse.
Die Organisationen ICMPD, ÖFM, IOM und TCC haben die Aufgabe, Migrationsbewegungen in geregelte Bahnen zu lenken, zu kontrollieren und schlussendlich zu verhindern.
>>>grundsätzliche Infos (u.a. zur Bedeutung der Abkürzungen ICMPD, ÖFM, IOM und TCC) bei no-racism.net

 

 

Donnerstagsdemo, 10. Oktober 2002

Wegen eines zurzeit in Wien stattfindenden Kongresses von AbtreibungsgegnerInnen wie pro life fand zeitgleich zur Donnerstagsdemo eine Mahnwache bei der Kirche "Maria vom Siege" statt, zu der die spärlich besuchte Demo auch hinführte, um gegen die AbtreibungsgegnerInnen zu protestieren.

Leider kam so die neue Asyldoktrin in der Meinung vieler Demonstrierender zu kurz. Versuche, noch zum Innenministerium zu gehen, scheiterten am weiten Weg, der geringen Anzahl noch anwesender Leute, dem Nieselregen und anderen widrigen Umständen.

Route/Ablauf: Heldenplatz (Aufbruch 20:03, 60 Teilnehmende), Burgring, Babenbergerstraße, Mariahilfer Straße, Mariahilfer Gürtel, Kirchenplatz Maria vom Siege (stetiges Auseinandergehen, kurz vor 21h scheitert der Rückmarsch einer Gruppe mit fast zweistelliger Anzahl zum BMI an der Trennung durch die FußgängerInnenampel..)

Donnerstagsdemo, 3. Oktober 2002

Die zeitlich bisher kürzeste Donnerstagsdemo besuchte nach der ÖVP in der Vorwoche diesmal die SPÖ, die sich gerade ein schmuckes und anständiges Containerdorf errichtet. Dann ging es zum unbewachten Innenministerium, wo kurz ob Strassers Ausweisungsdekreten gehalten wurde.
Quer durch die Hofburg, deren Hauptmann sich inzwischen mit der BBB auf einen Vergleich zur Herausgabe der verschleppten Gegenstände geeinigt hat, ging es zum ehemaligen BBB-Vorplatz zurück, wo dutzende Demonstrierende noch diskutierend für eine Weile verblieben, die begleitende Polizei wartete gar nicht ab und verzog sich alsbald zur Gänze.

Route/Ablauf: Ballhausplatz (Losziehen 20:07, 70 Teilnehmende), Löwelstraße, Teinfaltstraße, Freyung, Herrengasse, Michaelerplatz, Hofburg, Heldenplatz (Ende 20:33)

Salzburg: Jahn-Büste braun bekleckert

Der folgende Text erreichte uns am 29. September aus Salzburg:

tatblatt-originaltextservice *** tatblatt-originaltextservice ***

Damit nicht nur seine Gedanken braun sind!

Wieder einmal wurde die F.-L.-Jahn-Büste im Salzburger Mirabellgarten Ziel einer antifaschistischen Aktion. Des guten "Turnvaters" Haupt wurde reichlich mit brauner Farbe bekleckert und mit einer Tafel darauf hingewiesen, dass Faschismus keine Meinung sondern ein Verbrechen ist, da es allerhöchste Zeit ist dieses "Denkmal" zu entfernen.
Jahn (1778 – 1852) machte besonders auf sich aufmerksam durch rassistische und antisemitische Aussagen wie z.B. "Hass alles Fremden ist des Deutschen Pflicht" und "Den Deutschen kann nur durch Deutsche geholfen werden". Letzteres ist auch auf der Büste zu lesen. Außerdem war Jahn Begründer des "Deutschen Bundes", der heutigen Burschenschaften.

*** tatblatt-originaltextservice *** tatblatt-originaltextservice

 

28. September:
Kundgebung für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen vor Klinik Lucina

Dieser Bericht wurde uns von C zugesandt:
Obwohl im Moment anscheinend alle möglichen „Widerstands-Institutionen“ irgendwie im Schwinden begriffen sind, fand sich ein Häufchen unerschütterlicher Menschen (8 Personen, die später von einem Hund und einer Passantin unterstützt wurden) um zirka 9.00 Uhr vor der Klinik Mairo/Lucina in der Großen Sperlgasse in Wien 2 zur allmonatlichen Kundgebung gegen die AbtreibungsgegnerInnen von Human Life International (HLI) ein.
Zahlenmäßig waren die AbtreibungsgegnerInnen heute zwar eindeutig überlegen (25 Personen), sie konnten jedoch immer wieder durch Sprechchöre, Musik sowie über Megafon durchgegebene Infos zu den Praktiken von HLI übertönt werden. Schließlich schlug sich der Himmel selbst auf die Seite der GegenkundgebungsteilnehmerInnen und ließ aus höheren Sphären die „Internationale“ und „Guantanamera“ erschallen und sandte einen Engel hernieder, der die GegenkundgebungsteilnehmerInnen mit einem Sackerl Kartoffelchips versorgte.(die Musik kam aus einer Wohnung und der „Engel“ war eine junge Frau, die in dieser Wohnung lebt. Sie erzählte, dass sie sich mit zwei oder drei weiteren jungen Familien, welche in den umliegenden Häusern wohnen, von den AbtreibungsgegnerInnen und deren Aktivitäten immer wieder belästigt fühlt. Sie hätten schon mal überlegt, ob sie in solchen Fällen „politisch Blumen gießen“ sollten.) Wie immer beendeten die AbtreibungsgegnerInnen ihre Performance um 10.00 Uhr und zogen in Richtung Kirche der „Barmherzigen Brüder“ ab. Kurze Zeit später war auch die Gegenkundgebung beendet.

Wetterdaten (von der ZMGD übernommen): bewölkt, mitunter spürbarer Nordwestwind, 8-10 Grad.

 

 

Donnerstagsdemo, 26. September 2002

Nur rund 60 DemonstrantInnen (+/- 5 je nach Zählung durch TATblatt, Polizei und jenem, der für die meisten Demoberichte der letzten 39 Wochen verantwortlich zeichnet) waren es, die sich dort, wo dereinst die Botschaft besorgter BürgerInnen residierte, sammelten, um die abgelehnte, aber de jure immer noch amtierende, Regierung auf dem – wie sie hoffen – letzten Stück des Weges zu begleiten.
So nahe wie diesmal waren sie der ÖVP schon lange nicht mehr gekommen. Die Polizei fand es offenbar nicht mehr der Mühe wert, die Lichtenfelsgasse abzusperren. Gerade mal ein paar Männer standen vor der Tür. Das war's.

Route/Ablauf: Ballhausplatz (Losziehen um 20.00 Uhr) – Bruno-Kreisky-Gasse (TATblatt-Zählung: 56 DemonstrantInnen)- Minoritenplatz – Petrarcagasse – Bankgasse – Löwelstraße – Dr.-Karl-Lueger-Ring – Rathausplatz (neben Universität) – Grillparzerstraße – Rathausstraße – Friedrich-Schmidt-Platz – Lichtenfelsgasse (20.25 Uhr: ÖVP-Zentrale) – Rathausplatz (neben Parlament) – Dr.-Karl-Renner-Ring – Josef-Meinrad-Platz – Löwelstraße – Ballhausplatz (Ende um 20.43 Uhr)

Donnerstagsdemo, 19. September 2002

Und wir gehen doch, bis sie wirklich gehen ...

Auch wenn es möglicherweise nicht jene Frage war, welche die Menschheit in der vergangenen Woche am meisten beschäftigt hat, so fand doch das Rätselraten über Ende oder Fortsetzung der Donnerstagsdemos um 20.30 Uhr ein Ende, als rund 240 DemonstrantInnen (TATblatt-Zählung) vom Ballhausplatz loszogen, um neuerlich ihre Ablehnung der Regierung kundzutun.
An einer bereits um 18.30 Uhr begonnenen und nach der Demo fortgesetzten, von Kundgebungsfragmenten durchzogenen Feier der für Freitag erwarteten Besiegelung des Endes der derzeitigen Koalition, beteiligten sich rund 300 Personen (TATblatt-Zählung um 20.00 Uhr).

Route/Ablauf der Donnerstagsdemo: Ballhausplatz (Losziehen um 20.30 Uhr von der Kundgebung/Feier bei der Botschaft besorgter BürgerInnen) – Schauflergasse (TATblatt-Zählung: 240 DemonstrantInnen) – Michaelerplatz – Reitschulgasse – Josefsplatz – Augustinerstraße – Lobkowitzplatz – Albertinaplatz – Operngasse – Ring (TATblatt-Zählung: noch 225 DemonstrantInnen) – Burgtor – Heldenplatz – Ballhausplatz (Ende um 21.00 Uhr, anschließend Fortsetzung des Kundgebungsfestes)

Donnerstagsdemo, 12. September 2002

Sag zum Abschied laut "Auf Widerstand"
nicht "Wir nehmen den Hut, wir sagen Adieu, ..."

Ein bisschen Melancholie und ein gewisses Maß an Ätsch-wir-haben-doch-den-längeren-Atem mischte sich in die Donnerstagsdemo, die vielleicht die letzte war, jedenfalls aber die erste, nachdem von MinisterInnenseite überraschend das vorzeitige Ende der Donnerstagsdemonstrationsperiode verkündet worden war. So laut und lebhaft ging es schon lange nicht zu. Besonders die Besuche bei den Parteizentralen von ÖVP und FPÖ erinnerten sehr an Zeiten, als Donnerstagsdemos noch richtige Donnerstagsdemos waren.
Deutlich wurde aber auch signalisiert, dass wir mit dem bloßen Austausch von Köpfen und Häuptern nicht zufrieden zu stellen sind, dass der Kampf gegen institutionalisierte Rassismen – immer wiederkehrender zentraler Inhalt der Protestbewegung der letzten zweieinhalb Jahre – weiter gehen muss. So führte die Demo nach langer Zeit wieder am Landesgerichtlichen Gefangenenhaus an der so gen. Zweierlinie und dem Polizeigefangenenhaus an der Roßauer Lände sowie am Innenministerium vorbei, um Freiheit für Schubhäftlinge, offene Grenzen und Bleiberecht für alle zu fordern – früher Fixpunkte fast jeder Donnerstagsdemo.

Mit dabei waren nach übereinstimmenden Zählungen von TATblatt und einem für die meisten Demoberichte der letzten neun Monate verantwortlichen Gastautor rund 530 DemonstrantInnen. Die Polizei konnte laut Medienberichten nur 450 ausmachen. Aus Kreisen des vor ein paar Wochen aufgelösten, aber möglicherweise wieder zusammengefundenen, selbst ernannten Aktionskomitees wurden TeilnehmerInnenzahlen von bis zu 1000 an die Medien gemeldet.

Ob das nun die letzte Donnerstagsdemo war oder nicht, wird wohl die Geschichte weisen, vermutlich bereits in einer Woche. Für kommenden Donnerstag, den 19. September, 19.00 Uhr, lädt jedenfalls die Botschaft besorgter BürgerInnen am Ballhausplatz zur Feier der für diesen Tag angekündigten Auflösung des Nationalrats – wäre nicht das erste Mal, dass dies zum Ausgangspunkt einer Demonstration würde.

Noch ein paar Demosplitter:
Zum ersten Mal seit langer Zeit waren die DemonstrantInnen mit überwiegend positiven Reaktionen von oft applaudierenden oder winkenden PassantInnen konfrontiert.
Der aus der ersten Hälfte des Jahres 2000 bekannte und viel zu früh von Unbekannten zerstörte schwarzblaue Wolfshund scheint, naturgemäß noch kleinen, Nachwuchs bekommen zu haben – der über eher ironischen Musikgeschmack verfügt, welcher am Ende der Demo in "We are the Champions" gipfelte. (Ergänzung: Dieser neue Hund wurde bereits ein paar Wochen nach der ersten Räumung der BBB gebastelt
>>>Bilder von der Produktion).
Beim Innenministerium vergaß die Polizei, wohl aufgrund eher spontaner Routenwahl, das Eingangstor durch BeamtInnen abzusichern. Kurzzeitig drohte das Tor sich unter DemonstrantInneneinwirkung zu öffnen, konnte letztlich aber doch dem maßvollen Drängen standhalten, bis BeamtInnen kamen und vom Sturm des Innenministeriums abrieten.

Route/Ablauf: Ballhausplatz/Heldenplatz (Losziehen ab ca. 20.05 Uhr) – Burgtor – Ring (Parlament, TATblatt-Zählung: 530 DemonstrantInnen) – Rathausplatz (entlang von Parlament und verlängerter Reichsratstraße) – Lichtenfelsgasse (polizeiliche Absperrung mit Tretgittern und einzelner SWB vor der ÖVP-Zentrale in Höhe Bartensteingasse, Zwischenkundgebung von 20.25 bis 20.35 Uhr) – Bartensteingasse – Stadiongasse – Auerspergstraße – Friedrich-Schmidt-Platz – Landesgerichtsstraße (Landesgerichtliches Gefangenenhaus) – Universitätsstraße – Maria-Theresien-Straße – Schlickgasse – Schlickplatz – Hahngasse – Grünentorgasse – Roßauer Lände (21.10 bis 21.15 Uhr: Zwischenkundgebung vor PGH) – Franz-Josefs-Kai (TATblatt-Zählung: noch ca. 350 DemonstrantInnen) – Zelinkagasse – Gonzagagasse (21.25 bis 21.30 Uhr: Zwischenkundgebung an Polizeiabsperrung mit Tretgittern und SWB nächst der FPÖ-Zentrale an der Ecke zur Eßlinggasse) – Eßlinggasse – Börseplatz – Wipplingerstraße – Hoher Markt – Lichtensteg – Rotenturmstraße – Stephansplatz – Stock-im-Eisen-Platz – Graben (TATblatt-Zählung: noch ca. 200 DemonstrantInnen) – Kohlmarkt – Michaelerplatz – Herrengasse (ca. 22.00 Uhr: Innenministerium) – Leopold-Figl-Gasse – Minoritenplatz (Bildungsministerium) – Metastasiogasse – Löwelstraße – Ballhausplatz (Ende ca. 22.20 Uhr)

Donnerstagsdemo, 5. September 2002

Um die Regierungsparteien und deren verschiedene Fraktionen aus SesselkleberInnen und Möchtegern-auf-Sessel-KleberInnen daran zu erinnern, dass es inzwischen wirklich genug ist, zog die Donnerstagsdemo zu den Zentralen von ÖVP und FPÖ.
Noch vor drei Jahren hätte dazu die Kärntner Straße besucht werden müssen, aber die Riess-Passer Partei, die doch nach Eigendefinition immer die Partei des größten Landeshauptmanns aller Zeiten bleiben muss, residiert ja neben der Regierungsbank nun in der Eßlinggasse.Same shit, new wrapping ...

Route/Ablauf: Ballhausplatz (Aufbruch 20:10, 90 Demonstrierende), Löwelstraße, Bankgasse, Herrengasse, Helfersdorferstraße, Börseplatz, Eßlinggasse, Gonzagagasse, Schottenring, Schottengasse, Universitätsstraße, Landesgerichtsstraße, Lichtenfelsgasse, Rathausgasse, Stadiongasse, Dr.-K.-Renner-Ring, Burgring, Heldenplatz (Ende 21:25, noch 70 Teilnehmende)

Donnerstagsdemo, 29. August 2002

Das Beharren der Wirtschaftslobby auf einer vor allem ihrem Profit dienenden Lohnnebenkostensenkung führte die Donnerstagsdemo zu Wirtschaftskammer und Finanzministerium. Dass vom Wirtschafts- und Arbeitsminister bisher nur in Sachen Wirtschaftstreibende etwas zum Hochwasser zu hören war, gibt jedenfalls Anlass zur Sorge.
Die TeilnehmerInnenzahl der Demo war wiedereinmal enttäuschend und nur zweistellig, wobei positiv anzumerken ist, dass immer wieder neue Gesichter auf der Demo zu sehen sind.

Route/Ablauf: Heldenplatz (Aufbruch 20:08, 85 Teilnehmende, per Erzherzog-Karl-Denkmal), Heldentor, Burgring, Opernring, Kärntner Straße, Wiedner Hauptstraße, Schönburgstraße, Rainergasse, Belvederegasse, Argentinierstraße, Schwarzenbergplatz, Schubertring, Fichtegasse, Seilerstätte, Himmelpfortgasse, Rauhensteingasse, Weihburggasse, Kärntner Durchgang, Seilergasse, Plankengasse, Dorotheergasse, Stallburggasse, Habsburgergasse, Reitschulgasse, Michaelerplatz, Schauflergasse, Ballhausplatz (Ende 21:48, noch 55)

Donnerstagsdemo, 22. August 2002

Die Donnerstagsdemo richtete sich gegen die von Sozialstadträtin Laska gegen den Willen der Betroffenen und der Betreuungsorganisationen – von denen eine Alternative ausgearbeitet worden war – durchgedrückte Schließung des Bahnhofssozialdienstes am Westbahnhof.
Obwohl es für die Bediensteten der ÖBB vor Ort am einfachsten ist, Obdachlose gleich ums Eck zum Sozialdienst zu schicken, und Sozialbetreuung an Bahnhöfen international üblich ist, soll der Sozialdienst in die Pazmanitengasse im 2. Bezirk verlegt werden, bei gleichzeitiger Auflösung der bis dato dort befindlichen Einrichtung. Wien ist eben anders und auf einem Bahnhof der ÖBB neu soll es wohl auch nur Platz für tüchtige Business-Reisende geben.
Nach einer kurzen Kundgebung vor Ort, in der auch ein Mitarbeiter des Sozialdienstes Stellung nehmen konnte, zog das kleine Grüppchen Demonstrierender wieder zum Heldenplatz zurück. Es sei wieder einmal ersucht, doch bitte die Donnerstagsdemo zu besuchen.

Route/Ablauf: Heldenplatz (Aufbruch 20:06, 107 Demonstrierende), Burgring Babenbergerstraße, Mariahilfer Straße, Neubaugürtel, Felberstraße (Bahnhofssozialdienst), Neufeldergürtel, Burggasse, Bellariastraße, Heldenplatz (Ende ca 22.00, noch 50 Teilnehmende)

Donnerstagsdemo, 15. August 2002

Dass es auf jede und jeden ankommt, zeigte sich diese Woche wiedereinmal auf der Donnerstagsdemo. Nicht dass die Qualität der Demo davon abhänge, ob knapp mehr oder weniger als hundert teilnehmen, aber es ist doch eine psychologische Grenze, die da, wenn einige der Donnerstagsdemogemeinschaft verhindert oder verreist sind, traurigerweise durchbrochen wird, wer also das liest ohne dabei gewesen zu sein: nächste Woche Donnerstag demonstrieren gehen!
Des relativ geringen Deckungsbetrags der Hochwasserversicherungen wegen, zog die Demo vorbei am Ringturm und der Wiener Städtischen zur Uniqa am Donaukanal und wieder zurück, einige Demonstrierende hatten übrigens Glück im Unglück gehabt, ihnen war nur das Grundwasser in die Keller gestiegen.
Zum Abschluss wurde dem Bundeskanzler (in Vertretung dem Portier des Bundeskanzleramts) eine riesige so genannte Schüsselblume überreicht, es bleibt zu hoffen, dass sich der gar vorzügliche Bergsteiger, Sänger und Geschichtenerzähler über eine Blume aus Pappe freuen wird. Der Vollständigkeit wegen sei noch angemerkt, das W.S. auch toll zeichnet.

Route/Ablauf: Heldenplatz (Aufbruch 20:01, mit später Hinzugekommenen 97 Demonstrierende), Burgring, Renner-Ring, Lueger-Ring, Schottenring, Schottenring-Nebenfahrbahn (Ringturm, Wiener Städtische), Franz-Josefs-Kai, Aspernbrücke, Untere Donaustraße (Uniqa), Obere Donaustraße, Augartenbrücke, Schottenring, Lueger-Ring, Löwelstraße, Ballhausplatz (Geschenkabgabe für den Bundeskanzler, Ende ca. 21:45)

Donnerstagsdemo, 8. August 2002

Nachdem nun erwiesen ist, dass in der österreichischen Politik alles erlaubt ist, außer als F-FunktionärIn dem F-Führer zu widersprechen, und als Zweites, dem Lex Leikam zuwiderzuhandeln (d.h. alkoholisiert fahrend erwischt zu werden), befestigte die Donnerstagsdemo am Bundeskanzleramt, am Sozialministerium und an FPÖ- und ÖVP- Zentrale Alkomaten aus Pappe.
Dabei ging es auch an jenem Schanigarten vorbei, wo noch vor wenigen Wochen der PVA-Flachmann lustig feierte, hatte ihm doch das Traubenorakel verheißen: Bist du PVA-Vize, wirst du viel einstecken.
Die Premiere erlebte heute ein neues Fronttransparent: "Widerstand gegen Schwarzblau, die Donnerstagsdemo geht seit Februar 2000-?". Die früher verwendeten wurden ja vom Burghauptmann mitsamt der BBB abgeschleppt.

Route/Ablauf: Ballhausplatz (Aufbruch 20:00, 125 Teilnehmende), Schauflergasse, Michaelerplatz, Kohlmarkt, Tuchlauben, Brandstätte, Rotenturmstraße, Wollzeile, Stubenring (Sozialministerium), Franz-Josefs-Kai, Gölsdorfgasse, Rudolfsplatz, Gonzagagasse, Eßlinggasse (FPÖ), Helfersdorferstraße, Schottengasse, Schottenring, Luegerring, Rathausplatz (uniseitig), Grillparzerstraße, Rathausstraße (ÖVP), Stadiongasse, Renner-Ring, Burgring, Heldentor, Heldenplatz (Ende 21:50, noch ca 70 Demonstrierende).

Donnerstagsdemo, 1. August 2002

Zurzeit läuft das Volksbegehren gegen die Anschaffung der Teurofighter und so zog die Donnerstagsdemo zum Verteidigungsministerium, umrundete dieses und kehrte gegen Fahrtrichtung, dabei anfangs durch den stauenden Verkehr, über Kai und Ring zum Ballhausplatz zurück. Die Polizei, teils in neuen Poli-Polohemden, achtete währenddessen gestreng auf die Einhaltung der StVO und hielt einen Fahrradfahrer, der ohne Licht unterwegs war, auf, später verhinderte sie mit 2 PKWs das Vorbeiziehen der Demo an der Veranstaltung am Rathausplatz, wodurch nach kurzer Pause in die Löwelstraße abgebogen wurde.

Zur Zeit einer Koalition, deren Gründer Väter einst illegale Nazis waren, verwunderte es nicht, wenn eine von der Regierung sowohl finanziell als auch immateriell geförderte Postille namens "Zur Zeit" den obigen Absatz zum Anlass nähme, wilde Theorien über eine linkslinke Polizei-Demonstrierenden-Verschwörung zu spinnen, es sei denn das Blatt wäre wieder einmal mit der Organisation von Treffen Rechtsextremer – wie diese Woche in Kärnten – beschäftigt.

Route/Ablauf: Ballhausplatz (Aufbruch 20:05, 115 Demonstrierende), Schauflergasse, Michaelerplatz, Herrengasse, Freyung, Renngasse, Wipplingerstraße, Hoher Markt, Lichtensteg, Rotenturmstraße, Franz-Josefs-Kai, Julius-Raab-Platz, Uraniastraße, Dampfschiffstraße (Verteidigungsministerium), Löwengasse, Obere Weißgerberstraße, Dampfschiffstraße, Uraniastraße, Franz-Josefs-Kai, Schottenring, Lueger-Ring, Löwelstraße, Ballhausplatz (Ende 21:50, noch 100 Teilnehmende)

Donnerstagsdemo, 25. Juli 2002

Mühsam schleppt sich die Donnerstagsdemo durch die Ebene der nicht enden wollenden Legislaturperiode. Ist es Wille oder ist es Gewohnheit, die ein verlorenes Häuflein auf Wiens Straßen treiben, vielleicht ist es ein Bedürfnis ob der unerträglichen Regierung, wer weiß es, wohl niemand außer jenen "regelmäßig" Demonstrierenden die irgendwann darüber Bücher schreiben, Interviews geben, oder Dokumentationen drehen werden.

Regelmäßig ist auch der Sommer, wie auch Polizeiübergriffe auf Demonstrationen, so dieser Tage in Straßburg, oder vor einem Jahr in Genau. Darum führte die Route vorbei an französischer, italienischer und deutscher Botschaft, und besuchte zum Abschluss noch das Landesgericht.

Route/Ablauf: Heldenplatz (Aufbruch 20:03, 90 Demonstrierende), Burgring Opernring, Operngasse, Treitlstraße, Resselpark, Symphonikerstraße, Technikerstraße, Schwarzenbergplatz (französische Botschaft), Rennweg (ital. Botschaft), Reisnerstraße (deutsche Botschaft), Heumarkt, Am Stadtpark, Weißkirchnerstraße, Wollzeile, Rotenturmstraße, Lichtensteg, Hoher Markt, Wipplingerstraße, Schottenring, Schottengasse, Maria-Theresien-Straße, Universitätsstraße, Alser Straße, Wickenburggasse, Florianigasse, Landesgerichtsstraße, Auerspergstraße, Museumstraße, Bellariastraße, Heldenplatz (Ende ca 22:12, noch 60 Teilnehmende).

Donnerstagsdemo, 18. Juli 2002

Der Hausmeister des größten Gebäudekomplexes Österreichs sieht rot. Und zwar schon länger. Von den Gerichten sah er sich im Stich gelassen, nun nahm er das Gesetz in seine eigenen Hände und rief Securitas, die Firma für nicht auf die Verfassung vereidigte, selbst ernannte Ordnungshüter.

Da Securitas und, um zumindest einen Staatsdiener dabei zu haben, ein Burgfeuerwehrmann nun rund um die Uhr die BBB umkreisen, drehte die Donnerstagsdemo auch ihre Runden um und durch den Hofburgkomplex. Dabei besuchte sie das Justizministerium, weil Klagen gegen einzelne BBB-Angehörige laufen, kam am Justizpalast vorbei, wo vor 75 Jahren Demonstrierende niedergemacht wurden, und umkreiste das Außen- und das Innenministerium, die sich in Botschaftsangelegenheiten und bei nun ein Jahr zurückliegenden Ereignissen in Genua erwartungsgemäß nicht gerade zufriedenstellend verhalten hatten und es auch weiterhin nicht tun.

Der Feuerwehrmann verfolge die Demonstration den ganzen Abend mit einem blauen Auto, und fuhr dabei immer wieder so provozierend knapp an und in das Ende der Demonstration heran, dass er sogar von der Polizei zurechtgewiesen wurde.

Route/Ablauf: Heldenplatz (Aufbruch 20:02, 130 Demonstrierende), Burgring,Volksgartenstraße, Neustiftgasse, Mechitaristengasse, Lerchenfelderstraße, Schmerlingplatz, Burgring, Heldenplatz, Ballhausplatz, Schauflergasse, Michaelerplatz, Herrengasse, Landhausgasse, Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse, Metastasiogasse, Löwelstraße, Heldenplatz, Schauflergasse, Michaelerplatz, Hofburg, Heldenplatz, Ballhausplatz, Löwelstraße, Dr.-Karl-Renner-Ring, Burgring, Heldenplatz, Ballhausplatz, Schauflergasse, Michaelerplatz, Reitschulgasse, Augustinerstraße, Hanuschgasse, Goethegasse, Opernring, Burgring, Heldenplatz (Ende 21:35)

 

17. Juli
Botschaft besorgter BürgerInnen
Räumung, Protest, Wiedererrichtung

Mittwoch früh, zwischen 6.20 und 7.00 Uhr wurde wieder einmal die Botschaft besorgter BürgerInnen am Ballhausplatz geräumt und abgerissen.
Von einer abendlichen Protestkundgebung erreichte uns der folgende Bericht:

Aus gegebenem Anlass einer wiederholten Räumung der Botschaft besorgter BürgerInnen finden sich am Abend ca. 80 Solidarisierende am Ballhausplatz ein.
Weithin sichtbar steht nunmehr auf dem Gehweg ein weißes Zelt.
Ein Botschafter schildert kurz Hergang und Anlass der heutigen Räumung.
Danach richtet Marlene Petrovic heftige Worte der Kritik an der Vorgangsweise der Burghauptmannschaft. Anschließend wird zur Besichtigung der Hofburg geladen, der Zug der SympathisantInnen zieht durch die Hofburg in den Schweizerhof zur Kanzlei des Burghauptmanns, steht jedoch beim Eingang zur Säulenstiege vor verschlossener Tür. Das Knacken eines Schlüssels. Ein mitgebrachtes Protestplakat wird an die Tür geschlagen. Zurück am Ballhausplatz wird über zu genehmigende weitere Standorte eine heftige Diskussion geführt, als Alternativen bieten sich der Heldenplatz in seiner ganzen Größe, vom Reiterdenkmal Erzherzog Johanns bis hin zum Parkplatz in der Nähe des Bundeskanzleramtes an.
Widerstand geht auf alle Fälle weiter ...

z.B. gleich Donnerstagabend:
17.00 Uhr Widerstandslesung
19.00 Uhr Donnerstagsdemo

weitere Infos:
>>>Botschaft besorgter BürgerInnen

 

Donnerstagsdemo, 11. Juli 2002

Da der so genannte Integrationsvertrag diese Woche im Parlament beschlossen wurde, führte die Donnerstagsdemo zum Integrationshaus in der Engerthstraße. Kaum hatten vor Ort alle erfahren, dass mensch sich hier vor dem Integrationshaus befand, ging es zur nächst gelegenen U-Bahnstation, wo sich die Demonstration auflöste.

In Fortsetzung der Reihe "Entdecken Sie Regierungspolitiker neben der Demo", passierte die Demo einen Schanigarten im 1. Bezirk, wo sich der N.A.Z.I.-Buchstabierer Gaugg in einer fröhlichen Runde befand, und sich in seiner guten Laune (vielleicht bekam er gerade die Fragen für die B-Prüfung oder sie wurde ihm erlassen) auch nicht durch Pfiffe und Unmutsäußerungen stören ließ.

Route/Ablauf: Ballhausplatz (Losziehen um 20:06, 125 Demonstrierende), Schauflergasse, Michaelerplatz, Reitschulgasse, Habsburgergasse, Jungferngasse, Petersplatz, Milchgasse, Tuchlauben, Brandstätte, Rotenturmstraße, Franz Josefs Kai, Aspernbrücke, Aspernbrückengasse, Praterstraße, Praterstern, Lassallestraße, Vorgartenstraße, Walcherstraße, Engerthstraße (Integrationshaus, Ankunft 21:15), Walcherstraße, Vorgartenstraße (Ende bei dortiger U1 Station, 21:30, noch knapp 100 Teilnehmende)

Donnerstagsdemo, 4. Juli 2002

Von den Realität gewordenen Undenkbarkeiten der Woche stand diesmal der geplante Eurofighter-Ankauf im besonderen Blickpunkt der Donnerstagsdemo, oder besser gesagt in dem der die Route Planenden. Möglicherweise weil auch schon große Investitionen in Papierflieger getätigt worden waren, oder einfach nur weil der Standort der Volksanwaltschaft nicht bekannt war, ging es auf Umwegen zum Verteidigungsministerium, welches dann mit Papierfliegern beworfen wurde. Zur Ruhe beim Ministerium kamen die Flieger wegen des starken Sturms aus Richtung der Euroarmee und des Nato Hauptquartiers aber nicht, sie wären in ferne Länder verweht worden, wären sie nicht vorher abgestürzt.

Nach diesem etwas irreal wirkenden Auftritt auf einer der Hauptausfallstraßen Wiens ging es dann quer durch die Innenstadt zum Ballhausplatz zurück, wobei es am Kohlmarkt zu einer Premiere kam: Spitzen der ÖVP, genauer gesagt EU Kommissar Fischler, Landwirtschafts- und (!) Umweltminister Molterer sowie ein Banker aus der Bauernbundbank RZB kreuzten den Weg der Donnerstagsdemo. Als eine Demonstrantin mit Molterer diskutieren wollte, zeigte sich wiedermal die Realität, der Banker packte den Minister am Ärmel und sagte unwirsch zur besorgten Bürgerin: "Halt, den hab ich jetzt gebucht!"

Route/Ablauf: Heldenplatz (Aufbruch 20:00, 110 Teilnehmende), Burgring, Opernring, Kärntnerring, Schubertring, Johannesgasse, Salesianergasse, Sallingerplatz, Beatrixgasse, Gärtnergasse, Bechardgasse, Dianagasse, Löwengasse, Radezkystraße, Hintere Zollamtsstraße, Dampfschiffstraße (Papierfliegerwerfen aufs Verteidigungsministerium), Uraniastraße, Julius Raab Platz, Wiesingerstraße, Dominikanerbastei, Auwinkelgasse, Postgasse, Fleischmarkt, Rotenturmstraße, Stephansplatz, Stock im Eisen Platz, Graben, Kohlmarkt (Treffen auf führende ÖVPler), Michaelerplatz, Schauflergasse, Ballhausplatz (22:50, noch knapp 100 Teilnehmende)

29. Juni, Kundgebung für das Selbstbestimmungsrecht für Frauen vor Klinik Lucina

es war dies sozusagen der abschluss der von der slp veranstalteten aktionswoche für das selbstbestimmungsrecht der frau.

Kurz nach 8.30 zogen also die abtreibungsgegenerInnen – wie üblich- von der kirche der barmherzigen brüder von der taborstraße zur klinik mairo/lucina in der großen sperlgasse. Auf der anderen straßenseite folgten ihnen ebenfalls wie üblich – die teilnehmerInnen der gegenkundgebung, diesmal fast ausnahmslos aus dem slp- bereich, erkenn- bzw. unterscheidbar von den abtreibungsgegenerInnen durch so blaue plastiksackerln, die sie übergezogen hatten , mit der aufschrift „abtreibung ist frauenrecht“ ( bestimmt gibt es für diese „plastiksackerl“ eine genaue bezeichnung – leute von der gewerkschaft hab ich auch schon oft auf demos damit gesehen). Aufstellung dann gegenüber der klinik auf dem gehsteig. das personenverhältnis war heute etwa 30:30, wobei die gesänge der abtreibungsgegnerInnen durch musik und durch das verkünden der slp-forderungen, wie etwa schwangerschaftsabbruch auf krankenschein und ziehung einer bannmeile für militante abtreibungsgegenerInnen rund um die kliniken, praktisch unverständlich blieben. Die slp-leute hatten einen info-tisch aufgestellt und lautsprecherboxen mitgebracht, um das gebiet um die klinik noch lauter beschallen zu können (irgendwie werden die tatsächlich immer professioneller!). verwirrend für die abtreibungsgegenerInnen, von denen ja viele gar nicht in der lage sind, schwanger zu werden (sei es , dass sie männlichen geschlechts sind oder das gebährfähige alter bereits weit überschritten haben) mag wohl gewesen sein, dass sich auf seiten der gegenkundgebung zwei kinder befanden …

Weiters anwesend waren: 6 polizisten (zwei davon von der stapo) und ein mann von hli , der von einem balkon aus wieder mal alles videomäßig festhielt.

Ich selber war bis etwa 9.30 dort, kundgebung und gegenkundgebung dürften sich aber kurz nach 10.00 aufgelöst haben.

Wetterdaten: 19 grad C, w- wind, wolkig ( daten von der ZAMG)

 

Donnerstagsdemo, 27. Juni 2002

Während die Donnerstagsdemo erst bei ihrer 122. Auflage anlangte, fand die Widerstandslesung heute schon zum 150. Mal statt. Ein Grund zum Feiern, wenn wohl auch allen Beteiligten die Ursache für die Lesungen gerne erspart geblieben wäre. Unbeirrt von einem Regenschauer zwischendurch und dem andauernden politischen Querfeuer gegen Kunst und Kultur zelebrierten zahlreiche WiderstandsleserInnen und ihr Publikum ihren der Regierung entgegengesetzten Weg, die Donnerstagsdemo feierte mit und die Polizei durfte warten.

Durch die Dauer der Widerstandslesung startete die Donnerstagsdemo erst um 20:30 und zog vorbei an Amerlinghaus und Siebenstern zum Literaturhaus und wieder zurück.

Doch es blieb nicht bei einem besonderen Ereignis an diesem Abend, die großeÜberraschung sollte noch kommen: Am Zaun des Volksgartens gegenüber dem Burgtheater lagerten 4 große Teile für eine Neuerrichtung der BBB, welche wie textlose Transparente, die durch ihr bloßes Sein wirkten, das letzte Stück mitgetragen und am Heldenplatz unter Jubel und Musik zur BBB-5 zusammengesetzt wurden.

Die Polizei verhielt sich dabei ruhig und beschränkte sich aufs Filmen des Geschehens, während die Stapo eifrig telefonierte und ein Untergebener des Burghauptmanns von einem Fenster aus zum Zusehen verurteilt war. Der Burghauptmann Beer selbst wird wohl erst am nächsten Morgen "seinen" Heldenplatz aufgrund der neuen BBB nicht in vollen Zügen genießen können, es stellt sich die Frage ob ihm als Saubermann und studierten Architekten die im revolutionären – aber eindeutig österreichischen – Heuschober-Stil gehaltene Neuerrichtung vielleicht besser gefällt als das im internationalen Containerformat ausgeführte Original, oder ob es überhaupt jemanden kümmert was er darüber denkt.

Route/Ablauf: Heldenplatz (Aufbruch 20:32, 130 Teilnehmende) Bellariastraße, Burggasse, Stiftgasse, Siebensterngasse, Neubaugasse, Westbahnstraße, Hermanngasse, Seidengasse, Zieglergasse, Lerchenfelder Straße, Auerspergstraße, Landesgerichtsstraße, Grillparzerstraße, Rathausplatz (uniseitig), Luegerring, Löwelstrasse, Ballhausplatz (noch 70 Demonstrierende, Ankunft 21:55, Neuerrichtung der BBB 5., Dachgleiche um 22:30)

Donnerstagsdemo, 20. Juni 2002

Ob des diese Woche in Sevilla stattfindenden EU Gipfels, mit dem Ziele eine schöne Umschreibung für "Festung Europa" zu finden, zog die Donnerstagsdemo zur Spanischen Botschaft in der Theresianumsgasse. Am Weg dahin wurde auch kurz beim von einem Bus der Wega bewachten Funkhaus angehalten, so möchte die von der ÖVP installierte Generaldirektorin Monika Lindner ja die besonders bei kritischem Publikum beliebten Kunststücke abschaffen. Nur etwa ein Zehntel Teilnehmende im Vergleich zur Polizeidemo nachmittags waren diesmal gekommen, aber da wohl viele angesichts der brütenden Hitze schnell zu etwas Abkühlenden kommen wollten, erinnerte zumindest das Tempo am Rückweg an die Anfangszeiten.

Route/Ablauf: Heldeplatz (Aufbruch 20.05, 130 Teilnehmede), Burgring, Opernring, Kärntnerstraße, Wieder Hauptstraße, Gußhausstraße, Argentinerstraße, Theresianumgasse, Prinz Eugen Straße, Kärntnerstraße, Akademiestraße, Krugerstraße, Meysedergasse, Albertinaplatz, Augustinerstraße, Michaelerplatz, Herrengasse, Landhausgasse, Abraham a Sancta Clara Gasse, Metastasiogasse, Löwlstraße, Ballhausplatz (Ende 21:50, noch 70 Demonstrierende)

Donnerstag, 20. Juni 2001
Polizeidemo gegen Strasser

Es gibt Dinge, die gibts nicht.

Wie zum Beispiel dass die Polizei die Anzahl der Teilnehmenden an einer Demo verdoppelt anstatt zu halbieren.

Oder dass sich auf der Lände folgender Dialog zwischen einem frustriert aus seinem Auto Ausgestiegenen zu dem die Strasse absperrenden Polizisten ergibt:
Autofahrer: Wie laung dauat des denn nu?
Polizist: So circa 20 Minuten.
Autofahrer: Wos san des uebahaupt fuer Trottln?
Polizist: Des san mir soeba.
Autofahrer: Hobts ihr nix zum hackln?

Oder dass an einer Demo 3 Ex- und ein Nochinnenminister teilnehmen, von denen der Amtierende ausgepfiffen und der im Zuge der Lucona Affaire unrühmlich Untergegangene bei seiner Nennung den größten Jubel bekommt. Obwohl die Demo für nach dem Absingen der Bundeshymne aufgelöst erklärt worden war, blieben doch einige, zu einem Teil von Strasser gestellte Flaschen auf der Strasse vor dem Innenministerium zurück, die dann von einer anderen staatstragenden Institution, der MA48 weggeräumt werden mussten.

Route/Ablauf: Pappenheimgasse (Abmarsch 14:30, knapp 1400 Teilnehmende), Jägerstraße, Wallensteinstraße, Friedensbrücke, Rosauerlände, Franz Josefs Kai, Schottenring, Schottengasse, Herrengasse (Abschlusskundgebung bis 17h)

20. Juni: Feministische Vereine vor parlamentarischem Untersuchungsausschuss – Kundgebung

Nach dem TATblatt sind nun auch feministische Vereine Gegenstand des parlamentarischen "Euroteam-Untersuchungsausschuss". Parallel zur Ausschusssitzung am 20. Juni meldeten sich mituntersuchte Frauenvereine per Pressekonferenz und anschließender Aktion vor dem Parlament zu Wort. Von "Rufschädigung und Behinderung der Arbeit von Fraueneinrichtungen" ist in den Unterlagen die Rede. "Wer sich für die Chancengleichheit von Frauen und Männern einsetzt, soll in Zukunft nicht mehr förderungswürdig sein." Die bereits im Ausschuss befragten Vereine CheckArt (Zeitschrift an.schläge) und Virginia Woolf (Mädchenschule) sprachen in einer Presseaussendung von einem "massiven Einschüchterungsversuch" und von "Gesinnungsschnüffelei".

>>>Bericht bei CeiberWeiber

Archiuv: >>TATblatt vor Untersuchungsausschuss

 

NATO is not wellcome here Demonstration gegen die NATO Sicherheitskonferenz am 15.6.02

Als Höhepunkt einer Reihe von Protestveranstaltungen gegen die "Internationale Konferenz gegen Terrorismus" gab es am 15.06.02 eine Demonstration durch die Wiener Innenstadt. Zum Auftakt der Demonstration am Schwedenplatz sprachen u.a. Carlos Lozano aus Kolumbien, Mitglied der Notabilienkommission bei den Friedensgesprächen zwischen der Regierung und der Guerrilla. Nach drei Jahren der Friedensbemühungen hat die Regierung Kolumbiens die Gespräche mit der Rebellenbewegung FARC aufgekündigt, ebenso hat die EU die Unterstützung der revolutionären Kräfte aufgegeben und diese auf die Liste terroristischer Organisationen gesetzt. In weiteren Redebeiträgen wurde darauf hingewiesen, dass die Internationale Konferenz unter Vermeidung von medialer Öffentlichkeit hinter geschlossenen Türen stattfindet. Es soll bewußt ein Klima einer Besprechung ín ruhiger Atmosphäre geschaffen werden, ein ungestörtes Vorbereiten von Massakern und Kriegen. Sie nennen es Sicherheit. Der Demonstrationszug bewegte sich lautstark, energievoll und bunt, geprägt von zahlreichen Transparenten und vielen Parolen durch die Innenstadt bis in die Nähe des Hotel Marriott, das wegen polizeilicher Absperrungén nur in Sicherheitsentfernung erreicht werden konnte.

Route: ( Losgehen ab ca. 13.oo, ca. 500 TeilnehmerInnen) Schwedenplatz-Rotenturmstrasse-Lichtensteg-Hoher Markt-Tuchlauben- Graben-Seilergasse-Neuer Markt-Tegetthofstrasse-Philharmonikerstrasse- Wahlfischgasse-Schwarzenbergstrasse-Seilerstätte/Ecke Weihburggasse

Update zur Demo am 15. Juni 2002
Polizeiübergriffe im Abseits

by AJaK-AktivistIn 2:43pm Sun Jun 16 '02 (Modified on 7:08pm Sun Jun 16 '02) /Indymedia

Bei der Demo gegen die NATO- Sicherheitskonferenz in Wien am 15. Juni kam es zu massiven Polizeiübergriffen, als sich die Demo bereits auflöste. Etwa 500 AktivistInnen trafen sich ab 12:00 bei 34° C am Schwedenplatz. Die Demo zog über Umwege durch die Wiener Innenstadt zum Hotel Marriot, wo die NATO-Sicherheitskonferenz tagte. Neben Anti- Imperialistischen, Kommunistischen und bürgerlichen Gruppierungen, nahm auch die AJaK mit einem kleinen Block an der Demo teil. An der Polizeisperre wurden Sprüche gegen NATO, USA und für Internationale Solidarität skandiert. Vereinzelt flogen Farbbeutel in Richtung Polizei. Die erste Reihe SWB (Sicherheitswachebeamte) nahm nach kurzer Zeit ihre Schilder runter und stand gelangweilt hinter den Tretgittern herum. AktivistInnen der AJaK befestigten weiße Kreuze mit Ländernamen von Opfern der US-Kriegspolitik an den Tertgittern. Es folgten einige Ansprachen von Organisations-SprecherInnen. Die Stimmung war trotz der Hitze gut, als die Demo im Auflösen begriffen war. Als der AJaK-Block die Seilerstätte entlang Richtung Oper abzog, stürmte von einer Seitenstraße aus, ein Trupp von etwa 20 WEGA- Polizisten in den Block und begann loszuprügeln und einzelne AktivistInnen aus dem Block herauszuzerren und mit Schlägen und "Schwitzkästen" zu traktieren. Die verbleibende Demo (rund 100 AktivistInnen) rannte nach Zurufen herbei und versuchte zu helfen. Es wurde versucht die Gefangenen wieder herauszureissen, was aber aufgrund der massiven Polizeiüberlegenheit nicht gelang. Eine Vertrauensperson wurde zu dem Gefangenen durchgelassen, um sich über dessen Zustand und den Grund der Festnahme zu informieren. Nach Feststellung der Identität wurden die Aktivisten auf freiem Fuß, wegen Verdacht auf Sachbeschädigung, angezeigt und freigelassen. Ihm wird konkret vorgeworfen, eine Farbbombe auf ein Auto geworfen zu haben und von einem WEGA- Polizisten dabei gesehen worden zu sein. Der Aktivist bestreitet vehement das getan zu haben, sowie zahlreiche Demo-TeilnehmerInnen, die neben ihm gestanden sind und bezeugen, dass die Farbbeutel aus einer ganz anderen Richtung geworfen wurden. Entsprechend den ausbleibenden Medienberichten über die Aktivitäten gegen die NATO-Sicherheitskonferenz wurden die Polizeiübergriffe de facto todgeschwiegen. Es liegt der Verdacht nahe, dass aufgrund des im September stattfindenden WEF-Gipfels und den damit verbundenen Protesten versucht wird ein Klima der Repression und Angst zu erzeugen, um möglichst viele Menschen davon abzuhalten, sich an den Protesten gegen den WEF zu beteiligen. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen und weiterkämpfen. Sie können uns zwar kriminaliseren und uns den Prozess machen. Aber sie können da nicht die Politik raushalten und genau das ist es, was sie fürchten. Denn ihre Politik ist das Kriminelle. Es wird in den nächsten Wochen ein Soli-Fest geben, um die jugendlichen AktivistInnen auch finanziell, bei einem kommenden Prozess beizustehen. Wir suchen dringend ZeugInnen, die die Polizeiübergriffe gesehen haben und hoffen auf eure Unterstützung. [AugenzeugInnen bitte dringend unter ajak.wien@reflex.at oder ajak_wien@yahoo.de melden] links:
>>>Indymedia-Artikel (1)
>>>Indymedia-Artikel (2)

 

 

Donnerstagsdemo, 13. Juni 2002

Da gerade eine Demo bezueglich der NATO Sicherheitskonferenz stattfand, wartete die Donnerstagsdemo bis diese am Ballhausplatz geendet hatte, und brach dann mit einer rekordverdächtigen Verspätung von 24 Minuten auf, um ebenfalls zum Mariott zu ziehen. Leider hatten sich von der relativ gut besuchten Vordemo nur wenige der Donnerstagsdemo angeschlossen, kurzfristig waren aber am Ballhausplatz 250 Demonstrierende anwesend. Trauriger Tiefpunkt der Demo war die Kopfstossattacke eines Passanten gegen einen friedlich Demonstrierenden als dieser ihm als Antwort auf die übliche "gehts was hackln es Scharotzer" Beschimpfung seine von harter Arbeit zerfurchten Hände zeigten wollte. Der Demonstrant wurde mit der Rettung ins Spital gebracht wo ein Nasenbeinbruch diagnostiziert wurde, der Angreifer wurde angezeigt.

Route/Ablauf: Ballhausplatz (Losziehen 20:24, 133 Demonstrierende), Schauflergasse, Michaelerplatz, Reitschulgasse, Stallburggasse, Plankengasse, Donnergasse, Himmelpfortgasse, Seilerstätte, Singerstraße (Kopfstoss gegen einen Demonstrierenden, Warten bis Abtransport mit Rettung), Riemergasse, Schulerstraße, Stephansplatz, Rotenturmstraße, Franz Josefs Kai, Marc Aurel Straße, Tuchlauben, Kohlmarkt, Michaelerplatz, Schauflergasse, Ballhausplatz (Ende 21:45, noch 90 Demonstrierende).

13. Juni 2002
Empfangsdemo der Nato Sicherheitskonferenenz

Nachdem die Teilnehmenden einer Standkundgebung vor der Oper – gegen die im Mariott stattfindende Nato Sicherheitskonferenz – um 19h plötzlich den Ring besetzt hatten, aber aufgrund einer Polizeiabsperrung nicht über den Kärntner zum Stubenring gelangen konnten, zogen sie quer durch die Stadt bis zur Seilerstätte um vor der dortigen Absperrung in Sichtweite des Mariott ein kleine Kundgebung abzuhalten. Ursprünglich war beabsichtigt worden, dort bis zur Ankunft der Donnerstagsdemo auszuharren, doch dann zog die großteils von der Linkswende getragene Demo zum Ballhausplatz wo sie sich auflöste bzw teils in der Dode aufging.

Route/Ablauf: Karajanplatz (Beginn 18.00, ca 30), Kreuzung Kärntner Ring – Kärtnerstraße (Besetzung um 19.00), Kärntnerstraße, Philharmoniker Straße, Albertinaplatz, Tegetthofstraße, Neuer Markt, Seilergasse, Stock im Eisen Platz, Singerstraße, Liliengasse, Weihburggasse (Kundgebung vor Absperrung nach Kreuzung mit Seilerstätte), Seilerstätte, Singerstraße, Stock im Eisen Platz, Graben, Kohlmarkt, Michaelerplatz, Schauflergasse (180 Demonstrierende), Ballhausplatz (Ankunft 20:10, Vermischen mit Donnerstagsdemo)

 

Donnerstagsdemo, 6. Juni 2002

Knapp unter 100 gewitterbereite Demonstrierende hatten sich diesmal eingefunden, um zur ÖIAG zu ziehen, da dort heute der Verkauf der Postbusse fixiert werden sollte. So wie einige andere DemonstrantInnen blieb auch der Regen bist zum Ende der Donnerstagsdemo fern, kaum war die Demo wieder zurückgekehrt, begann es zu schütten. Das sollte FestlveranstalterInnen, die heute ins Wasser fielen, zu denken geben, das Wetter ist auf der Seite der Dode.
Da es Gerüchte über ein administratives Limit bei weniger als 100 Demonstrierenden gibt, und überhaupt weil die Lage vom Daheimbleiben nicht besser wird, sollten nächste Woche wieder deutlich mehr auf die Demo gehen.

Route/Ablauf: Heldenplatz (Aubruch 20:03, 95 Teilnehmende), Burgring, Opernring, Kärntnerstraße, Wiedner Hauptstraße, Schleifmühlgasse, Gußhausstraße, Schwarzenbergplatz, Lothringerstraße, Pestalozzigasse, Kantgasse, Beethovenplatz, Kantgasse, Johannesgasse, Schubertring, Kärntnerring, Kärntnerstraße, Graben, Kohlmarkt, Michaelerplatz, Schauflergasse, Ballhausplatz (Ende ca 21:30, noch 75 Demonstrierende).

Samstag, 1. Juni 2002
Messe von AbtreibungsgegnerInnen und die Gegenkundgebung – ein Wahrnehmungsbericht

Das ganze begann um etwa 19.00 uhr vor der dominikanerkirche, in der sich abtreibungsgegenerInnen zu einer messe eingefunden hatten. "hochwürden" h. kramar wandte sich in salbungsvollen und eindringlichen worten an die vorneh